Magendruck: Unspezifisches Symptom

14. September 2018

Wenn der Magen drückt, zwickt oder auch schmerzt, kann dies eine Vielzahl an Gründen haben. Fühlt sich der Bauch nur prall an, weil die Essensportion einfach zu groß war? Oder ist die Ursache des Magendrucks vielleicht eine Infektion mit Bakterien? Auch ein sogenannter „nervöser Magen“ oder Reizmagen kann hinter dem Magendruck stecken. Lesen Sie hier, wie der Arzt den Auslöser der Beschwerden herausfinden kann.

Was ist Magendruck?

Jeder dritte Deutsche klagt gelegentlich über unspezifische Magenbeschwerden.1 Dazu zählt auch der Magendruck, ein Druckempfinden im Bereich des Magens, der schmerzfrei oder in Verbindung mit starken Schmerzen erscheinen kann. Außerdem tritt der Magendruck meist nicht alleine auf. Eine Vielzahl weiterer Magen-Darm-Beschwerden kann den Magendruck begleiten, zum Beispiel:

In vielen Fällen tritt das Druckgefühl nach dem Essen auf. Ist dies der Fall, kann das für den Arzt ein wichtiger Hinweis für die Diagnose sein – genauso wie die Begleitsymptome.

Was kann hinter dem Magendrücken stecken?

Das Spektrum möglicher Ursachen für Magendruck ist groß. Das Gefühl in der Magengegend kann auf die Ernährung, eine funktionelle Störung oder eine ernste körperliche Erkrankung zurückzuführen sein. Wir geben Ihnen einen Überblick über mögliche Ursachen.

Wenn der Bauch nach dem Essen Einspruch erhebt

Magendruck tritt meist in Begleitung weiterer Symptome wie Völlegefühl und Magenkrämpfe auf

Wenn die Augen mal wieder größer waren als der Magen, bereut man dies meist sofort: der Bauch rebelliert, man krümmt sich auf dem Sofa. Der Magendruck entsteht in diesem Fall dadurch, dass sich die Magenwand ausdehnt. Aber auch, wenn die Folgen der Völlerei sehr unangenehm sein können, in der Regel verschwindet das Druckgefühl im Bauch nach einiger Zeit wieder. Außerdem können Blähungen nicht nur zu einem drückenden Gefühl im Darm, sondern auch in der Magengegend führen. Blähungen entstehen durch eine vermehrte Gasansammlung im Darm und können verschiedene Ursachen haben. So können beispielsweise eine Störung der Darmbewegung, vermehrtes Luftschlucken, zu hastiges Essen oder kohlensäurehaltiges Essen den Druck im Darm erhöhen. Auch bestimmte Lebensmittel können Magendrücken begünstigen. Zum Beispiel wirken Gemüsearten wie Zwiebeln oder Kohl blähend. Können die Gase, die bei der Verdauung entstehen, im Körper nicht entweichen, kann sich ein Druck im Darm bilden, der sich auch in der Magengegend bemerkbar macht.

Gut zu wissen:
Wird der Magendruck häufiger nach dem Essen bemerkt, kann das auf eine Lebensmittelunverträglichkeit beziehungsweise -intoleranz hinweisen. Menschen, die beispielsweise gegen Laktose oder Getreidearten intolerant sind, fehlt ein bestimmtes Enzym (oder sie haben es nur in geringen Mengen), wodurch die Nahrung nicht richtig verdaut werden kann.

Ernste Erkrankungen als Auslöser von Magendruck

Zwar selten, aber nicht auszuschließen, sind ernstere Erkrankungen wie ein Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwür. Diese Erkrankungen sind meist auf eine Infektion mit dem Erreger Helicobacter pylori zurückzuführen. Durch das Bakterium kann eine chronische Magenschleimhautentzündung (Gastritis) entstehen, aus dem sich wiederum ein Geschwür entwickeln kann. Auch bei Magenkrebs kann Magendrücken neben anderen Symptomen wie Appetitmangel, Sodbrennen, Leistungsmangel oder Bauchschmerzen ein Warnsignal sein.

Der Reizmagen

Wenn keine organische Ursache für den Magendruck vorliegt, kann auch das sogenannte Reizmagensyndrom an den Magenbeschwerden schuld sein. Was bei Menschen genau die Symptome wie Sodbrennen, Übelkeit, Blähungen, Völlegefühl und Magendruck auslöst, konnten Mediziner bisher noch nicht entschlüsseln. Da die Beschwerden jedoch überwiegend in stressigen Situationen auftauchen, wird vermutet, dass die Psyche eine große Rolle spielt.

Wann Sie bei Magendruck zum Arzt gehen sollten

In den meisten Fällen ist Magendruck harmlos und kein Grund zur Besorgnis. Wenn jedoch

  • die Beschwerden häufiger (mehr als ein- bis zweimal pro Woche) auftreten,
  • weitere Symptome wie Erbrechen, Übelkeit oder Fieber hinzukommen,
  • kolikartige Schmerzen im Unter-oder Oberbauch auftauchen,
  • der Stuhlgang schwarz verfärbt aussieht oder
  • es mehrere Tage überhaupt nicht zum Stuhlgang kommt,
sollten Sie besser einen Arzt aufsuchen.

Diagnose bei Magendruck

Aufgrund der vielen Ursachen, die Magendruck haben kann, ist eine rasche Diagnose für den behandelnden Arzt nicht unbedingt leicht und muss zum Teil nach dem Ausschlussprinzip erfolgen. Als erste Maßnahme befragt der Arzt den Patienten ausgiebig nach Lebens- und Essensgewohnheiten. Auch ob und welche Medikamente eingenommen werden oder ob irgendwelche Grunderkrankungen vorliegen, ist von Interesse. Danach wird der Bauch in der Regel abgetastet und abgehorcht. Eine einfach durchführbare Diagnose-Methode stellt die Ultraschall-Untersuchung (Sonographie) dar, bei der vor allem Leber und Gallengang gut sichtbar werden. Ein Magengeschwür kann beim Ultraschall hingegen oft nicht hundertprozentig festgestellt werden, da der Magen durch Luft oder Darmschlingen nicht richtig sichtbar wird. Um ernsthafte Erkrankungen auszuschließen, ist deshalb in der Regel eine Magen- oder Darmspiegelung notwendig, bei der der Arzt mithilfe einer Sonde in das Innere des Patienten blicken kann. Bei Auffälligkeiten können Gewebeproben entnommen und im Labor näher untersucht werden. Entzündungen im Magen können durch eine Blutuntersuchung nachgewiesen werden.

Behandlung bei Magendruck

Die Therapie von Magendruck richtet sich nach der Diagnose des Arztes:

  • Geht der Magendruck mit Verstopfung einher, empfiehlt der Arzt meist eine Umstellung der Lebens- und Essgewohnheit. Besonders gut sind Ballaststoffe, die zum Beispiel in Hülsenfrüchten oder Vollkornprodukten enthalten sind. Daneben können, am besten in Absprache mit dem Arzt, auch Abführmittel angewendet werden.
  • Bei Entzündungen der Magen- und Darmschleimhäute sowie Geschwüren können Protonenpumpenhemmer verabreicht werden. Die Magensäureblocker werden meist in Kombination mit Antibiotika, die die Bakterien abtöten sollen, verschrieben.
  • Ein Reizmagen ist nur schwierig zu behandeln. Betroffenen kann ein Schmerztagebuch helfen, die persönlichen Auslöser zu identifizieren. Ebenfalls kann eine Stressreduktion erfolgreich sein.

Daneben sollten Menschen, die häufig an Magendruck leiden, auf Alkohol und fettreiche Nahrung verzichten, da diese nicht gut verstoffwechselt werden.

Auf die richtigen Ballaststoffe kommt es an

Eine ballaststoffreiche Ernährung ist sehr nützlich, weil dadurch Verstopfungen vermieden werden können. Jedoch verursachen einige Ballaststoffquellen auch einen aufgeblähten Bauch und Blähungen. Dazu zählen beispielsweise Blumenkohl und Brokkoli, die vor allem lösliche Ballaststoffe enthalten. Auch rohes Gemüse ist schwerer verdaulich; besser verträgt der Magen gekochtes oder angebratenes Gemüse.

Tipps: Magendruck mit Hausmitteln behandeln

Es schmeckt so lecker, da ist es schnell mal passiert: der Bauch ist nach dem Essen zu voll und schmerzt. Mit ein paar einfachen Tipps kann Magendruck vermieden oder gelindert werden:

  • Versuchen Sie sich anzugewöhnen, langsam zu essen. Denn der Verdauungsprozess beginnt bereits im Mund. Und durch gründliches Kauen entlasten Sie die Arbeit des Magens.halt
  • Vermeiden Sie bei Magendruck zu enge Kleidung, die zusätzlich auf den Bauch drückt.
  • Unterdrücken Sie Ihren Stuhlgang und Darmwinde nicht.
  • Legen Sie eine Wärmflasche auf den Bauch. Die Wärme ist wohltuend und schmerzlindernd.
  • Auch eine Bauchmassage kann helfen, die Bewegung des Darmes anzukurbeln. Aber wichtig: Die Bewegung sollte nur im Uhrzeigersinn durchgeführt werden.

Auch Kräuter und Gewürze können die Verdauung fördern. Hierzu zählen beispielsweise Kamille, Melisse, Pfefferminze, Anis, Kümmel, Fenchel, Koriander und Kardamom. Diese Gewürze können gut mit blähenden Lebensmittel kombiniert werden. Beispielsweise wird aus diesem Grund oft Kümmel beim Kochen von Sauerkraut zugegeben. Aber auch als Teeaufguss können die Kräuter eine wohltuende Wirkung auf den Magen haben. Daneben regen Bitterstoffe die Verdauung auf natürliche Weise an. Reich an Bitterstoffen sind beispielsweise Wermut, Artischocken oder die bittere Schleifenblume (Iberis amara). Sie sind beispielsweise häufig auch in pflanzlichen Mitteln gegen Bauchschmerzen enthalten, die in man in der Apotheke kaufen kann.

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Miriam Och
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Medizinredakteurin und Kommunikationswissenschaftlerin