Bauchkrämpfe und Durchfall – das hilft

18. September 2018

Jemand, der unter Durchfall leidet, hat oft auch quälende Bauchkrämpfe. Die Ursachen dafür können verschieden sein. In manchen Fällen löst der Durchfall selbst die Krämpfe aus. Es kommt aber auch vor, dass beides Symptome einer Krankheit sind, zum Beispiel des Reizdarmsyndroms. Erfahren Sie hier, woher Bauchkrämpfe und Durchfall noch kommen können und welche Behandlungsmethoden es gibt.

Warum sind Bauchkrämpfe oft mit Durchfall verbunden?

Bauchkrämpfe und Durchfall sind meist beides Symptome einer gestörten Magen-Darm-Tätigkeit. Im Normalfall bewegen sich die Muskeln im Magen-Darm-Trakt völlig unbemerkt in wellenartigen Bewegungen. So durchmischen die Muskeln den Nahrungsbrei und schieben ihn weiter in Richtung Anus. Bei Bauchkrämpfen ist dieser Prozess beeinträchtigt – zum Beispiel durch Essen, das wir nicht vertragen haben: Die Muskeln der inneren Organe ziehen sich unkontrolliert zusammen – schmerzhafte Krämpfe entstehen. Meist treten die Schmerzen in Schüben auf und manchmal ist zusätzlich die Bauchdecke gespannt.

Bei Durchfall (Diarrhö) ist die reguläre Darmbewegung gesteigert, was ebenfalls Bauchkrämpfe auslösen oder verstärken kann. Außerdem ist die natürliche Aufnahme von Salzen und Wasser durch die Darmwand gestört, dadurch gelangen geringere Mengen dieser Stoffe in den Körper und der Stuhlgang ist flüssiger, weil er zu schnell durch den Verdauungstrakt transportiert wird. Grund für die Funktionsstörung des Darms kann unter anderem ein Magen-Darm-Infekt ausgelöst durch Viren oder Bakterien sein. Mithilfe von Durchfall und Erbrechen versucht der Darm, sich von den Erregern zu befreien.

Was gegen Bauchkrämpfe mit Durchfall hilft

Viel Flüssigkeit, vor allem Tee, hilft bei Bauchkrämpfen mit Durchfall den Flüssigkeits- und Elektrolytverlust auszugleichen

Durchfall ist genau wie Bauchkrämpfe in der Regel harmlos und geht oft von alleine vorbei. Während Sie an Durchfall leiden, sollten Sie darauf achten, viel zu trinken, um den Flüssigkeits- und Elektrolytverlust wieder auszugleichen. Trinken Sie dazu zwischen drei und vier Liter Mineralwasser oder Kräutertees. Um die Elektrolytspeicher aufzufüllen, eignen sich Salzstangen oder Brühe. Außerdem gibt es in Apotheken fertige Elektrolytlösungen. Menschen mit schwachem Immunsystem sowie ältere Personen und Kinder sollten bei Durchfall rechtzeitig zum Arzt gehen. Denn deren Körper können den Flüssigkeit- und Elektrolytverlust schlechter verkraften.

Neben Hausmitteln wie zum Beispiel dem Auflegen einer Wärmflasche auf den Bauch, Kräutertee und Ruhe können auch pflanzliche Arzneimittel gegen Bauchkrämpfe und Durchfall helfen. Pflanzenextrakte, zum Beispiel aus Angelikawurzel, Kamille, Melissenblüten oder der bitteren Schleifenblume können die Verdauung normalisieren und Nerven im Magen-Darm-Trakt beruhigen.

Bauchkrämpfen und Durchfall durch die Ernährung

Oft spielt die Ernährung bei Bauchkrämpfen und Durchfall eine wesentliche Rolle. Ist zum Beispiel eine Mahlzeit zu fettig oder essen wir hastig oder zu große Mengen, überfordert das Magen und Darm; es folgen Schmerzen und Durchfall. Auch zu viel Kaffee oder eine Magenverstimmung können die Beschwerden verursachen.

Des Weiteren kommen Allergien gegen Nahrungsmittel wie

  • Kuhmilch
  • Nüsse, besonders Erdnüsse, oder
  • Fisch als Auslöser für Durchfall und Bauchkrämpfe in Frage.

Bei Nahrungsmittelunverträglichkeiten tritt zwar keine allergische Reaktion auf, jedoch werden Bestandteile im Essen schlecht vertragen. Das äußert sich im Magen-Darm-Trakt mitunter durch Bauchkrämpfe mit Durchfall. Folgende Inhaltsstoffe können unter anderem Probleme bereiten:

  • Milchzucker (Laktose)
  • Fruchtzucker (Fruktose)
  • Getreideklebereiweiß (Gluten)

Auch Lebensmittelvergiftungen zum Beispiel durch Salmonellen können zu Bauchkrämpfen in Kombination mit Durchfall führen.

Achten Sie genau auf Ihre Ernährung, um herauszufinden, was Beschwerden verursacht hat. Dazu eignet sich auch ein Ernährungsprotokoll, in dem sie notieren, was Sie wann gegessen haben und ob Bauchkrämpfe oder Durchfall vorkamen. Im Allgemeinen kann eine gesunde und ausgewogene Ernährung Magen- und Darmproblemen vorbeugen. Außerdem sollten Sie Stress und Hektik – während des Essens und generell – vermeiden, denn das kommt Ihrer Verdauung ebenfalls zugute.

Ursachen für Bauchkrämpfe und Durchfall: Erkrankungen

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Eine besonders häufige Erkrankung ist der Magen-Darm-Infekt. Neben Bauchkrämpfen und Durchfall treten dabei auch Erbrechen, Übelkeit und Fieber sowie Schwäche und Schüttelfrost auf. Auch wenn die Symptome stark ausfallen, bekommt man den Infekt mit Hausmitteln und Bettruhe meist innerhalb weniger Tage in den Griff. Wiederkehrender Durchfall mit Bauchkrämpfen, die den ganzen Bauchraum betreffen, kann auf eine funktionelle Störung wie das Reizdarmsyndrom hindeuten. In diesem Fall findet der Arzt keine organische Ursache für die Verdauungsbeschwerden.

Bei einigen Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts treten Bauchkrämpfe und Durchfall als Begleitsymptome auf. Dazu gehören zum Beispiel chronisch-entzündliche Krankheiten wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa. Aber auch die Psyche hat Einfluss auf unseren Magen-Darm-Trakt: So kann zum Beispiel Durchfall durch Stress in Verbindung mit Bauchkrämpfen auftauchen.

Wann mit Bauchkrämpfen und Durchfall zum Arzt?

Nach ein bis zwei Tagen Bettruhe sind Bauchkrämpfe und Durchfall meist überstanden. Von chronischem Durchfall spricht man dagegen, wenn Betroffene über zwei Wochen hinweg mehr als dreimal täglich flüssigen bis wässrigen Stuhl ausscheiden. Um einen solches dauerhaftes Leiden zu vermeiden, sollten Sie frühzeitig zum Arzt gehen: Dies ist angezeigt, wenn Durchfall mit oder ohne Bauchkrämpfe länger als zwei bis drei Tage anhält und Symptome wie Fieber ab 38,5 Grad Celsius oder Erbrechen hinzukommen. Auch chronisch Kranke wie Diabetiker sollten rechtzeitig einen Arzt aufsuchen, da ihr Körper mit Belastungen schlechter zurechtkommt.

Der Arzt erhebt dann die Krankengeschichte (Anamnese) und führt unterschiedliche Untersuchungen durch. Durch Abtasten und Abhören der Organe im Bauchraum sowie Röntgen- und Ultraschalluntersuchungen kann er die Ursache der Beschwerden herausfinden. In manchen Fällen ist auch eine Magen- oder Darmspiegelung nötig, um den Ursachen auf den Grund zu gehen. Sobald der jeweilige Auslöser bekannt ist, kann Ihr Arzt eine entsprechende Behandlung verordnen und Ihre Beschwerden sollten verschwinden oder sich zumindest verbessern.

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