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Bei Fettstuhl werden vermehrt Nahrungsfette ausgeschieden

Fettstuhl (Steatorrhoe) im Überblick:

  • Aussehen: hellbraune Farbe, schaumige oder klebrige Konsistenz, unangenehmer Geruch
  • Symptome: neben charakteristischem Aussehen unter anderem auch übelriechende Blähungen, Völlegefühl sowie Durchfall
  • Ursachen: Verdauungsstörungen (Malassimilationen), zum Beispiel aufgrund von Erkrankungen der Galle oder der Bauchspeicheldrüse, Nahrungsmittelunverträglichkeiten
  • Diagnose: Nachweis des Fettstuhls über Blut- oder Stuhluntersuchung, dann Ermittlung der zugrundeliegenden Erkrankung
  • Behandlung: ursachenspezifisch

Wie kann Fettstuhl aussehen?


Von Steatorrhoe ist die Rede, wenn täglich

  • mehr als sieben Gramm Fett mit dem Stuhl ausgeschieden und
  • nicht mehr als 150 Gramm Fett aufgenommen wurden.1

Die Anzeichen eines krankhaft erhöhten Fettgehalts sind ein lehmartiger, klebriger, glänzender und säuerlich bis scharf riechender Stuhl. Meist schwimmt der Fettstuhl im Toilettenwasser oder der Stuhlgang bleibt in der Toilettenschüssel kleben. Aufgrund des hohen Fettanteils wird der Fettstuhl oft auch als Butterstuhl oder Salbenstuhl bezeichnet. Betroffene leiden zudem häufig an Symptomen wie:

Das typische Aussehen des Stuhlgangs bei Fettstuhl

  • hellbraune Farbe (lehm- oder ockerfarben)
  • massig, fettig glänzend
  • schaumige oder klebrige Konsistenz
  • auffällig unangenehmer Geruch

Fettstuhl Mögliche Erkrankungen als Ursachen


Normalerweise sind es die Teamplayer Magensäure, Gallenflüssigkeit und der Saft der Bauchspeicheldrüse, die das Fett in der Nahrung aufbereiten und zerkleinern. Erst dann kann es von der Darmwand aufgenommen werden. Im Stuhl selbst bleibt nur wenig Fett übrig. Verhindern hingegen bestimmte Verdauungsstörungen (Malassimilationen) die Fettaufnahme, entsteht der sogenannte Fettstuhl.

Gut zu wissen

Auch als Nebenwirkung von Medikamenten zur Gewichtsreduktion oder bestimmter Antibiotika ist Fettstuhl (Steatorrhoe) denkbar. Unter Umständen liegt die Ursache für den Fettstuhl auch in sehr fettreichem Essen begründet.

Malabsorption Der Darm verweigert die Fettaufnahme

Bei einer Malabsorption handelt es sich um eine Verdauungsstörung, bei der es dem Körper nicht gelingt, die Nahrungsbestandteile – somit auch das Fett – richtig über die Darmschleimhaut aufzunehmen, obwohl diese von Enzymen und Gallensäuren für eine Aufnahme vorbereitet wurden. Eine Malabsorption entwickelt sich häufig aufgrund von:

Generell kann eine Aufnahmestörung des Darms jedoch auch unabhängig von Begleiterkrankungen entstehen.

Maldigestion als Ursache von Fettstuhl

Hingegen liegt eine Maldigestion vor, wenn das Zerlegen entsprechender Nahrungsbestandteile in ihre kleinsten Bausteine nicht stattfindet. Fette und Eiweiße verbleiben dabei im Darm, da deren Aufnahme nur erfolgt, nachdem sie zuvor in ihre einzelnen Bestandteile aufgespalten wurden. Letztendlich scheidet der Körper dadurch eine größere Menge dieser Stoffe mit dem Stuhl aus. Mögliche Ursachen für eine Maldigestion sind:

  • Mangel an Gallensäure: Eine Knappheit an Gallensäure (von der Leber produzierter Verdauungssaft) liegt möglicherweise an einem Gallenwegsverschluss: Gallensteine können die Gallengänge verstopfen. Oder es gibt eine Engstelle an der Mündung in den Darm, zum Beispiel durch einen Tumor, die den Abfluss der Galle stört. Die Gallensäure ist für die Fettverdauung jedoch sehr wichtig, da sie letztlich das Fett in der Nahrung aufspaltet.
  • Mangel an Bauchspeicheldrüsenflüssigkeit: Wie die Gallensäure spielt auch die Bauchspeicheldrüsenflüssigkeit für die Fettverarbeitung eine zentrale Rolle, weshalb ein Defizit die Fettaufnahmefähigkeit des Darms beeinträchtigt. Daran können wiederum ein Verschluss des Bauchspeicheldrüseneingangs, eine Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis), aber auch andere Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse (Pankreaserkrankungen) sowie ein Pankreastumor schuld sein.

Wussten Sie schon?

Fettstühle sind ein typisches Krankheitssymptom bei Mukoviszidose. Doch warum? Bei der angeborenen Stoffwechselerkrankung verursacht ein Gendefekt eine Verdickung von Drüsensekret. Ist davon die Bauchspeicheldrüse betroffen, kann der zähe Schleim das Organ verstopfen. Folglich kommt es zu einer Störung der Fettverdauung – und nicht selten zu Steatorrhoe.

Operationen als Ursache von Fettstuhl

Unter Umständen liegt den Fettverdauungsstörungen und folglich dem Fettstuhl eine Magenoperation zugrunde. Durch die teilweise oder komplette Entfernung des Magens kommt es zu einem beschleunigten Weitertransport des Speisebreis in den Dünndarm. Dadurch werden Verdauungsenzyme nicht richtig gebildet und die Nahrung nur ungenügend mit der Gallensäure oder der Flüssigkeit der Bauchspeicheldrüse vermischt.

Bei einem Magen-Bypass, einer Maßnahme der Magenverkleinerung bei krankhaftem Übergewicht, passiert der Nahrungsbrei nicht mehr alle Bereiche, die für die Aufnahme der Nährstoffe notwendig sind. In der Folge entwickeln viele Patienten Verdauungsbeschwerden. Dann ist es ihnen wiederum oftmals nicht mehr oder nur unzureichend möglich, Fette zu verdauen. Um unter anderem einem Fettstuhl vorzubeugen, sollten Betroffene einige Tipps und Regeln bezüglich ihrer Ernährung beachten.

Sonstige Fettstuhl-Ursachen

In seltenen Fällen ist es möglich, dass aufgrund von Geschwüren, Tumoren oder Entzündungen ein Kanal (Fistel) zwischen Magen und Dickdarm entsteht. Dadurch gelangt der Nahrungsbrei direkt aus dem Magen in den Dickdarm, was einen Fettstuhl zur Folge haben kann, aber auch weitere Darmbeschwerden.

Welcher Arzt hilft weiter?

Erster Ansprechpartner ist der Hausarzt, der gegebenenfalls zur weiteren Abklärung an einen Gastroenterologen, der auf Erkrankungen des Verdauungstraktes spezialisiert ist, überweist. Bitte lassen Sie bis zum Arztbesuch nicht zu viel Zeit verstreichen, auch wenn es Ihnen unangenehm ist und Überwindung kostet, über Darmausscheidungen zu sprechen. Grund für den Fettstuhl können, müssen aber nicht ausgesprochen ernstzunehmende Erkrankungen sein, die schnelles ärztliches Handeln erfordern.

Der Nachweis von Fettstuhl im Labor


Steatorrhoe ist mittels Untersuchungen im Labor nachweisbar. Unter dem Mikroskop untersuchen Experten Stuhlproben nach einer speziellen Anfärbetechnik auf ihren Fettgehalt. Die gängigere Methode, um die Fettmenge im Stuhl zu bestimmen, ist jedoch die Blutuntersuchung. Anhand des Beta-Carotin-Spiegels kann ermittelt werden, wie hoch der Fettanteil im Stuhl ist. Denn der Körper speichert Beta-Carotin nur zu einem kleinen Teil, ein Abfallen des Wertes ist bereits nach 1 bis 4 Wochen nachweisbar.2 Je weniger Beta-Carotin im Blut vorhanden ist, desto eher leidet der Patient unter Fettstuhl. Die Bestimmung bestimmter Verdauungsenzyme in Blut und Stuhl lässt zudem Rückschlüsse auf den Zustand der Bauchspeicheldrüse und der Gallenblase zu.

Um anschließend auf die Ursache des fettreichen Stuhlganges zu schließen, kann der Arzt weitere Untersuchungen durchführen. Mit Hilfe einer Computertomografie (CT) oder einer Magnetresonanztomografie (MRT) ist es ihm beispielsweise möglich, den Zustand der Organe genau zu analysieren und so letztlich den Grund des Fettstuhls festzustellen.

Therapie: Was hilft gegen Fettstuhl?


Die Behandlung von Fettstuhl richtet sich nach der zugrundeliegenden Erkrankung. Ist die Ursache eine Glutenunverträglichkeit , kann eine Diät mit glutenfreien Lebensmitteln die Symptome reduzieren. Verstopft dagegen ein Gallenstein den Gallengang, erfordert dies unter Umständen einen chirurgischen Eingriff, bei dem der Operateur den Gallenstein herausnimmt. Auch eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis) benötigt eine umgehende ärztliche Behandlung, weil diese meist schwer verläuft und sogar lebensbedrohlich ist. Ebenso wird in der Regel ein Bauchspeicheldrüsentumor operativ entfernt und dann entsprechend weiter therapiert.

Ist der Grund für den Fettstuhl eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung, wie zum Beispiel Morbus Crohn, kann diese meist nur symptomatisch behandelt werden. Bei Steatorrhoe aufgrund von ungesunden beziehungsweise zu fettreichen Mahlzeiten hilft eine umfangreiche Umstellung der Ernährung.

Richtige Ernährung bei Fettstuhl


Um einem Fettstuhl, der durch ungesunde Ernährung verursacht ist, vorzubeugen beziehungsweise zu behandeln, können Sie selbst einiges tun. Integrieren Sie in Ihren Speiseplan besonders fettarme, eiweißhaltige und leicht verdauliche Lebensmittel, wie zum Beispiel:

  • Gemüse (Kartoffeln, Zucchini, Karotten oder Fenchel)
  • Eier
  • Geflügel oder mageren Fisch

Vermeiden Sie hingegen Frittiertes oder fettreiche Käsesorten. Außerdem sollten Betroffene über den Tag verteilt mehrere kleine Mahlzeiten zu sich nehmen statt weniger große.

MCT-Fette

Liegt eine Maldigestion oder Malabsorption vor, empfiehlt sich die Aufnahme von MCT-Fetten, (mittelkettige Fette), die unter anderem als spezielle Streichfette angeboten werden. MCT-Fette sind nicht auf das Enzym Lipase angewiesen, das bei herkömmlichen Nahrungsfetten dafür sorgt, dass diese ins Blut gelangen. Da es beim Verzehr dieser speziellen Fette einiges zu beachten gibt – beispielsweise braucht es eine schrittweise Umstellung –, ist ein Gespräch mit Ihrem behandelnden Arzt ratsam.

Generell wirkt sich auch eine gesunde Lebensweise, wie der Verzicht auf Alkohol und Nikotin sowie ausreichend Bewegung, positiv auf die Verdauung aus.

Jessica Rothberg Schon seit Kindestagen interessiert sich Jessica Rothberg für medizinische Themen. So hat sie bereits mit neun Jahren Bücher zur Anatomie und Funktionsweise des menschlichen Körpers gewälzt, die bis heute einen festen Platz in ihrem Bücherregal einnehmen. Nach dem wirtschaftswissenschaftlichen Studium und Arbeit als Online Marketing Managerin, stand für sie fest, dass sie ihre große Leidenschaft – das Schreiben – mit gesundheitlichen und medizinischen Themen verbinden möchte. Seit 2018 ist sie Teil des kanyo®-Teams. Jessica Rothberg Medizinredakteurin und Wirtschaftswissenschaftlerin kanyo® mehr erfahren
Miriam Och Aufgewachsen in einer Familie aus Krankenschwestern und Journalisten, interessierte sich Miriam Och bereits sehr früh für die Themen Medizin und Medien. Nach verschiedenen Praktika im journalistischen Bereich – unter anderem bei der Deutschen Welle in Washington D.C. – absolvierte sie erfolgreich ihr Masterstudium Kommunikationswissenschaft an der Otto-Friedrich-Universität in Bamberg. Seit 2017 arbeitet sie als Medizinredakteurin bei kanyo®, wo sie ihre beiden Leidenschaften optimal miteinander verknüpfen kann. Miriam Och Medizinredakteurin und Kommunikationswissenschaftlerin kanyo® mehr erfahren
Julia Lindert Die Ressortjournalistin Julia Lindert spezialisierte sich während ihres Studiums auf die Themenfelder Medizin und Biowissenschaften. Medizinische Sachverhalte in verständlicher Sprache zu formulieren, ist das, was sie an ihrer Arbeit besonders mag. Ihr Credo in Bezug auf Krankheitsbilder und Therapiemöglichkeiten: Nichts beschönigen, aber auch keine unnötigen Ängste schüren. Julia Lindert Medizinredakteurin kanyo® mehr erfahren
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