Auf einen Blick – Wissenswertes zu Flohsamen

  • Heilkraft: abführende Wirkung bei Verstopfung, zur Darmreinigung, lindern Durchfall
  • Inhaltsstoffe: Schleimstoffe, fette Öle (vorwiegend Linol-, Öl- und Palmitinsäure), Stärke, Mineralien, Vitamine
  • Anwendung: Samen und Flohsamenschalen (meist pulverisiert); pflanzliches Arzneimittel in Form von Kapseln, Pulver oder Tabletten
  • Botanik: Familie der Wegerich-Gewächse; heimisch in südlichen Ländern

Flohsamen: Das kann die stuhlgangregulierende Heilpflanze


Was ist das Geheimnis, das hinter der gesunden Wirkung von Flohsamen steckt? Die Samen enthalten bis zu 30 Prozent Schleimstoffe.1 Nach dem Quellen in Wasser nehmen die Flohsamen an Volumen zu, die Konsistenz lässt sich dann als gelartig, etwas schleimig beschreiben.

Quellzahl – was ist das?

Die Quellzahl gibt den Faktor an, um den sich das Trockenvolumen vergrößert, wenn der Ballaststoff maximal mit Wasser vollgesogen ist. Die Flohsamenschalen haben übrigens mit 40 bis über 100 die höchste Quellzahl.2

Darmbakterien bauen die Quellstoffe nur zu einem geringen Anteil ab. Die Quelleigenschaft bleibt somit im Dickdarm bestehen, was für eine größere Stuhlmasse sorgt. Schließlich übt diese dann sanften Druck auf die Darmwand aus, wodurch der Stuhlgang angeregt wird. Die Schleimstoffe sind es auch, die den Darminhalt weicher und gleitfähiger machen und so die Darmpassage fördern. Dies kann eine Erleichterung sein für Patienten, die unter schmerzhaftem Stuhlgang leiden, beispielsweise infolge von Hämorrhoiden, Analfissuren (Riss in der Analschleimhaut) oder nach Darm-Operationen. Die Wirkung der indischen Flohsamenschalen beispielsweise setzt nach 12 bis 24 Stunden ein.3

Zudem wirken Flohsamen

  • darmreinigend,
  • bindend auf überschüssige Flüssigkeit und darmreizende Stoffe (hilfreich bei Durchfall),
  • abführend bei Verstopfung,
  • vorbeugend gegen Übersäuerung,
  • blutzuckerregulierend,
  • mild antientzündlich (zum Beispiel als warme Breiumschläge bei oberflächlichen Abszessen oder Furunkeln),
  • entgiftend, da der Schleim im Dickdarm Toxine aus dem Körper aufnimmt, sowie
  • schleimhautschützend (beispielsweise als unterstützende Therapie bei ReizdarmDivertikulose und Colitis ulcerosa).

Generell gelten Flohsamen als gut verträglich. Sie sind zudem für die Langzeitwendung geeignet4 und aufgrund des ausschließlich mechanischen, und nicht chemischen Wirkmechanismus auch für schwangere und stillende Frauen ideal.5 Trotzdem sollte immer auf eine ballaststoffreiche Ernährung geachtet werden, um einer Verstopfung vorzubeugen.

Hinweise zur Einnahme von Flohsamen


In Apotheken und Reformhäusern sind unterschiedliche Flohsamen-Produkte erhältlich, beispielsweise als Bestandteil in Magen-Darm- oder Hämorrhoiden-Tees oder in Form von Fertigarzneimitteln (zum Teil als Granulat). Die Dosierung entnehmen Sie bitte der Packungsbeilage, auch Ihr Apotheker oder Arzt steht Ihnen bei Fragen beratend zur Seite.

Flohsamen können wunderbar in Brot eingebacken, über Obst gestreut oder in Smoothies gemixt werden. Täglich dürfen es insgesamt aber maximal 30 Gramm Flohsamen sein, das entspricht 6 Teelöffeln.6 Und ganz wichtig: Trinken, trinken, trinken. Gut zwei Liter Flüssigkeit sollten Sie täglich zu sich nehmen,6 denn Flohsamen binden Wasser. In der Folge kann es zu Verstopfung kommen. Darüber hinaus besteht die Gefahr eines Darmverschlusses, wenn die Flohsamen aufgrund einer zu geringen Aufnahme von Flüssigkeit mit der Darmwand verkleben. Verzichten Sie jedoch auf Milch, um die Flohsamen – beispielsweise in pulverisierter Form – zu sich zu nehmen, denn das weiße Lebensmittel unterbindet die Quellung.

Kleine Flohsamen, großer Effekt auf den Magen-Darm-Trakt

Kaltauszug bei Verstopfung

Weichen Sie 20 Gramm Samen 10 Stunden lang in 200 Milliliter Wasser ein. Die aufgeweichten Flohsamen spätabends verzehren.1

Chronischer Durchfall

Wenn Sie unter chronischem Durchfall leiden, rühren Sie 1 gehäuften Teelöffel Samen und Hülsen in 150 Milliliter Wasser. Trinken Sie dieses Gemisch zwei- bis dreimal täglich. Erscheint Ihnen diese Variante wenig attraktiv, können Sie die gleiche Menge an Samen und Hülsen Ihrem Essen beigeben. Auch hier sollten Sie darauf achten, zu jeder mit Flohsamen angereicherten Mahlzeit ein großes Glas Wasser zu trinken.

Gegenanzeigen


Es gibt einige Erkrankungen, bei denen auf die Behandlung mit Flohsamen verzichtet werden muss, wie

  • einem drohenden oder bestehenden Darmverschluss,
  • Verengungen der Speiseröhre oder Verdauungswege,
  • Schluckbeschwerden,
  • akuten Entzündungen von Speiseröhre oder Magen-Darm-Trakt sowie
  • einem schwer einstellbaren Diabetes mellitus.

Sie möchten das bewährte Hausmittel ausprobieren, beispielsweise zur Darmreinigung, sind aber auf Medikamente angewiesen? In diesem Fall ist es wichtig darauf zu achten, die Arzneimittel zuerst einzunehmen, und eine halbe Stunde bis Stunde verstreichen zu lassen, bis Sie die Samen oder Flohsamenschalen verzehren.2

Interessante Fakten rund um die Heilpflanze


Seit Jahrtausenden setzen Menschen in Europa, Nordeuropa und Asien auf die Kraft von Flohsamen als natürliches Darmregulierungsmittel. Der Name „Flohsamen“ kommt nicht von ungefähr: Die kleinen braunen Samen erinnern optisch an Flöhe. Die ballaststoffreichen Flohsamen werden von vielen Wegerich-Arten gebildet: Plantago ovata (Indischer Weger), P. afra (Flohsamen-Wegerich) und P. arenaria (Sand-Wegerich). Dabei wird der indischen Variante die größte Wirkkraft zugeschrieben. Generell benötigt die Heilpflanze viel Sonne. Am besten gedeiht sie in Südeuropa, Nordafrika sowie Asien, vor allem in Indien. Nachdem die Aussaat im Frühjahr erfolgt ist, können die reifen Samen im Spätsommer und Frühherbst aus den Kapseln gedroschen und geerntet werden.

Die Ressortjournalistin Julia Lindert spezialisierte sich während ihres Studiums auf die Themenfelder Medizin und Biowissenschaften. Medizinische Sachverhalte in verständlicher Sprache zu formulieren, ist das, was sie an ihrer Arbeit besonders mag. Ihr Credo in Bezug auf Krankheitsbilder und Therapiemöglichkeiten: Nichts beschönigen, aber auch keine unnötigen Ängste schüren. Julia Lindert Medizinredakteurin kanyo® mehr erfahren
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