Speiseröhrenentzündung: Ursachen, Symptome und Behandlung

13. Dezember 2018
10 Min.

Der medizinische Fachbegriff für eine Speiseröhrenentzündung lautet Ösophagitis. Entzündet ist dabei nicht die Speiseröhre selbst, sondern ihre schützende Schleimhaut. Die unangenehmen Symptome, wie saures Aufstoßen und Brennen hinter dem Brustbein, lassen sich in der Regel gut behandeln. Erfahren Sie hier, welche Möglichkeiten es dabei gibt und worauf Sie bei einer Speiseröhrenentzündung sonst achten sollten.

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Welche Ursachen hat eine Speiseröhrenentzündung (Ösophagitis)?

Eine Entzündung der Speiseröhre entsteht durch regelmäßig zurückfließenden Mageninhalt verursacht

Eine Speiseröhrenentzündung wird in den meisten Fällen durch regelmäßig zurückfließenden säurehaltigen Mageninhalt (Reflux) verursacht, der die Schleimhäute der Speiseröhre schädigt und so stark reizt, dass sich letztendlich eine Entzündung ausbildet. Ähnlich wie beim Symptom Sodbrennen und der Reflux-Krankheit, die durch den regelmäßigen Rückfluss von saurem Mageninhalt in die Speiseröhre gekennzeichnet ist, sind oft Stress, eine ungesunde Ernährung oder Genussmittel, wie Alkohol oder Zigaretten, für die Beschwerden verantwortlich. Viele Betroffene essen zu viele fettreiche Speisen, bewegen sich nicht ausreichend oder nehmen die Nahrung zu hastig zu sich.

Fettiges und schlecht gekautes Essen sorgt unter anderem für eine Steigerung der Magensäureproduktion und belastet den Verdauungstrakt enorm. Außerdem erhöht sich durch geringes Kauen die Größe der Nahrungsstücke, die geschluckt werden, wodurch das Risiko des Steckenbleibens der Nahrung durch Einengungen der Speiseröhre steigt.

Daneben existieren noch weitere potenzielle Ursachen einer Speiseröhrenentzündung, wie

  • Infektionen durch Pilze oder Viren,
  • Verätzungen in der Speiseröhre oder auch
  • steckengebliebene Medikamente oder andere Fremdkörper in der Speiseröhre.

Diese Ursachen kommen in der Praxis aber deutlich seltener vor als die refluxbedingte Speiseröhrenentzündung.

Möglich ist daneben die sogenannte eosinophile Ösophagitis, die meist chronisch verläuft und eine allergieartige Entzündung der Speiseröhre bedeutet. Hier können Symptome wie Schluckbeschwerden, Schmerzen hinter dem Brustbein oder eingeklemmte Essensreste in der Speiseröhre auftreten. Verantwortlich wird hierfür eine Fehlreaktion des Immunsystems gemacht. Es bleiben bestimmte Abwehrzellen – die sogenannten eosinophilen Granulozyten – über einen zu langen Zeitraum in der Schleimhaut der Speiseröhre. Durch den Einfluss verschiedener Nahrungsmittelallergene (zum Beispiel Kuhmilch, Meeresfrüchte, Nüsse) oder Umweltallergene (beispielsweise Pollen, Hausstaub, Tierhaare) sorgen die Zellen immer wieder für eine Abwehrreaktion des Immunsystems. Diese führt zu Entzündungen und ist somit auch dafür verantwortlich, dass die Symptome auftreten. Zudem findet dabei eine Veränderung der Schleimhaut in der Speiseröhre statt, die zu Einengungen (Strikturen) führen und so das Festsetzen von Nahrung begünstigen kann.

Die Ursachen dieser speziellen Speiseröhrenentzündung sind nicht eindeutig geklärt. Vermutet werden neben genetischen Faktoren und Veränderungen bestimmter Chromosomen unter anderem auch Umwelteinflüsse.

Welche Symptome zeigen sich, wenn die Speiseröhre entzündet ist?

Ganz gleich, aus welchem Grund die Speiseröhrenentzündung entstanden ist, es gibt eine Vielzahl an Symptomen, die mit ihr einhergehen können. Besonders charakteristisch sind:

  • Saures Aufstoßen: Hier gelangt saurer Mageninhalt beim Aufstoßen mit in die Speiseröhre. Dies resultiert meist aus einem geschwächten Schließmuskel am Mageneingang, einer generell zu fettreichen Ernährung oder einer zu hohen Belastung durch Stress im Alltag.
  • Sodbrennen: Ein typisches Symptom, das sich mit einem schmerzhaften Brennen in der Speiseröhre bemerkbar macht – oft auch verbunden mit einem Druckgefühl.
  • Schluckbeschwerden: Viele Betroffene berichten von Beschwerden beim Schlucken, die sich im weiteren Verlauf auch zu Heiserkeit, chronischem Husten und einem allgemeinen Engegefühl im Hals weiterentwickeln können.
  • Zahnbeschwerden: Teilweise werden auch die Zähne – genauer gesagt der Zahnschmelz – angegriffen. Dies geschieht durch ein Rückfließen des Mageninhalts bis in den Mund.
  • Übelkeit, Erbrechen, blutige Durchfälle: Diese Symptome treten in seltenen Fällen bei einem schwereren Verlauf der Speiseröhrenentzündung auf.

Sollten Sie eines oder mehrere dieser Symptome – unabhängig von einem Verdacht auf Speiseröhrenentzündung – bei sich beobachten, empfiehlt sich immer der Gang zum Arzt. Er kann eine fundierte Diagnose stellen und eine geeignete Therapie in die Wege leiten.

Speiseröhre entzündet? Die Behandlung

Im Fokus einer ärztlichen Behandlung der Speiseröhrenentzündung steht es, ihre Ursache zu beseitigen, um die lädierte Schleimhaut wieder vollständig zu kurieren.

Um die Speiseröhrenentzündung und ihren Auslöser eindeutig zu bestimmen, führt der Arzt häufig eine Ösophagoskopie (Spiegelung der Speiseröhre) sowie eine Biopsie (Entnahme von Gewebeproben) durch. So kann er genau identifizieren, um welche Art von Veränderung der Schleimhaut es sich handelt und wie weit die Entzündung bereits fortgeschritten ist.

Für die Behandlung der herkömmlichen Speiseröhrenentzündung stehen einige Gruppen an Präparaten zur Verfügung, die häufig auch bei einer reinen Reflux-Erkrankung eingesetzt werden:

  • Antazida, die sogenannten Säurebinder, werden von den meisten Patienten gut vertragen und wirken sehr schnell, weswegen sie bei Problemen mit der Magensäure häufig verschrieben werden.
  • Protonenpumpenhemmer (PPI) drosseln die Herstellung von Magensäure im Magen und lindern daher ebenso die charakteristischen Beschwerden bei einer Speiseröhrenentzündung.
  • Gegen eine Speiseröhre, die sich aufgrund von Pilzen entzündet hat, helfen Antimykotika.
  • Bei einer Vireninfektion der Speiseröhre verschreibt der Arzt antivirale Medikamente, die unterwünschte Beschwerden wirkungsvoll bekämpfen können.

Die Behandlung der eosinophilen Ösophagitis findet in der Regel medikamentös statt. Dazu zählen lokal wirkende Präparate gegen die allergische Reaktion, die entweder als Spray in den Rachen gesprüht oder als Tabletten oder Pulver oral eingenommen werden. Auch sogenannte Leukotrienantagonisten, die eigentlich zu den Mitteln gegen Asthma gehören, finden Anwendung. Sie wirken entzündungshemmend.

Nicht selten klagen Betroffene eines Krebsleidens im Hals- oder Kopfbereich über eine sogenannte radiogene Speiseröhrenentzündung. Hier kommt es, bedingt durch die Strahlen der Krebstherapie, zu einer Reizung und Schädigung der Speiseröhre, wodurch die Symptome ausgelöst werden. Diese strahlenbedingte Speiseröhrenentzündung wird oftmals mit einer Ernährungsumstellung sowie einem strikten Verzicht auf Tabak und Alkohol bekämpft. Zusätzlich können hier Medikamente wie lokale Schmerzmittel oder sogar Opioide (sehr starke Wirkstoffe gegen Schmerzen) eingesetzt werden.

Auch alternative Heilmethoden können in manchen Fällen der Ösophagitis zielführend bei der Behandlung sein. Im Rahmen der klassischen Homöopathie finden häufig Globuli Anwendung. Schüßler Salze können zur Linderung der Symptome einer Speiseröhrenentzündung sowie der Steigerung des Wohlbefindens beitragen. Die Anwendung der bitteren Schleifenblume (Bauernsenf) bei Sodbrennen oder das Trinken verschiedener Teemischungen aus Pfefferminze, Schafgarbe und Kalmuswurzel kann beruhigend wirken. Da hier jedoch wenige Verfahren auf wissenschaftlichen Studien fußen, ist es im Zweifelsfall ratsam, den Arzt aufzusuchen und sich dort beraten zu lassen.

Im Allgemeinen ist eine Speiseröhrenentzündung (Ösophagitis) gut behandelbar und nur in seltenen Fällen wird ein operativer Eingriff notwendig. Operiert wird zum Beispiel, wenn der Mageneingang zu weit ist und der Mageninhalt aus diesem Grund ständig zurückfließt.

Wie kann man einer Speiseröhrenentzündung (Ösophagitis) vorbeugen?

Ist die Speiseröhre erst einmal entzündet, können Sie lediglich die Beschwerden lindern. Es gibt jedoch auch einige Maßnahmen, die Sie im Voraus ergreifen können, um das Auftreten einer Speiseröhrenentzündung weniger wahrscheinlich zu machen.

Allem voran sollten die potenziellen Auslöser einer Ösophagitis vermieden werden. Das bedeutet beispielsweise

  • auf zu schwere Nahrung am Abend zu verzichten und nicht unmittelbar vor dem Schlafengehen zu essen
  • lieber mehrere kleinere Mahlzeiten zu sich zu nehmen anstatt üppiger Portionen
  • genug Zeit fürs Essen zu nehmen, also nicht zu schlingen sowie darauf zu achten, langsam zu kauen und keine zu heißen oder kalten Lebensmittel zu verspeisen
  • auf Alkohol, Zigaretten, kohlensäurehaltige Getränke, zu scharfes Essen, Kaffee und zuckerhaltige Speisen zu verzichten oder zumindest ihren Konsum deutlich zu verringern

Setzen Sie aufgrund der besseren Verdaulichkeit stattdessen auf fettarme und eiweißhaltige Ernährung sowie ausreichend Bewegung. Trinken Sie zudem viel Wasser und ungesüßten Tee – so tun Sie nicht nur generell etwas Gutes für Ihre Gesundheit und beugen einer Speiseröhrenentzündung vor, Sie steigern darüber hinaus auch Ihr körperliches Wohlbefinden.

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