Beliebte Hausmittel und Tipps gegen Magenkrämpfe


Oft liegen den Krämpfen Ursachen zugrunde, die nicht unbedingt medikamentös therapiert werden müssen. Hierzu zählen beispielsweise Magenschmerzen durch zu üppige Mahlzeiten, Blähungen oder auch Stress. Hausmittel können hier als wirkungsvolle Alternative zu Arzneimitteln dienen oder auch eine medikamentöse Therapie unterstützen.

  • Tee: Einige Teesorten haben krampflösende sowie beruhigende Eigenschaften und können so den Bauchschmerzen entgegenwirken. Geeignet sind vor allem Fenchel-Anis-Kümmel, Kamillenblüten, Melissenblätter, Wermutkraut, Pfefferminze und Salbei.
  • Wärme: Unangenehmen Verspannungen im Bauch werden durch Wärme gelöst. Ein warmes Bad, eine Wärmflasche, ein Körnerkissen oder ein Kartoffelwickel können die Magenschmerzen lindern.
  • Schonkost: Gerade wenn die Beschwerden auch mit Übelkeit, Erbrechen und Durchfall einhergehen, ist es ratsam, ausschließlich leicht bekömmliche Nahrungsmittel zu essen. Dazu zählen unter anderem Haferschleim, Kartoffelbrei, Gemüsebrühe, Zwieback sowie gekochte Karotten. Gemieden werden sollten scharfe oder fettige Speisen, blähendes Gemüse, Vollkornprodukte, Zitrusfrüchte und Kaffee. Achten Sie zudem darauf, dass nur kleine Portionen essen und die Mahlzeiten weder zu heiß noch zu kalt sind.
  • Ruhe: Magenschmerzen sind oft ein Anzeichen für Stress oder Überforderung im Alltag. Um die Beschwerden zu lindern, ist es von Vorteil, sich regelmäßig und bewusst zu entspannen. Geeignet ist dazu, was guttut. Beispielsweise ausgedehnte Spaziergänge, das Faulenzen auf dem Sofa oder ein gutes Gespräch mit Freunden.
  • Bauchmassage: Ob Magenschmerzen, Verstopfung oder Blähbauch — eine Bauchmassage kann Linderung bringen. Sie fördert die Durchblutung, lockert die Muskulatur, baut emotionale Spannung ab und regt die Darmbewegung an. Streichen Sie dafür mir sanftem Druck im Uhrzeigersinn um Ihren Bauchnabel und weiten Sie die Kreise spiralförmig aus. Auch die Verwendung ätherischer Öle (zum Beispiel Kümmelöl) kann wohltuend sein. Führen Sie die Massage so lange durch, wie Sie diese als angenehm empfinden.

Bestehen die Magenschmerzen aufgrund von (oder gleichzeitig mit) Durchfall, kann es besonders hilfreich sein, einen geriebenen Apfel zu essen. Seine Schale enthält Pektin, ein Pflanzenstoff, der überschüssiges Wasser im Darm binden und so den Stuhl eindickt.

Auch bei Nahrungsmittelunverträglichkeiten treten Bauchschmerzen häufig zusammen mit Durchfall, aber auch mit Übelkeit, Erbrechen und Blähungen auf. Hier hilft in der Regel nur der Verzicht auf das auslösende Lebensmittel und eine Umstellung der Ernährung.

Pflanzliche Hilfe bei Magenschmerzen:

Einige Pflanzen können eine positive Wirkung auf den Magen-Darm-Trakt haben. Hierzu gehören beispielsweise Kamillenblüten, Melissenblätter, Süßholzwurzel, Schöllkraut, Anis, Eibisch, Fenchel und Angelikawurzel. Die Kräuter sind meist in getrockneter Form oder als Elixier in der Apotheke erhältlich.

Medikamente bei Magenkrämpfen


Medikamente werden überwiegend dann eingesetzt, wenn den Magenschmerzen eine Erkrankung zugrunde liegt oder die Beschwerden besonders stark sind. Anlass zu einer medikamentösen Behandlung geben beispielsweise Magen-Darm-Infektionen, Magengeschwüre, Lebensmittelvergiftungen, Magenschleimhautentzündungen, Sodbrennen oder Erkrankungen umliegender Organe (zum Beispiel eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse). Besonders häufig Anwendung finden daher unter anderem:

  • Schmerzmittel: Im Fall von starken Magenschmerzen werden vom Arzt unter anderem Mittel mit folgenden Wirkstoffen empfohlen: Paracetamol, Butylscopolaminium-Kation (krampflösend), Ibuprofen oder Naproxen.
  • Säure-Regulatoren: Hierzu zählen beispielsweise Antazida, H2-Blocker und Protonenpumpenhemmer. Einsatz finden Sie vor allem bei Magenschmerzen bedingt durch Sodbrennen, einer Magenschleimhautentzündung oder einem Magengeschwür.
  • Entschäumer: Diese Mittel werden vor allem bei Blähungen verordnet, da sie einen schnelleren Abgang von Gasen begünstigen. Häufig verwendete Wirkstoffe sind Dimeticon oder Simeticon.
  • Antibiotika: Sobald bakterielle Erreger schuld an den Beschwerden sind, kommen möglicherweise Antibiotika zum Einsatz — beispielsweise bei einem durch das Bakterium Helicobacter pylori ausgelösten Magengeschwür.

In einigen Fällen können Magenkrämpfe auch im Zusammenhang mit der Einnahme von Antibiotika stehen. Ein möglicher Grund dafür ist die Tatsache, dass diese Mittel automatisch gegen alle Bakterien in unserem Magen-Darm-Trakt vorgehen — auch gegen die eigentlich nützlichen Arten unserer Darmflora (intestinale Mikrobiota). Ist die Mikrobiota erst einmal aus dem Gleichgewicht gebracht, treten in vielen Fällen Bauchschmerzen sowie Durchfall auf. Sind die Beschwerden besonders stark, kann es — nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt — eventuell möglich sein, das Antibiotikum zu wechseln. Das Medikament sollte jedoch in keinem Fall einfach selbst abgesetzt werden, da so das Risiko für die Entstehung einer Antibiotikaresistenz steigt.

Erster Schritt: Diagnose

Grundsätzlich gilt natürlich, dass Medikamente gegen ein Symptom wie Magenschmerzen erst dann verschrieben werden sollten, wenn die genaue Ursache bekannt ist. Dafür untersucht der Mediziner zunächst den Bauchbereich des Patienten und stellt Fragen zu Lebensgewohnheiten und zur Krankengeschichte. Ferner wird möglicherweise Blut abgenommen, eine Ultraschalluntersuchung durchgeführt oder sogar eine Magenspiegelung angeordnet.

Homöopathie bei Krämpfen im Magen


Homöopathische Mittel, beispielsweise Globuli, gelten als sanfte Therapieform, welche die Selbstheilungskräfte des Körpers anregen soll. Bei Magenkrämpfen empfehlen Heilpraktiker unter anderem:

  • Nux vomica (Brechnuss): Gegen Beschwerden mit dem Magen, die durch Genussmittel hervorgerufen wurden — beispielsweise starke Bauchschmerzen nach übermäßigem Essen.
  • Lycopodium (Bärlappe): Bei starken Schmerzen, ausgelöst durch Blähungen.
  • Colocynthis (Bitterkürbis): Angewendet bei kneifenden, zusammenziehenden Schmerzen — beispielsweise aufgrund einer Magenschleimhautentzündung.
  • Bryonia (Zaunrübe): Zur Linderung stechender Magenschmerzen, die sich durch Druck auf den Bauch verschlimmern.
  • Magnesium phosphoricum: Bei krampfartigen Koliken und Durchfall.

Welche homöopathische Arznei (zum Beispiel Globuli) bei welchen Symptomen eingenommen werden sollten, muss ein Heilpraktiker oder Arzt entscheiden.

Jan Henkel wurde 1980 in Heidelberg geboren. Sein Studium schloss er als Diplom-Volkswirt und mit einem Magister erfolgreich ab. Heute ist er unter anderem als freiberuflicher Texter tätig und widmet sich vorrangig Themen aus dem Gesundheits- und Medizinbereich. Jan Henkel Freiberuflicher Redakteur kanyo® mehr erfahren
Auch interessant: