Häufig gestellte Fragen zu psychosomatischen Bauchschmerzen


Wie äußern sich psychosomatische Bauchschmerzen?

Ein häufiges Merkmal von psychosomatischen Bauchschmerzen sind diffuse Schmerzen im Bauchbereich, welche die Betroffenen nicht näher beschreiben können. Als Begleitsymptome können unter anderem auch Völlegefühl, Übelkeit, Blähungen, Sodbrennen, Verstopfung, aber auch Erbrechen und Durchfall auftreten.

Was sind die Ursachen von psychosomatischen Bauchschmerzen?

Der häufigste Auslöser für psychosomatische Bauchschmerzen ist eine hohe Belastung durch Stress, aber auch Angstzustände, Trauer oder andere seelische Konflikte können die Beschwerden verursachen.

Wie lassen sich psychosomatische Bauchschmerzen behandeln?

Bei der Therapie von psychosomatischen Schmerzen steht vor allem die Behandlung der Ursache im Vordergrund. Entspannungstechniken wie autogenes Training helfen, Stress abzubauen. Hobbys und Sport können vor allem bei Kindern helfen, das Selbstbewusstsein zu stärken.

Warum kann Stress Bauchschmerzen verursachen?


Der Darm und das Gehirn sind durch die sogenannte Darm-Hirn-Achse eng miteinander verbunden. Diese Verbindung spielt eine wichtige Rolle bei der Funktion des Magen-Darm-Trakts, aber auch bei der Entstehung von Emotionen.

Denn der Darm spiegelt jede im Gehirn aufkommende Emotion wider. Bei Wut produziert der Magen mehr Säure und Nahrung wird langsamer weiter transportiert, während Traurigkeit den Darm fast völlig zum Stillstand bringt.1  

Wie genau Stress und Bauchschmerzen in Verbindung stehen und was Sie selbst dagegen tun können, erfahren Sie im Video:

In unserem Bauchraum gibt es viele Nerven, die untereinander verschaltet sind, man spricht vom enterischen Nervensystem. Dieses kann unabhängig vom Gehirn arbeiten, ist aber über direkte Nervenverbindungen auch mit der obersten Steuerzentrale verbunden. Kopf und Magen-Darm-Trakt tauschen so Informationen aus und stimmen sich ab. 

Deswegen machen sich Gefühle manchmal in der Magenregion bemerkbar: Wenn wir uns sehr auf etwas freuen, merken wir das zum Beispiel durch Kribbeln im Bauchraum. Und bei manchen Menschen fühlt sich das Verliebtsein wie Schmetterlinge im Bauch an. Das Gehirn sendet die Impulse als Reaktion über Nerven an den Magen-Darm-Trakt. 

Doch wieso schlägt uns Stress so auf den Magen und verursacht sogar Bauchschmerzen? Die Antwort: Bei starker nervlicher Anspannung schüttet das Gehirn Stresshormone aus und versetzt den Körper in Alarmbereitschaft.

Die Tätigkeit des Magen-Darm-Trakts kommt zum Erliegen, da die Energie und das Blut vor allem für die Skelettmuskeln benötigt werden.2 Bei dauerhaftem Stress wird der träge Magen-Darm-Bereich allerdings zum Problem. Es kann zu Magenschmerzen bis hin zu Darmentzündungen kommen. 

Doch nicht jeder, der gestresst ist, bekommt auch Bauschmerzen. Höchstwahrscheinlich ist auch eine genetische Veranlagung für psychosomatische Schmerzen ausschlaggebend.  

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Weitere Erkrankungen im Bauchraum

Psychosomatische Bauchschmerzen fallen oft mit funktionellen Störungen im Magen-Darm-Trakt zusammen, wie beispielsweise einem Reizdarm oder Reizmagen. Auch bei diesen Krankheitsbildern kann keine organische Ursache gefunden werden. Betroffene haben einen empfindlichen Magen oder Darm und leiden unter wiederkehrenden Verdauungsproblemen wie Übelkeit, Blähungen, Verstopfung oder Durchfall.

Wie äußern sich psychosomatische Bauchschmerzen?


In erster Linie machen sich psychosomatische Magenbeschwerden durch diffuse Schmerzen im Bauchbereich bemerkbar. Sie können sowohl im Oberbauch als auch im Unterbauch auftreten. Mit einer näheren Beschreibung der Symptomatik tun sich die Patienten oft schwer. Neben diesen unspezifischen Symptomen können auch folgende Beschwerden auftreten:2

  • Verstopfung 
  • Schmerzen oder Druckgefühl am Herzen 
  • Beklemmung und Druck in der Brust 
  • Harnbrennen 
  • Juckreiz 

Wenn der Arzt den Bauch abtastet, fühlt sich der Oberbauch häufig hart an. Manchmal lösen die stressbedingten Bauchschmerzen auch eine Zunahme der Darmbewegungen aus, was unter anderem zu Durchfall führen kann.

Wie lassen sich psychosomatische Bauchschmerzen behandeln?


Auch wenn Sie vermuten, dass Ihre Beschwerden psychosomatischer Natur sind, sollten Sie zunächst den Gang zum Arzt wagen. Ist auch nach einer sorgfältigen Untersuchung keine körperliche Erkrankung als Auslöser erkennbar, spricht man von psychosomatischen Bauchschmerzen.

Medikamente gegen psychosomatische Bauchschmerzen

Zwar können Medikamente helfen, Schmerzen zu lindern und die innere Spannung abzumildern, jedoch bringt dieser Ansatz nur kurzfristig eine Erleichterung. Generell richtet sich die medikamentöse Therapie nach der Art der Beschwerden. So können beispielsweise Entschäumer bei Flatulenzen helfen, während beispielsweise Antazida und H2-Blocker bei Sodbrennen zum Einsatz kommen.

Bei akuten Schmerzen können Schmerzmittel wie Paracetamol oder Ibuprofen vorübergehend helfen. Wer schmerz- beziehungsweise symptomlindernde Medikamente benötigt, sollte die Art und Dosierung der Tabletten unbedingt zuvor mit seinem Arzt besprechen.

Psychosomatische Bauchschmerzen mit Hausmittel lindern

Bei leichteren Problemen können die gängigen Hausmittel für Bauchschmerzen die Beschwerden abmildern. Dazu gehören unter anderem: 

  • Wärme:
    Legen Sie sich eine Wärmflasche oder ein warmes Kirschkernkissen auf den Bauch. Auch ein warmes Bad kann Bauchkrämpfe und -schmerzen lindern. 
  • Tee trinken:
    Vor allem Pfefferminz, Kümmel und Fenchel sind dafür bekannt, den Bauch zu beruhigen. 
  • Bauchmassage:
    Mit der flachen Hand den Bauch kreisförmig im Uhrzeigersinn sanft massieren. 
  • Bewegung:
    Durch leichte Bewegung lassen sich die Beschwerden oft reduzieren. Vor allem Übungen aus dem Yoga können Bauchschmerzen und Magenprobleme vermindern.  

Psychotherapie zur Behandlung psychosomatischer Schmerzen

Das Wesentliche bei der Behandlung von psychosomatischen Schmerzen ist es, die eigentliche Ursache herauszufinden und zu beheben. In einer Psychotherapie erarbeiten Sie mit einem Therapeuten, wo genau der Auslöser für die Schmerzen liegt. Zum Beispiel können Sie Strategien erlernen, um besser mit Stress, Angst und Belastungen umzugehen.

Nehmen Sie sich dabei die Zeit, die Sie brauchen – Verhaltensweisen, die sich über Monate oder Jahre hinweg eingeschlichen haben, lassen sich nicht von jetzt auf gleich ändern. Ein einfühlsamer Psychotherapeut wird Ihnen auf diesem Weg mit Rat und Verständnis zur Seite stehen. 

Die Behandlung psychosomatischer Beschwerden ist meist langwierig, aber äußerst wichtig, um zu verhindern, dass es dauerhaft bestehen bleibt. Denn halten die Schmerzen länger als drei Monate lang an oder tauchen sie immer wieder auf, gelten sie als chronisch.3 

Bei psychosomatischen Bauchschmerzen ist das Ziel der Therapie, das Symptom und seine Begleiterscheinungen zu lindern und den Betroffenen ein beschwerdefreies Leben zu ermöglichen. Außerdem soll vermieden werden, dass psychische Folgeerkrankungen hinzukommen. Denn gerade anhaltende Schmerzen können bei einigen Patienten die Entstehung von Angststörungen oder Depressionen fördern.2 

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Bauchschmerzen durch Stress: Symptomen vorbeugen


Die Persönlichkeit (beispielsweise eine Neigung zu Unsicherheit) lässt sich natürlich nur wenig beeinflussen, allerdings besteht die Möglichkeit, zur Vorbeugung ein stabiles soziales Netzwerk aufzubauen und zu pflegen.

Freunde und Familie bieten gerade in belastenden Phasen Halt. Des Weiteren hilft eine gesunde Lebensweise mit ausreichend Schlaf, genügend Bewegung und bewusster Ernährung dabei, psychosomatischen Bauchschmerzen vorzubeugen. 

Eine unsichere, ängstliche Person neigt eher dazu, psychosomatische Bauchschmerzen zu entwickeln, als eine robustere Persönlichkeit.

Tipps zum Vorbeugen von stressbedingten Bauchschmerzen?

Bestimmte Maßnahmen können helfen, um akute Situationen abzufangen und den Stresslevel zu reduzieren. Mit diesen Tipps können Sie Stress und damit psychosomatische Bauchschmerzen vorbeugen:

  1. Achten Sie auf mentale Auszeiten: Holen Sie tief Luft und konzentrieren Sie sich auf Ihre Atmung. Reisen Sie nun in Gedanken an einen Ort, an dem Sie sich wohlfühlen und verbleiben Sie für einige Minuten dort. Das gibt Kraft und setzt neue Energie frei.
  2. Entspannung durch Musik: Musik kann sich positiv auf unsere Emotionen auswirken und damit Stress reduzieren. Auch ein Instrument zu spielen oder zu singen hilft dabei, Anspannung abzubauen.
  3. Erholung durch ausreichend Schlaf: Nach einer Nacht mit gutem und ausreichend langem Schlaf erhöht sich die Belastbarkeit und Leistungsfähigkeit. Wer durch den Stress zusätzlich unter Schlafproblemen leidet, sollte regelmäßige Schlaf- und Aufstehzeiten einhalten und auf Koffein sowie Alkohol weitestgehend verzichten.
  4. Regelmäßige Bewegung senkt den Stresspegel: Ein Spaziergang an der frischen Luft entspannt den ganzen Körper und vor allem das Gehirn, da stressneutralisierende Hormone ausgeschüttet werden (beispielsweise die als „Glückshormone“ bekannten Endorphine).
  5. Eine gesunde, ausgewogene Ernährung kann auch dabei helfen, den gestressten Organismus zu entlasten. Beispielsweise belasten kleine, fettarme Mahlzeiten mit wenig Ballaststoffen den Magen und Darm in Stresssituationen deutlich weniger.4
  6. Dämmen Sie die Aufregung durch Entspannungsübungen ein: Empfehlenswert sind beispielsweise progressive Muskelentspannung, autogenes Training oder Yoga.

Vielen Menschen hilft es auch, einfach einmal „nein“ zu sagen. Oft halsen wir uns zu viele Aufgaben auf, die wir ohne extremen Stress gar nicht bewältigen können. Daher lieber nach dem Motto: In der Ruhe liegt die Kraft.

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Wenn die Schule auf den Magen schlägt:
Psychosomatische Bauchschmerzen bei Kindern


Ein Mädchen mit Schulstress leidet unter psychosomatischen Bauchschmerzen.

Gerade bei Kindern schlagen sich Ärger, Aufregung und Co. in Form von Bauchschmerzen nieder. Daher überrascht es nicht, dass Bauchschmerzen bei Kindern im Alter zwischen 4 und 14 Jahren einer der häufigsten Gründe für einen Termin beim Kinderarzt sind.5

Denn neben körperlichen Ursachen wie Virusinfektionen können auch Stress, Angst und andere psychische Belastungen Bauchschmerzen, aber auch Durchfall, Verstopfung oder Völlegefühl verursachen. 

Woran erkennt man eine psychosomatische Bauchschmerzen bei Kindern?

Ob es sich bei regelmäßigen Beschwerden um psychosomatische Schmerzen handelt, lässt sich nur durch einen Arztbesuch abklären. Dabei werden vor allem erst einmal körperliche Ursachen ausgeschlossen. 

Achtung!

Es ist stets wichtig, die Kinder mit ihren Beschwerden ernst zu nehmen. Auch wenn keine körperlichen Ursachen vorliegen, sind die Schmerzen bei psychosomatischen Beschwerden dennoch real.

Psychosomatische Bauchschmerzen kommen selten allein. Oftmals treten sie zusammen mit weiteren Symptomen auf. Dazu gehören:  

  • Verhaltensänderungen (aggressiv, zurückgezogen) 
  • Konzentrationsschwäche 
  • Kopfschmerzen 
  • Übelkeit 
  • Essstörungen (beispielsweise Appetitlosigkeit) 
  • Schlafstörungen 

Achten Sie als Elternteil darauf, wann Ihr Sprössling über Bauchweh klagt. Treten die Schmerzen gehäuft vor der Schule auf, deutet das möglicherweise darauf hin, dass die Probleme psychisch bedingt sind. Belastende Umstände, die oft nicht einmal bewusst wahrgenommen werden, können sich auch bei einem Kind als Magenschmerzen äußern. 

Ursachen psychosomatischer Bauchschmerzen bei Kindern

Was genau zu den psychosomatischen Bauchschmerzen führt, ist nicht immer eindeutig zu identifizieren. Allerdings sind in der Regel mehrere Faktoren beteiligt. Besonders belastend sind für Kinder alltägliche Stresssituationen, die regelmäßig und über lange Zeiträume auftauchen und denen sie sich allein nur schwer entziehen können. Diese Lebenslagen sind für Kinder besonders zermürbend und erzeugen entsprechende Stressreaktionen. Konkrete Ursachen können hierbei sein:6 

  • Kritische Lebensereignisse: Dazu zählen beispielsweise ein Umzug, die Scheidung der Eltern oder der Tod einer nahestehenden Person. Die Veränderung erzeugt eine starke Verunsicherung beim Kind und erfordert eine Anpassung and die veränderten Gegebenheiten. 
  • Mobbing: Wenn ein Kind über einen längeren Zeitraum regelmäßig feindseligen und bösartigen Handlungen ausgesetzt ist, spricht man von Mobbing. Dies kann in der Schule, selten aber auch schon im Kindergarten vorkommen.  
  • Stress durch Entwicklungsveränderungen, beispielsweise durch den Eintritt in den Kindergarten oder in die Schule 
  • Leistungsdruck durch zu hohe Erwartungen an die Leistungsfähigkeit durch die Eltern oder durch Lehrer. 
  • Stress innerhalb der Familie, beispielsweise durch Auseinandersetzungen zwischen den Eltern, Geschwisterrivalität, besondere Belastungen der Eltern (z. B. Arbeitslosigkeit) oder Mangel an Aufmerksamkeit, beispielsweise durch ein schwer erkranktes Geschwisterkind. 
  • Schulstress führt oft zu einem Teufelskreis. Schlechte Leistungen und der Vergleich mit anderen Schülern wirken sich negativ auf die Selbsteinschätzung und das Selbstwertgefühl aus, was wiederum zu schlechteren Leistungen führt. Bei Lern- und Entwicklungsdefiziten wird der Stress oft zusätzlich verstärkt.

Psychosomatische Bauchschmerzen bei Kindern infolge der Corona-Pandemie

Während der Corona-Pandemie kam es zu starken Einschnitten bei den Kontakten und Freizeitangeboten für Kinder. Auslöser waren hierbei vor allem die Schließungen der frühkindlichen Einrichtungen und Schulen von März 2020 bis teilweise September 2020 und von Oktober 2020 bis März 2021 sowie die mehrwöchigen Lockdowns 2020 und 2021.

Im Zuge der Lockdowns wurden streckenweise nicht nur die Kontakte außerhalb der Kernfamilie stark eingeschränkt, sondern auch der Zugang zu Sport- und Freizeitangeboten wie Spielplatz oder Kinobesuch untersagt. Dazu stellte die Herausforderung durch Arbeit und Homeschooling der Kinder eine doppelte Belastung für Familien dar.

Dementsprechend stieg auch die Anspannung innerhalb der Familien im Laufe der Pandemie an. Zwar wurden Präventionsmaßnahmen wie die Kontaktbeschränkungen im Frühjahr 2022 stark gelockert, dennoch fühlen sich nach wie vor viele Kinder und Jugendliche durch Corona psychisch belastet.7 

Die Zahl der Kinder, die sich psychisch belastet fühlen, ist im Vergleich zu vor der Pandemie sehr hoch. Jedoch gehen die Experten davon aus, dass die meisten Kinder und Jugendlichen keine Angststörung oder Depression entwickeln werden.

Dennoch hat die Belastung infolge der Corona-Krise dafür gesorgt, dass psychosomatische Stresssymptome wie Bauchschmerzen, Kopfweh, Gereiztheit und Einschlafprobleme noch immer häufiger vorkommen als vor der Pandemie.7 

Stressfaktor „Schlechte Noten“

Durch die Schulschließungen und das anschließende Homeschooling während der Corona-Pandemie haben sich in vielen Bereichen Lerndefizite aufgebaut. Lernrückstände aufzuholen sei zwar relevant, dennoch betonen Experten, dass die Kontakte mit Gleichaltrigen sowie Freizeit- und Sportangebote für Kinder und Jugendliche ebenfalls sehr wichtig für die Entwicklung sind. Außerdem sollten Eltern bedenken: Psychisch stabile und selbstsichere Kinder können eventuelle Lernrückstände deutlich schneller und leichter wieder aufholen.8

Psychosomatische Bauchschmerzen bei Kindern: Was Eltern tun können

Ein Leben ohne Stress ist unwahrscheinlich, aber Eltern können ihren Kindern helfen, mit Stresssituationen umzugehen. Dabei ist auch entscheidend, wie die Eltern selbst in solchen Umständen reagieren. Wer seinem Kind vorlebt, wie Stress effektiv abgebaut werden kann und dass Niederlagen kein Grund zum Verzweifeln sind, bringt auch mehr Gelassenheit ins Kinderzimmer.

Ursache der Bauchschmerzen abklären

Reden Sie mit Ihrem Kind und versuchen Sie so, dem Auslöser für seine Ängste auf den Grund zu gehen. Genau wie bei Erwachsenen sollte psychosomatisches Bauchweh bei Kindern schnell behandelt werden, um zu verhindern, dass daraus chronische Schmerzen entstehen.

Zur Abklärung sollten Sie mit Ihrem Kind zum Arzt gehen, so kann ausgeschlossen werden, dass es sich um Erkrankungen wie zum Beispiel eine Blinddarmentzündung handelt. Haben die Bauchschmerzen eine psychische Ursache, empfiehlt sich der Gang zum Kinderpsychologen. Dieser erörtert zusammen mit dem kleinen Patienten die Stressauslöser und gibt Tipps, wie das Kind diese eindämmen kann.

Hier einige Tipps, um Kindern mit psychosomatischen Bauchschmerzen zu helfen: 

  • Selbstbewusstsein stärken: Lobende Worte können hilfreich sein, aber auch Hobbys und Aktivitäten, bei denen sich das Kind ausprobieren und Erfolgserlebnisse erfahren kann. 
  • Verständnis zeigen und Schwächen akzeptieren: Vor allem bei Kindern mit Lernschwierigkeiten wie Dyskalkulie oder Lese-Rechtschreib-Schwäche kann der Schulstress das Selbstwertgefühl angreifen. Eltern, aber auch Lehrkräfte, die verständnisvoll auf eine solche Situation reagieren, reduzieren damit den Druck auf das betroffene Kind. 
  • Entspannungsübungen: Dazu zählen unter anderem autogenes Training, Kinderyoga, Traumreisen und Atemübungen (beispielsweise soll sich das Kind im Liegen vorstellen, eine Feder in einem vorgegebenen Tempo immer wieder in die Luft zu pusten). 
  • Positive Affirmationen: Bei Affirmationen handelt es sich um Bilder und Sätze, die der betroffenen Person helfen sollen, sich selbst oder einer Situation gegenüber positiv eingestellt zu sein. Diese können beispielsweise lauten „Ich bin gut so wie ich bin“, „Ich kann alles schaffen, was ich will“ oder „Ich bin wertvoll“. Diese Sätze werden anschließend in die tägliche Abend- oder Morgenroutine eingebaut und können vom Kind laut ausgesprochen oder nur für sich in Gedanken formuliert werden. Wer mag, kann die Sätze auch aufschreiben und an einem Wohlfühlort im Kinderzimmer aufhängen. 
  • Sport: Neben einem besseren Körpergefühl erfährt das Kind beim Sport auf spielerische Weise Erfolgserlebnisse und lernt seine Stärken kennen.  
  • Lernstress begegnen: Durch effektive Zeitplanung, aber auch durch die Identifikation von Stärken und eventuellem Förderbedarf, kann Lernstress schon im Vorfeld vermieden werden. Hier sollten Eltern vor allem das Gespräch mit der Schule suchen und überlegen, wie sich die Stressbelastung reduzieren lässt. 

Tipp: Das Sandwich-Lernen

Beim Lernen sollten die Eltern darauf achten, dass die Kinder den Stoff in Lernportionen aufteilen und Erholungspausen einplanen. Zudem ist es hilfreich, wenn das Kind mit einer leichten oder angenehmen Aufgabe anfängt und sich erst danach den unangenehmen oder schweren Aufgaben widmet. Für den Abschluss sollte noch einmal eine leichte Aufgabe anstehen, damit das Kind den Tag mit einem Erfolgserlebnis abschließt.

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