Reizmagen-Medikamente: Die Beschwerden wirkungsvoll lindern

Damit ein Reizmagen nicht zu einem Verlust der Lebensfreude und einem Rückzug aus dem alltäglichen Leben führt, kommt es auf die richtige Behandlung an. Neben Maßnahmen zur Reduktion von Stress und einer angepassten Ernährung gehören dazu auch die richtigen Arzneimittel. Doch welche sind das genau? Und was bewirken die Reizmagen-Medikamente im Körper?

Reizmagen: Medikamente gegen die Beschwerden

Meist kann man bei einem Reizmagen nur die Symptome behandeln

Heilbar ist der Reizmagen (funktionelle Dyspepsie) an sich nicht – und doch ist die richtige Behandlung von großer Bedeutung. Denn kommen die passenden Medikamente und Methoden zum Einsatz, besteht die Möglichkeit, dass sich die Symptome des Reizmagens allmählich zurückbilden. In einigen Fällen bleibt der Patient daraufhin dauerhaft beschwerdefrei, in anderen melden sich die Symptome zeitweise wieder zurück, wenn er mit Stress oder ungesunder Ernährung konfrontiert ist.

Zudem ist die immense Belastung nicht zu unterschätzen, die ein Reizmagen für die Betroffenen darstellt. Die starken Beschwerden haben nicht selten zur Folge, dass sich Erkrankte aus dem alltäglichen Leben zurückziehen: Arbeit wird zur Herausforderung, ausgehen oder essen mit Freunden oftmals kaum noch möglich.

Medikamente gegen Reizmagen bringen hier große Erleichterung und können die Betroffenen zumindest zeitweise von ihren Symptomen befreien. Typisch und besonders belastend sind in der Regel:

  • Völlegefühl und Appetitlosigkeit
  • (saures) Aufstoßen
  • Sodbrennen
  • Übelkeit
  • Magendruck
  • Blähungen
  • Magenschmerzen
  • Krämpfe oder Schmerzen im oberen Bauchbereich

Reizmagen-Medikamente können hier zwar nicht auf die Erkrankung selbst einwirken, dafür aber Einfluss auf diejenigen Abläufe nehmen, die letzten Endes für die Ausbildung der Beschwerden verantwortlich sind. Welche Arzneimittel kommen dafür infrage?

Medikamente gegen Reizmagen

Ziel der medikamentösen Behandlung des Reizmagens ist es, den Betroffenen ein möglichst beschwerdefreies Leben zu ermöglichen. Daher setzen Reizmagen-Medikamente an genau den Punkten an, die unbehandelt zur Entstehung der charakteristischen Symptome beitragen. Am häufigsten kommen folgende Arzneimittel zum Einsatz:

Medikamente, die auf die Magensäure wirken

Da die Magensäure maßgeblich an der Ausbildung von saurem Aufstoßen, Sodbrennen und Magenschmerzen beteiligt ist, zählen Mittel, die sie unter Kontrolle halten, zu den wichtigsten Reizmagen-Medikamenten. Abhängig vom genauen Beschwerdebild greift der Arzt auf Präparate aus diesen drei Arzneimittelgruppen zurück:

  • Antazida
    Rasch wirksam und gut verträglich: Antazida schaffen schnelle Abhilfe, wenn eine zu große Menge Magensäure für Verdauungsbeschwerden sorgt. Den speziellen Wirkstoffen gelingt es, die aggressive Säure zu neutralisieren – den Effekt spürt der Betroffene meist schon nach kurzer Zeit: Selbst, wenn nun noch Mageninhalt in die Speiseröhre gelangt, bekommt der Erkrankte keine oder nur noch wenige Beschwerden zu spüren. Auch die Magenschleimhaut ist durch die Reizmagen-Medikamente vor den Angriffen der Magensäure geschützt.
  • Protonenpumpenhemmer
    Protonenpumpenhemmer (PPI) setzen einen Schritt früher an als die Antazida: Sie reduzieren von Anfang an die Produktion der Magensäure. So kann keine übergroße Menge entstehen und letztendlich auch keine Beschwerden. Aus diesem Grund werden die PPI häufig auch im Rahmen einer Magenschleimhautentzündung oder der Refluxkrankheit (Rückfluss von Mageninhalt in die Speiseröhre) eingenommen.
  • H2-Blocker
    Bei sehr häufigem Sodbrennen, also dauerhaft erhöhter Herstellung von Magensäure, empfiehlt sich oftmals die Einnahme von H2-Blockern. Wie die Protonenpumpenhemmer hemmen auch sie die Magensäure-Produktion und damit die charakteristischen Symptome. Eingenommen werden sie daher in vielen Fällen begleitend zu anderen Medikamenten, die den Magen reizen, und um bestehende Schädigungen in Speiseröhre oder Magen zu schonen.

Medikamente, welche die Magenmotilität beeinflussen

Medikamente gegen Reizmagen beinhalten auch solche Medikamente, die Auswirkungen auf die Bewegungen des Magens haben. Warum das notwendig ist? Ein Reizmagen hängt in den meisten Fällen mit Störungen im Bewegungsablauf des Magens zusammen – die Nahrung verbleibt zu lange im Magen, was Blähungen und andere Beschwerden zur Folge hat. Um dem entgegenzuwirken, eignen sich sogenannte Prokinetika: Sie normalisieren die Motilität (Bewegung) des Magens und tragen so zu einer reibungslosen Verdauung bei.

Neben chemisch hergestellten Reizmagen-Medikamenten gibt es pflanzliche Präparate, welche die Wirkweisen mehrerer Heilpflanzen vereinen und so auf natürliche Weise die Magen- und Darmbewegungen wieder ins Gleichgewicht bringen. Unangenehme Begleiterscheinungen des Reizmagens, wie frühzeitiges Sättigungsgefühl und Übelkeit, können durch diese Prokinetika wirkungsvoll behandelt werden.

Antibiotika gegen eine Infektion mit Helicobacter pylori

Geht der Reizmagen auf das Konto einer Infektion mit dem Bakterium Helicobacter pylori, verschreibt der behandelnde Arzt in der Regel eine Kombination aus Antibiotika und Medikamenten, welche die Magensäure-Herstellung bremsen. Letztere stellen sicher, dass sich der Magen von den entzündungsbedingten Strapazen und Schädigungen erholen kann; erstere bekämpfen direkt die Bakterien.

Eine Infektion mit Helicobacter pylori kann beim Betroffenen eine Magenschleimhautentzündung auslösen. Zum einen liegt das an den Giftstoffen, die das Bakterium ausscheidet, zum anderen neutralisiert es zum eigenen Schutz in seiner direkten Umgebung (also im Bereich der Magenschleimhaut) die Magensäure. Die Substanzen, die es dazu produziert, setzen den Schutz der Magenschleimhaut außer Gefecht. Die Folge: Die Schleimhaut ist der aggressiven Wirkung der Säure direkt ausgesetzt. Unbehandelt kann das Geschwüre und letzten Endes sogar Magenkrebs nach sich ziehen.

Die Antibiotika, die in diesem Fall auch als Medikamente gegen Reizmagen eingesetzt werden, beseitigen die Bakterien – dann steht einer Heilung nichts mehr im Wege. Häufig mildern sich im Anschluss auch die Symptome des Reizmagens.

Abgesehen von den Reizmagen-Medikamenten stehen Betroffenen aber noch viele weitere Methoden zur Verfügung, die zu einer Linderung des Beschwerdebilds beitragen. Allen voran spielen eine angepasste Ernährung und Maßnahmen gegen Stress und andere psychische Belastungen eine Rolle.

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