Hämorrhoiden behandeln: Welche Möglichkeiten gibt es?

5. November 2018

Vergrößerte Hämorrhoiden sind alles andere als angenehm. Schließlich bringen sie viele Symptome wie Schmerzen und Brennen mit sich, unter denen Betroffene leiden und die den Alltag und die Lebensfreude erheblich beeinträchtigen. Nicht zuletzt aus diesen Gründen stellen sich Fragen zur Hämorrhoiden-Behandlung, speziell zur Akut-Therapie und zur Vorbeugung.

Hämorrhoiden-Behandlung: Was kommt infrage?

Grundsätzlich stehen drei Wege bei der Behandlung von Hämorrhoiden zur Verfügung:

  • Hämorrhoiden durch Medikamente loswerden
  • Hämorrhoiden durch einen operativen Eingriff entfernen
  • Hämorrhoiden durch Verhaltensanpassungen oder Hausmittel mildern

Der Fokus liegt hierbei auf der Behandlung der Symptome, denn diese sollen gelindert werden. Die Hämorrhoiden als solche sollte man nicht bekämpfen, schließlich übernehmen sie – vorausgesetzt sie sind nicht verdickt – eine wichtige Schutzfunktion im Verdauungsprozess. Welche dieser Methoden für Sie am besten ist, die Hämorrhoiden zu behandeln, ist natürlich sehr schwierig zu beurteilen. Suchen Sie deshalb einen Arzt auf – am besten einen Proktologen, der Spezialist für den Bereich des Enddarmes ist. Der Arzt klärt Sie über Vor- und Nachteile auf und berät Sie, welcher Weg für Sie am zielführendsten ist.

Durch Medikamente Hämorrhoiden loswerden

Ein Sitzbad hilft, Hämorrhoiden-Probleme zu lindern

In vielen Fällen wird ein Hämorrhoiden-Leiden rechtzeitig erkannt. So kann bereits frühzeitig mit einer geeigneten Behandlung gegengesteuert werden und eine OP oftmals vermieden werden.

Verdickte Hämorrhoiden haben viele charakteristische Symptome wie Juckreiz, Brennen oder leichte, hellrote Blutungen im Stuhl. Salben und Cremes, zum Beispiel mit den örtlich betäubenden Wirkstoffen Lidokain und Quinisokain, lindern die durch die Hämorrhoiden verursachten Schmerzen und stillen den lästigen Juckreiz.

Genauso geeignet kann das Einführen von Zäpfchen in den Anus oder ein Sitzbad sein. Dabei sind einige Präparate durch den Arzt verschreibungspflichtig, andere sind es hingegen nicht, weil sie auf homöopathischen oder pflanzlichen Inhaltsstoffen basieren. Bei Fragen steht Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker sicherlich gerne beratend zur Seite.

Darüber hinaus unterstützen Medikamente mit dem Bestandteil Zink die Behandlung von Hämorrhoiden, weil sie das Wachstum der Hämorrhoiden eindämmen können. Aber der Stoff wird von einigen Menschen nicht vertragen, weswegen Sie auch hier unbedingt mit Ihrem Arzt sprechen sollten, bevor Sie ein solches Mittel einsetzen.

Hämorrhoiden entfernen – durch einen operativen Eingriff

Insgesamt werden vier Grade unterschieden, in denen sich Hämorrhoiden befinden können. So ist beispielsweise Stufe vier dadurch gekennzeichnet, dass die Hämorrhoiden dauerhaft außerhalb des Analkanals liegen und sich nicht mehr zurückschieben lassen. Dies kann für Betroffene sehr schmerzhaft sein und mit gravierenden gesundheitlichen Konsequenzen, wie Stuhlinkontinenz, Entzündungen oder einem Blutgerinnsel einhergehen. Daher wird innerhalb dieser Phase der Beschwerden oftmals ein medizinischer Eingriff notwendig, um die verdickten Hämorrhoiden wieder loszuwerden.

Um die Hämorrhoiden zu entfernen, stehen dem Arzt unterschiedliche Wege zur Verfügung, die meistens ambulant – in seltenen Fällen auch innerhalb eines kurzen stationären Aufenthalts in der Klinik – durchgeführt werden:

  • Beispielsweise lassen sich Hämorrhoiden durch eine Behandlung mit Lasern entfernen. Dadurch wird verhindert, dass die Hämorrhoiden weiterhin mit Blut versorgt werden.
  • Mediziner können verdickte Hämorrhoiden aber ebenso abbinden oder veröden, wodurch die Gefäße weniger durchblutet werden als zuvor.
  • Hämorrhoiden können örtlich vereist werden, wenngleich dies in der Praxis seltener gemacht wird, da die Risiken der Vereisung relativ groß sind und es verträglichere Alternativen gibt.

In einem ausführlichen Beratungsgespräch kann der Arzt ermitteln, welche Methode für Sie persönlich am besten geeignet ist. Wie so oft gibt es kein Patentrezept.

Hämorrhoiden vorbeugen

Der gesunde Menschenverstand ist in vielen Fällen ein guter Ratgeber, das körperliche Wohlbefinden zu steigern – auch bei Hämorrhoiden. Da ein Hämorrhoiden-Leiden häufig auf das individuelle Verhalten zurückzuführen ist, kann man eben solches anpassen, um die Beschwerden, die mit vergrößerten Hämorrhoiden verbunden sind, gar nicht erst zu bekommen.

Das können Sie tun:

  • Achten Sie auf eine gesunde, ausgewogene und ballaststoffreiche Ernährung. Das heißt zum Beispiel, viele Produkte aus Vollkorn oder frisches Gemüse zu essen, weil dies erfahrungsgemäß den Stuhlgang weicher werden lässt.
  • Nehmen Sie über den Tag verteilt ausreichend Flüssigkeit zu sich, am besten Wasser und verzichten Sie auf Kaffee und Alkohol.
  • Sorgen Sie für einen gesunden Ausgleich, der körperliche Aktivität und damit viel Bewegung einschließt.
  • Suchen Sie erst eine Toilette auf, wenn Sie wirklich den Drang dazu verspüren. Keinesfalls zu stark pressen, da dies ein wesentlicher Entstehungsgrund für verdickte Hämorrhoiden ist.
  • Generell auf Hygiene im Alltag und im Besonderen während des Toilettengangs achten.

Ein guter Tipp bei Hämorrhoiden ist auch ein Toilettenschemel. Darauf können Sie während des Stuhlgangs Ihre Beine stellen. Dadurch wird der Magen-Darm-Trakt in eine Position gebracht, die das Entleeren des Darms erleichtert und Hämorrhoiden vorbeugt.

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Jan Henkel
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