Der Reizdarm: Symptome im Überblick

Wer an einem Reizdarmsyndrom leidet, hat Beschwerden oder Schmerzen, die im gesamten Bauchbereich vorkommen können. Die Schmerzen sind dumpf, drückend oder krampfartig und werden von den Betroffenen als mäßig bis heftig empfunden. Nicht nur die Schmerzarten sind vielfältig, sondern auch die Reizdarm-Symptome sind in ihrer Art und Ausprägung bei jedem Menschen unterschiedlich.

Wo und wie machen sich Reizdarm-Symptome bemerkbar?

Die Heftigkeit der Symptome bei Reizdarm unterscheiden sich stark von Person zu Person

Manche Menschen mit einem Reizdarm leiden gelegentlich unter Blähungen und Bauchschmerzen, die die Lebensqualität kaum oder nur kurz belasten. Andere haben so starke Durchfälle, dass sie sich immer in der Nähe einer Toilette aufhalten wollen und deshalb auf Treffen und Unternehmungen außerhalb der gewohnten Umgebung verzichten. Dieser Rückzug aus dem sozialen Leben kann auf Dauer negative Auswirkungen auf Psyche und Körper haben: Der Reizdarm ist eine Krankheit, die häufig zusammen mit Depressionen oder chronischer Erschöpfung auftritt.

Symptome des Reizdarms ähneln denen anderer Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes. Ob es sich bei den Beschwerden um das unangenehme, aber ungefährliche Reizdarmsyndrom oder eine ernsthafte, vielleicht sogar lebensbedrohliche Erkrankung handelt, kann nur ein Arzt erkennen.

Interessant – das Reizdarmsyndrom
Die Symptome von Reizdarm und Reizmagen überschneiden sich teilweise. Da sie nicht immer eindeutig voneinander abzugrenzen sind, hat sich der Oberbegriff des Reizdarmsyndroms etabliert. Durch die Bezeichnung als „Syndrom“ schließt der Reizdarm mehrere Symptome im Magen- und Darmbereich ein, die gleichzeitig auftreten können.

Stuhlveränderungen – typische Symptome beim Reizdarm

Ist die Darmfunktion gestört, wirkt sich das meist direkt auf den Stuhlgang aus. Durchfall ist ein häufiges Symptom beim Reizdarm. Der Stuhlgang ist weich bis flüssig und Betroffene müssen mindestens dreimal täglich die Toilette aufsuchen. Das Reizdarmsyndrom kann aber auch genau das Gegenteil bewirken: Ist die Verdauung verlangsamt, entsteht eine Verstopfung. Dabei ist der Stuhl sehr hart, was zusätzliche Schmerzen beim Ausscheiden verursachen kann. Der Stuhlgang findet in diesem Fall meist seltener als gewohnt statt. Neben dem Durchfalltyp und dem Verstopfungstyp gibt es auch den Reizdarmtyp mit gemischtem Stuhlverhalten. Hier wechseln sich Durchfall und Verstopfung ab. Manchmal treten beide Reizdarmsyndrom-Symptome sogar innerhalb des gleichen Tages auf.

Reizdarm – wie kann der nervöse Darm beruhigt werden?
Ständig Durchfall oder Blähungen kann den Alltag von Betroffenen beeinträchtigen. Aber es gibt Hilfe – auf welche Behandlung können Sie zurückgreifen?
Zur wirksamen Behandlung

Bauchschmerzen, Blähungen und andere Beschwerden

Ein Reizdarm kann viele verschiedene Symptome auslösen. Es gibt Patienten, bei denen Stuhlveränderungen eine untergeordnete Rolle spielen, und die vor allem an Bauchschmerzen oder Blähungen leiden. Manche Ärzte unterscheiden beim Reizdarm weitere Symptomtypen, wie den Schmerztyp oder Blähungstyp.

Symptomtypen beim Reizdarmsyndrom:

  • Durchfall-Typ: Durchfälle stehen im Vordergrund.
  • Verstopfungs-Typ: Verstopfung dominiert.
  • Schmerz-Typ: Bauchschmerzen sind das Hauptsymptom.
  • Bläh-Typ: Die Blähungen sind besonders stark ausgeprägt.
  • gemischter Typ: Sowohl Durchfall als auch Verstopfung treten auf.

Blähungen gehören zum ganz normalen Verdauungsvorgang. Ist die Verdauungsfunktion, wie beim Reizdarm, gestört, kann es jedoch passieren, dass sich übermäßig viele Gase bilden. Diese drücken gegen die Darmwand und blähen sie auf. Die Folge sind starke, krampfartige Bauchschmerzen. Da der Dickdarm wie ein großes umgekehrtes „U“ den gesamten Dünndarm umrahmt, können diese Bauchschmerzen praktisch im gesamten Bauchbereich auftreten und zum Beispiel auch die Form von Seitenstechen annehmen.

Weitere Symptome, die im Zusammenhang mit dem Reizdarm auftreten können, sind:

  • Völlegefühl
  • schleimiger Stuhl
  • Gefühl der nicht vollständigen Darmentleerung

Die Beschwerden klingen meist nach dem Stuhlgang etwas ab. Unabhängig davon, welche Symptome überwiegen, treten diese beim Reizdarm in der Regel tagsüber auf und bessern sich nachts. Nächtliche Beschwerden hingegen sind ein Hinweis, dass es sich um eine andere Erkrankung handeln könnte.

Reizdarmsyndrom: Bei welchen Symptomen zum Arzt?

Nicht jeder Durchfall oder jede Verstopfung ist Anlass für einen Arztbesuch. Die Verdauung kann durch viele verschiedene Faktoren gestört werden, wie Krankheitserreger, unverträgliche Nahrungsmittel oder Stress. Ist der Auslöser für die Beschwerden nicht offensichtlich und halten die Symptome länger als eine Woche an, empfiehlt es sich, einen Arzt aufzusuchen. Bei sehr starken Beschwerden, die den Alltag beeinträchtigen, ausbleibendem Stuhlgang, Fieber und Blut im Stuhl sollten Sie den Arztbesuch jedoch nicht aufschieben.

Die Diagnose eines Reizdarms

Da die Ursachen für den Reizdarm noch nicht geklärt sind, erfolgt die Diagnose nach dem Ausschlussverfahren. Der Patient durchläuft dabei zahlreiche Untersuchungen, die dazu dienen, andere Darmerkrankungen, zum Beispiel Polypen oder Darmkrebs festzustellen. Bleiben die Untersuchungen ergebnislos, liegt es nahe, dass ein Reizdarmsyndrom vorliegt.

Reizdarm ja oder nein? Eine Orientierungshilfe

Da es keine feste Symptomkombination gibt, die konsequent zur Diagnose Reizdarmsyndrom führen würde, bieten folgende Kritierien zumindest eine Orientierungshilfe bei der Frage, ob ein Reizdarmsyndrom vorliegt:

  • Chronisch, das heißt länger als drei Monate anhaltende Beschwerden wie Bauchschmerzen und Blähungen, die normalerweise mit Veränderungen des Stuhlgangs verbunden sind.
  • Die Beschwerden beeinträchtigen die Lebensqualität der Betroffenen enorm, weswegen sie schließlich Hilfe suchen.
  • Andere, organische Krankheiten sind ausgeschlossen.

Auch wenn der Reizdarm ungefährlich ist, lohnt es sich für Patienten, den bisweilen langwierigen Diagnoseprozess mitzumachen. Einerseits wird so sichergestellt, dass hinter den Beschwerden keine ernsthafte oder lebensbedrohliche Krankheit steckt. Andererseits kann eine an den individuellen Symptomen ausgerichtete Behandlung des Reizdarms die Lebensqualität bei Betroffenen nachhaltig verbessern.

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