Durchfall-Behandlung: Trinken, trinken, trinken …

Das A und O bei Durchfall (Diarrhö) ist: viel trinken. Diarrhö kann dem Köper pro Tag bis zu drei Liter Flüssigkeit sowie wertvolle Salze entziehen. Deshalb ist eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme wichtig, um eine Austrocknung zu verhindern und wichtige Mineralsalze schnellstmöglich zu ersetzen. Erwachsenen mit Durchfall wird empfohlen, die normale Flüssigkeitsmenge von etwa 1,5 bis zwei Litern pro Tag zu verdoppeln.

Allgemein sollten sich Betroffene bei Durchfall vor allem schonen. Zudem können eine Wärmflasche oder feuchtwarme Wickel Bauchkrämpfe lindern. Bei leichtem Durchfall können Sie mit Hilfe von Hausmitteln zunächst versuchen, die Beschwerden selbst zu behandeln.

Behandlung von Durchfall – wann sollte der Arzt eingreifen?

Bei ausreichender Flüssigkeitszufuhr ist Diarrhö normalerweise nicht behandlungsnotwendig und nach wenigen Tagen wieder vorbei. In Einzelfällen kann jedoch eine ärztliche Behandlung bei Durchfall erforderlich werden. Ein Arzt sollte zur Vorsicht aufgesucht werden, wenn

  • eine Schwangerschaft besteht,
  • Fieber über 39 Grad gemessen wird,
  • weitere Symptome wie Erbrechen hinzukommen,
  • der Durchfall blutig, schleimig oder eitrig ist,
  • eine chronische Krankheit wie Diabetes vorliegt (weil Durchfall unter anderem dann auftreten kann, wenn der Patient medikamentös nicht gut eingestellt ist),
  • Gesundheitsprobleme wie Herz- oder Nierenerkrankungen diagnostiziert wurden oder wenn
  • kurz nach einer Reise Durchfall auftritt.

Besonders bei älteren Menschen ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr bei Durchfall unabdingbar, auch weil sie häufig Medikamente einnehmen, die eine zusätzliche entwässernde Wirkung haben. Bei stark wässrigem Durchfall oder falls dieser über mehrere Tage andauert, sollten Sie mit einem Arztbesuch nicht zögern.

Diarrhö bei Kindern und Babys kann ebenfalls schnell gefährlich werden, weshalb besondere Vorsichtmaßnahmen zu treffen sind. Auch hier gilt: Falls der Durchfall mehrere Stunden andauert und das Kind zusätzlich erbricht oder fiebert, sollten Sie sofort ärztlichen Rat einholen.

Anzeichen eines Flüssigkeitsmangels sind:

  • starkes Durstgefühl
  • trockener Mund
  • dunkler, konzentrierter Urin oder fehlende Urinausscheidung
  • Schwindel oder Benommenheit bis hin zur Bewusstlosigkeit
  • eingesunkene Augen

Besteht die Gefahr einer Dehydrierung, kann es sein, dass eine intravenöse Behandlung im Krankenhaus notwendig wird. Dort können Flüssigkeit und Mineralstoffe über einen Tropf verabreicht werden.

Welche Medikamente bei der Behandlung von Durchfall zum Einsatz kommen können

Viele Medikamente versprechen, bei akutem Durchfall schnell zu helfen. Grundsätzlich ist hierbei jedoch Vorsicht geboten, weil manche Medikamente auch den Selbstheilungsprozess des Körpers unterdrücken.

Ein häufiger Arzneistoff, der in vielen rezeptfreien Durchfall-Medikamenten enthalten ist, ist Loperamid, aus der Gruppe der Opioide. Der Wirkstoff hemmt die Darmmuskeltätigkeit. Dadurch bleibt die Nahrung länger im Darm und der Körper hat die Chance, mehr Flüssigkeit, Elektrolyte und Nährstoffe daraus aufzunehmen und den Stuhl so zu verfestigen. Allerdings wird in diesem Fall auch das Ausscheiden von Krankheitserregern gehemmt, die ihrerseits den Durchfall auslösen. Deshalb sollten Sie Medikamente, die den Durchfall sofort beenden, ohne ärztliche Überwachung nie länger als zwei Tage verwenden. Smektit, ein Tonerdemineral, schützt die Darmschleimhaut bei akutem Durchfall. Bei sehr starken Bauchschmerzen kann der Arzt auch krampflösende Mittel wie Butylscopolamin verschreiben. Andere Medikamente enthalten Hefe, die das Wachstum schädlicher Keime im Darm hemmt und so hilft, die natürliche Darmflora wiederaufzubauen. Des Weiteren wenden viele Betroffene auch medizinische Kohle an, obwohl ihre Wirksamkeit bisher noch nicht in Studien bewiesen werden konnte.

Zudem ist es bei Durchfall empfehlenswert, spezielle Elektrolytmischungen einzunehmen. Fertige Präparate, die in der Apotheke erhältlich sind, beinhalten bereits das richtige Mengenverhältnis von Mineralsalzen und Zucker. In dieser Kombination werden sie gut über den Darm in die Blutbahn aufgenommen und gleichen die starken Salzverluste bei Durchfall aus. Der Mineralstoff- und Wasserhaushalt kommt durch die Elektrolyte wieder ins Gleichgewicht.

Natürliche Heilmittel zur Durchfall-Behandlung

Magenschonende Aufbaukost wie Zwieback schonen bei Durchfall die angegriffene Darmschleimhaut

Cola und Salzstangen – wer kennt diesen Ratschlag zur Durchfall-Behandlung nicht? Tatsächlich wirken Cola-Getränke aber eher schädlich, als bei der Behandlung von Durchfall zu helfen. Aufgrund ihres hohen Zuckergehalts und des Koffeins verliert der Betroffene unter Umständen sogar noch mehr Flüssigkeit und Elektrolyte. Besser ist es, sich selbst Elektrolytlösungen zu mischen, indem einfach zu einem Liter Wasser ein Teelöffel Kochsalz und etwa acht Teelöffel Traubenzucker gegeben werden.

Alternativ können Sie auch zu folgenden Getränken greifen:

  • Kamillen- oder Pfefferminztee: Gerade bei nervös bedingtem Durchfall wirken die Tees beruhigend.
  • salzige Brühe: Sie sorgt sowohl für Flüssigkeit als auch für das vom Körper benötigte Salz.
  • Aufguss aus getrockneten Heidelbeeren oder Heidelbeertee: Die Beeren wirken antibakteriell und aufgrund der Gerbstoffe und Pektine stopfend.
  • Rooibostee: Er wirkt krampflösend und kann Durchfall lindern.
  • Schwarztee: Das wohltuende Heißgetränk enthält Tannine, die Magen und Darm beruhigen und eine leicht stopfende Wirkung haben.

Wenn die Darm-Beschwerden langsam abklingen, ist es ratsam, mit einer leichten, magenschonenden Aufbaukost zu beginnen, welche die angegriffene Darmschleimhaut nicht zusätzlich belastet. Zu empfehlen sind folgende Nahrungsmittel:

  • Zwieback ist magenschonend und deshalb bei Durchfall gut geeignet.
  • Mit Schale geriebene Äpfel und zerdrückte Bananen enthalten viel Pektin. Pektine sind Polysaccharide (Mehrfachzucker), die im menschlichen Darm als Ballaststoffe wirken. Das Pektin quillt im Darm, bindet das Wasser und verdickt so den dünnen Stuhl.
  • Haferschleim ist ein bewährtes und leicht verdauliches Hausmittel.
  • Getrocknete Heidelbeeren gelten wegen ihres hohen Gerbstoffgehalts als ein wahres Wundermittel bei der Behandlung von Durchfall.
  • Flohsamen binden durch ihre stark quellende Eigenschaft überschüssige Flüssigkeit und darmreizende Stoffe im Darm und wirken somit Durchfall entgegen.
TIPP: Möhrensuppe nach Moro
Bewährt hat sich das Möhrensuppen-Rezept des Heidelberger Kinderarztes Professor Ernst Moro (1874-1951). So wird die Suppe zubereitet: 500 Gramm geschälte Karotten in einem Liter Wasser circa eine Stunde kochen, dann im Mixer pürieren, mit gekochtem Wasser wieder auf einen Liter auffüllen und drei Gramm Kochsalz zugeben.

Bei chronischem Durchfall, der auf eine Nahrungsmittelunverträglichkeit zurückzuführen ist, spielt die richtige Ernährung eine besonders wichtige Rolle. Der Betroffene sollte versuchen, unverträgliche Lebensmittel in Zukunft zu meiden. Lesen Sie hier alles Wichtige zum chronischem Durchfall!

Auch interessant:Durchfall mit Medikamenten stoppen >>

Chronischer Durchfall – die Ursachen >>

Pille bei Durchfall noch wirksam? >>