Häufig gestellte Fragen zu Unterbauchschmerzen: 

Was können die Ursachen von Unterbauchschmerzen sein?

Unterleibsschmerzen sind ein Symptom vieler Erkrankungen. Die Ursache kann im Magen-Darm-Trakt, Harntrakt und den Geschlechtsorganen liegen.

Unterbauchschmerzen – wann zum Arzt?

Kommen die Beschwerden sehr stark und plötzlich, bessern sie sich nach einigen Tagen nicht oder treten sie immer wieder phasenweise auf, ist der Besuch beim Arzt empfehlenswert.

Was hilft bei Unterbauchschmerzen?

Die ärztliche Behandlung richtet sich nach der entsprechenden Ursache: Während bei Harnwegsentzündungen beispielsweise meist Antibiotika zum Einsatz kommen, wird eine Blinddarmentzündung oft operiert.

Was essen bei Unterbauchschmerzen?

Sind die Schmerzen auf Verdauungsstörungen zurückzuführen, kann eine Schonkost sinnvoll sein. Ebenso tragen Hausmittel wie Kräutertees zur Linderung bei.

Beschreibung von Unterbauchschmerzen


Als Unterbauch wird in der Regel der Bereich unterhalb des Bauchnabels bezeichnet. Treten hier drückende, ziehende, krampfende oder stechende Schmerzen auf, kann das viele verschiedene Ursachen haben. Denn hier liegen nicht nur der Darm, die Harnblase, Harnröhre mit seitlich einmündenden Harnleitern, sondern auch die weiblichen beziehungsweise männlichen Geschlechtsorgane. Bei Frauen können beispielsweise die Eierstöcke, Eileiter oder Gebärmutter zu Beschwerden führen, bei Männern stecken hingegen häufig Veränderungen der Prostata (Vorsteherdrüse) hinter den Unterbauchschmerzen.  

Aha!

Viele Menschen kennen sogenanntes „Seitenstechen“, das vor allem bei körperlicher Anstrengung (zum Beispiel beim Joggen) auftritt. Die genaue Ursache ist noch unbekannt, es werden jedoch eine Mehrdurchblutung der Milz oder starke Belastung des Zwerchfells vermutet. Somit sind die Beschwerden auch eher auf den Oberbauch begrenzt.

Welche Ursachen kommen bei Unterbauchschmerzen infrage?


Schmerzen im Unterleib haben viele verschiedene Ursachen. Je nachdem, ob sie bei Frauen oder Männern auftreten, sind unterschiedliche Veränderungen der Geschlechtsorgane möglich. Bei beiden Geschlechtern können die Beschwerden aber auch im Zusammenhang mit den Harnwegen oder dem Verdauungstrakt stehen.  

Unterleibsschmerzen mit Ursprung im Verdauungstrakt

Konzentrieren sich Ihre Beschwerden auf eine bestimmte Körperseite? Der Arzt stellt diese Frage meist zu Beginn, da sich dadurch bereits einige Vermutungen zur Ursache ableiten lassen: 

  • Rechtsseitige Unterbauchschmerzen weisen klassischerweise auf eine Blinddarmentzündung hin. Bei einer Appendizitis – so der Fachbegriff – beschreiben Betroffene zunächst diffuse Schmerzen um den Bauchnabel, die später an Intensität zunehmen und in den rechten Unterbauch wandern. Oftmals werden die Beschwerden zudem von Appetitlosigkeit, Übelkeit oder Fieber begleitet.  
  • Linksseitige Unterbauchschmerzen lassen hingegen eher auf entzündete Divertikel (Divertikulitis) schließen. Divertikel sind Schleimhautausstülpungen im Darm, die sich vor allem im unteren Dickdarmabschnitt – also in der linken unteren Bauchhälfte – bilden. In der Regel verursachen sie keine Beschwerden und werden nur zufällig entdeckt, zum Beispiel im Rahmen einer Darmspiegelung. Entzünden sie sich allerdings, können sie starke Schmerzen hervorrufen, die einer Blinddarmentzündung ähneln. Aus diesem Grund wird eine Divertikulitis häufig als „Linksappendizitis“ bezeichnet. 

Hinter immer wiederkehrenden Beschwerden im Unterleib können zudem chronische Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa stecken. Betroffene mit Colitis ulcerosa leiden vorwiegend unter einer Entzündung des Dickdarms, bei Morbus Crohn breitet sich diese unter Umständen sogar auf den gesamten Verdauungstrakt aus. Beiden Erkrankungen ist gemein, dass sie in Schüben verlaufen. Krankheitsphasen und weitestgehend symptomfreie Intervalle wechseln sich ab. 

Darüber hinaus können auch Nahrungsmittelunverträglichkeiten vorliegen. In diesem Fall gilt es, die Auslöser herauszufinden und bestimmte Lebensmittel beziehungsweise ihre Bestandteile zu meiden oder deren Verzehr einzuschränken. Viele Menschen vertragen zum Beispiel keine Milchprodukte (Laktoseintoleranz) oder das in vielen Getreidesorten enthaltene Klebereiweiß Gluten (Glutenunverträglichkeit). 

Gut zu wissen:

Nicht immer können organische Veränderungen bei Unterbauchschmerzen festgestellt werden. Beispielsweise leiden Menschen mit einem Reizdarmsyndrom an verschiedenen Magen-Darm-Beschwerden wie Bauchschmerzen oder Verstopfung. Auch wenn die Ursachen bisher noch nicht eindeutig geklärt sind, ermöglichen neue Erkenntnisse eine immer bessere Behandlung der Erkrankung.

Erkrankungen im Harntrakt als Ursache der Beschwerden im Unterleib

Wenn die Schmerzen im Unterbauch mit einem Brennen beim Wasserlassen einhergehen, sollte an eine Blasenentzündung gedacht werden. Verantwortlich hierfür sind häufig Darmbakterien. Diese sind normale Bestandteile der Darmflora und an sich harmlos. Gelangen sie jedoch in die Harnröhre oder Blase und vermehren sich dort stark, können sie unangenehme Entzündungen auslösen. 

Aber auch Harnsteinerkrankungen haben in westlich geprägten Industrienationen über die letzten Jahre zugenommen. Das führen Experten vor allem auf die zunehmende Übergewichtigkeit der Bevölkerung und die daraus resultierende Zunahme an Bluthochdruck oder Stoffwechselstörungen zurück. In Deutschland ist etwa jeder 20. Bürger einmal oder mehrmals im Leben von Harnsteinen betroffen.1 Harnsteine sind kristalline Ablagerungen, die sich in Nieren, Nierenbecken, Harnblase, Harnleiter und Harnröhre finden lassen. Ab einer gewissen Größe können sie den Transport des Urins blockieren und extreme, kolikartige Schmerzen im Unterbauch verursachen.

Unterleibsschmerzen bei Frauen: Menstruation oder Endometriose?

Frau mit Unterleibsschmerzen

Für Frauen sind Unterleibsbeschwerden keine Seltenheit: Ziehende oder krampfartige Schmerzen im Unterbauch begleiten häufig die Periode. Das liegt an hormonähnlichen Botenstoffen, die dafür sorgen, dass sich die Gebärmutter während der Regelblutung verkrampft. Dadurch wird die Gebärmutterschleimhaut abgestoßen, wenn es zu keiner Befruchtung kam. Bei Frauen führt das Zusammenziehen aber oft zu starkem Leiden während der Periode. Die gute Nachricht: Menstruationsbeschwerden sind meist harmlos und vergehen mit Abklingen der Periode von allein wieder. 

Sind die Schmerzen besonders heftig, ist es jedoch ratsam, mit dem Frauenarzt zu sprechen, um gynäkologische Erkrankungen auszuschließen, etwa: 

  • Endometriose: Hierbei handelt es sich um eine gutartige Wucherung von Schleimhautgewebe außerhalb der Gebärmutter, die oft auch Ursache für die weibliche Unfruchtbarkeit ist.2 
  • Entzündungen der Eierstöcke und Eileiter: Für die Beschwerden sind meist Keime verantwortlich, die von der Scheide über den Gebärmutterhals in die Eileiter aufsteigen. Aber auch Entzündungen benachbarter Organe können auf Eierstöcke und Eileiter übergreifen (zum Beispiel bei einer Blinddarmentzündung). 
  • Eierstockzyste: Meist bleiben die mit Flüssigkeit oder Gewebe gefüllten Hohlräume in den Eierstöcken völlig unbemerkt und bilden sich sogar von selbst wieder zurück. Wenn sie stark wachsen, können sie aber auch dumpfe Schmerzen im Unterbauch und andere Symptome auslösen. 
  • Tumore: Gegebenenfalls stecken gut- oder bösartige Tumore (wie Eierstockkrebs) hinter Unterbauchschmerzen. Körpereigene Zellen vermehren sich selbstständig und Gewebe wächst unkontrolliert an. 

Schmerzen im Unterbauch beim Mann: Prostata-, Hodenentzündung und Co.

Bei Männern sind Unterleibsbeschwerden meist auf Erkrankungen der Prostata, Hoden oder Nebenhoden zurückzuführen. Dazu gehören: 

  • Prostataentzündung: Zu den vielfältigen Symptomen wie ständiger Harndrang oder Erektionsstörungen, mit denen Mann bei einer entzündeten Vorsteherdrüse zu kämpfen hat, gehören oft auch Schmerzen im Unterleib. 
  • Entzündung der (Neben-)Hoden: Typisch sind eine massive Schwellung und Rötung des Hodensacks sowie Schmerzen auf der betroffenen Seite. 
  • Hodenverdrehung: Plötzlich sehr starke Schmerzen in den Hoden, die zum Teil bis in den Unterbauch ausstrahlen, können ein Warnsignal für eine Verdrehung der Geschlechtsorgane sein. Meist tritt dieser Notfall, der sofort medizinisch behandelt werden muss, bei Kindern und Jugendlichen auf. In seltenen Fällen sind aber auch Erwachsene betroffen. 
  • Gutartige Prostatavergrößerung und Prostatakrebs: Es gibt keine eindeutigen Symptome, die auf gut- oder bösartige Veränderungen der Prostata hinweisen. Dennoch sollten Männer bei Schmerzen im Unterbauch, die eventuell auch in die Kreuzgegend (unterer Rücken mit Steißbein und Lendenwirbel) oder bis in die Oberschenkel ausstrahlen, ihre Vorsteherdrüse von einem Arzt untersuchen lassen. 

Wann sollten Unterbauchschmerzen vom Arzt abgeklärt werden?


Halten Bauchschmerzen im Unterbauch über mehrere Tage an oder treten immer wieder phasenweise auf, ist in jedem Fall ein Arztbesuch anzuraten. Erster Ansprechpartner ist der Hausarzt, der Sie gegebenenfalls an einen Gastroenterologen (Facharzt für Magen-Darm-Erkrankungen), einen Gynäkologen (Experte der Frauenheilkunde) oder Urologen (beschäftigt sich mit den harnbildenden und harnableitenden Organen) überweist. Unter Umständen ist ebenfalls der Besuch bei einem Psychologen, Psychiater oder Neurologen sinnvoll. 

Um der Ursache der Beschwerden auf den Grund zu gehen, erfolgt zunächst ein ausführliches Erstgespräch mit dem Arzt. Wichtige Informationen für den Mediziner sind beispielsweise folgende: 

  • Traten die Schmerzen sehr plötzlich auf oder haben sie sich erst allmählich entwickelt?  
  • Sind die Beschwerden dauernd vorhanden oder kommen sie immer wieder (chronisch)? 
  • Schmerzt der Bauch eher auf der rechten oder linken Körperseite? 
  • Konnten Zusammenhänge zum Verzehr bestimmter Nahrungsmittel beobachtet werden? 
  • Bestehen begleitende Symptome (wie Durchfall, Appetitlosigkeit, Fieber)? 

Anschließend sind körperliche Untersuchungen möglich. Eine Bauchspiegelung erlaubt dem Facharzt beispielsweise wichtige Einblicke ins Innere des Patienten. Aber auch durch eine Ultraschall-Untersuchung können krankhafte Veränderungen im Bauchraum, Harntrakt oder den Geschlechtsorganen entdeckt werden. 

Achtung: Notfall!

Ein Fall für den Notarzt sind Unterleibsschmerzen dann, wenn sie innerhalb kürzester Zeit stark an Intensität zunehmen oder von Symptomen wie

  • Erbrechen von Blut oder Darminhalten,
  • Blut im Stuhl oder Urin,
  • starken Schmerzen im Rücken oder der Brust,
  • Atemnot,
  • hohem Fieber,
  • Bewusstseinsstörungen oder
  • Kreislaufschwäche

begleitet werden. Mediziner sprechen in solchen lebensbedrohlichen Situationen von einem akuten Abdomen. Die Ursachen sind vielfältig: Infrage kommen beispielsweise ein Darmverschluss oder eine Bauchfellentzündung.

Behandlung von Unterbauchschmerzen – abhängig von der Ursache


Da Unterbauchschmerzen das Symptom vieler Ursachen sein können, gibt es nicht die eine richtige Therapie. Vielmehr richtet sich die Behandlung nach der zugrundeliegenden Erkrankung: 

  • Bei bakteriell bedingten Entzündungen (zum Beispiel der Blase, Eierstöcke oder Prostata) verschreibt der Arzt meist Antibiotika.  
  • Harnsteine entfernt der Mediziner oftmals mittels Stoßwellentherapie oder im Rahmen einer Blasenspiegelung. 
  • Bei einer Blinddarmentzündung kommen Betroffene um eine Operation oft nicht herum. 
  • Je nach Schwere einer Divertikulitis (entzündete Darmausstülpungen) entscheidet der Arzt, ob eine vorübergehende Diät und die Einnahme von Antibiotika ausreichen oder ein chirurgischer Eingriff erforderlich ist. 
  • Die Behandlung bei chronischen Darmerkrankungen zielt vor allem darauf ab, die Symptome zu lindern und die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern. Neben Medikamenten und Operationen sind eine gesunde Ernährung sowie alternative Behandlungsmethoden (zum Beispiel Entspannungsverfahren oder  Darmsanierungen) wichtige Bausteine.  

Gut zu wissen:

Gegen die akuten Schmerzen kann der Arzt ebenfalls Schmerzmittel oder andere Medikamente (zum Beispiel krampflösende Mittel) verschreiben. Um die Unterbauchschmerzen langfristig zu behandeln, ist es aber wichtig, die Ursache zu bekämpfen.

Bewährte Hausmittel bei Schmerzen im Unterbauch


In vielen Fällen ist glücklicherweise keine ärztliche Behandlung notwendig. Bei Menstruationsbeschwerden sowie Schmerzen durch Verstopfung oder Blähungen sind folgende Hausmittel gängig: 

  • Wärme: Mithilfe eines erwärmten Kirschkernkissens oder einer Wärmflasche auf dem Bauch können Krämpfe gelöst und Schmerzen gelindert werden. 
  • Bauchmassage: Das sanfte Streicheln des Bauches im Uhrzeigersinn kann die Darmbewegung anregen und somit die Verdauung unterstützen. 
  • Kräutertees: Teesorten mit Birken-, Brennnessel- oder Bärentraubenblättern sowie Goldrutenkraut eignen sich vor allem bei Harnwegsinfekten. Bei Magen-Darm-Problemen haben sich vor allem Tees aus FenchelKümmel oder Pfefferminze bewährt.  

Was essen bei Unterbauchschmerzen?

Es gibt keine allgemeingültigen Ernährungsempfehlungen bei Unterbauchschmerzen. Menschen mit Verdauungsbeschwerden wie Verstopfung, Blähungen oder einem Reizdarm sollten jedoch auf leichte, gut verträgliche Speisen setzen, die das Verdauungssystem beruhigen und nicht weiter aufwühlen. Statt zu frischem Brot oder Hartweizennudeln greifen Betroffene beispielsweise besser zu Zwieback, Haferflocken oder Bulgur. Und auch Zitrusfrüchte können den Magen reizen, weshalb Obstsorten wie Bananen oder Beeren zu bevorzugen sind.

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Miriam Müller Aufgewachsen in einer Familie aus Krankenschwestern und Journalisten, interessierte sich Miriam Müller bereits sehr früh für die Themen Medizin und Medien. Nach verschiedenen Praktika im journalistischen Bereich – unter anderem bei der Deutschen Welle in Washington D.C. – absolvierte sie erfolgreich ihr Masterstudium Kommunikationswissenschaft an der Otto-Friedrich-Universität in Bamberg. Seit 2017 arbeitet sie als Medizinredakteurin bei kanyo®, wo sie ihre beiden Leidenschaften optimal miteinander verknüpfen kann. Miriam Müller Medizinredakteurin und Kommunikationswissenschaftlerin kanyo® mehr erfahren
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