Zu wenig Magensäure: Symptome, Ursachen, Behandlung

18. September 2018

Die Tatsache, dass unser Magen übersäuern kann, ist inzwischen vielen bekannt: Betroffene leiden zum Beispiel unter saurem Aufstoßen, Sodbrennen oder Magenschmerzen. Allerdings verursacht es nicht nur Beschwerden, wenn zu viel Säure gebildet wird. Auch zu wenig Magensäure kann zu Symptomen führen, denn die Magensäure hat wichtige Funktionen im Körper. Lesen Sie hier, woran man einen Magensäuremangel erkennt und welche pflanzlichen Mittel Abhilfe schaffen können.

Zu wenig Magensäure: Die Symptome

Unser Magen produziert täglich circa zwei Liter Magensaft, darin ist unter anderem Magensäure enthalten. Magensäure ist für unsere Verdauung sehr wichtig: Sie schafft ein saures Milieu, in dem Verdauungsenzyme aktiviert werden, die Eiweiße in der Nahrung spalten. Außerdem tötet die Säure Krankheitserreger ab, die zum Beispiel über die Nahrung den Magen erreichen.

Liegt zu wenig Magensäure im Magen vor, kann das zu unspezifischen Verdauungsstörungen wie Blähungen oder Durchfall führen, da die Enzyme nicht ihrer Aufgabe nachkommen können.

So kann sich ein Magensäuremangel außerdem zeigen:

  • Völlegefühl, Magendruck oder Übelkeit
  • häufige Magen-Darm-Infekte, wenn Erreger oder Keime nicht abgetötet werden
  • Mangelerscheinungen, vor allem durch zu wenig Vitamin B12 (Müdigkeit, Konzentrationsprobleme etc.)
  • veränderte Darmflora (gemeint ist die Besiedlung durch Mikroorganismen wie Bakterien)

Die Magensäureproduktion ist ein komplexes System, das sich je nach Bedarf selbst reguliert. Gerät es aus dem Gleichgewicht, verfügen manche über zu wenig Magensäure, bei anderen wird zu viel produziert.

Woher kommt ein Magensäuremangel?

Aus verschiedenen Gründen kann es zu einem Mangel an Magensäure kommen.

Das sind mögliche Ursachen:

  • Bei der chronischen Entzündung der Magenschleimhaut vom Typ A handelt sich um eine Autoimmunkrankheit: Antikörper greifen die Belegzellen der Magenschleimhaut an, die für die Produktion von Magensäure zuständig sind. Durch die Schädigung der Zellen kommt es zu einem Magensäuremangel.
  • Um gegen einen übersäuerten Magen vorzugehen, greifen viele Personen zu magensäurehemmenden Medikamenten wie Protonenpumpenhemmer. Bei intensivem Gebrauch können diese jedoch über das Ziel hinausschießen und zu einem Mangel an Säure führen.
  • Nach einer Magenoperation kann die Magensaftproduktion eingeschränkt sein.
  • Auch eine besondere Form der Blutarmut mit Vitamin B12-Mangel (perniziöse Anämie) kann dazu führen, dass zu wenig Magensäure in den Magenschleimhautzellen gebildet wird.

Magensäuremangel behandeln: Wann zum Arzt?

Wenn Sie unter den Symptomen von zu wenig Magensäure leiden, können Sie zunächst versuchen, diesen mit Hilfe von pflanzlichen Mitteln in den Griff zu bekommen. Manchen Betroffenen hilft es auch, Kaffee zu trinken, da das Heißgetränk die Magensäureproduktion ankurbelt. Schlimmeren Beschwerden, die trotz eigener Behandlung nicht besser werden, liegt eventuell eine Erkrankung zugrunde. Aus diesem Grund sollten Sie in solchen Fällen zum Arzt gehen, der die Ursache feststellen und behandeln kann.

Mit Pflanzenkraft gegen zu wenig Magensäure

Die Bitterstoffe im Salbei regen die Verdauung an

Fehlt es an Verdauungssäften oder sind die Bewegungen in den Verdauungsorganen gestört, kann das zu Problemen führen. Einige pflanzliche Stoffe – vor allem Bitterstoffe – helfen, die Durchblutung der Magenschleimhaut anzuregen, dadurch kommt die Verdauung wieder in Schwung. Außerdem fördern sie die Produktion von Speichel und Magensaft und beugen einem Magensäuremangel vor.

Nehmen Sie die Mittel etwa eine halbe Stunde vor dem Essen ein, da sie erst dann ihre volle Wirkung entfalten. Bitterstoffe sind in diesen Pflanzen enthalten:

  • Enzianwurzel
  • Samen des Bitterfenchels
  • Salbei
  • Löwenzahnblätter
  • Artischocke
  • Tausendgüldenkraut
  • Hopfen
  • Schafsgarbenkraut
  • Endivien- und Chicorée-Salat
  • Aloe und Aloeextrakt in niedrigen Dosierungen

Des Weiteren regen diese Stoffe die Magensaftproduktion an:

  • Kümmel
  • Pfeffer
  • Blätter des Rosmarins

Viele dieser Pflanzen gibt es sowohl als Tees als auch in Tablettenform in der Apotheke zu kaufen. Außerdem gibt es Tees und Mittel, die verschiedene pflanzliche Inhaltstoffe kombinieren und so besonders wirksam gegen die Symptome von zu wenig Magensäure sind. Der Vorteil von Präparaten in Tablettenform ist, dass sie die Inhaltstoffe in konzentrierter Form und in der richtigen Dosierung enthalten und einfach einzunehmen sind.

Mit einigen Verhaltensänderungen können Sie aktiv Verdauungsproblemen wie zu wenig Magensäure vorbeugen. Denn auch Ihr Lebensstil hat Auswirkungen auf den Magen und die Produktion der Magensäure. Vermeiden Sie Stress, wenn möglich. Außerdem sollten Sie sich gesund und fettarm ernähren, da so Magen und Darm nicht mit schweren Mahlzeiten überlastet werden.

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