Völlegefühl: Was tun bei Drücken im Bauch?

23. April 2019
10 Min.

„Wie ein Stein im Magen“ – so beschreiben Betroffene oft Völlegefühl. In den meisten Fällen ist dies auf eher harmlose Ursachen – zum Beispiel auf zu üppige Mahlzeiten – zurückzuführen. Aber auch bestimmte Magenerkrankungen können für das Auftreten des lästigen Bauchdrückens verantwortlich sein.


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Welche Beschwerden sind mit Völlegefühl verbunden?

Kommt es zu Völlegefühl, sieht man dies dem Bauch oft schon von außen an: Er ist so stark aufgebläht, dass er sich deutlich sichtbar hervorwölbt. Verantwortlich dafür ist in der Regel eine übermäßig große Menge an Luft, die sich im Verdauungstrakt befindet. Aus diesem Grund bleibt Völlegefühl auch selten das einzige Symptom, das Betroffene plagt. Zu den typischsten Begleiterscheinungen zählen:

Charakteristischerweise besteht beim Völlegefühl der Schmerz im Oberbauch, weil die angestaute Luft dort auf den Magen drückt.

Warum kommt es zum Völlegefühl nach dem Essen?

Völlegefühl und Bauchdrücken wird oft durch zu fettiges Essen ausgelöst

Meistens entsteht das Völlegefühl im Oberbauch infolge sehr üppiger Mahlzeiten. Der Magen ist durch die große Menge Nahrung überlastet und erfüllt seine Verdauungsfunktion nur noch mit Mühe, sodass sich das Völlegefühl nach dem Essen einstellt.

Den gleichen Effekt kann der Konsum von Kohlgemüse oder Hülsenfrüchten haben: Beide regen die Gasproduktion im Verdauungstrakt an und können durch die gestaute Luft neben charakteristischem Völlegefühl auch noch weitere Beschwerden, wie einen Blähbauch oder Bauchschmerzen, nach sich ziehen. In beiden Fällen ist das Völlegefühl nur kurzfristig und in der Regel schnell wieder verschwunden.

Welche Ursachen kann Völlegefühl noch haben?

Völlegefühl ist unangenehm, aber meist harmlos. Das drückende Empfinden in der Bauchgegend vergeht nach kurzer Zeit von allein wieder.

Aber es gibt auch weitere Ursachen, die Völlegefühl auslösen können, zum Beispiel:

Sie sehen: Faktoren, die bei der Entstehung eines Völlegefühls im Magen eine Rolle spielen können, gibt es viele. Wenn Sie sich unsicher sind, ob das Völlegefühl mit weiteren Symptomen verbunden ist oder es ungewöhnlich lange anhält, suchen Sie am besten Ihren Hausarzt auf.

Wie kann der Arzt Völlegefühl untersuchen?

Leiden Sie nur gelegentlich und vor allem nach dem Essen unter Völlegefühl, ist ein Arztbesuch in der Regel nicht notwendig. Treten die Beschwerden häufig und unabhängig von der Nahrungsaufnahme auf, sollten Sie dies jedoch abklären lassen. Richtiger Ansprechpartner ist in diesem Fall der Gastroenterologe. Der Fachmann für den Verdauungstrakt befragt Sie zunächst ausführlich und tastet den Bauch auf Auffälligkeiten ab.

Zudem kann er eine Magen- oder Darmspiegelung durchführen. Dabei wird ein Schlauch über den Mund beziehungsweise After eingeführt. An diesem befindet sich eine kleine Kamera, wodurch der Mediziner wichtige Einblicke vom Inneren der Organe erhält. Der Gastroenterologe entnimmt dabei oft Gewebeproben und macht Abstriche, um diese beispielsweise auf Krankheitserreger zu überprüfen. Alternativ stehen dem Arzt zudem Röntgenuntersuchungen, eine Computertomographie (CT) oder Blutuntersuchung zur Verfügung.

Bei Verdacht auf eine Lebensmittelunverträglichkeit kann darüber hinaus ein Atemtest hilfreich sein. Patienten bekommen eine bestimmte Menge Laktose oder Fructose verabreicht. Dann wird der Anteil an Wasserstoff in der Ausatemluft gemessen. Ist dieser erhöht, deutet dass darauf hin, dass die Nahrungsmittel zwar im Darm gespalten, aber nicht aufgenommen werden können.

Wie lassen sich die Beschwerden lindern?

Ist das Völlegefühl Begleiterscheinung einer Krankheit, richtet sich die Therapie vor allem auf die Behandlung der zugrunde liegenden Ursache.

Andernfalls gibt es noch weitere Möglichkeiten, um sich von dem unangenehmen Bauchdrücken zu befreien.

  • Eine geeignete Methode gegen das Bauchdrücken ist zum Beispiel Bewegung, da sie den Kreislauf und auch die Verdauung anregt.
  • Bei stressbedingtem Völlegefühl empfehlen sich Entspannungsübungen wie Yoga, die zu einem seelischen Gleichgewicht beitragen. Denn der Ausspruch „Mir schlägt etwas auf den Magen!“ kommt nicht von Ungefähr und bringt den Zusammenhang von Magen-Darm-Beschwerden und der Psyche gut auf den Punkt. Gehen Sie entsprechend sensibel mit sich selbst um und vermeiden Sie nach Möglichkeit, was Sie emotional belastet.
Verdauungsschnaps nach dem Essen?

Ein Ouzo beim Griechen oder ein Obstler im Wirtshaus – häufig wird nach dem Essen ein sogenannter „Verdauungsschnaps“ angeboten. Dabei ist Alkohol keine gute Idee. Im Gegenteil: Schnaps oder andere Spirituosen können die Verdauung zusätzlich bremsen und so das Völlegefühl sogar erst entstehen lassen.

Welche Medikamente helfen bei Völlegefühl?

Hilfe bei Völlegefühl können pflanzliche Mittel bieten, die beispielsweise Kamillenblüten, Kümmelfrüchte oder Schöllkraut enthalten.

Zudem kann der Arzt Medikamente empfehlen. Hierbei haben sich unter anderem die Wirkstoffe Dimeticon und Simeticon bewährt, die die Ansammlung von Luft vermindern und häufig bei Blähungen eingesetzt werden. Der Wirkstoff Butylscopolamin eignet sich hingegen, wenn das Völlegefühl im Zusammenhang mit starken Krämpfen auftritt. Enzympräparate können ebenfalls die Funktion der Bauchspeicheldrüse unterstützen und so die Verdauung auf Trab halten.

Ihr Arzt oder Apotheker kann Ihnen bei der Wahl eines geeigneten Medikaments bei Völlegefühl behilflich sein.

Welche Hausmittel helfen gegen Völlegefühl?

Die Hausapotheke kennt einige Möglichkeiten gegen Völlegefühl. Wenn mal wieder der Magen drückt und zwickt, können Sie daher folgende Tipps ausprobieren:

  • Legen Sie sich eine Wärmflasche oder ein erwärmtes feuchtes Tuch auf den Bauch. Das wirkt wohltuend und schmerzlindernd.
  • Bereiten Sie sich einen Tee aus Anis, Fenchel oder Kümmel zu. Die ätherischen Öle entspannen den Verdauungstrakt und helfen somit auch bei Völlegefühl. In der Apotheke oder Drogerie sind fertige Tees erhältlich.
  • Trinken Sie Ingwer-Tee. Dazu gießen Sie einfach ein Stück der Knolle mit heißem Wasser auf und lassen das Ganze für etwa zehn Minuten ziehen. Ingwer hat positive Effekte auf die Verdauung und beruhigt das unangenehme Gefühl im Bauch.
  • Nehmen Sie viel Flüssigkeit ein – das regt die Verdauung an.
  • Essen Sie mehr Artischocken. Sie vermindern das Völlegefühl, weil sie den Magen dabei unterstützen, Fette besser zu verarbeiten.
  • Tragen Sie Majoran-Salbe auf den Bauch auf. Das lindert nicht nur das Völlegefühl, sondern wirkt ebenso beim Abklingen von lästigen Blähungen.
  • Trinken Sie den Saft aus roter Beete. Dies trägt dazu bei, den Körper zu entgiften.
  • Massieren Sie sanft mit leicht kreisenden Bewegungen Ihren Bauch. Dazu können Sie auch ein paar Tropfen Massageöl verwenden.

Um ein Völlegefühl zukünftig vorzubeugen, empfiehlt es sich zudem, in Ruhe zu essen und die Nahrung lange und gründlich zu kauen. Auch sehr fettige oder süße Speisen erhöhen das Risiko, dass der Bauch zu rebellieren beginnt – und sollten daher etwas weniger häufig auf den Speiseplan.

Jan Henkel
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