Fettstuhl: Symptome und Ursachen

23. April 2019
9 Min.

Werden vermehrt Nahrungsmittelfette mit dem Stuhlgang ausgeschieden, sprechen Mediziner von Fettstuhl (auch Steatorrhoe oder Pankreasstuhl genannt). Ursache kann eine Nahrungsmittelunverträglichkeit sein, möglicherweise steckt aber auch eine ernsthafte Erkrankung, zum Beispiel Morbus Crohn, dahinter. Deshalb sollten Betroffene bei Verdacht auf Fettstuhl unbedingt einen Arzt aufsuchen.

Fettstuhl (Steatorrhoe) im Überblick:

  • Aussehen: hellbraune Farbe, schaumige oder klebrige Konsistenz, unangenehmer Geruch
  • Symptome: neben charakteristischem Aussehen unter anderem auch Blähungen, Völlegefühl sowie Durchfall
  • Ursachen: Verdauungsstörungen (Malassimilationen), zum Beispiel aufgrund von Erkrankungen der Galle oder der Bauchspeicheldrüse, Nahrungsmittelunverträglichkeiten
  • Diagnose: Nachweis des Fettstuhls über Blut- oder Stuhluntersuchung, dann Ermittlung der zugrundeliegenden Erkrankung
  • Behandlung: ursachenspezifische Behandlung


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Wie kann Fettstuhl aussehen?

Bei Fettstuhl werden vermehrt Nahrungsfette ausgeschieden

Werden täglich mehr als sieben Gramm Fett mit dem Stuhl ausgeschieden, ist von Steatorrhoe die Rede. Die Anzeichen eines krankhaft erhöhten Fettgehalts sind ein lehmartiger, klebriger, glänzender und säuerlich bis scharf riechender Stuhl. Meist schwimmt ein Fettfilm im Toilettenwasser oder der Stuhlgang bleibt in der Toilettenschüssel kleben. Aufgrund des hohen Fettanteils wird der Fettstuhl oft auch als Butterstuhl oder Salbenstuhl bezeichnet. Betroffene leiden zudem häufig an Symptomen wie:


Das typische Aussehen des Stuhlgangs bei Fettstuhl

  • hellbraune Farbe (lehm- oder ockerfarben)
  • schaumige oder klebrige Konsistenz
  • auffällig unangenehmer Geruch

Fettstuhl: Mögliche Erkrankungen als Ursachen

Normalerweise wird das Fett in der Nahrung durch die Wirkung der Magensäure, der Gallenflüssigkeit und des Saftes der Bauchspeicheldrüse aufbereitet und zerkleinert. Erst dann kann es von der Darmwand aufgenommen werden. Im Stuhl selbst bleibt nur wenig Fett übrig (bis zu sieben Gramm pro Tag). Wird die Fettaufnahme hingegen durch bestimmte Verdauungsstörungen (Malassimilationen) verhindert, entsteht der sogenannte Fettstuhl. Die Ursache für Fettstuhl kann in mehreren Organen begründet sein.

Gut zu wissen

Fettstuhl (Steatorrhoe) kann auch eine Nebenwirkung von Medikamenten zur Gewichtsreduktion oder bestimmter Antibiotika sein. Sehr fettreiches Essen kann ebenfalls zu Fettstuhl führen.

Malabsorption: Der Darm verweigert die Fettaufnahme

Bei einer Malabsorption handelt es sich um eine Verdauungsstörung, bei welcher der Körper die Wertstoffe der Nahrung nicht richtig aufnehmen kann. Daher wird auch das Fett in diesem Fall vom Darm ungenügend aufgenommen. Eine Malabsorption entwickelt sich häufig aufgrund von:

Generell kann eine Aufnahmestörung des Darms jedoch auch unabhängig von Begleiterkrankungen entstehen.

Maldigestion als Ursache von Fettstuhl

Können hingegen entsprechende Nahrungsbestandteile nicht in ihre kleinsten Bausteine zerlegt werden, liegt eine Maldigestion vor. Fette und Eiweiße verbleiben dabei im Darm, da sie nur aufgenommen werden können, wenn sie zuvor in ihre einzelnen Bestandteile aufgespalten wurden. Dadurch wird letztendlich eine größere Menge dieser Stoffe mit dem Stuhl ausgeschieden. Mögliche Ursachen für eine Maldigestion sind:

  • Mangel an Gallensäure

    Eine Knappheit an Gallensäure (von der Leber produzierter Verdauungssaft) liegt möglicherweise an einem Gallenwegsverschluss: Gallensteine können die Gallengänge verstopfen. Oder es gibt eine Engstelle an der Mündung in den Darm, zum Beispiel durch einen Tumor, die den Abfluss der Galle stört. Die Gallensäure ist für die Fettverdauung jedoch sehr wichtig, da sie letztlich das Fett in der Nahrung aufspaltet.
  • Mangel an Bauchspeicheldrüsenflüssigkeit

    Wie die Gallensäure spielt auch die Bauchspeicheldrüsenflüssigkeit für die Fettverarbeitung eine zentrale Rolle, weshalb ein Defizit die Fettaufnahmefähigkeit des Darms beeinträchtigt. Daran können wiederum ein Verschluss des Bauchspeicheldrüseneingangs, eine Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis), aber auch andere Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse (Pankreaserkrankungen) sowie ein Pankreastumor schuld sein.
Wussten Sie schon?

Mukoviszidose kann zu Fettstuhl bei Kindern führen. Doch warum? Bei der angeborenen Stoffwechselerkrankung verursacht ein Gendefekt eine Verdickung von Drüsensekret. Ist davon die Bauchspeicheldrüse betroffen, kann der zähe Schleim das Organs verstopfen. Folglich kommt es zu einer Störung der Fettverdauung – und nicht selten zu Steatorrhoe.

Operationen als Ursache von Fettstuhl

Fettverdauungsstörungen und folglich Fettstuhl werden außerdem nicht selten durch Magenoperationen verursacht. Durch die teilweise oder komplette Entfernung des Magens kommt es zu einem beschleunigten Weitertransport des Speisebreis in den Dünndarm. Dadurch werden Verdauungsenzyme nicht richtig gebildet und die Nahrung nur ungenügend mit der Gallensäure oder der Flüssigkeit der Bauchspeicheldrüse vermischt.

Bei einem Magen-Bypass, einer Maßnahme der Magenverkleinerung bei krankhaftem Übergewicht, passiert der Nahrungsbrei nicht mehr alle Bereiche, die für die Aufnahme der Nährstoffe notwendig sind. In der Folge entwickeln viele Patienten Verdauungsbeschwerden. Dann ist es ihnen wiederum oftmals nicht mehr oder nur unzureichend möglich, Fette zu verdauen. Um unter anderem einem Fettstuhl vorzubeugen, sollten Betroffene einige Tipps und Regeln bezüglich ihrer Ernährung beachten.

Sonstige Fettstuhl-Ursachen

In seltenen Fällen ist es möglich, dass aufgrund von Geschwüren, Tumoren oder Entzündungen ein Kanal (Fistel) zwischen Magen und Dickdarm entsteht. Dadurch gelangt der Nahrungsbrei direkt aus dem Magen in den Dickdarm, was einen Fettstuhl zur Folge haben kann, aber auch weitere Darmbeschwerden.

Der Nachweis von Fettstuhl im Labor

Steatorrhoe ist mittels Untersuchungen im Labor nachweisbar. Unter dem Mikroskop untersuchen Experten Stuhlproben nach einer speziellen Anfärbetechnik auf ihren Fettgehalt. Die gängigere Methode, um die Fettmenge im Stuhl zu bestimmen, ist jedoch die Blutuntersuchung. Anhand des Beta-Carotin-Spiegels kann darauf geschlossen werden, wie hoch der Fettanteil im Stuhl ist. Je weniger Beta-Carotin im Blut vorhanden ist, desto eher leidet der Patient unter Fettstuhl. Die Bestimmung bestimmter Verdauungsenzyme in Blut und Stuhl lässt zudem Rückschlüsse auf den Zustand der Bauchspeicheldrüse und der Gallenblase zu.

Um anschließend auf die Ursache des fettreichen Stuhlganges zu schließen, kann der Arzt weitere Untersuchungen durchführen. Mit Hilfe einer Computertomografie (CT) oder einer Magnetresonanztomografie (MRT) ist es ihm beispielsweise möglich, den Zustand der Organe genau zu analysieren und so letztlich den Grund des Fettstuhls zu ermitteln.

Wie kann die Behandlung von Fettstuhl aussehen?

Die Behandlung von Fettstuhl richtet sich nach der zugrundeliegenden Erkrankung. Ist die Ursache eine Glutenunverträglichkeit, kann ein Verzicht auf glutenfreie Lebensmittel die Symptome reduzieren. Wenn dagegen ein Gallenstein den Gallengang verstopft, muss dieser unter Umständen durch einen chirurgischen Eingriff herausgenommen werden. Auch eine Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis) sollte umgehend ärztlich behandelt werden, weil diese meist schwer verläuft und sogar lebensbedrohlich sein kann. Ebenso muss in der Regel ein Bauchspeicheldrüsentumor operativ entfernt und entsprechend weiter therapiert werden.

Ist der Grund für den Fettstuhl eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung wie zum Beispiel Morbus Crohn, kann diese meist nur symptomatisch behandelt werden. Bei Steatorrhoe aufgrund von ungesunden beziehungsweise zu fettreichen Mahlzeiten hilft eine umfangreiche Umstellung der Ernährung.

Richtige Ernährung bei Fettstuhl

Um einem Fettstuhl, der durch ungesunde Ernährung verursacht ist, vorzubeugen beziehungsweise zu behandeln, können Sie selbst einiges tun. Integrieren Sie in Ihren Speiseplan besonders fettarme, eiweißhaltige und leicht verdauliche Lebensmittel, wie zum Beispiel:

  • Gemüse (Kartoffeln, Zucchini, Karotten oder Fenchel)
  • Eier
  • Geflügel oder magerer Fisch

Vermeiden Sie hingegen Frittiertes, fettreiche Käsesorten oder Fleisch. Außerdem sollten Betroffene über den Tag verteilt mehrere kleine Mahlzeiten zu sich nehmen statt weniger große. Generell wirkt sich auch eine gesunde Lebensweise, wie der Verzicht auf Alkohol und Nikotin sowie ausreichend Bewegung, positiv auf die Verdauung aus.

Jessica Rothberg
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Medizinredakteurin und Wirtschaftswissenschaftlerin
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