Mit schwarzem Tee Durchfall stoppen

27. Mai 2019
6 Min.

Durchfall – das bedeutet, Sie haben breiig-wässrigen Stuhlgang oder sogar reinen “Wasserdurchfall” – und das mehr als dreimal pro Tag.1 Meist sind es Bakterien oder Viren, die akuten Durchfall auslösen. Betroffene stellen sich die Frage: “Wie hört das schnellstmöglich wieder auf?” Schwarzer Tee (Camellia sinensis) kann hier helfen. Informieren Sie sich zu Heilkraft und Anwendung.

Auf einen Blick – Wissenswertes zu schwarzem Tee

  • Anwendungsgebiet: hilft gegen Durchfall, lindert Beschwerden bei Hauterkrankungen wie Neurodermitis
  • Inhaltsstoffe: Xanthine, Koffein, Theobromin, Gerbstoffe
  • Darreichungsformen: Tee
  • Botanik: aus der Familie der Teestrauchgewächse; wechselständige, eiförmige Blätter; um die Ernte zu erleichtern, wird Teepflanze zu einem Strauch gestutzt

Welche Heilkräfte wirken in schwarzem Tee (Camellia sinensis)?

Frisch gebrühter schwarzer Tee – ein gängiges Hausmittel gegen Durchfall.

Teeliebhaber schätzen die anregende Wirkung des Schwarztees. Auf natürliche Art lässt sich so körperlicher und geistiger Ermüdung entgegenwirken. Neben dem enthaltenen, belebenden Koffein enthält Schwarztee Gerbstoffe, die eine Schutzschicht auf Haut- und Schleimhautschichten bilden. Für Krankheitserreger ist es dadurch nicht mehr so einfach, diese zu durchdringen. Aufgrund seiner zusammenziehenden und stopfenden Eigenschaften kann der Tee zudem bei Magen-Darm-Problemen – allen voran Durchfall – Linderung verschaffen.

Außerdem wird dem Getränk zugeschrieben

  • stimulierend auf den Körper,
  • stärkend auf die Schleimhäute des Darms,
  • beruhigend (beispielsweise bei gereizten, geschwollenen Augenlidern) sowie
  • juckreizlindernd und kühlend zu wirken.

Äußerlich angewendet helfen mit schwarzem Tee getränkte Kompressen oder Baumwolltücher bei Insektenstichen, Schwellungen und Sonnenbrand. Auch wer unter Neurodermitis und damit verbundenen Juckreizattacken leidet, kann Schwarzteeumschläge auf die betroffenen Hautstellen legen. Dazu 2 Beutel Schwarztee mit 200 Milliliter heißem Wasser übergießen und 20 Minuten ziehen lassen.2

So wird Schwarztee eingenommen

Damit sich die heilsamen Gerbstoffe lösen und ihre zusammenziehende sowie sekretions- und keimhemmende Wirkung bei Durchfall entfalten können, muss Schwarztee 10 bis 15 Minuten ziehen, bevor man ihn trinkt.1

Und so bereiten Sie den Tee zu:

Füllen Sie 2 Teelöffel der losen, getrockneten Teeblätter in eine Teekanne, dann mit zwei Tassen kochendem Wasser übergießen. Ziehen lassen und anschließend abseihen.3 Bei Durchfall eignet sich übrigens auch Tee aus getrockneten Heidelbeeren, da dieser ebenfalls stopfend wirkt.

Bitte beachten:

Unser Wasser- und Elektrolythaushalt gerät bei Durchfall ganz schön ins Straucheln. Schließlich verlieren wir bei den unfreiwilligen Toilettenbesuchen viel Flüssigkeit. Umso wichtiger ist es, genügend zu trinken. Geeignet sind neben schwarzem Tee auch spezielle Magen-Darm-Tees, stilles Wasser oder Elektrolytlösungen aus der Apotheke.

Von einem übermäßigen Genuss von schwarzem Tee ist jedoch abzuraten. Auch, wenn der Koffeingehalt geringer ist als bei Kaffee, sind Nebenwirkungen wie Muskelzittern, Nervosität oder Pulsunregelmäßigkeiten nicht auszuschließen. Bei Kindern führen bereits geringe Mengen an koffeinhaltigen Getränken zu diesen unangenehmen Symptomen, weshalb Ärzte auch den Konsum von schwarzem Tee nicht empfehlen.4 Um Sodbrennen in der Schwangerschaft vorzubeugen, sollten auch werdende Mamas auf schwarzen Tee verzichten. Er zählt zu den Lebensmitteln, die die Produktion von Magensäure fördern.

Ist der Durchfall auch nach drei Tagen nicht in den Griff zu bekommen, müssen Sie einen Arzt konsultieren.1 Sofort ärztlichen Rat einholen sollten Sie, wenn zusätzlich zum Durchfall Symptome einer Lebensmittelvergiftung auftreten, wie plötzliche Bauchschmerzen, Erbrechen, ein starkes Krankheitsgefühl und nicht selten auch Fieber.

Wissenswertes zu Botanik und Anbau

Wussten Sie, dass grüner und schwarzer Tee aus der gleichen Pflanze stammen? Was sich unterscheidet, ist die Art und Weise, wie die gepflückten Blätter weiterverarbeitet werden. Während der grüne Tee unbehandelt bleibt, lassen die Plantagenarbeiter die für Schwarztee vorgesehenen Teeblätter zuerst anwelken und rollen sie dann mit speziellen Maschinen, damit die Zellwände aufbrechen und der austretende Saft oxidiert, das heißt Sauerstoff aufnimmt. Der schwarze Tee verliert dabei seine grüne Farbe. Der charakteristische Geruch und Geschmack des Schwarztees jedoch entfalten sich zu einem Großteil erst bei diesem sogenannten Fermentierungsprozess. Anschließend folgen die Arbeitsschritte Trocknen und Sortieren der Blätter. Allerdings ist die Weiterverarbeitung auch dafür verantwortlich, dass der Gehalt an Polyphenolen – im Vergleich zu grünem Tee – geringer ist.

Polyphenole sind sekundäre Pflanzenstoffe, die als Radikalfänger gelten. Freie Radikale sind hochreaktive Sauerstoffteilchen, die Körperzellen schädigen.

Schwarztee gehört zur Familie der Teestrauchgewächse (Theaceae). Die Kulturpflanze trägt dunkelgrüne Blätter sowie weiße Blüten und ist in Südchina, Assam und Sri Lanka zu finden. Der immergrüne Strauch erreicht in Kulturen eine Höhe von bis zu 1,5 Meter.5 Allerdings wird er, um die ganzjährige Ernte der Teeblätter zu ermöglichen, gestutzt. Dies hat zwei Gründe: Zum einen erleichtert die niedrigere Strauchhöhe die Erntearbeit der Pflücker. Zum anderen hält man auf diese Weise die Teepflanze in ihrer vegetativen Phase (Wuchsphase). Für den Tee werden nur die jungen Blätter verwendet, nicht die Blüten.

Julia Lindert
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Medizinredakteurin