Colitis ulcerosa: Welche Medikamente können helfen?

7. November 2018

Colitis ulcerosa ist zwar nicht heilbar, aber durch verschiedene Medikamente meist gut zu behandeln. Entsprechende Präparate können während eines akuten Krankheitsschubs eingesetzt werden sowie in Ruhephasen, um erneuten Entzündungen vorzubeugen. Die Schulmedizin nimmt hierbei eine starke Rolle ein, Naturheilmittel und Homöopathie können jedoch in Absprache mit dem Arzt die Behandlung ergänzen. Erfahren Sie hier mehr über die verschiedenen Medikamenten-Typen und wann sie bei Colitis ulcerosa eingesetzt werden.

Entzündungshemmende Medikamente bei Colitis ulcerosa

Bei einer akuten Colitis ulcerosa muss die Entzündung schnellstmöglich eingedämmt werden

Bei Colitis ulcerosa entzündet sich aufgrund bislang noch nicht vollständig erforschter Ursachen die Darmschleimschleimhaut im Dickdarm. In manchen Fällen bilden sich im Krankheitsverlauf Geschwüre, die den Verdauungsvorgang behindern und die Darmwand schädigen können. Während eines akuten Krankheitsschubs leiden Betroffene unter häufigen, blutig-schleimigen Durchfällen und starken Schmerzen im Unterbauch.

Das Behandlungsziel bei einer akuten Colitis ulcerosa ist, die Entzündung schnellstmöglich einzudämmen – und zwar durch entzündungshemmende Medikamente. In der Ruhephase der Colitis ulcerosa wird die Behandlung in der Regel mit geringerer Dosierung der Medikamente fortgesetzt, um eine neue Entzündung zu verhindern. Die Medikamente reduzieren zudem das Risiko für Dickdarmkrebs, das für Colitis-ulcerosa-Patienten ansonsten stark erhöht ist.

Die am häufigsten dafür eingesetzten Medikamente sind sogenannte 5-ASA-Präparate. 5-ASA steht für 5-Aminosalicylsäure und ist auch unter dem Namen Mesalazin bekannt. Es kann in Form von Tabletten eingenommen werden. Wenn jedoch nur der Enddarm von der Colitis ulcerosa betroffen ist, sind Zäpfchen empfehlenswert, weil diese aufgrund ihrer lokalen Anwendung nicht so starke Nebenwirkungen auslösen. Bei einer Linksseitenkolitis kann die Behandlung mithilfe von Rektalschaum oder Einläufen mit 5-ASA durchgeführt werden. Im Falle eines schweren Krankheitsschubs steht Mesalazinum auch als Infusionslösung zur Verfügung.

Immunsuppressiva zur Unterdrückung des Abwehrsystems

Zu einer der möglichen Ursachen von Colitis ulcerosa gehört nach heutigem Forschungsstand auch, dass sich das Abwehrsystem gegen die körpereigenen Zellen der Darmschleimhaut richtet und dadurch Entzündungen auslöst. Dieser Vorgang kann durch Medikamente aufgehalten werden, die das Immunsystem unterdrücken (Immunsuppressiva). Bei Colitis ulcerosa kommen verschiedene Immunsuppressiva zum Einsatz. Die Medikamente, die vorrangig als Tabletten eingenommen werden, wirken nur langsam. Deshalb spielen sie vor allem in der Langzeittherapie eine Rolle, wenn niedrig dosierte, entzündungshemmende Medikamente nicht die erwünschte Wirkung bringen. Da Immunsuppressiva das Immunsystem stark schwächen, sind Patienten häufig anfälliger gegenüber anderen Erkrankungen.

Kortison bei starken Krankheitsschüben einer Colitis ulcerosa

Je schlimmer ein Krankheitsschub ausfällt, umso stärker muss die Behandlung sein. Gelingt es nicht, die akute Colitis ulcerosa mit entzündungshemmenden Medikamenten wie 5-ASA einzudämmen oder verträgt der Patient die Medikamente nicht, wird meist Kortison eingesetzt. Dieser synthetisch hergestellte Wirkstoff basiert auf dem körpereigenenen Hormon Kortisol. Er wirkt entzündungshemmend und unterdrückt in hoher Dosierung das Immunsystem.

Allerdings kann Kortison – je nach Dosierung und Dauer der Anwendung – auch starke Nebenwirkungen verursachen, wie beispielsweise

  • eine Erhöhung des Blutdrucks und der Blutfettwerte,
  • Wassereinlagerungen,
  • Gewichtszunahme und
  • Hautveränderungen.

Außerdem steigt das Risiko für Osteoporose an. Deshalb eigenet sich Kortison nicht für eine langfristige Therapie von Colitis ulcerosa. Ein kurzfristiger Einsatz der Medikamente ist jedoch unbedenklich. Kortisonpräparate können als Tabletten, Zäpfchen, Einlauf, Rektalschaum oder Infusion verabreicht werden.

Colitis ulcerosa mit Naturheilmitteln und Homöopathie behandeln

Naturheilmittel und Homöopathie spielen bei der Behandlung von Colitis ulcerosa bislang eine untergeordnete Rolle. Für die Langzeittherapie, bei der es darum geht, neue Entzündungen zu vermeiden, sollen Präparate mit Weihrauch, Myrrhe, Kamille und Kaffeekohle die Rückfallrate reduzieren. Leinsamen dienen ebenfalls dem Remissionserhalt, wie die Ruhephase auch genannt wird. Einerseits binden sie bei Durchfall Wasser und festigen damit den Stuhlgang, andererseits überziehen sie die Darmschleimhaut mit einer Schutzschicht.

In der Homöopathie gibt es verschiedene Globuli, die gegen Durchfall und bei Blutungen eingesetzt werden. Dazu gehören vor allem

  • China officinalis,
  • Phosphorus und
  • Arsenicum album.

In der Homöopathie werden die Wirkstoffe extrem stark verdünnt. Wissenschaftler diskutieren darüber, ob und wie homöopathische Mittel wirken. Studien legen nahe, dass es vor allem der Placebo-Effekt ist, der die Heilung bei Patienten begünstigt. Seelische Faktoren werden zwar nicht zu den Hauptursachen von Colitis ulcerosa gezählt, Stress und andere psychische Belastungen können jedoch den Verlauf der Krankheit beeinflussen und zu einem neuen Krankheitsschub führen. Deshalb wird die Homöopathie gerne als unterstützende Behandlung während der Remissionsphase eingesetzt.

Bei Colitis ulcerosa sollten Naturheilmittel und Homöopathie ausschließlich nach Absprache mit dem behandelnden Arzt eingesetzt werden. Zur Behandlung eines neuen Krankheitsschubs sind sie als alleinige Behandlungsmethode nicht ausreichend.
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Peggy Richter
Redakteur/in