Mögliche Ursachen einer entzündeten Speiseröhre – kurz und knapp


Eine Speiseröhrenentzündung kann ausgelöst werden durch:

  • Reflux (zurückfließenden Mageninhalt)
  • Infektionen
  • Medikamente
  • allergieartige Entzündung (eosinophile Ösophagitis)

Reflux und weitere Ursachen der Speiseröhrenentzündung (Ösophagitis)


Eine Speiseröhrenentzündung wird in den meisten Fällen durch regelmäßig zurückfließenden säurehaltigen Mageninhalt (Reflux) verursacht, der die Schleimhäute der Speiseröhre schädigt und so stark reizt, dass sich letztendlich eine Entzündung ausbildet. Auslöser sind häufig:

  • Stress
  • ungesunde Ernährung (zum Beispiel sehr fettreiche Speisen)
  • Genussmittel wie Alkohol und Zigaretten
  • zu hastiges Essen
  • mangelnde Bewegung

Fettiges und schlecht gekautes Essen sorgt unter anderem für eine Steigerung der Magensäureproduktion und belastet den Verdauungstrakt enorm.

Neben der refluxbedingten Form existieren noch weitere potenzielle Ursachen einer Speiseröhrenentzündung:

  • Infektionen durch Pilze oder Viren
  • steckengebliebene Medikamente sowie andere Fremdkörper in der Speiseröhre
  • Verätzungen in der Speiseröhre (zum Beispiel durch Verschlucken von Haushaltsreinigern)

Diese Ursachen kommen in der Praxis aber deutlich seltener vor als die refluxbedingte Speiseröhrenentzündung.

Ursachen einer eosinophilen Speiseröhrenentzündung


Möglich ist daneben die sogenannte eosinophile Ösophagitis, die meist chronisch verläuft und eine allergieartige Entzündung der Speiseröhre bedeutet. Sie kommt im Vergleich relativ selten vor, wurde aber in den letzten Jahren zunehmend häufiger diagnostiziert. Verantwortlich wird hierfür eine Fehlreaktion des Immunsystems gemacht. Es bleiben bestimmte Abwehrzellen – die sogenannten eosinophilen Granulozyten – über einen zu langen Zeitraum in der Schleimhaut der Speiseröhre. Durch den Einfluss verschiedener Nahrungsmittelallergene sorgen die Zellen immer wieder für eine Abwehrreaktion des Immunsystems. Diese führt zu Entzündungen und ist somit auch dafür verantwortlich, dass die Symptome auftreten.

Mögliche auslösende Allergene können sein:

  • Kuhmilch,
  • Meeresfrüchte,
  • Nüsse

oder Umweltallergene wie

  • Pollen,
  • Hausstaub,
  • Tierhaare

Was ist eine radiogene Speiseröhrenentzündung?

Nicht selten klagen Betroffene eines Krebsleidens im Hals- oder Kopfbereich über eine sogenannte radiogene Speiseröhrenentzündung. Hier kommt es, bedingt durch die Strahlen der Krebstherapie, zu einer Reizung und Schädigung der Speiseröhre, wodurch die Symptome ausgelöst werden. Diese strahlenbedingte Speiseröhrenentzündung wird oftmals mit einer Ernährungsumstellung sowie einem strikten Verzicht auf Tabak und Alkohol bekämpft. Zusätzlich können Medikamente wie lokale Schmerzmittel oder sogar Opioide (starke Wirkstoffe gegen Schmerzen) eingesetzt werden.

Welche Symptome zeigen sich, wenn die Speiseröhre entzündet ist?


Ganz gleich, aus welchem Grund die Speiseröhrenentzündung entstanden ist, es gibt eine Vielzahl an Symptomen, die damit einhergehen können. Besonders charakteristisch sind:

  • saures Aufstoßen: Hier gelangt Mageninhalt beim Aufstoßen in die Speiseröhre. Dies resultiert meist aus einem geschwächten Schließmuskel am Mageneingang, einer generell zu fettreichen Ernährung oder einer zu hohen Belastung durch Stress im Alltag.
  • Sodbrennen: Ein typisches Symptom, das sich mit einem schmerzhaften Brennen in der Speiseröhre bemerkbar macht – oft auch verbunden mit einem Druckgefühl.
  • Schluckbeschwerden: Viele Betroffene berichten von Problemen beim Schlucken, die sich im weiteren Verlauf auch zu Heiserkeit, chronischem Husten und einem allgemeinen Engegefühl im Hals weiterentwickeln können.
  • seifiger Geschmack: Teilweise auch ein salziger Geschmack kann nach dem Aufstoßen im Mund vorliegen, wenn eine Speiseröhrenentzündung vorliegt.
  • Übelkeit, Erbrechen, blutige Durchfälle: Diese Symptome treten in seltenen Fällen bei einem schwereren Verlauf der Speiseröhrenentzündung auf.
  • chronischer Husten: Es ist möglich, dass zurückfließender Magensaft sich in die Atemwege verirrt und dort zu chronischen Erkrankungen führt.

Bei einer eosinophilen Ösophagitis können zusätzlich Symptome wie

  • Schluckbeschwerden,
  • Schmerzen hinter dem Brustbein oder
  • eingeklemmte Essensreste in der Speiseröhre auftreten.

Sollten Sie eines oder mehrere dieser Symptome – unabhängig von einem Verdacht auf Speiseröhrenentzündung – bei sich beobachten, empfiehlt sich immer der Gang zum Arzt. Er kann eine fundierte Diagnose stellen und eine geeignete Therapie in die Wege leiten.

Speiseröhre entzündet? Die Behandlung


Im Allgemeinen ist eine Speiseröhrenentzündung (Ösophagitis) gut behandelbar und nur in seltenen Fällen ist ein chirurgischer Eingriff notwendig. Operiert wird zum Beispiel, wenn der Mageneingang zu weit ist und der Mageninhalt aus diesem Grund ständig zurückfließt.

Ziel einer ärztlichen Behandlung der Speiseröhrenentzündung ist die Bekämpfung der jeweiligen Ursache. Nur so kann sich die lädierte Schleimhaut wieder vollständig erholen.

Um die Speiseröhrenentzündung und ihren Auslöser eindeutig zu bestimmen, führt der Arzt häufig eine Ösophagoskopie (Spiegelung der Speiseröhre) sowie eine Biopsie (Entnahme von Gewebeproben) durch. Auf diese Weise kann er genau identifizieren, um welche Art von Schleimhautveränderung es sich handelt und wie weit die Entzündung bereits fortgeschritten ist. Im Anschluss ist aufgeführt, welche Therapieform sich wann am besten eignet.

Behandlung der refluxbedingten Speiseröhrenentzündung

Der Rückfluss von Magensäure ist die Ursache einer refluxbedingten Speiseröhrenentzündung. Deshalb sind bei dieser Form Medikamente hilfreich, die die Magensäure neutralisieren (Säurebinder, sogenannte Antazida) oder die Produktion einschränken (Protonenpumpenhemmer, PPI). Lassen Sie sich von Ihrem Arzt über die Therapiedauer beraten. Um eine entzündete Speiseröhre infolge eines Refluxes zu behandeln, ist in der Regel eine Einnahme über mehrere Wochen hinweg wichtig.

Banner Talcid Banner Talcid

Entzündete Speiseröhre aufgrund einer Infektion – die Behandlung

Eine infektiöse Speiseröhrenentzündung kommt häufig bei Menschen mit einem geschwächten Immunsystem vor. Dazu gehören vor allem ältere Menschen und Diabetes-Patienten. Um die Infektion mit Pilzen, Bakterien, Parasiten oder Viren zu bekämpfen, sind spezifische Medikamente wie Anti-Pilzmittel oder Antibiotika nötig. Diese Präparate kann Ihnen nach Untersuchung und Diagnose ein Arzt verschreiben.

Medikamente als Ursache der entzündeten Speiseröhre: Das können Sie tun

Medikamente können aus verschiedenen Gründen für eine Speiseröhrenentzündung verantwortlich sein. Antibiotika oder Herz-Kreislauf-Medikamente beispielsweise weisen als Nebenwirkung eine gesteigerte Magensäure-Produktion auf. Tritt diese Nebenwirkung bei Ihnen auf und hat eine Ösophagitis zur Folge, sollten Sie diese Präparate absetzen – allerdings nur nach ärztlicher Rücksprache. Einnahmefehler, zum Beispiel, wenn zu wenig Flüssigkeit getrunken wird, können ein Festsetzen der Tablette in der Speiseröhre begünstigen und eine Entzündung hervorrufen. Grundsätzlich ist darauf zu achten, Medikamente wie in der Packungsbeilage beschrieben, einzunehmen.

Die Behandlung der eosinophilen Ösophagitis

Der eosinophilen Speiseröhrenentzündung liegt oft eine Allergie zugrunde. Kortisonpräparate können hier helfen und werden häufig als Behandlung eingesetzt. Dazu zählen lokal wirkende Mittel gegen die allergische Reaktion, die entweder als Spray in den Rachen gesprüht oder als Tabletten oder Pulver oral eingenommen werden. Ebenso finden sogenannte Leukotrienantagonisten (sie wirken entzündungshemmend), die eigentlich zu den Mitteln gegen Asthma gehören, Anwendung. Auch der Verzicht auf die auslösenden Allergene wie Nüsse oder Meeresfrüchte ist eine mögliche Therapiemaßnahme. Ist es bereits zu Einengungen innerhalb der Speiseröhre gekommen, kann diese bei einer Spiegelung geweitet (Dilatation) werden.

Hausmittel bei Speiseröhrenentzündung


Auch alternative Heilmethoden sind in manchen Fällen der Ösophagitis zielführend bei der Behandlung. Im Rahmen der klassischen Homöopathie finden häufig Globuli Anwendung.

  • Viele Menschen schwören auf Schüßler Salze, die zur Linderung der Symptome einer Speiseröhrenentzündung sowie der Steigerung des Wohlbefindens beitragen.
  • Die Anwendung der bitteren Schleifenblume (Bauernsenf) kann bei Sodbrennen beruhigend wirken.
  • Das Trinken verschiedener Teemischungen aus Pfefferminze, Schafgarbe und Kalmuswurzel helfen unter Umständen, die Symptome zu lindern.

Da hier jedoch wenige Verfahren auf wissenschaftlichen Studien fußen, ist es im Zweifelsfall ratsam, den Arzt aufzusuchen und sich dort beraten zu lassen.

Wie kann man einer Speiseröhrenentzündung (Ösophagitis) vorbeugen?


Ist die Speiseröhre erst einmal entzündet, können Sie lediglich die Beschwerden lindern. Es gibt jedoch auch einige Maßnahmen, die Sie im Voraus ergreifen können, um das Auftreten einer Speiseröhrenentzündung weniger wahrscheinlich zu machen.

Allem voran sollten die potenziellen Auslöser einer Ösophagitis vermieden werden. Das bedeutet beispielsweise

  • Verzichten Sie auf schwere Nahrung am Abend, insbesondere vor dem Schlafengehen.
  • Setzen Sie auf mehrere, kleinere Mahlzeiten, diese sind leichter verdaulich als üppige Portionen.
  • Nehmen Sie sich genug Zeit für das Essen und versuchen Sie die Mahlzeit nicht zu schlingen.
  • Die Aufnahme von zu heißen oder kalten Speisen sollten Sie vermeiden.
  • Alkohol, Zigaretten, kohlensäurehaltige Getränke, zu scharfes Essen, Kaffee und zuckerhaltige Speisen sind potenzielle Auslöser einer Speiseröhrenentzündung – verringern Sie, soweit möglich, den Konsum der Lebensmittel.

Setzen Sie aufgrund der besseren Verdaulichkeit stattdessen auf eine fettarme und eiweißhaltige Ernährung sowie ausreichend Bewegung. Trinken Sie zudem viel Wasser und ungesüßten Tee – so tun Sie nicht nur generell etwas Gutes für Ihre Gesundheit und beugen einer Speiseröhrenentzündung vor, Sie steigern darüber hinaus auch Ihr körperliches Wohlbefinden.

Jan Henkel wurde 1980 in Heidelberg geboren. Sein Studium schloss er als Diplom-Volkswirt und mit einem Magister erfolgreich ab. Heute ist er unter anderem als freiberuflicher Texter tätig und widmet sich vorrangig Themen aus dem Gesundheits- und Medizinbereich. Jan Henkel Autor kanyo® mehr erfahren
Medizinische Fragestellungen sowie die Biologie des Menschen zählten schon immer zu ihren Leidenschaften – ein Grund, weshalb die Biologin Romina Enz seit 2017 bei kanyo® arbeitet. Die tägliche Auseinandersetzung mit aktuellen Themen der Medizin in Kombination mit der Texterstellung bieten ihr als medizinische Online-Redakteurin die optimale Mischung aus Naturwissenschaft und Kreativität. Romina Enz Medizinredakteurin und Biologin kanyo® mehr erfahren
Auch interessant: