Übelkeit, Magenschmerzen & Co.: Die Reizmagen-Symptome

14. September 2018

Menschen, die an Reizmagen leiden, haben häufig mit lästigen Symptomen zu kämpfen: Magenbeschwerden wie Völlegefühl, Blähungen und Sodbrennen wirbeln den Alltag durcheinander und schränken die Lebensqualität in vielen Fällen stark ein. Dabei sind die Symptome bei Reizmagen oftmals breit gefächert und nicht eindeutig zuzuordnen – für die Betroffenen kann das eine große Belastung sein. Doch zu welchen Beschwerden kann es eigentlich genau kommen?

Reizmagen: Die Symptome und ihre Entstehung

Der Reizmagen reagiert auf Einflüsse wie fehlende Bewegung, Stress oder eine ungesunde Ernährung

Bei Reizmagen (funktionelle Dyspepsie) handelt es sich keineswegs um eine organische Störung des Magens. Egal ob Ultraschall, Magenspiegelung oder MRT – die Ärzte können keine Erkrankung des Organs feststellen.

Vielmehr ist beim Reizmagen die Funktion des Magens gestört: Eine Überempfindlichkeit der Nerven, Motilitätsstörungen (Störungen der Magenbewegungen), eine übermäßige Magensäure-Herstellung oder auch eine Infektion mit Helicobacter pylori kann das Gleichgewicht im Magen so durcheinanderbringen, dass es zu den typischen Reizmagen-Symptomen kommt.

Die meisten Betroffenen klagen über folgende Beschwerden:


  • Appetitlosigkeit
  • Druck im Magen
  • Völlegefühl
  • häufiges Aufstoßen
  • saures Aufstoßen
  • Sodbrennen
  • Blähungen
  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Magenschmerzen
  • Schmerzen oder Krämpfe im Oberbauch

In der Regel leiden sie jedoch nicht die ganze Zeit unter diesen unangenehmen Verdauungsproblemen. Die Reizmagen-Symptome entwickeln sich mitunter ohne erkennbaren Grund, können aber auch durch äußere Reize oder Belastungen angestoßen werden. Gegenüber bestimmten Faktoren reagiert der Magen besonders sensibel – das können fehlende Entspannung und/oder Bewegung ebenso sein wie Stress, ungewohnte Speisen oder eine ungesunde Ernährung.

Treten diese Einflüsse auf, ist der überempfindliche Magen oftmals stark beeinträchtigt: Die genau aufeinander abgestimmten und koordinierten Abläufe geraten beim Reizmagen aus den Fugen und münden in den typischen, unangenehmen Symptomen.

So kann eine zu große Menge Magensäure nicht nur innerhalb des Magens für Schmerzen und Unwohlsein sorgen, sondern – wenn sie den Schließmuskel zwischen Speiseröhre und Magen überwindet – auch in der Speiseröhre für saures Aufstoßen und Sodbrennen verantwortlich sein. Dazu kommt: Erfolgen die Bewegungen des Magens nicht mehr so wie geplant, bleibt der Speisebrei unter Umständen zu lange im Magen liegen. Die dabei ablaufenden Verdauungsprozesse setzen dadurch große Mengen an Gasen frei. In der Folge entstehen Blähungen, Völlegefühle, Übelkeit und durch die gereizten Nerven teils starke Schmerzen.

Reizmagen-Symptome: Eine große Belastung

Im Rahmen der Diagnose unterscheiden Ärzte zwei verschiedene Ausprägungen der funktionellen Dyspepsie.

  • Postprandial: Hier sind die Reizmagen-Symptome stark an die Nahrungsaufnahme gekoppelt. Die Beschwerden entstehen in erster Linie im Anschluss an Mahlzeiten – und sorgen dafür, dass sich der Betroffene schnell stark gesättigt fühlt und dadurch nur geringe Mengen an Nahrung verzehren kann.
  • Epigastral: Beim epigastralen Typ sind die Beschwerden unabhängig von den Mahlzeiten. Überwiegend treten Schmerzen und Brennen im oberen Bauchbereich auf, die nicht von der Nahrungsaufnahme beeinflusst werden.

Zwar ist für den Betroffenen wichtig zu wissen, welche Art des Reizmagens seine Symptome auslöst – so fällt ihm vor allem die Vorbeugung leichter – für die Behandlung spielt eine genaue Klassifizierung meist jedoch keine Rolle. Der Fokus liegt auf der Gabe von Medikamenten, welche die Beschwerden lindern und die Zustände im Magen normalisieren sollen, sowie auf einer Anpassung der Ernährungs- und Lebensgewohnheiten.

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Gerade weil die Symptome bei Reizmagen oftmals sehr stark ausfallen, sind sie für die Patienten mit großer Angst verbunden; sie befürchten die Entwicklung von schwerwiegenden Langzeitschäden oder Folgeerkrankungen. Diese Sorge ist in der Regel allerdings unbegründet: Da das Organ selbst nicht erkrankt ist, sondern lediglich seine Funktion gestört ist, sind keine ernsten Komplikationen zu befürchten, die sich aus der funktionellen Dyspepsie entwickeln könnten. Dennoch können die Reizmagen-Symptome weitreichende Folgen auf das Leben der Erkrankten haben: Die wiederkehrenden Beschwerden sind für sich allein genommen bereits eine große Belastung. Ebenso werden Unternehmungen und Aktivitäten in der Freizeit, aber auch das Arbeitsleben stark beeinträchtigt. Mit der richtigen Behandlung können Betroffene jedoch ein hohes Maß an Lebensqualität wiedergewinnen.

Verwechslungsgefahr und Risikofaktoren bei Reizmagen-Symptomen

Sind die Abläufe im Magen gestört oder unterbrochen, hat das nicht nur Auswirkungen auf den Magen selbst. Auch die Vorgänge im Darm können betroffen sein: Blähungen breiten sich aus, unzureichend zerkleinerter Speisebrei wird für Dünn- und Dickdarm zur Herausforderung. Zudem leiden viele Patienten unter einer Kombination aus Reizmagen und Reizdarmsyndrom. Für den Arzt macht das die richtige Zuordnung der Reizmagen-Symptome nicht gerade einfach. Eine exakte Befragung des Patienten und sorgfältige Untersuchungen können hier Aufschluss geben.

Die jeweiligen Auslöser bieten ebenfalls wichtige Hinweise. Verursachen immer wieder dieselben, typischen Faktoren die Symptome, liegt die Erkrankung Reizmagen nahe. Zu den verbreitetsten Risikofaktoren für das Auftreten eines Reizmagens gehören:

  • ein überempfindliches Nervensystem
  • psychische Belastungen (zum Beispiel Stress)
  • Schlafstörungen
  • Genussmittel wie Alkohol, Zigaretten und Kaffee
  • Nahrungsmittelunverträglichkeiten
  • stark gewürzte Speisen
  • sehr fett- oder zuckerhaltige Mahlzeiten

Sie begünstigen die Entstehung der Beschwerden – werden sie beseitigt oder wird ihnen wirkungsvoll vorgebeugt, wirkt sich das in den meisten Fällen deutlich positiv auf die Häufigkeit der Beschwerden aus.

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Jenni Graf
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Medizinredakteurin