Was steckt hinter Bauchschmerzen bei Kindern?

Bauchschmerzen gehören bei Kindern zu den häufigsten Beschwerden. Meistens handelt es sich dabei um harmlose Verdauungsprobleme. Bei größeren Kindern stecken manchmal auch seelische Sorgen oder Angst vor einer Prüfung hinter den Bauchschmerzen. Ein Kind im Vorschulalter neigt dazu, vielerlei Beschwerden wie Halsschmerzen oder Rückenschmerzen im Bauch zu verorten. Dagegen kann ein Baby noch gar nicht äußern, ob es von Bauchweh geplagt wird oder aus anderen Gründen weint. Das führt oft zu großer Verunsicherung bei den Eltern. Wir zeigen, was Sie wissen müssen.

Wenn das Baby Bauchweh hat

Wenn ein Baby Bauchschmerzen hat, stecken oft Blähungen dahinter. Das Baby schluckt beim Trinken, aber auch beim Atmen oder Weinen Luft, die den Magen und Darm aufbläht. Die beste Maßnahme, um Blähungen vorzubeugen, ist ein Bäuerchen nach der Mahlzeit.

Gut zu wissen:
Schreit ein Baby sehr viel, kann es auch sein, dass es unter sogenannten Dreimonatskoliken leidet. Ob hier Bauchweh aufgrund von Verdauungsproblemen die Ursache ist oder ob andere Beschwerden oder gar Stressabbau nach den Strapazen der Geburt dahinter stecken, ist noch nicht geklärt.

Was Eltern helfen kann: Ein Baby, das Bauchschmerzen hat, zieht meistens die Beine an. Ist die Bauchdecke hart und wirkt aufgebläht, dann handelt es sich wahrscheinlich um Blähungen. Hier kann eine Bauchmassage helfen, die überschüssige Luft aus dem Darm zu transportieren. Dafür kreisen Sie mit den Fingern im Uhrzeigersinn um den Bauchnabel. Pupst das Baby daraufhin, verschwindet in der Regel auch das Bauchweh. Lässt sich das Baby nicht beruhigen oder schreit es schrill, ist es ratsam, einen Arzt aufzusuchen. Er kann durch entsprechende Untersuchungen feststellen, ob eine Krankheit vorliegt.

Den Bauchschmerzen auf den Grund gehen

Häufig handelt es sich bei den Bauchschmerzen bei Kindern um harmlose Verdauungsprobleme

Kann das Kind sprechen oder geht es sogar schon in die Schule, ist das für die Ursachen-Suche hilfreich. Lassen Sie sich von Ihrem Kind zeigen, wo genau es weh tut. Psychisch bedingte Bauchschmerzen werden häufig in der Nabelregion verortet. Hier hilft meist schon ausgiebiges Kuscheln, um die Schmerzen zu vertreiben. Kindern ist der Zusammenhang zwischen Sorgen und Bauchweh normalerweise nicht bewusst. Hier können Sie versuchen zu beobachten, ob die Bauchschmerzen häufiger auftreten und ob es dabei gewisse Regelmäßigkeiten gibt. Eventuell hilft das Erzählen oder Vorlesen einer thematisch passenden Geschichte dem Kind, sich seiner Sorgen und Ängste bewusst zu machen und diese zu äußern.

Faustregel:
Je weiter der Schmerz vom Bauchnabel entfernt auftritt, desto wahrscheinlicher ist eine organische Ursache. Dies ist allerdings nur eine ungefähre Aussage und sollte nicht zu voreiligen Schlussfolgerungen führen. Sicherheit kann nur der Besuch beim Arzt bringen.

Bauchschmerzen bei Kindern immer ernst nehmen

Auch wenn Bauchschmerzen bei Kindern in der Regel kein Grund zur Sorge sind, sollten Eltern sie nicht einfach abtun. Es gibt zahlreiche sanfte Hausmittel, die Bauchschmerzen bei Babys und Kindern lindern, zum Beispiel ein warmes Kirschkernkissen auf dem Bauch oder Fencheltee.

Langfristige Maßnahmen zur Linderung von Bauchschmerzen

Sind Sorgen oder Ängste der Auslöser für Bauchschmerzen, ist es wichtig, dass das Kind Methoden zur Entspannung oder zum Umgang mit Ängsten erlernt. Sind Verdauungsbeschwerden verantwortlich, sollte der Speiseplan überprüft werden. Für eine gesunde Darmfunktion und eine ausreichende Nährstoffversorgung ist es wichtig, ausreichend Obst und Gemüse sowie Vollkornprodukte zu essen. Vielleicht bestehen auch Lebensmittelunverträglichkeiten wie zum Beispiel gegen Laktose oder Gluten.

Akute oder dauerhafte Bauchschmerzen bei Kindern – ein Fall für den Arzt

Treten neben den Bauchschmerzen weitere Symptome auf, kann es sich auch um einen Infekt handeln:

  • Fieber, Erbrechen und Durchfall deuten auf eine Magen-Darm-Infektion hin,
  • Bauchschmerzen beim Atmen können ein Hinweis auf eine Lungenentzündung sein,
  • Schmerzen beim Wasserlassen weisen auf eine Harnwegsinfektion hin.

Bei manchen Kindern kommt es auch zu sogenannten funktionellen Bauchschmerzen. Hierbei handelt es sich vermutlich um eine erhöhte Schmerzsensibilität. Solange sich die Kinder im Wachstum befinden, sind die inneren Organe besonders empfindlich. Da kann auch der ganz normale Verdauungsvorgang, die Dehnung des Darms und die Arbeit der Muskeln Bauchschmerzen verursachen. In selten Fällen leiden Kinder aber auch an einer chronischen Darmerkrankung wie Morbus Crohn.

Deshalb ist es empfehlenswert, sowohl bei akuten Bauchkrämpfen als auch bei häufig auftretenden Bauchschmerzen mit dem Kind zum Arzt zu gehen, um die genauen Ursachen festzustellen und gegebenenfalls eine passende Behandlung zu finden.

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