Wie kann man Magensäure reduzieren?

Leiden Sie unter zu viel Magensäure? Dies äußerst sich durch Sodbrennen, saures Aufstoßen oder Magenschmerzen. Wer diese unangenehmen Beschwerden verspürt, fragt sich, wie die Magensäure am besten reduziert werden kann. Lesen Sie hier, wie Sie mit Ihrer Ernährung und pflanzlichen Mittel dazu beitragen können, die Magensäure zu neutralisieren. Außerdem informieren wir Sie darüber, welche Medikamente als Magensäure-Blocker Anwendung finden.

Warum Magensäure reduzieren?

Es gibt zahlreiche Medikamente, die helfen, Magensäure zu reduzieren

Der Magen produziert täglich zwischen zwei und drei Liter Magensaft, darin ist auch Magensäure enthalten. Die Säure hat eine wichtige Aufgabe zur Verdauung von Eiweißen in der Nahrung, außerdem tötet sie potenzielle Krankheitserreger ab. In seinem Inneren ist der Magen zu seinem Schutz vor der ätzenden Flüssigkeit mit Schleimhaut ausgekleidet. Ein ausgeklügeltes System von Nerven und Botenstoffen sorgt dafür, dass weder zu viel noch zu zu wenig Magensäure produziert wird. Nichtsdestotrotz kann die Produktion von Magensäure aus dem Gleichgewicht geraten – meist wird dann zu viel Säure produziert. Greift die Säure die Magenschleimhaut an, entstehen Magenschmerzen. Außerdem kann die Säure nach oben drücken und in die Speiseröhre steigen – Sodbrennen droht. Um diese und andere Beschwerden zu lindern und zu vermeiden, sollten Sie Magensäure reduzieren.

Magensäure reduzieren: Ernährung und Lebensstil

Die Magensäureproduktion wird vor allem angekurbelt, wenn wir etwas essen. Denn dann brauchen wir die Säure, um Eiweiße zu verdauen und Krankheitserreger abzutöten. Bestimmte Nahrungsmittel regen die Säurebildung jedoch stärker an als andere:

  • Fettige Speisen liegen besonders lange im Magen und können ihn belasten. Magenschonender ist es, mehrmals am Tag kleine Mengen fettarmer Speisen zu verzehren. So wird die Verdauung langsam angekurbelt und die Magensäureproduktion kann sich besser regulieren.
  • Stark gewürzte und scharfe Speisen stimulieren die Produktion von Magensäure. Würzen Sie aus diesem Grund lieber mit Maß.
  • Des Weiteren regt Kaffee die Produktion von Magensäure an. Wollen Sie Magensäure reduzieren, sollten Sie daher nicht mehr als zwei Tassen am Tag trinken.
  • Außer Kaffee spielen auch Alkohol und Nikotin eine Rolle bei der Übersäuerung des Körpers. Vermeiden Sie diese Genussmittel, wenn möglich.

Neben der Ernährung ist auch Stress ein Faktor für zu viel Magensäure. Besonders dann, wenn mehrere Umstände zusammenkommen, drohen Beschwerden: Eine Person mit empfindlichem Magen, die außerdem viel Stress hat und sich ungesund ernährt, tendiert zu Problemen mit Magensäure.

Magensäureblocker: So wirken die Medikamente

Es gibt verschiedene Medikamente, die Magensäure reduzieren. Entweder machen die Säureblocker die Säure unschädlich oder deren Entstehung wird heruntergeregelt. Einige Medikamente sind rezeptpflichtig, andere sind in der Apotheke auch ohne Rezept erhältlich.

Bei folgenden Symptomen und Erkrankungen kommen die Medikamente zum Einsatz:

  • Magenschleimhautentzündung (Gastritis)
  • Magenschmerzen mit Sodbrennen
  • bestehendes Magengeschwür
  • bei einem Geschwür im Zwölffingerdarm

In manchen Fällen reicht es schon, dass sich der Magen mit Hilfe der Medikamente ohne das Einwirken der aggressiven Säure regenerieren kann. Die Beschwerden verschwinden dann quasi von allein.

Nicht-rezeptpflichtige Medikamente: Antazida

Antazida setzt man ein, um überschüssige Magensäure zu reduzieren. Diese Medikamente sind relativ unkompliziert, da sie meist gut vertragen werden und wenig Nebenwirkungen aufweisen. Bereits innerhalb weniger Minuten entfalten sie ihre Wirkung gegen zu viel Magensäure. Dabei wird die Funktion der Magensäure zur Verdauung nicht eingeschränkt. Lediglich der Überschuss an Säure wird beseitigt.

Bei den Wirkstoffen, die in Antazida enthalten sind, handelt es sich bei den meisten Präparaten um schwache Basen – die Gegenspieler der Säure. Das kann man sich als einfache chemische Reaktion vorstellen: Die Wirkstoffe neutralisieren die Magensäure, als Ergebnis ist das Milieu im Magen weniger sauer.

Diese Wirkstoffe gehören zur Antazida-Gruppe:

  • Magadtrat
  • Hydrotalcit
  • Aluminium- und Magnesiumhydroxid
  • Calcium- und Magnesiumcarbonat

Antazida sind nicht rezeptpflichtig, Sie können die Medikamente in der Apotheke erwerben.

Rezeptpflichtige Magensäureblocker: Protonenpumpenhemmer (PPI)

Gegen zu viel Magensäure verschreibt der Arzt in bestimmten Fällen sogenannte Protonenpumpenhemmer (PPI). Anstatt überschüssige Säure zu neutralisieren, führen PPIs dazu, dass weniger Säure ausgeschüttet wird. Wie funktioniert das? Sogenannte Belegzellen in der Magenschleimhaut pumpen positive geladene Teilchen (Protonen) in den Magen. Dort verbinden sich die Protonen mit geladenen Chlorid-Teilchen – Magensäure entsteht. Dieses Pumpsystem wird von PPIs blockiert, dadurch gelangen weniger Protonen in den Magen und es entsteht nicht so viel Säure. Dieser Prozess wird innerhalb von Minuten nach Einnahme der Medikamente in Gang gesetzt.

Wirkstoffe der Medikamentengruppe sind zum Beispiel

  • Omeprazol,
  • Pantoprazol oder
  • Esomeprazol.

Vor allem dann, wenn Beschwerden länger als zwei Wochen bestehen, stark ausgeprägt sind oder bereits Schäden in der Schleimhaut vorhanden sind, sind PPIs Mittel der Wahl.

H2-Blocker gegen zu viel Magensäure

Neben Antazida und PPIs gibt es auch sogenannte H2-Blocker. Diese Medikamente reduzieren die Ausschüttung der Magensäure, indem sie die Wirkung des Botenstoffs Histamin beeinflussen. Histamin dockt in der Regel an spezielle Rezeptorstellen im Magen an, woraufhin Säure ausgeschüttet wird. H2-Blocker blockieren genau diese Andockstellen von Histamin und hemmen auf diese Weise die Säureausschüttung um bis zu 60 Prozent. Es gibt sowohl rezeptfreie H2-Blocker wie Famotidin und Ranitidin als auch verschreibungspflichtige wie Nizatidin und Cimetidin. Meist kommen die Magensäure-Blocker bei immer wiederkehrenden Beschwerden durch Magensäure zum Einsatz.

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Tipps, um Magensäure zu neutralisieren

Wenn Ihr Magen leicht übersäuert, sollten Sie schon bei ersten Anzeichen wie Magendrücken entgegenwirken. Denn im Vorfeld können Sie mit sanften Mitteln mehr ausrichten, als wenn der Magen bereits stark übersäuert ist.

So können Sie zu viel Magensäure im Vorfeld reduzieren:

  • Verzichten Sie, soweit es geht, auf Alkohol, Nikotin und Kaffee.
  • Nehmen Sie sich Auszeiten zum Entspannen, wenn Sie unter Belastung stehen. Unternehmen Sie zum Beispiel regelmäßige Spaziergänge an der frischen Luft oder gönnen Sie sich ein heißes Bad.
  • Ernähren Sie sich bewusst: Nehmen Sie sich Zeit fürs Essen und kauen Sie gründlich. Hastig hinuntergeschlungene Mahlzeiten führen eher dazu, dass der Magen übersäuert.
  • Außerdem sollen Sie Nahrungsmittel, die Ihre Verdauung belasten, lieber meiden. Gerade sehr fettiges, üppiges Essen wie Burger mit Pommes kann regelrecht auf den Magen schlagen.
  • Setzen Sie Heilerde, Leinsamen und Haferschleim auf den Speiseplan, da diese Stoffe Magensäure binden können.
  • Kauen Sie Kaugummi: Das regt die Speichelproduktion an. Unter Umständen können Sie so Sodbrennen durch zu viel Magensäure vorbeugen.

Außerdem können pflanzliche Mittel gegen Symptome wie Sodbrennen, Völlegefühl und Co. helfen, denn sie regen die Magenbewegung an. Bewegt sich der Magen, werden Magensaft und Magensäure verstärkt mit Nahrung in Kontakt gebracht und so über die Verdauung unschädlich gemacht. Dazu eignen sich Kamillenblüten, Melisse oder Angelikawurzel. Als Tees oder als Pflanzenextrakt aus der Apotheke entfalten die Kräuter ihre Wirkung gegen zu viel Magensäure.

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