Hämorrhoiden mit Zäpfchen behandeln

17. September 2018

In der Behandlung von Hämorrhoiden haben sich Zäpfchen bewährt. Warum das so ist, ob es hinsichtlich der Wirkung Unterschiede gibt und in welchem Stadium der Hämorrhoiden Zäpfchen eingesetzt werden sollten – all das erfahren Sie in diesem Artikel.

Wann entfalten Hämorrhoiden-Zäpfchen ihre volle Wirkung?

Zäpfchen haben sich bei Problemen mit Hämorrhoiden bewährt

Die Medizin unterscheidet insgesamt vier Grade, in denen sich Hämorrhoiden befinden können. Jeder Mensch hat Hämorrhoiden, die sich – zumindest diejenigen ersten Grades – innerhalb des Analkanals befinden und keine Beschwerden verursachen.

Dies ändert sich allerdings, wenn die Hämorrhoiden nach außen drängen, was in den Zuständen des Grades zwei bis vier der Fall ist. Dann fangen die unterschiedlichen und teilweise qualvollen Hämorrhoiden-Symptome wie

  • blutige Stuhlgänge,
  • Jucken und/oder Brennen erst an.

Insbesondere in diesen Phasen ist es in der Behandlung der Hämorrhoiden zielführend, Zäpfchen einzusetzen.

Warum Zäpfchen gegen Hämorrhoiden helfen

Es gibt unterschiedliche Darreichungsformen von Zäpfchen:

  • Konventionelle Zäpfchen wandern nach dem Einführen in den Mastdarm, setzen dort ihre Wirkstoffe frei und haben auf den gesamten Organismus Einfluss.
  • Analtampons sind Zäpfchen, die eine Mullbinde enthalten und die in der Bekämpfung von vergrößerten Hämorrhoiden zielgenauer wirken als andere Zäpfchen. Das liegt daran, dass sie ausschließlich im Analkanal, also lokal, ihre Wirkung entfalten. Nach einer vorgegebenen Zeit – in der Packungsbeilage ist diese exakt angegeben – wird der Analtampon an der kleinen Schnur wieder aus dem After gezogen und entsorgt.

Beiden Darreichungsformen ist gemeinsam, dass sie zur inneren Anwendung gedacht und gleichermaßen geeignet sind, die Beschwerden von vergrößerten Hämorrhoiden – wie Juckreiz, Entzündungen oder das lästige Brennen – zu beseitigen. Je nachdem, welche Symptome hauptsächlich auftreten, kommen unterschiedliche Wirkstoffe im Zäpfchen zum Einsatz. Sind die Schmerzen beispielsweise stark, kommt häufig der Wirkstoff Lidocain zur Anwendung, da dieser betäubt. Bei Entzündungen und Hautrissen hingegen enthalten die Zäpfchen gegen Hämorrhoiden häufig Aluminiumsalze oder Gerbstoffe als Bestandteile.

Tipps für das richtige Verwenden von Zäpfchen bei Hämorrhoiden

Vielen Betroffenen von vergrößerten Hämorrhoiden ist es unangenehm, Zäpfchen in den eigenen Anus einzuführen. Wir haben deshalb ein paar Tipps zusammengestellt, wie es mit den Zäpfchen schnell und unkompliziert klappt:

  • Waschen Sie sich gründlich die Hände, um beispielsweise Entzündungen vorzubeugen.
  • Grundsätzlich empfiehlt sich ein sehr behutsames Vorgehen beim Einführen des Zäpfchens in den Anus, weil dieser Bereich des Körpers äußerst sensibel ist – im Besonderen, wenn man an verdickten Hämorrhoiden leidet.
  • Verzichten Sie auf die parallele Anwendung von Salben und Cremes an gleicher Stelle, da andernfalls unerwünschte Wechselwirkungen der verschiedenen Medikamentenbestandteile auftreten können.
  • Gleitmittel zum leichteren Einführen sind nicht zu empfehlen, da auch sie unerwünschte Wechselwirkungen auslösen können. Tauchen Sie das Zäpfchen mit Mullbinde vorher lieber kurz in warmes Wasser.

Ärzte empfehlen, Zäpfchen gegen Hämorrhoiden direkt nach dem Stuhlgang oder vor dem Schlafen gehen einzuführen, da die Muskulatur in diesen Situationen relativ entspannt ist.

Alternativen zu Zäpfchen bei Hämorrhoiden

Der Gebrauch von Zäpfchen bei verdickten Hämorrhoiden hat viele Vorteile. Schließlich können Zäpfchen entscheidend dazu beitragen, die mit Hämorrhoiden verbundenen Leiden zu lindern. Nichtsdestotrotz haben viele Betroffene Probleme mit der Handhabung der Zäpfchen: Es ist ihnen verständlicherweise unangenehm oder sie haben Schwierigkeiten damit, diese in den After einzuführen.

Dafür gibt es zur Behandlung der Hämorrhoiden einige Alternativen:

  • Neben Zäpfchen lindern Hämorrhoiden-Salben die typischen Beschwerden bei vergrößerten Hämorrhoiden, da diese sowohl im Anus als auch außerhalb anwendbar sind, um beispielsweise Entzündungen entgegenzuwirken.
  • Ebenso unterstützen Cremes die Behandlung von Hämorrhoiden, wobei diese nur außerhalb – also auf der Haut – aufgetragen werden dürfen.
  • Von vielen Ärzten werden Sitzbäder – zum Beispiel auf Basis von Eichenrinden oder Kamille – empfohlen, um die Symptome zum Verschwinden zu bringen. Diese können verschreibungspflichtig oder auf Pflanzenbasis hergestellt sein, was übrigens auch für andere Medikamente zur Behandlung vergrößerter Hämorrhoiden, wie Zäpfchen, gilt.

Ihr Arzt oder Apotheker berät Sie, welches Produkt in Ihrem individuellen Fall am besten ist. Es gibt durchaus genetisch bedingte Anfälligkeiten für vergrößerte Hämorrhoiden. Vielen weiteren Ursachen von verdickten Hämorrhoiden kann jeder jedoch selbst entgegensteuern, indem er das eigene Verhalten überdenkt und gegebenenfalls ändert. Viel Wasser zu trinken und sich genug zu bewegen sind nur zwei Beispiele dafür.

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Jan Henkel
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