Die Behandlung eines Reizdarms – für mehr Lebensqualität

17. September 2018

Der Reizdarm gehört zu den am weitesten verbreiteten Darmerkrankungen. Einen Reizdarm zu heilen ist nach heutigem medizinischen Stand zwar noch nicht möglich, aber es gibt zahlreiche Behandlungsoptionen, mit denen die Symptome des Reizdarms wie Durchfall oder Blähungen gelindert werden können. Außerdem hilft eine nachhaltige Therapie, neuen Krankheitsschüben vorzubeugen. Am effektivsten ist eine Reizdarm-Behandlung bei frühzeitiger Diagnose.

Reizdarm-Therapie: Ganzheitlich und individuell

Die Ursachen für den Reizdarm sind bislang nur in Ansätzen geklärt. Hinzu kommt, dass die Symptome von Patient zu Patient unterschiedlich sind. Eine Reizdarm-Therapie, die auf die Linderung von Beschwerden angelegt ist, muss deshalb auf den jeweiligen Krankheitstyp abgestimmt werden. Es gibt zahlreiche Medikamente, die

  • Durchfall stoppen,
  • den Darm bei Verstopfung wieder in Bewegung bringen sowie
  • Blähungen und Bauchschmerzen abmildern.

Viele Medikamente eignen sich jedoch nur für kurze Zeiträume bei akuten Beschwerden, da sie bei langfristiger Einnahme starke Nebenwirkungen haben. Patienten, die unter einem Reizdarm leiden, benötigen jedoch eine dauerhafte Behandlung, um die Symptome in den Griff zu bekommen. Schonende Alternativen sind pflanzliche Medikamente. Einige Betroffene berichten auch über gute Erfolge mit einer homöopathischen Therapie. In aller Regel benötigt die Reizdarm-Behandlung einen ganzheitlichen Ansatz, der Medikamente zur Linderung von Symptomen, aber auch eine Umstellung der Lebensgewohnheiten beinhaltet.

Können Bifidobakterien den Reizdarm heilen?

Milchsäurebakterien, wie Bifidobakterien, gehören zu den wichtigsten Bestandteilen einer gesunden Darmflora. Eine mögliche Ursache für den Reizdarm ist eine schadhafte Darmbarriere, durch die Krankheitserreger in den Darm eindringen. Mittels eines Tests können Mediziner nachweisen, ob die Darmwand bei Patienten beschädigt ist. Studien haben gezeigt, dass sich Bifidobakterien

  • direkt auf der Darmwand ansiedeln und
  • dadurch entstandene Zwischenräume ähnlich wie ein Pflaster versiegeln.

Ihre Ansiedlung wird durch eine ballaststoffreiche Ernährung gefördert, kann aber auch künstlich durch Probiotika oder Medikamente, die Bifidobakterien enthalten, erhöht werden. Der Erfolg einer Reizdarm-Behandlung mit Bifidobakterien hängt im Wesentlichen davon ab, ob die Darmbarriere tatsächlich den Reizdarm verursacht. Oft spielen auch andere Faktoren ein Rolle, auf die eine Therapie mit Bifidobakterien keinen Einfluss hat.

Probiotika – Gutes für den Darm

Einige Reizdarmpatienten haben eine andere Bakterienzusammensetzung im Stuhl – und damit eine andere Darmflora – als gesunde Menschen. Ob das nun Ursache oder Auswirkung des Reizdarmsyndroms ist, wird diskutiert. Möglich ist, sich einer mikrobiologischen Therapie zur Darmsanierung zu unterziehen. Probiotika sind eine Zubereitung aus lebenden Mikroorganismen, zum Beispiel Milchsäurebakterien, die in natürlicher Form auch im Darm vorkommen. Auch die Deutsche Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) führt den Einsatz von Probiotika in deren Leitlinien zur Reizdarm-Behandlung auf. Allerdings muss die Wahl des (Bakterien)Stammes nach der Symptomatik erfolgen.

Durch Ernährungsumstellung den Reizdarm beruhigen

Die Ernährung spielt für den Krankheitsverlauf eine wichtige Rolle. So vertragen Reizdarmpatienten mehrere kleine Portionen am Tag meist besser, als drei große. Feste Mahlzeiten und langsames, bewusstes Essen wirken sich ebenfalls positiv auf die Verdauung aus. Ähnlich wie bei der Behandlung mit Medikamenten lassen sich jedoch auch hier kaum allgemeingültigen Aussagen treffen.

Wie lassen sich die Beschwerden des Reizdarms lindern?
Gegen den Reizdam gibt es keine ursächliche Theraphie. Einzelne Symptome wie Verstopfung, Durchfall und Blähungen lassen sich jedoch mit Medikamenten behandeln.
Medikamente finden

Welche Lebensmittel gut verträglich sind, hängt davon ab, welche Symptome des Reizdarms überwiegen, zum Beispiel:

Durchfall:

  • Wasserbindende Lebensmittel wie Apfel, Banane und Möhren festigen den Stuhl und versorgen den Körper gleichzeitig mit wichtigen Vitaminen und Mineralien.
  • Schwarzer und grüner Tee setzen, wenn sie lange ziehen, Gerbstoffe frei, die Entzündungen entgegenwirken.
  • Kräutertees aus Salbei, Kamille, Anis, Fenchel oder Kümmel beruhigen den Magen-Darm-Trakt.

Verstopfung:

  • Ballaststoffreiche Lebensmittel wie Vollkornprodukte, Gemüse und Beeren machen den Stuhl geschmeidiger und beugen Verstopfung vor.
  • Floh- oder Leinsamen in Verbindung mit viel Flüssigkeit bieten schnelle Abhilfe bei leichter Verstopfung.
  • Sport und Bewegung kurbeln die Verdauung an.

Blähungen und Bauchschmerzen:

  • Probiotische Lebensmittel wie Naturjoghurt unterstützen eine gesunde Darmflora.
  • Tee aus Melisse, Pfefferminze, Kümmel, Schafgarbe, Ingwer oder Löwenzahnblättern kann Blähungen lösen.
  • Blähende Lebensmittel wie Hülsenfrüchte und Kohlsorten meiden.

Da sich der Reizdarm bei jedem Menschen anders auswirkt, ist es ratsam, ein Ernährungstagebuch zu führen, in dem alle Mahlzeiten und das Befinden notiert werden. Auf diese Weise lässt sich feststellen, welche Lebensmittel bekömmlich sind und welche nicht.

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Entspannungstechniken als Teil der Behandlung

Stress ist oft ein Auslöser für Probleme mit dem Reizdarm, daher sind Entspannungstechniken wichtige Hilfsmittel

Oft sind Stress und psychische Überlastung die Auslöser für erneute Beschwerden mit dem Reizdarm. Deshalb ist es notwendig, sich neben der medikamentösen Therapie auch mit den Belastungsursachen auseinanderzusetzen. Erst wenn die individuellen Auslöser für den Reizdarm erkannt sind, können Maßnahmen entwickelt werden, um diese gezielt zu vermeiden.

Nicht immer ist offensichtlich, wo die Quellen für Unzufriedenheit und Stress liegen. Hier kann ein Tagebuch helfen, Zusammenhänge aufzudecken. Manche Stressursachen lassen sich durch

  • Veränderungen im Tagesablauf oder
  • durch eine Neuverteilung familiärer und beruflicher Verpflichtungen abbauen.

Ganz vermeiden lassen sich Stresssituationen jedoch nicht. Menschen, die unter einem Reizdarm leiden, müssen deshalb lernen, mit ihnen umzugehen. Es gibt zahlreiche Entspannungstechniken wie autogenes Training, Yoga, Meditation oder progressive Muskelentspannung. Wer noch keine Erfahrung mit Entspannungstechniken gesammelt hat, sollte verschiedene ausprobieren, um herauszufinden, mit welcher man sich am wohlsten fühlt. Die meisten Entspannungstechniken entfalten ihre größte Wirkung, wenn sie regelmäßig über die medikamentöse Behandlung hinaus ausgeführt werden.

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Peggy Richter
Redakteur/in