Was hilft bei Übelkeit? Alles auf einen Blick

  • lockere Kleidung
  • Ruhe, Entspannung & frische Luft
  • Akupunktur-Therapie
  • Wasser mit Zitronensaft
  • Ingwer (als Lutschpastille oder Extrakt)
  • Tee (Kamille-, Ingwer-, Pfefferminz oder Fencheltee)
  • leichte Kost in geringen Mengen (wie etwa Zwieback)
  • Traubenzucker
  • Konsum von Genussmitteln reduzieren (vor allem Alkohol und Zigaretten)
  • Elektrolyt-Haushalt decken (mit Saftschorlen oder Bananen)
  • rezeptfreie Arzneien und Anti-Brech-Mittel (wie Diphenhydramin)
  • Medikamente gegen Schwindel (mit Scopolamin oder Betahistin)

Allgemeine Ratschläge gegen Übelkeit


Übelkeit und Erbrechen sind Anzeichen des körperlichen Unwohlseins, für das es zahlreiche Gründe geben kann. Die häufigsten findet man dabei in Erkrankungen des Magen-Darm-Bereichs. Genauso gehen die Beschwerden aber beispielsweise auch auf eine Schwangerschaft zurück oder treten als das Resultat einer langen Nacht übermäßigen Alkoholgenusses auf. Wie die Symptome des Unwohlseins am besten behandelt werden, richtet sich vor allem nach der jeweiligen Ursache. Liegt beispielsweise ein durch die eigene Lebensweise bedingtes – etwa das häufige Essen stark fettiger Speisen – Unwohlsein mit Erbrechen vor, ist einfaches Abwarten oftmalsausreichend. Der Körper scheidet die für ihn schädlichen Stoffe von allein wieder aus und eine zukünftigeVerhaltensänderung kann bewirken, dass man unter dieser Art der Beschwerden nicht mehr leiden muss. Ist die genaue Ursache nicht klar, hilft der Hausarzt dabei, eine fundierte Diagnose zu stellen und im Anschluss die passenden Maßnahmen zu ergreifen.

Wichtig:

Bei Übelkeit, die einen oder mehrere Tage anhält und dazu von ständigem Erbrechen begleitet wird, sollte aufgrund des Flüssigkeitsverlustes unbedingt ein Doktor aufgesucht werden. Dieser kann die Ursache abklären und geeignete Medikamente verschreiben.

Bei leichten Fällen von Übelkeit helfen die folgenden Ratschläge, eine Linderung der Beschwerden herbeizuführen:

  • Frische Luft: manchmal hilft es bereits, die Fenster der Wohnung zu öffnen oder im Freien spazieren zu gehen. Stickige Luft kann oftmals ein Grund für die Übelkeit sein. Außerdem sorgt ein Spaziergang für eine bessere Durchblutung des Körpers und lenkt von den Beschwerden ab.
  • Lockere Kleidung: Leidet man an Übelkeit, ist es ratsam, keine besonders enge Kleidung zu tragen, die den Körper und insbesondere den Bauch und Magen einschnürt. Im bequemen Outfit fühlen sich Betroffene häufig besser.
  • Ruhe: Ein weiterer Tipp ist, sich etwas Ruhe zu gönnen und eventuell ein kleines Nickerchen zu machen. Da Übelkeit häufig stressbedingt ist, sorgt eine kurze Auszeit dafür, dass sich der Magen entspannt.
  • Akupunktur: Laut Stiftung Warentest hilft auch eine Akupunktur-Therapie gegen Übelkeit.1 Diese wird in der Regel von einem speziellen Facharzt oder Heilpraktiker durchgeführt. Er setzt feine Nadeln an bestimmten Punkten des Körpers (beispielsweise in der Nähe des Handgelenks) in die Haut, wodurch dort verlaufende Nerven stimuliert werden und zur Entspannung beitragen.

Aber auch ohne Nadeln kann man selbst einige Tricks der Heilmethode anwenden. Versuchen Sie einmal, den rechten Daumen auf den linken Unterarm zu drücken – etwa zwei Fingerbreit unterhalb der Handgelenksfalte. Nach einer Minute bewegen Sie den Daumen eine Fingerbreite Richtung Handgelenk und drücken erneut.2 Das Gleiche wiederholen Sie nun auf dem anderen Arm.

Essen und Übelkeit

Essen kann bei einem Gefühl von Unwohlsein schnell Brechreiz hervorrufen. Bereits starke Gerüche von Speisen sollten deshalb vermieden werden. Wenn die Übelkeit langsam nachlässt, wird eine leichte Aufbaukost empfohlen. Schonend für den Magen sind beispielsweise Zwieback oder Haferschleim.

Ein weiterer Tipp bei minderschweren Fällen sind rezeptfreie Medikamente. Wenn der Verlust an Flüssigkeit überschaubar ist, sollte für einen ausreichenden Ausgleich durch das Trinken von Wasser oder Tee gesorgt werden. Zusätzlich kann eine Zufuhr an Elektrolyten (beispielsweise auch möglich durch Saftschorlen) helfen, den möglicherweise auftretenden Flüssigkeitsmangel wieder auszugleichen.

Weitere rezeptfreie Medikamente sind Arzneien, welche zum Beispiel den Wirkstoff Diphenhydramin enthalten. Dieses mindert nicht nur das Unwohlsein im Allgemeinen, sondern unterdrückt ebenso den Brechreiz. Bei schwangerschaftsbedingter Übelkeit kann nach Absprache mit dem Arzt Vitamin B6 eingenommen werden. Daneben kann auch Ingwerextrakt helfen, die Beschwerden zu lindern.

Tipps zur Behandlung von Reiseübelkeit


Egal ob Auto, Flugzeug oder Schiff: Vielen Menschen — insbesondere Kindern — wird während einer Reise schnell übel. Der Auslöser ist hier oft, dass die räumliche Wahrnehmung und der Gleichgewichtssinn nicht miteinander übereinstimmen. Bewegen wir uns beispielsweise mit einem Auto fort, rauscht die Straße an uns vorbei, während der Innenraum des Autos scheinbar ruhig bleibt. Das führt zu einem Konflikt zwischen den Sinneseindrücken. Besonders beim Lesen im Auto wird vielen Menschen schlecht. Der Grund: Die Eindrücke, die wir von unseren Augen bekommen, signalisieren „nichts bewegt sich“, während aber der Gleichgewichtssinn im Innenohr eine Bewegung wahrnimmt. In der Folge können Schwindelgefühle und Unwohlsein auftreten. Glücklicherweise gibt es einige hilfreiche Tricks, Übelkeit auf Reisen zu vermeiden, beziehungsweise ein mögliches Unwohlsein erträglicher zu gestalten:

  • Bei langen Fahrten mit dem Auto ist es sinnvoll, zwischendurch kurze Pausen einzuplanen, um sich die Beine zu vertreten und frische Luft zu schnappen.
  • Lassen Sie Ihr Buch oder die Zeitschrift am besten im Koffer. Damit die Reise dennoch nicht zu langweilig wird, ist das Hören von Musik oder Hörbüchern eine gute Alternative.
  • Vor der Fahrt sollte nicht zu viel und zu fetthaltig gegessen werden. Komplett auf das Essen zu verzichten, ist aber eine ebenso schlechte Idee. Ein guter Tipp ist deshalb, zu magenschonenden Nahrungsmitteln wie Zwieback zu greifen.
  • Auch während einer langen Reise können kleine Snacks verzehrt werden. Besonders gut geeignet sind fettarme und leicht verdauliche Lebensmittel, wie zum Beispiel Müsliriegel, Gemüsestreifen oder Salzstangen.
  • Personen, die öfter an Reiseübelkeit leiden, sollten stilles Wasser oder Kräutertee trinken. Diese sind besonders verträglich für den Magen.
  • Ein paar Tropfen Aromaöl (zum Beispiel Pfefferminz- oder Ingweröl) auf ein Taschentuch geträufelt, können ebenfalls mitgenommen werden. Gelegentliches Riechen an dem Öl wirkt dem Brechreiz entgegen.

Zur Vorbeugung der Reiseübelkeit gibt es außerdem einige Medikamente und homöopathische Mittel in der Apotheke zu kaufen. Lassen Sie sich diesbezüglich am besten von Ihrem Arzt oder Apotheker beraten.

Welche Hausmittel helfen gegen Übelkeit und Erbrechen?


Übelkeit gilt als Begleitsymptom und tritt deshalb häufig zusammen mit anderen gesundheitlichen Problemen (etwa Magen-Darm-Erkrankungen), der Einnahme bestimmter Medikamente oder Stress auf. Aber auch eine Schwangerschaft oder falsche Ernährung können Gründe hierfür sein. Je nachdem, woher das Unwohlsein stammt, sind verschiedene Hausmittel empfehlenswert:

  • Ingwer: Die Knolle gilt als Wundermittel gegen Übelkeit und ist in verschiedenen Formen unter anderem in der Apotheke erhältlich – als Tee, Lutschtablette oder Extrakt. Am besten ist es jedoch, einfach ein Stück frischen geschälten Ingwer im Mund zu kauen. In dem Saft der Knolle stecken ätherische Öle und Bitterstoffe, die den Brechreiz unterdrücken und die Verdauung fördern.
  • Kamillen-, Pfefferminz- und Fencheltee: Die Kräutersorten sind ein altbewährtes Hausmittel gegen Übelkeit und andere Magen-Darm-Beschwerden. Der Tee sollte lauwarm und in kleinen Schlucken getrunken werden. Pfefferminztee wirkt krampflösend und fördert zusätzlich die Verdauung. Auch Kamille wirkt magenberuhigend und kann gut mit Pfefferminze kombiniert werden. Fenchel nimmt hingegen den Druck aus dem Magen und ist deshalb vor allem bei Blähungen zu empfehlen.
  • Zitrone: Ein weiteres natürliches Hausmittel ist Zitrone. Etwa einen Teelöffel ihres Safts in ein Glas stilles Wasser geben und umrühren.3 Die Zitrone spült schädliche Giftstoffe aus dem Körper und hilft so gegen Übelkeit.

Sind die Symptome auf eine durch Viren oder Bakterien verursachte Magen-Darmerkrankung zurückzuführen, ist es beispielsweise sinnvoll, den Magen einige Tage zu schonen und nur wenig beziehungsweise leichte Kost wie Zwieback zu sich zu nehmen. Ähnliches gilt, wenn die Beschwerden nach zu viel Essen eintreten. Auch dann sollte die Nahrungsaufnahme erst einmal reduziert werden.

Der Grund für das Unwohlsein kann außerdem eine Unterzuckerung sein, also ein geringer Gehalt an Glukose im Blut. Durch etwas Traubenzucker werden die Blutzuckerwerte wieder ins Gleichgewicht gebracht und in der Regel vergeht somit auch die Übelkeit schnell wieder. Bei vielen Menschen, die ständig an Übelkeit leiden, kann eine Lebensmittelunverträglichkeit die Ursache sein. Wenn Sie verhindern wollen, dass Ihnen nach dem Essen schlecht wird, ist es ratsam, auf unverträgliche Lebensmittel zu verzichten. Besprechen Sie dies im Zweifelsfall vorher mit einem Arzt.

Welche Medikamente helfen gegen Übelkeit und Erbrechen?


Gegen Übelkeit gibt es eine Reihe rezeptfreier Medikamente

Die Gruppe der Antiemetika umfasst im Allgemeinen alle Medikamente, die gegen Übelkeit und Erbrechen wirken. In einigen Fällen werden sie nur von Ärzten auf Rezept ausgestellt. Derartige Medikamente helfen jedoch nicht nur gegen Übelkeit und Erbrechen, sondern darüber hinaus auch gegen viele weitere damit verbundene Symptome.

Einige Präparate werden in Form von Tabletten verabreicht. Dazu gehören zum Beispiel Wirkstoffe wie Tropisetron. Sie lindern nicht nur die Übelkeit, sondern unterdrücken gleichzeitig den Brechreiz oder sorgen dafür, dass dieser sich gar nicht erst bemerkbar macht. Andere Medikamente gegen Übelkeit sind zudem geeignet, seelische Erschöpfungs- und Angstzustände abzubauen oder helfen gezielt gegen die Reisekrankheit und Schwindelgefühle.

Medikamente im Kampf gegen das Unwohlsein stehen also ausreichend zur Verfügung. Dennoch sollten sie stets mit Ihrem Arzt oder Apotheker Rücksprache halten, welches zur Beseitigung Ihrer Beschwerden am besten geeignet ist.

Jan Henkel wurde 1980 in Heidelberg geboren. Sein Studium schloss er als Diplom-Volkswirt und mit einem Magister erfolgreich ab. Heute ist er unter anderem als freiberuflicher Texter tätig und widmet sich vorrangig Themen aus dem Gesundheits- und Medizinbereich. Jan Henkel Freiberuflicher Redakteur kanyo® mehr erfahren
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Quellen anzeigen
  • 1Stiftung Warentest: Akupunktur. Wem die Nadeln helfen. URL: https://www.test.de/Akupunktur-Wem-die-Nadeln-helfen-4868374-0/ - Stand 01.02.2019
  • 2Hong Choon Tan, Linda: Akupunktur & Co: Traditionelle Chinesische Medizin schnell erklärt. Stuttgart: Karl F. Haug Verlag 2003. S.63.
  • 3Ploch, Sibylle: Zitrone. Multitalent für Gesundheit & Schönheit. München: Verlag Komplett-Media GmbH 2017. S.66.