Verstopfung lösen: Wie Medikamente und andere Maßnahmen helfen können

17. September 2018

Bei einer leichten Verstopfung reichen einfache Hausmittel meist aus, um den Darm wieder in Bewegung zu bringen. Besteht die Verstopfung schon länger oder verursacht sie starke Beschwerden wie Bauchschmerzen, empfiehlt es sich hingegen, auf Medikamente zurückzugreifen. Hier erfahren Sie, welche Möglichkeiten sie haben, eine Verstopfung zu lösen.

Hausmittel gegen Verstopfung

Es gibt zahlreiche Hausmittel, die helfen, eine Verstopfung zu lösen. Dazu gehören zum Beispiel Pflaumenkompott, Naturjoghurt, viel Trinken und Bauchmassagen. Eine Tasse Kaffee kann ebenfalls helfen, allerdings nur bei Menschen, die keine gewohnheitsmäßigen Kaffeetrinker sind. Leinsamen, Flohsamen und Kleie vergrößern aufgrund ihrer guten Quelleigenschaften das Stuhlvolumen und machen ihn weich, was den Transport durch den Darm fördert. Helfen diese Hausmittel nicht weiter, können Medikamente oder ein Einlauf Abhilfe schaffen.

Medikamente, die Verstopfung lösen

Abführmittel helfen, die Darmentleerung bei einer Verstopfung zu beschleunigen

Abführmittel oder sogenannte Laxanzien beschleunigen die Darmentleerung bei einer Verstopfung. Die Medikamente enthalten unterschiedliche Wirkstoffe.

Es gibt Abführmittel, die dafür sorgen, dass mehr Wasser im Stuhl gebunden wird, stuhlaufweichende Mittel sowie Medikamente, die die Darmbewegung anregen. Manche sind frei verkäuflich, andere rezeptpflichtig. Zu den am häufigsten eingesetzten Wirkstoffen gehören:

  • Macrogol: Das Quellmittel bindet Wasser im Stuhl und macht ihn weicher. Bei der Verdauung wird dem Nahrungsbrei im Dickdarm Wasser entzogen. Wird der Stuhl zu trocken, kann es zu einer Verstopfung kommen. Medikamente, die Macrogol enthalten, verhindern den Wasserentzug und fördern damit den Darmtransport. Macrogol gibt es als Pulver oder flüssige Lösung.
  • Lactulose: Der synthetisch hergestellte Zucker wird im Darm zu Säure abgebaut, die aufgrund ihrer osmotischen Wirkung Wasser aus dem Körper anzieht und dadurch hilft, den Stuhl weicher zu machen. Lactulose wird meist als Sirup oder Pulver angeboten.
  • Magnesiumsulfat/Natriumsulfat: Diese salinen Abführmittel, die auch unter den Namen Bittersalz (Magnesiumsulfat) und Glaubersalz (Natriumsulfat) erhältlich sind, wirken ebenfalls osmotisch. Das bedeutet, sie ziehen zusätzliches Wasser aus dem Körper in den Darm und können dadurch eine Verstopfung lösen. Die Salze werden in Pulverform angeboten und für die Einnahme in Wasser aufgelöst.
  • Sennesblätter: Die Wirkstoffe in den Blättern und Früchten dieses in Nordafrika und Vorderindien beheimateten Strauchs regen die Darmbewegung an und fördern die Flüssigkeitsaufnahme aus dem Körper. Sennesblätter und -früchte werden als Abführtee oder in Tablettenform angeboten.
  • Bisacodyl: Bisacodyl regt die Darmbewegung an und beschleunigt dadurch die Stuhlentleerung. Als Tabletten eingenommen, wirken sie in der Regel nach sechs bis zwölf Stunden. Ein Zäpfchen, das in den After eingeführt wird, kann die Verstopfung in kürzerer Zeit lösen.
  • Mebeverin: Dieses krampflösende Mittel entspannt die Muskeln im Magen-Darm-Kanal und wird vor allem beim Reizdarm eingesetzt. Das Medikament wird in Form von Tabletten verabreicht.
  • Prucaloprid: Dieser Wirkstoff ist rezeptpflichtig und nur für Erwachsene zugelassen, bei denen die Verstopfung nicht zuvor durch andere Medikamente gelöst werden konnte. Prucaloprid wird als Tablette eingenommen und kurbelt die Darmbewegungen an.

Was es bei der Einnahmen von Medikamenten zu beachten gibt

Abführmittel bringen schnell Erleichterung bei Verstopfung. Aber die meisten Medikamente haben auch Nebenwirkungen. Werden Abführmittel über einen längeren Zeitraum eingenommen, können sie im Körper einen Flüssigkeitsverlust verursachen, den Elektrolythaushalt stören oder den Darm träger machen. Deshalb sollten Medikamente, die Verstopfung lösen, immer genau nach Packungsbeilage oder ärztlichen Vorgaben verwendet werden und nur so lange, bis der Stuhlgang wieder normal ist.

Mit Einlauf und Zäpfchen Verstopfungen schnell lösen

Eine effiziente und schonende Möglichkeit, eine Verstopfung schnell zu lösen, ist ein Einlauf, der auch als Darmspülung bezeichnet wird. Dabei wird körperwarmes, stilles Wasser über den After in den Darm gepumpt. Das Wasser weicht den Kot auf und reinigt die Darmwände. Eine Darmspülung kann problemlos selbst zu Hause durchgeführt werden. Dafür wird eine Klistierspritze - ein kleiner Ballon mit Schlauchaufsatz - oder ein Irrigator - ein Beutel mit längerem Schlauch - benötigt. Der Irrigator ist in aller Regel die schonendere Variante, weil über ihn weniger Luft in den Darm gelangt. Vor der ersten Anwendung zu Hause kann eine Einweisung vom Fachmann sinnvoll sein. In der Apotheke sind zudem fertige Klistiere, die eine Medikamentenlösung enthalten, erhältlich. Diese sind für den einmaligen Gebrauch gedacht.

Auch abführende Zäpfchen entfalten ihre Wirkung direkt im Enddarm und lösen Verstopfungen meist innerhalb kurzer Zeit – dafür stimulieren sie die Darmbewegung und halten Wasser im Enddarm zurück. Glycerinzäpfchen wirken gefäßerweiternd und machen den Stuhl geschmeidiger. Mithilfe der Zäpfchen, die direkt in den After eingeführt werden, kann fester Kot, der den Enddarm verstopft, gelöst werden. Glycerinzäpfchen werden häufig für die Behandlung von Verstopfungen bei Kindern eingesetzt.

Hinweis: Hat Ihre Eigenbehandlung keinen Erfolg, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Das gilt auch, wenn Sie unter Schmerzen, Krämpfen oder Übelkeit leiden oder wenn Sie Blut im Stuhl bemerken. Nutzen Sie Abführmittel niemals eigenmächtig über einen längeren Zeitraum.
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Peggy Richter
Redakteur/in