Bauchschmerzen durch Stress – wenn die Psyche Bauchschmerzen macht

15. Oktober 2018

Der Arbeits- oder Schulalltag kann hektisch sein und auch die Freizeit vieler Menschen ist vollgepackt mit Terminen. Manchmal merken wir es selbst nicht, dass wir uns zu viel zumuten – bis der Körper Alarm schlägt. Psychische Belastungen können sich dann als Beschwerden im sensiblen Magen-Darm-Trakt zeigen, gerade Bauchschmerzen entstehen häufig durch Stress. Oft leiden auch schon Kinder darunter.

Bauchschmerzen durch Stress: So entstehen die Beschwerden

Auch Stress, Angst oder Trauer können Bauchschmerzen auslösen

Bei psychosomatischen Bauchschmerzen lösen psychische Konflikte körperlichen Schmerz aus. Als Auslöser kommen Stress, Ängste, Trauer, Überforderung und Nervosität infrage; eine körperliche Ursache kann nicht gefunden werden.

In unserem Bauchraum gibt es viele Nerven, die untereinander verschaltet sind. So können sich Gefühle dort bemerkbar machen: Wenn wir uns sehr auf etwas freuen, merken wir das zum Beispiel durch Kribbeln im Bauch. Und bei manchen fühlt sich das Verliebtsein wie Schmetterlinge im Bauch an. Aber auch nervliche Anspannung kann diese Körperstelle beeinflussen: Gerade Menschen, die dauerhaft unter Druck stehen, leiden häufig unter Bauchschmerzen durch Stress. Doch nicht jeder, der Stress hat, bekommt auch Bauschmerzen. Höchstwahrscheinlich ist eine genetische Veranlagung für psychosomatische Bauchschmerzen ausschlaggebend. Bei Betroffenen ist außerdem das vegetative Nervensystem sehr aktiv, das für die Steuerung unserer Organtätigkeit zuständig ist. Dadurch wird der Körper in stressigen Situationen in gesteigerte Alarmbereitschaft versetzt.

Andere psychosomatische Erkrankungen im Bauchraum

Psychosomatische Bauchschmerzen fallen oft mit funktionellen Störungen im Magen-Darm-Trakt zusammen wie einem Reizdarm oder Reizmagen. Auch bei diesen Krankheitsbildern kann keine organische Ursache gefunden werden. Betroffene haben einen empfindlichen Magen oder Darm und leiden unter wiederkehrenden Verdauungsproblemen wie Blähungen, Verstopfung oder Durchfall.

Wenn die Psyche von Kindern Bauchschmerzen verursacht

Sehr häufig schlagen sich Stress, Ärger und Aufregung bei Kindern in Bauchschmerzen nieder. Manchmal werden Kinder schon in der Grundschule stark gefordert, was Versagensangst auslösen kann. Auch wenn ein Kind von Mitschülern gemobbt oder ausgegrenzt wird, kann sich das durch Bauchschmerzen bemerkbar machen. Neben der Schule haben viele Kinder auch im privaten Umfeld Stress. Zum Beispiel kann ein intensives Freizeitprogramm mit Musikunterricht und Sportverein das Kind überfordern. Außerdem belasten familiäre Konflikte wie Streit oder die Scheidung der Eltern eine Kinderseele enorm.

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Begleiterscheinungen von psychosomatischen Bauchschmerzen bei Kindern sind:

  • Verhaltensänderungen (aggressiv, zurückgezogen)
  • Konzentrationsschwäche
  • Kopfschmerzen
  • Essstörungen


Bei Kindern zwischen vier und zwölf Jahren kann es zu einer sogenannten Nabelkolik kommen. Sie äußert sich durch immer wiederkehrende Schmerzen um den Bauchnabel herum. Eine organische Ursache kann nicht gefunden werden. Oft entstehen die Bauschmerzen durch Stress in der Schule oder der Familie. Zur Abklärung sollten Sie mit Ihrem Kind zum Arzt gehen, so kann ausgeschlossen werden, dass es sich zum Beispiel um eine Blinddarmentzündung handelt.

Achten Sie als Elternteil darauf, wann Ihr Kind über Bauchschmerzen klagt. Treten die Schmerzen gehäuft vor der Schule auf, kann das darauf hindeuten, dass die Probleme psychisch bedingt sind. Durch die Schmerzen versucht das Kind eventuell unbewusst, einer unangenehmen Situation aus dem Weg zu gehen. Reden Sie mit Ihrem Kind und versuchen Sie so dem Auslöser auf den Grund zu gehen. Bei Kindern sollten genau wie bei Erwachsenen Bauchschmerzen durch die Psyche schnell behandelt werden, um zu verhindern, dass sie chronisch werden.

Bauchschmerzen durch Stress vorbeugen

Neben den Genen beeinflussen auch andere Faktoren die Entstehung von Bauchschmerzen durch Stress:

  • die Persönlichkeit
  • das soziale Umfeld
  • die Lebensweise

Eine unsichere, ängstliche Person, neigt eher dazu, psychosomatische Bauchschmerzen zu entwickeln, als eine eher robuste Persönlichkeit. Die Persönlichkeit lässt sich freilich nur wenig beeinflussen, allerdings können Sie zur Vorbeugung von psychosomatischen Bauchschmerzen ein stabiles soziales Netzwerk aufbauen und pflegen. Freunde und Familie bieten gerade in belastenden Phasen Halt. Des Weiteren kann eine gesunde Lebensweise mit ausreichend Schlaf, genügend Bewegung und bewusster Ernährung psychosomatischen Bauchschmerzen vorbeugen.

Die Behandlung der Bauchschmerzen durch Stress

Die Behandlung von psychosomatischen Bauchschmerzen ist meist langwierig, aber äußerst wichtig. Denn halten Bauchschmerzen länger als drei Monate an oder tauchen sie immer wieder auf, sind sie chronisch. Das Ziel der Therapie ist es, dies zu verhindern und den Betroffenen ein beschwerdefreies Leben zu ermöglichen. Außerdem soll vermieden werden, dass psychische Folgeerkrankungen hinzukommen. Denn gerade bei anhaltenden Schmerzen stellt sich bei vielen Patienten eine Depression ein.

Zunächst schließt der Arzt aus, dass eine körperliche Erkrankung vorliegt. Die anschließende Therapie basiert auf zwei Säulen: Einerseits sollen Schmerzen gelindert und andererseits die Ursachen der psychosomatischen Bauchschmerzen behoben werden. Mithilfe von Medikamenten werden die Schmerzen erträglicher, damit der Körper nicht ständig unter Stress steht. Welche Medikamente bei Ihren Bauchschmerzen helfen, entscheidet der Arzt je nach Intensität und Dauer der Beschwerden.

In einer Psychotherapie erarbeiten Sie mit einem Therapeuten, woher die Schmerzen kommen. Zum Beispiel können Sie Strategien erlernen, um besser mit Stress und Belastungen umzugehen. Nehmen Sie sich dabei die Zeit, die Sie brauchen – Verhaltensweisen, die sich über Monate oder Jahre hinweg eingeschlichen haben, lassen sich nicht von jetzt auf gleich ändern. Ein einfühlsamer Psychotherapeut wird Ihnen auf diesem Weg mit Rat und Verständnis zur Seite stehen.

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