Verstopfung bei Babys und kleinen Kindern

Unregelmäßigkeiten bei der Verdauung und beim Stuhlgang sind in den ersten zwei bis drei Lebensjahren in gewissem Rahmen normal. In manchen Fällen muss man die Verstopfung jedoch behandeln. Hier erfahren Sie mehr zum Thema Verstopfung bei Kindern und Babys.

Wer ist von Verstopfung betroffen?

Verstopfung bei Kindern kann eintreten, wenn auf feste Nahrung umgestellt wird

Verstopfung kommt bei einem Baby unter drei Monaten nur sehr selten vor, besonders wenn es voll gestillt wird. Ein Säugling, der Flaschennahrung bekommt, leidet eher unter Verstopfung, weil die Säuglingsmilchnahrung schwerer verdaulich ist als Muttermilch. Hat jedoch ein voll gestilltes Baby keinen Stuhlgang, könnte das ein Signal für eine Fehlbildung, eine Verletzung im Darm oder eine Krankheit sein.

Verstopfung bei Kindern tritt meist dann auf, wenn feste Nahrung eingeführt wird. Manchmal ist der Darm von der neuen Nahrung noch überfordert und muss sich erst daran gewöhnen. Bei älteren Kindern kann das Toilettentraining zu Verstopfung führen, wenn sie den Stuhlgang zu lange zurückhalten.

Kein Stuhlgang bei Babys: Wann liegt eine Verstopfung vor?

Neugeborene haben für gewöhnlich mehrmals täglich Stuhlgang. Bleibt die Windel ein oder zwei Tage leer, bedeutet das jedoch nicht gleich, dass eine Verstopfung vorliegt. Beim Baby funktioniert der Verdauungsprozess genau wie bei Erwachsenen ganz individuell. Manche voll gestillten Babys machen sogar nur einmal pro Woche ein großes Geschäft. Solange der Säugling keine Anzeichen von Unwohlsein zeigt und die Windel zumindest mehrmals täglich nass ist, bleibt der Stuhlgang aller Wahrscheinlichkeit nach nicht aufgrund einer Verstopfung aus.

Hebammentipp: Die goldene 7
Zur Häufigkeit des normalen Stuhlgangs beim Säugling gibt es diese Hebammenregel: Zwischen sieben Mal am Tag und alle sieben Tage einmal ist alles in Ordnung.

Eine Verstopfung äußert sich bei Babys und kleinen Kindern durch folgende Symptome:

  • trockener, harter, kugelförmiger Stuhlgang, der nur schwer herauskommt
  • Bauchschmerzen
  • harter Bauch
  • übelriechende Blähungen
  • Appetitlosigkeit

Im Zusammenhang mit einer Verstopfung kann aber auch wässriger, schleimiger Kot auftreten, der an der Darmblockade vorbeirutscht. Im Gegensatz zum Durchfall sind Menge und Häufigkeit jedoch meist geringer.

Psychologische Ursachen für Verstopfung bei Kindern

Stress kann sich bei Kindern genauso wie bei Erwachsenen auf die Verdauung auswirken. So kann zum Beispiel ein Urlaub oder Umzug den gewohnten Rhythmus durcheinanderbringen und zu Verstopfung führen.

Eltern unterschätzen außerdem manchmal, was für ein großer Entwicklungsschritt das Toilettentraining ist. Einige Kinder halten beispielsweise ihren Stuhlgang zurück, weil das Töpfchen oder die Toilette ungewohnt sind oder weil sie nicht aufhören wollen, zu spielen. Hier ist es wichtig, mit viel Einfühlungsvermögen vorzugehen, um den Gang zur Toilette nicht zu einem Negativerlebnis zu machen.

Hat ein Kind bereits Erfahrung mit hartem, schmerzhaftem Stuhlgang gemacht, steigt das Risiko, dass es den Gang zur Toilette beim nächsten Mal auf die lange Bank schiebt, weil es Angst vor erneuten Schmerzen hat. So entsteht ein Teufelskreis, bei dem sich die Verstopfung noch verschlimmert. Ihn kann das Kind nur gemeinsam mit den Eltern und mit viel Geduld und Ruhe durchbrechen.

Was tun gegen Verstopfung beim Baby?

Bei Verstopfung beim Baby können Sie als Eltern aktiv werden! Es gibt zahlreiche Maßnahmen, mit denen Eltern den Stuhlgang bei Kindern fördern können. Bewegung bringt die Verdauung meistens gut in Schwung. Probieren Sie Folgendes:

  • Gehen Sie mit Ihrem Kind auf den Spielplatz oder in den Park und spielen mit ihm Fangen.
  • Kann das Baby noch nicht laufen, können Eltern es auf den Rücken legen und mit den Beinchen Fahrrad fahren.
  • Eine Bauchmassage im Uhrzeigersinn fördert ebenfalls den Stuhlgang. Der Dickdarm, wo die Verstopfung in der Regel sitzt, führt den Nahrungsbrei in dieser Richtung durch die Bauchhöhle zum After.

Hat das Kind keinen Stuhlgang, kann dies auch ein Zeichen von Flüssigkeitsmangel sein. Wenn das Baby mit fester Beikost beginnt, sollte es deshalb zu den Mahlzeiten etwas trinken. Am besten eignet sich dafür stilles Wasser. Auch wenn bereits Anzeichen einer Verstopfung bestehen, kann Flüssigkeit helfen, diese zu lösen. Neigt ein Säugling zu Verstopfung, sollte bei der Umstellung auf feste Nahrung auf stopfende Lebensmittel wie Weißbrot, Banane oder Reis verzichtet werden. Gute Alternativen sind Pflaumen und Beeren, deren Ballaststoffe den Stuhl weich machen.

Die meisten Abführmittel sind bei Kindern tabu. Wenn sich die Verstopfung trotz Bewegung und Trinken nicht löst, kann ein Glycerinzäpfchen schnelle Erleichterung bringen. Es ist jedoch sinnvoll, dies vorher mit einem Arzt abzusprechen.

Wann mit Verstopfung zum Arzt?

Eine Verstopfung beim Baby sollte sicherheitshalber immer vom Arzt abgeklärt werden. Er kann feststellen, ob der Säugling vielleicht die Muttermilch oder Säuglingsnahrung nicht verträgt oder ob die Verstopfung von einer Krankheit ausgelöst wird. Bei Kindern, die bereits Beikost erhalten oder komplett auf feste Nahrung umgestellt sind, ist es sinnvoll, zuerst zu versuchen, die Verstopfung durch Bewegung, viel Trinken und eine Ernährungsumstellung zu lösen. Klappt das nicht oder hat das Kind starke Schmerzen, sollte ebenfalls ein Arzt aufgesucht werden, bevor aus der Verstopfung ein Darmverschluss entsteht.

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