Magenkrampf: Krankenhaus, Arzt oder Selbstbehandlung?


Da die häufig sehr akuten Beschwerden in der Magengegend viele verschiedene Ursachen haben können, ist ein Besuch beim Arzt in jedem Fall anzuraten. Er kann mithilfe verschiedener Untersuchungsmethoden — wie beispielsweise einer ausgiebigen Befragung (Anamnese), einer Ultraschalluntersuchung oder auch Magenspiegelung — die Ursache der Schmerzen bestimmen und eine geeignete Therapie einleiten.

Ist eine sichere Diagnose dann erst einmal gestellt und die Herkunft der Symptome bekannt, gibt es viele Maßnahmen, mit denen Sie den Krämpfen auch selbst entgegenwirken können.

Krämpfe im Magen lassen sich unter anderem mit Medikamenten, aber auch mit Hausmitteln und pflanzlichen Präparaten behandeln.

Empfinden Sie die Schmerzen als besonders heftig und tritt plötzliches Fieber oder sogar blutiges Erbrechen auf, zögern Sie nicht, den Notdienst zu alarmieren. In seltenen Fällen liegen den Krämpfen dann Auslöser zugrunde, die dringend in einem Krankenhaus behandelt werden müssen (zum Beispiel ein Magendurchbruch).

Als Tipp bei akuten Schmerzen gilt: Lagern sie Beine und Kopf in Rückenlage leicht hoch, beispielsweise mit einer Knie- und einer Nackenrolle. So entspannt sich die Bauchdecke.

Häufige Ursachen für Magenkrämpfe

Welche weiteren Symptome sind mit einem Magenkrampf verbunden?


Grundsätzlich ist festzuhalten: Charakteristisch für Magenkrämpfe sind abrupt auftretende Kontraktionen (plötzliche Anspannungen der Muskeln), die in Wellen kommen und für Betroffene äußerst qualvoll sind. Im Bereich des linken Rippenbogens ist der Schmerz aufgrund der Lage des Magens dabei am deutlichsten zu spüren. Wie lange die Beschwerden andauern und ob sie ein einmaliges Ereignis bleiben, ist abhängig von ihrer Ursache.

In den meisten Fällen zeigen sich die Krämpfe mit einigen weiteren Begleiterscheinungen. Haben Sie sich etwa eine Magenverstimmung oder eine Magen-Darm-Grippe zugezogen, geht mit den Schmerzen beispielsweise Durchfall einher. Folgende Symptome sind daher besonders typisch:

1. Appetitlosigkeit

Wenn Magenkrämpfe mit Übelkeit und Erbrechen zusammenhängen, kommt es in der Folge oft zu Appetitlosigkeit. Dem Erkrankten fällt selbst die Aufnahme sehr geringer Nahrungsmengen schwer und er verliert möglicherweise einiges an Gewicht.

2. Blähungen

Bauchschmerzen in Verbindung mit Blähungen treten besonders oft bei einem Reizmagen oder einem Blähbauch (Meteorismus) auf. Zusätzlich zu den meist schmerzhaften Verkrampfungen drückt Luft auf die Verdauungsorgane und diese fühlen sich schwer und hart an.

3. Sodbrennen

Wenn Magenkrämpfe zusammen mit Sodbrennen auftreten, ist dies meist ein Zeichen dafür, dass man an einer akuten Magenschleimhautentzündung erkrankt ist oder seltener, dass sich ein Geschwür im Magen gebildet hat.

4. Durchfall

Da Magenkrämpfe in vielen Fällen aufgrund eines verdorbenen Magens oder Magen-Darm-Infekts entstehen, tritt häufig Durchfall als Begleitsymptom auf. Der Organismus versucht so, Schadstoffe möglichst schnell über den Darm aus dem Körper zu befördern.

5. Übelkeit und Erbrechen

Das Zusammentreffen von Krämpfen mit Übelkeit und Erbrechen ist vor allem nach dem Konsum verdorbener Lebensmittel oder während einer Magen-Darm-Grippe zu beobachten. Patienten, die unter einer akuten Gastritis (Magenschleimhautentzündung) leiden, berichten ebenfalls häufig von Magenkrämpfen, die von Übelkeit begleitet werden.

Wichtig:

Die krampfartigen Schmerzen im Magen-Darm-Trakt sind selten mit nur einer Beschwerde verbunden. Meistens sind es mehrere Krankheitsanzeichen gleichzeitig, unter denen Betroffene zu leiden haben. Das kostet den Körper im Allgemeinen viel Kraft – Patienten sollten sich daher schonen und ihrem Körper Gelegenheit zur Erholung bieten.

Was sind mögliche Ursachen von Magenkrämpfen?


Die Faktoren, die zu den Beschwerden führen können, sind sehr vielfältig. Schließlich handelt es sich um ein unspezifisches Symptom, das seinen Ursprung nicht nur in Magen-Darm-Erkrankungen hat, sondern zum Beispiel auch durch Stress verursacht werden kann.

Stress als potenzieller Auslöser

Stress und Magenbeschwerden gehen oft Hand in Hand: Betroffene haben Probleme, im Alltag alle Anforderungen unter einen Hut zu bekommen, sind mit ihrer eigenen Lebenssituation unzufrieden oder überfordert, eine geliebte Person ist verstorben oder eine lange Beziehung ist zu einem Ende gekommen. Psychische Belastungen gibt es viele. Unmittelbare Folge ist oft Stress, der die Bauchschmerzen (häufig auch Durchfall) auslöst. In der Behandlung ist es deshalb wichtig, zum Beispiel durch Entspannungsübungen oder Meditation das seelische Gleichgewicht wiederherzustellen. Dann reduziert sich auch das Stress-Empfinden und die Magenkrämpfe kommen zum Erliegen.
Tipp:

Eine stressreduzierende Methode ist beispielsweise das autogene Training. Bei diesem Training soll der Betroffene zu Ruhe und Entspannung finden, indem im Geiste immer wieder bestimmte Redewendungen wiederholt und verinnerlicht werden.

Magen-Darm-Erkrankungen und Magenkrämpfe

Der Verdauungstrakt reagiert auf Störungen sehr empfindlich, daher werden starke Magenkrämpfe sehr oft durch Erkrankungen von Magen oder Darm ausgelöst. Viele Gründe kommen dafür in Frage, zum Beispiel:

Um für Linderung zu sorgen, ist es hierbei unumgänglich, eine sichere Diagnose zu stellen und die Ausgangserkrankung so gut wie möglich zu behandeln.

Wenn umliegende Organe Schmerzen in der Magengegend verursachen

Gerade im Bereich des Bauchs liegen viele Organe direkt nebeneinander und haben dadurch Einfluss auf den Magen. So kommen als weitere körperliche Ursachen von Krämpfen infrage:

  • Erkrankung des Herzes
  • Entzündung der Bauchspeicheldrüse
  • Zwerchfellbruch
  • Lebererkrankung
  • Gallen- oder Nierensteine

Gelten organische Leiden als Ursache, treten für gewöhnlich noch weitere begleitende Symptome auf — beispielsweise Störungen des Kreislaufs bei Herzproblemen.

Vergiftungen, Unverträglichkeiten, ungesunde Lebensweise

Zu schnelles und einseitiges Essen, aber auch zu viel Alkohol können Magenkrämpfe auslösen

Besonders der Verzehr von verunreinigten Lebensmitteln ist häufige die Ursache von Bauchschmerzen oder Krämpfen. Dabei werden Vergiftungen zum Beispiel durch verdorbene Nahrungsmittel ausgelöst, die im Weiteren von Durchfällen und einem ständigen Brechreiz begleitet sind.

Gerade in der westlichen Welt kommen zudem Unverträglichkeiten und Allergien auf Nahrungsmittel immer häufiger vor. Zu den geläufigsten zählen die Intoleranzen gegen Milch- oder Fruchtzucker. Der Konsum entsprechender Lebensmittel kann in diesen Fällen ebenfalls Symptome wie starke Magenschmerzen auslösen.

Schließlich spielen noch die individuellen Lebensgewohnheiten und die Ernährung eine zentrale Rolle für die Gesundheit der Verdauung. Nikotin, schnelles und einseitiges Essen, fettreiche Speisen sowie übermäßiger Konsum von Kaffee und Alkohol lösen Krankheiten ebenso häufig aus wie mangelnde Bewegung. Um Ihrem Körper etwas Gutes zu tun, achten Sie daher am besten auf einen gesunden Lebensstil mit abwechslungsreicher Ernährung – davon wird nicht nur Ihr Verdauungsorgan profitieren.

Auch Blähungen können schuld sein:

Sammelt sich zu viel Luft im Darm an (beispielsweise aufgrund einer Nahrungsmittelunverträglichkeit), bläht dieser sich auf und kann auf die Magenwand drücken. Die Folge daraus sind oft starke Schmerzen.

Jan Henkel wurde 1980 in Heidelberg geboren. Sein Studium schloss er als Diplom-Volkswirt und mit einem Magister erfolgreich ab. Heute ist er unter anderem als freiberuflicher Texter tätig und widmet sich vorrangig Themen aus dem Gesundheits- und Medizinbereich. Jan Henkel Autor kanyo® mehr erfahren
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