Magenknurren: Warum grummelt manchmal unser Bauch?

17. September 2018

Der Magen kann nicht sprechen, aber dennoch auf sich aufmerksam machen und durch Magengeräusche einiges über den Zustand unseres Verdauungstraktes preisgeben. Oft hören wir beispielsweise ein lautes Geräusch, wenn wir Hunger haben. Aber wieso knurrt der Magen? Und mit welchen Tipps verhindert man das Magengrummeln in unangenehmen Situationen?

Housekeeping des Magens

Magenknurren kennen wir vor allem, wenn wir es morgens nicht mehr geschafft haben zu frühstücken. Irgendwann meldet sich der Hunger, was wir meist an dem grollenden Ton erkennen, den unser Bauch von sich gibt. Aber wie kommt es überhaupt zu diesem Magengeräusch? Um das zu verstehen, betrachten wir noch einmal kurz die wesentlichen Aufgaben des Magens.

Der Magen ist ein großer Muskel, der unter anderem zwei wichtige Aufgaben erfüllt:

  1. Er vermischt den Speisbrei mit der Magensäure.
  2. Er transportiert den Mageninhalt in Richtung Darm weiter.

Damit der Magen diese beiden Aufgaben erfüllen kann, arbeitet er ständig in wellenförmigen Bewegungen. Diese Muskelaktivität, bei der sich der Magen weitet und dann wieder zusammenzieht, wird in der Medizin Peristaltik genannt. Außerdem ist die Bezeichnung „Housekeeping“ (übersetzt: Haushaltung) geläufig, um die Tätigkeit des Magens, sich selbst sauber zu halten, zu bezeichnen.

Der Magen knurrt? Hunger!

Diese ständige Bewegung des Magens hört auch nicht auf, wenn wir länger nicht gegessen haben. Dann befinden sich im Magen überwiegend Wasser und Luft, die beim Kneten in Schwingung geraten. Dabei entsteht ein Geräusch, dass noch verstärkt wird, weil der leere Magen wie eine Art Klangkörper wirkt. Das kann man sich wie beim Dudelsack vorstellen: Hierbei gelangt ebenfalls Luft durch Kontraktion in einen Hohlkörper und erzeugt Laute. Dadurch ist das Magenknurren meist laut und deutlich hörbar.

Wer sich wundert, warum der Magen auch nach dem Essen knurrt: Vermutlich steckt hier gar nicht der Magen dahinter. Denn nicht nur der Magen macht Musik, der Darm gibt ebenso gluckernde oder grummelnde Darmgeräusche von sich.

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Allein die Vorstellung von leckerem Essen kann die Magengeräusche bei leerem Magen noch intensivieren. Denn schon der Gedanke an ein Stück Pizza, einen Burger oder einen frischen Salat bringt die Magenbewegung in Schwung und verstärkt das Magenknurren. Noch lauter knurrt der hungrige Magen beim Anblick oder Geruch von Köstlichkeiten jeglicher Art.

Bei Magengeräuschen zum Arzt?

Ein grummelnder Magen ist in der Regel völlig harmlos

Auch wenn das Knurren manchmal bedrohlich klingen kann, Magengrummeln ist in der Regel völlig harmlos und kommt bei jedem Menschen hin und wieder vor. Wenn das Magenknurren jedoch auffällig laut und kontinuierlich auftritt, sollte zur Vorsicht dennoch ein Arzt informiert werden, vor allem wenn die Geräusche mit anderen Symptomen wie Sodbrennen, Übelkeit oder Magendrücken verbunden sind. Der Arzt kann Stoffwechsel- oder Verdauungsstörungen als Ursache ausschließen.

Tipps gegen Magengrummeln

Magenknurren ist nichts Schlimmes und kein Grund, sich zu schämen. Trotzdem empfinden wir es manchmal als unangenehm, wenn der Magen laut knurrt. In einigen Situationen, wie während einer Besprechung oder in der Bibliothek, wenn ansonsten Totenstille herrscht, ist es oft peinlich, wenn man durch seine Magengeräusche alle Blicke auf sich zieht. Um das zu vermeiden, können Sie folgende Tipps beachten:

  • „Mit vollem Mund spricht man nicht“ – den Spruch kennen die meisten aus ihrer Kindheit. Und an diesem ist auch etwas Wahres dran. Denn durch Sprechen während des Essens gelangt mehr Luft in den Magen. Gleiches gilt für zu schnelles Essen. Lassen Sie sich demnach lieber Zeit und kauen Sie gründlich.
  • Leiden Sie häufig an Magengrummeln, sollten Sie außerdem blähende Lebensmittel wie Bohnen und Fastfood meiden. Genau genommen erzeugen die Gase zwar keine Magen- sondern Darmgeräusche, jedoch ist der Ton, der entsteht, oft mit Magenknurren zu verwechseln.
  • Trinken Sie lieber stilles Wasser anstatt spritzigem. Denn Kohlensäure kann ebenfalls glucksende Magengeräusche verursachen.
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  • Packen Sie sich immer einen kleinen Snack für zwischendurch ein. So haben Sie gleich etwas zur Hand, wenn Sie der Hunger überkommt.
  • Einige Gewürze haben entblähende Eigenschaften. Früher sollen die Menschen während der Kirche Fenchelsamen gegen das Magenknurren gekaut haben. Und auch Kümmel ist ein altbewährtes Magenmittel, das Geräusche reduzieren kann.
  • Versuchen Sie, sich bei Hunger abzulenken und nicht an Essen zu denken. Dadurch können Sie Ihren Bauch ein Stück weit überlisten.

Sehr häufiges Magenknurren kann außerdem ein Anzeichen für eine falsche Essgewohnheit sein. Unregelmäßige Essenzeiten oder das Auslassen von Mahlzeiten können dazu führen, dass man häufiger Magengeräusche von sich gibt. Sinnvoller ist es, mehrere kleine Portionen täglich zu sich zu nehmen und zumindest die Hauptmahlzeiten Frühstück, Mittagessen und Abendessen einzuhalten. Vermeidung von Stress im Alltag und eine gesunde Lebensweise mit viel Bewegung wirken sich ebenfalls positiv auf die Verdauung aus.

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Miriam Och
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Medizinredakteurin und Kommunikationswissenschaftlerin