Ursachen auf einen Blick

  • Schwangerschaft
  • Lebensmittelunverträglichkeit
  • Reizmagen/Reizdarm
  • Morbus Crohn
  • Nierenerkrankung
  • Herzinsuffizienz
  • Bluthochdruck
  • Leberentzündung

Welche Auslöser kommen bei ständiger Übelkeit infrage?


Übelkeit hat wohl jeder schon erlebt. Der Eindruck sich übergeben zu müssen, stellt sich beispielsweise ein, nachdem man zu viel gegessen hat. Der Magen ist überlastet und man fühlt sich elend. Eine solcher Zustand wird als recht unangenehm wahrgenommen, jedoch geht er meist schnell wieder vorüber. Die Übelkeit kann aber ebenfalls ein Symptom vieler weiterer Ursachen sein. Besonders, wenn sie über einen Zeitraum von zwei bis drei Tagen anhält, sollten Betroffene einen Arzt aufsuchen.1

Zu den möglichen Ursachen von Dauerübelkeit zählen:

  • Schwangerschaftsübelkeit: Übelkeit zieht sich bei einigen Frauen in der Schwangerschaft über mehrere Monate hinweg. Während manchen werdenden Müttern nur ab und zu morgens schlecht wird, leiden andere an ständiger Übelkeit und müssen häufig erbrechen. Als Gründe hierfür vermuten Experten einerseits die allmähliche Gewöhnung des Körpers an das heranwachsende Baby und andererseits die Veränderung des Hormonhaushalts.
  • Lebensmittelunverträglichkeit oder -allergie: Ständige Übelkeit nach dem Essen kann ein Hinweis auf eine Lebensmittelintoleranz oder Allergie sein. Viele Menschen vertragen beispielsweise keinen Fruchtzucker (vor allem in Obst), Milchprodukte, Gluten oder Histamin (zum Beispiel in Rotwein und einigen Käsesorten). Neben Bauchschmerzen, Blähungen und Durchfall, zählt auch Übelkeit zu den typischen Symptomen.
  • Reizmagen: Menschen, die einen Reizmagen haben, leiden neben Symptomen wie Appetitlosigkeit, dumpfen Schmerzen im Oberbauch, Völlegefühl oder Sodbrennen, häufig an ständiger Übelkeit. Die genaue Ursache der Krankheit ist bisher noch nicht bekannt. Da aber eine Erkrankung von Organen ausgeschlossen wird, gehen Mediziner davon aus, dass vor allem äußere Einflüsse wie psychische Belastung, Stress, eine ungesunde Ernährung oder eine Infektion mit dem Bakterium Helicobacter pylori die Beschwerden auslösen.
  • Chronische Darmerkrankung: Menschen mit chronischen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Reizdarm leiden zum Teil auch an ständiger Übelkeit.

Was tun gegen ständige Übelkeit?

Um Übelkeit zu bekämpfen gibt es eine Reihe verschiedener Maßnahmen. Angefangen bei lockerer Kleidung und Entspannung, helfen auch Kamillentee, Ingwer oder leichte Kost wie Zwieback. In schwereren Fällen kommen mitunter Medikamente (beispielsweise Antibrechmittel) zum Einsatz.

Der Auslöser der Übelkeit muss jedoch nicht zwingend im Magen-Darm-Bereich liegen. Auch Erkrankungen in anderen Bereichen des Körpers führen mitunter zu ständiger Übelkeit als Begleitsymptom. Dazu gehören zum Beispiel:

  • Erkrankung der Nieren
  • Leberentzündung (Hepatitis)
  • Herzmuskelschwäche (Herzinsuffizienz)
  • Magengeschwür

  • Krebserkrankung (insbesondere im fortgeschrittenen Stadium)
  • Bluthochdruck
  • Tumor in Gehirn oder Rückenmark

Übelkeit und Erbrechen können außerdem Nebenwirkungen von Medikamenten sein. Besonders Präparate, die zur Krebsbehandlung verwendet werden, schlagen bei vielen Patienten auf den Magen. Aber auch die regelmäßige Einnahme von Suchtmitteln wie Alkohol und Drogen kann ständige Übelkeit mit sich bringen.

Sonderfall Morbus Menière Drehwurm im Kopf


Man kennt sie von Kinderspielplätzen: kleine Karusselle, auf denen sich Kinder im Kreis drehen. Übertreiben sie es mit der Geschwindigkeit, fühlen sie sich schwindelig und wackelig auf den Beinen. Außerdem klagen sie im Anschluss nicht selten über Übelkeit.

Ähnlich müssen sich Menschen fühlen, die von Morbus Menière betroffen sind. Typisch für diese Erkrankung sind plötzliche Attacken von Schwindel, bei denen sich die Welt in rasender Geschwindigkeit dreht. Zu den weiteren Symptomen gehören Schwerhörigkeit und Tinnitus. Während der Schwindelattacken kann außerdem ständige Übelkeit hinzukommen.

Die genaue Ursache der Erkrankung ist bisher noch nicht ausreichend erforscht, vermutlich führt jedoch eine Störung im Innenohr zu den unvorhersehbaren Attacken. Eine Heilung der Krankheit ist nicht möglich. Die Behandlung zielt daher vor allem darauf ab, die Auswirkungen abzuschwächen und weiteren Anfällen vorzubeugen.

Tipp:

Sind Sie von ständiger Übelkeit betroffen, sollten Sie genau beobachten, zu welchen Tageszeiten Ihnen besonders oft schlecht wird. Am besten notieren Sie dies in einer Art Tagebuch und vermerken außerdem, wann und was Sie vorher gegessen haben. Diese Informationen helfen dem Arzt bei der Diagnose.

Wann sollten Sie bei ständiger Übelkeit zum Arzt gehen?


Übelkeit ist nicht gleich ein Grund zur Panik: In den meisten Fällen dauert ein flauer Magen oder Brechreiz nicht lange an. Leiden Sie jedoch über zwei bis drei Tage hinweg an ständiger Übelkeit, sollten Sie Ihren Hausarzt aufsuchen.1 Auch bei häufigem oder blutigem Erbrechen, ist der Besuch beim Doktor dringend zu empfehlen. Letzteres kann sogar ein Fall für den Notarzt sein. Es handelt sich um ernstzunehmende Symptome, die auf eine Erkrankung der Speiseröhre oder des Magens hinweisen. Darüber hinaus sind weitere Beschwerden wie Fieber, Bauch- oder Kopfschmerzen, Schwindel und Sinnesstörungen Anzeichen, die einen Arztbesuch nahelegen.

Der behandelnde Mediziner befragt den Betroffenen in der Regel nach Symptomen und Krankheitsgeschichte und kann weitere Untersuchungen wie Blut- oder Urintests durchführen. Auf dieser Basis stellt er — sofern es möglich ist — die Diagnose und wählt eine geeignete Behandlungsmethode. In vielen Fällen kommen neben Hausmitteln wie Kamillentee, Ingwer oder Zwieback auch Medikamente (zum Beispiel Antibrechmittel) zum Einsatz.

Aufgewachsen in einer Familie aus Krankenschwestern und Journalisten, interessierte sich Miriam Och bereits sehr früh für die Themen Medizin und Medien. Nach verschiedenen Praktika im journalistischen Bereich – unter anderem bei der Deutschen Welle in Washington D.C. – absolvierte sie erfolgreich ihr Masterstudium Kommunikationswissenschaft an der Otto-Friedrich-Universität in Bamberg. Seit 2017 arbeitet sie als Medizinredakteurin bei kanyo®, wo sie ihre beiden Leidenschaften optimal miteinander verknüpfen kann. Miriam Och Medizinredakteurin und Kommunikationswissenschaftlerin kanyo® mehr erfahren
Auch interessant:

Quellen anzeigen
  • 1Hauschild, Jana: Medikamente im Test. 9000 Arzneimittel geprüft und bewertet. Berlin: Stiftung Warentest Verlag 2017. S.246.