Hämorrhoiden: Was steckt dahinter?

17. September 2018

Über Hämorrhoiden spricht keiner gern. Oft werden sie als unangenehmes Übel wahrgenommen. Dabei ist es für jeden Menschen alles andere als schädlich, Hämorrhoiden zu haben, sondern der Normalfall. Zum Problem werden Hämorrhoiden erst dann, wenn das gut durchblutete Gefäßpolster am After vergrößert ist. Und das hat mehrere Ursachen.

Ursachen von Hämorrhoiden

Vergrößerte Hämorrhoiden können eine Menge Ursachen haben. Ein

  • erhöhtes Lebensalter und
  • eine genetische Veranlagung

gelten als nicht beeinflussbare potenzielle Gründe für Hämorrhoiden. Es kann aber auch anders sein: Bevor vergrößerte Hämorrhoiden entstehen, leiden Betroffene oft an Verstopfung, die sich langsam entwickelt und über einen längeren Zeitraum bestehen bleibt. Ein wesentlicher Grund für die Verstopfung – und damit einhergehenden vergrößerten Hämorrhoiden – ist eine fehlerhafte, heißt zu einseitige Ernährung mit Fetten sowie Kohlenhydraten und zu wenig Ballaststoffen. Enthalten sind Ballaststoffe aber in vielen Grundnahrungsmitteln – wie Getreide oder Hülsenfrüchten – und können eigentlich sehr leicht in den täglichen Speiseplan integriert werden.

Zu den weiteren Ursachen von verdickten Hämorrhoiden gehören darüber hinaus:

  • zu wenig Bewegung
  • die Aufnahme von zu wenig gesunder Flüssigkeit (Wasser, Kräutertees)
  • Übergewicht
  • ein falsches Krafttraining
  • ein erkältungsbedingter Infekt
  • eine Schwangerschaft

Alle genannten Umstände kommen als weitere Auslöser vergrößerter Hämorrhoiden infrage, was daran liegt, dass alle diese Beispiele den Druck im Bauchraum verstärken können. Und dies erhöht die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten verdickter Hämorrhoiden.

Was passiert bei vergrößerten Hämorrhoiden?
Hämorrhoiden sind ein gut durchblutetes Gewebe, welches den Darmausgang abdichtet. Erhöht sich der Druck im Bauchraum, beispielsweise wenn beim Stuhlgang zu stark gepresst wird, erweitern sich diese. Dies liegt daran, dass die Blutgefäße ausleiern und sich das Gewebe dadurch verdickt.

Symptome von Hämorrhoiden

Hämorrhoiden werden erst zum Problem, wenn das gut durchblutete Gefäßpolster am After vergrößert ist

Welche Symptome mit vergrößerten Hämorrhoiden verbunden sind, ist nicht zuletzt davon abhängig, in welchem Stadium sich diese befinden. Insgesamt werden vier Grade unterschieden:

Bei den Hämorrhoiden ersten Grades befinden sich diese innerhalb des Körpers. Von außen ist nichts zu sehen. In diesem Stadium treten Beschwerden üblicherweise nicht auf.

Bei den Hämorrhoiden zweiten und dritten Grades fangen die körperlichen Beeinträchtigungen an. Das Gefäßpolster drängt nach außen, geht aber von selbst (zweiten Grades) beziehungsweise durch eigenes Zutun wieder zurück in den After (dritten Grades). Charakteristische Begleiterscheinungen der Hämorrhoiden in diesem Zustand sind

  • Juckreiz,
  • Schmerzen,
  • Brennen am After oder
  • hellrotes Blut im Stuhl.

Bei Hämorrhoiden vierten Grades können diese gar nicht mehr in den Anus zurückgebracht werden. Die Schmerzen verstärken sich, dazu kommt es häufig zu Stuhlinkontinenz und Entzündungen.

Welcher Arzt ist der richtige bei Hämorrhoiden?

Wenn Sie vermuten, unter Hämorrhoiden zu leiden, sollten Sie zum Hausarzt gehen. Es muss geklärt werden, ob nicht doch etwas anderes für die Beschwerden verantwortlich ist. Und schließlich ist ein Hämorrhoiden-Leiden nichts, über das man gerne spricht und da ist der Arzt des Vertrauens sicherlich keine schlechte Adresse.

Sollte der Arzt verdickte Hämorrhoiden für wahrscheinlich halten, wird er Sie in einigen Fällen zur weiteren Hämorrhoiden-Behandlung an einen Spezialisten überweisen, zum Beispiel an einen Proktologen, der sich generell mit Erkrankungen des Rektums befasst. Sind die Hämorrhoiden nur leicht vergrößert, kann auch der Hausarzt eine geeignete Therapie vorschlagen.

Welche Behandlung ist bei Hämorrhoiden zielführend?

Es gibt verschiedenste Methoden, wie ein Hämorrhoiden-Leiden gemildert werden kann. Dabei sollten Sie im Hinterkopf behalten, dass verdickte Hämorrhoiden häufig aus dem eigenen Verhalten resultieren. Wenn Sie diese schädlichen Aktivitäten reduzieren und sich beispielsweise

  • ballaststoffreich ernähren,
  • viel Wasser und wenig Alkohol und Kaffee trinken,
  • beim Gang auf die Toilette nicht zu stark drücken und
  • sich dazu noch genug bewegen,

dann mindern Sie die Wahrscheinlichkeit, dass verdickte Hämorrhoiden bei Ihnen überhaupt auftreten.

Für bestehende Beschwerden bei vergrößerten Hämorrhoiden setzen Ärzte vorwiegend Medikamente – wie Salben und Cremes, Sitzbäder oder Hämorrhoiden-Zäpfchen – ein. Diese können verschreibungspflichtig sein oder aber pflanzliche und homöopathische Stoffe beinhalten. Sie zielen darauf ab, dass der Juckreiz abnimmt, das Brennen aufhört oder Entzündungen beseitigt werden.

Im Besonderen bei Hämorrhoiden des vierten Grades kann ein medizinischer Eingriff notwendig werden. Der Proktologe bindet die Hämorrhoiden dann beispielsweise mit einem Gummiband ab oder verhärtet diese durch Verödung. Diese Methoden dienen dazu, die Hämorrhoiden von der Blutzufuhr abzukoppeln und damit deren unangenehme Symptome wieder zu beenden.

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Jan Henkel
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