Magendruck – ein unspezifisches Symptom

10. Juli 2019
12 Min.

Wenn der Magen drückt, zwickt oder auch schmerzt, kann dies eine Vielzahl an Gründen haben. Fühlt sich der Bauch nur prall an, weil die Essensportion einfach zu groß war? Oder ist die Ursache des Magendrucks vielleicht eine Infektion mit Bakterien? Auch ein sogenannter „nervöser Magen“ (Reizmagen) kann hinter dem Magendruck stecken.

Inhaltsverzeichnis:

Was ist Magendruck?

Jeder dritte Deutsche klagt gelegentlich über unspezifische Magenbeschwerden.1 Dazu zählt auch der Magendruck, ein Druckempfinden im Bereich des Magens, der schmerzfrei oder in Verbindung mit Schmerzen erscheinen kann. Außerdem tritt der Magendruck meist nicht allein auf. Viele weitere Magen-Darm-Beschwerden können den Magendruck begleiten, zum Beispiel:

In vielen Fällen taucht das Druckgefühl nach dem Essen auf. Ist dies der Fall, kann das für den Arzt ein wichtiger Hinweis für die Diagnose sein – genauso wie die Begleitsymptome. Bei Magendruck handelt es sich um ein eher diffuses Symptom, dass auch bei gesunden Menschen häufig vorkommt.

Was kann hinter dem Magendrücken stecken?

Es gibt eine Vielzahl an möglichen Ursachen für den Magendruck. Das unangenehme Gefühl in der Magengegend kann ein Anzeichen sein für:

Hier geben wir Ihnen einen ausführlichen Überblick.

Verdorbene Lebensmittel

Eine mögliche Ursache von Magendruck ist ein verdorbener Magen. Dahinter kann der Verzehr von zuckerhaltigen und fettigen oder schlechtgewordenen Lebensmitteln stecken. Das Magendrücken ist dann oft ein Vorbote von

Durch Giftstoffe in der Nahrung kommt es zur sogenannten Lebensmittelvergiftung. Diese Gifte treten entweder natürlich auf, wie in giftigen Pilzen, oder sie werden von Bakterien freigesetzt, die sich beispielsweise in verdorbener Milch vermehrt haben.

Auch eine Lebensmittelinfektion kann der Auslöser für ein Magendrücken sein. Zu den typischen Auslösern zählen Salmonellen, Listerien und Noroviren. Besonders anfällig für Keime sind unter anderem:

  • Geflügel, Fisch und Fleisch
  • Eier (auch in Dips, Eis und Kuchenfüllungen)
  • Rohmilch und Käse aus Rohmilch

Achten Sie vor dem Verzehr der Lebensmittel auf Geruch und Aussehen und auf aufgeblähte Verpackungen und Konserven. Im Zweifel sollten Sie diese besser entsorgen.

Wenn der Bauch nach dem Essen Einspruch erhebt

Magendruck tritt meist in Begleitung weiterer Symptome wie Völlegefühl und Magenkrämpfe auf

Wenn die Augen mal wieder größer waren als der Magen, bereut man dies meist sofort: die Rebellion im Bauch beginnt, vielleicht krümmt man sich sogar auf dem Sofa. Der Magendruck entsteht in diesem Fall dadurch, dass sich die Magenwand ausdehnt. Aber auch, wenn die Folgen des übermäßigen Genusses sehr unangenehm sein können, in der Regel verschwindet das Druckgefühl im Bauch nach einiger Zeit wieder.

Außerdem können Blähungennicht nur zu einem drückenden Gefühl im Darm, sondern auch in der Magengegend führen. Blähungen entstehen durch eine vermehrte Gasansammlung im Darm und können verschiedene Ursachen haben. So können beispielsweise

  • eine Störung der Darmbewegung,
  • vermehrtes Luftschlucken,
  • zu hastiges Essen oder
  • kohlensäurehaltige Getränke den Druck im Darm erhöhen.

Auch bestimmte Lebensmittel können Magendrücken begünstigen, da sie blähend wirken:

  • Zwiebelgewächse (Zwiebeln, Knoblauch, Lauch …)
  • Hülsenfrüchte (Bohnen, Erbsen, Linsen …)
  • Kohlsorten (Sauerkraut, Rosenkohl, Sellerie, Wirsing …)
  • Trockenobst (Feigen, Datteln, Rosinen …)
  • Vollkornprodukte und frisches Brot
  • unreifes Obst (Kirschen, Beeren, Bananen …)
  • Milch und Milchprodukte (Sahne, Camembert …)

Bei der Verdauung entstehen im Körper Gase. Können diese nicht entweichen, kann sich ein Druck im Darm bilden, der sich auch im Bauchraum bemerkbar macht.

Gut zu wissen:

Tritt der Magendruck häufiger nach dem Essen auf, kann das auf eine Lebensmittelunverträglichkeit hinweisen. Menschen, die beispielsweise an einer Laktoseintoleranz oder Glutenunverträglichkeit leiden, fehlt ein bestimmtes Enzym (oder sie haben es nur in geringen Mengen), wodurch die Nahrung nicht richtig verdaut werden kann.

Der Reizmagen

Wenn keine durch das Essen bedingte Ursache für den Magendruck vorliegt, kann auch das sogenannte Reizmagensyndrom an den Magenbeschwerden schuld sein. Was bei Menschen genau die Symptome wie

auslöst, konnten Mediziner bisher noch nicht entschlüsseln. Da die Beschwerden jedoch überwiegend in stressigen Situationen auftauchen, wird vermutet, dass die Psyche hierbei eine große Rolle spielt.

Ernste Erkrankungen als Auslöser von Magendruck

Zwar selten, aber nicht auszuschließen, sind ernstere Krankheiten wie ein Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwür. Diese sind meist auf eine Infektion mit dem Erreger Helicobacter pylori zurückzuführen. Durch das Bakterium kann eine chronische Magenschleimhautentzündung (Gastritis) entstehen, aus der sich wiederum ein Geschwür entwickeln kann.

Auch bei Magenkrebs kann Magendrücken neben anderen Symptomen wie Appetitmangel, Sodbrennen, Leistungsmangel oder Bauchschmerzen ein Warnsignal sein. Diese Erkrankung ist aber eher selten der Fall.

Ein anderes unangenehmes Krankheitsbild ist das Roemheld-Syndrom, dass ebenfalls eine Ursache für den Magendruck sein kann. Zusätzlich treten durch die Blähungen Beschwerden ähnlich eines Herzinfarkts auf, also unter anderem: Herzstolpern, Engegefühl im Brustbereich, Kurzatmigkeit, Hitzewallungen und Schwindel.


Wann Sie bei Magendruck zum Arzt gehen sollten

In den meisten Fällen ist Magendruck harmlos und kein Grund zur Besorgnis. Wenn jedoch

  • die Beschwerden häufiger (mehr als ein- bis zweimal pro Woche) auftreten,
  • weitere Symptome wie Erbrechen, Übelkeit oder Fieber hinzukommen,
  • kolikartige Schmerzen im Unter- oder Oberbauch auftauchen,
  • der Stuhlgang schwarz verfärbt aussieht oder
  • es mehrere Tage überhaupt nicht zum Stuhlgang kommt,

sollten Sie besser einen Doktor aufsuchen.

Wie sieht die Diagnose bei Magendruck aus?

Aufgrund der vielen Ursachen, die Magendruck haben kann, ist eine rasche Diagnose für den behandelnden Arzt nicht leicht und muss zum Teil nach dem Ausschlussprinzip erfolgen. Als erste Maßnahme befragt der Mediziner den Patienten ausgiebig nach Lebens- und Essensgewohnheiten. Auch ob und welche Medikamente eingenommen werden oder eventuell Grunderkrankungen vorliegen, ist von Interesse.

Danach wird der Bauch in der Regel abgetastet und abgehorcht. Eine einfach durchführbare Diagnose-Methode stellt die Ultraschalluntersuchung (Sonographie) dar, bei der vor allem Leber und Gallengang gut sichtbar werden. Ein Magengeschwür ist beim Ultraschall hingegen oft nicht hundertprozentig feststellbar, da der Magen durch Luft oder Darmschlingen nicht richtig einsehbar ist. Um ernsthafte Erkrankungen auszuschließen, ist deshalb üblicherweise eine Magen- oder Darmspiegelung notwendig, bei der der Arzt mithilfe einer Sonde in das Innere des Betroffenen blicken kann. Bei Auffälligkeiten werden Gewebeproben entnommen und im Labor näher untersucht. Entzündungen im Magen sind problemlos durch eine Blutuntersuchung nachweisbar.

Wie lässt sich Magendruck behandeln?

Die Therapie von Magendruck richtet sich nach der Diagnose des Arztes:

  • Geht der Magendruck mit Verstopfung einher, empfiehlt der Fachmann meist eine Umstellung der Lebens- und Essgewohnheiten. Besonders gut sind Ballaststoffe, die zum Beispiel in Hülsenfrüchten oder Vollkornprodukten enthalten sind. Daneben können, am besten in Absprache mit dem Arzt, auch Abführmittel angewendet werden.
  • Bei Entzündungen der Magen- und Darmschleimhäute sowie Geschwüren ist eine Verabreichung von sogenannten Protonenpumpenhemmern möglich. Diese Magensäureblocker werden meist in Kombination mit Antibiotika, die die Bakterien abtöten sollen, verschrieben.
  • Ein Reizmagen ist schwierig zu behandeln. Betroffenen kann ein Schmerztagebuch helfen, die persönlichen Auslöser zu identifizieren. Ebenfalls ist eine Stressreduktion hilfreich.

Daneben sollten Menschen, die häufig an Magendruck leiden, auf Alkohol und fettreiche Nahrung verzichten, da diese nicht gut verstoffwechselt werden.


Auf die richtigen Ballaststoffe kommt es an

Eine ballaststoffreiche Ernährung ist sehr nützlich, weil dadurch Verstopfungen vermieden werden können. Jedoch verursachen einige Ballaststoffquellen auch einen aufgeblähten Bauch und Blähungen. Dazu zählen beispielsweise Blumenkohl und Brokkoli, die vor allem lösliche Ballaststoffe enthalten. Auch rohes Gemüse ist schwerer verdaulich; besser verträgt der Magen gekochtes oder angebratenes Gemüse.

Tipps: Magendruck mit Hausmitteln behandeln

Es schmeckt so lecker, da ist es schnell passiert: Der Bauch ist nach dem Essen zu voll und schmerzt. Mit ein paar einfachen Tipps kann Magendruck vermieden oder gelindert werden:

  • Versuchen Sie sich eine ausgewogene Ernährung anzugewöhnen und langsam zu essen. Denn der Verdauungsprozess beginnt bereits im Mund. Und durch gründliches Kauen entlasten Sie die Arbeit des Magens.
  • Vermeiden Sie bei Magendruck sehr enge Kleidung, die zusätzlich auf den Bauch drückt.
  • Unterdrücken Sie Ihren Stuhlgang und Darmwinde nicht.
  • Legen Sie eine Wärmflasche auf den Bauch. Die Wärme ist wohltuend und schmerzlindernd.
  • Auch eine Bauchmassage kann helfen, die Bewegung des Darmes anzukurbeln. Aber wichtig: Die Anwendung sollte nur im Uhrzeigersinn durchgeführt werden.

Kräuter und Gewürze können die Verdauung fördern. Hierzu zählen beispielsweise:

  • Kamille,
  • Melisse,
  • Pfefferminze,
  • Anis,
  • Kümmel,
  • Fenchel,
  • Koriander und
  • Kardamom.

Diese Gewürze können gut mit blähenden Lebensmitteln kombiniert werden, weshalb beim Kochen oft Kümmel zum Sauerkraut zugegeben wird. Aber auch als Teeaufguss können die Kräuter eine wohltuende Wirkung auf den Magen haben.

Daneben regen Bitterstoffe die Verdauung auf natürliche Weise an. Viele davon bringen beispielsweise Wermut, Artischocken oder die bittere Schleifenblume (Iberis amara) mit. Sie sind häufig auch in pflanzlichen Mitteln gegen Bauchschmerzen enthalten, die in man in der Apotheke kaufen kann.

Melissa Minnameier
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Miriam Och
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