Sodbrennen: Alles über Symptome, Ursachen und Behandlung

15. März 2019
13 Min.

Vielen Menschen ist Sodbrennen nicht unbekannt. Vor allem nach großen, ausgiebigen Festessen tritt das unangenehme Brennen im Brustbereich meist auf. Doch noch weitere Symptome, wie Husten oder Heiserkeit, quälen manch einen Betroffenen. Gleichzeitig gibt es eine Vielzahl von Auslösern zu unterscheiden, die für das schmerzhafte Leiden verantwortlich sein können. Informieren Sie sich hier rund um Sodbrennen.


Übersicht:

Sodbrennen – welche Symptome gibt es?

Typisch ist ein starker, brennender Schmerz zwischen Hals und Brustbereich. Darüber hinaus können folgende weitere Beschwerden auftreten:

Wie lange das Brennen anhält, ist abhängig von der Ursache. Meist nimmt es jedoch kurze Zeit nach Beginn schon wieder ab.

Sodbrennen: Wann zum Arzt?

Je schwerwiegender der Entstehungsgrund ist, desto mehr Beschwerden sind damit in der Regel verbunden. Suchen Sie deshalb baldmöglichst einen Arzt auf, wenn Sie an vielfältigen Symptomen in Kombination mit dem Brennen leiden oder wenn der Schmerz in der Brust langzeitig und gehäuft vorkommt. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass kurzzeitige Unannehmlichkeiten, zum Beispiel nach einer zu üppigen Mahlzeit, häufig schnell wieder verschwinden und normalerweise kein Anzeichen für eine Erkrankung sind.

Wie entsteht Sodbrennen?

Der Mechanismus ist relativ simpel: Durch die Speiseröhre gelangt die Nahrung, die wir täglich zu uns nehmen, in den Magen. Ein Schließmuskel am Mageneingang sorgt dafür, dass dies nur in eine Richtung geschieht. Das bedeutet, das Essen wird vom Mund durch die Speiseröhre in den Magen befördert, verbleibt dort und wird durch den Verdauungsprozess weiterverarbeitet. Ist dieser Prozess durch verschiedene Gründe gestört, steigt der Mageninhalt mit der Magensäure in die Speiseröhre hoch und reizt dort die Speiseröhrenschleimhaut, was Sodbrennen auslöst. Experten bezeichnen diesen Vorgang als Reflux.

Was ist die Ursache für häufiges Sodbrennen?

Grundsätzlich existiert eine Vielzahl von Ursachen. Die produzierte Magensäure steigt aus unterschiedlichen Gründen nach oben zurück in die Speiseröhre, wo diese die bekannten Beschwerden hervorruft. Dabei spielen Verhaltensweisen meist eine wesentliche Rolle in der Entstehung des schmerzhaften Druckgefühls, aber auch Erkrankungen kommen als Auslöser in Frage.

Falsche Ernährung als Grund

Folgende Mahlzeiten können Säurereflux verursachen und sollten daher nur bewusst und in geringen Mengen gegessen werden:

  • scharfe,
  • üppige,
  • fettige,
  • süße,
  • saure oder
  • scharfe Gerichte.

Süßigkeiten, wie Schokolade, regen die natürliche Produktion der Magensäure an, was die Wahrscheinlichkeit von Sodbrennen erhöht. Fettige, süße oder scharfe Mahlzeiten reizen die Schleimhaut der Speiseröhre. Steigt dann der saure Mageninhalt auf, wird das Brennen durch die bereits empfindliche Haut verschlimmert.

Nicht selten führt eine ungesunde Lebensweise zu Sodbrennen

Nach einem üppigen Mahl ist der Magen vollgefüllt und übt Druck auf die sich darüber befindende Schließmuskulatur aus (die zur Speiseröhre hin abgrenzt). Magensäure entweicht dann besonders leicht und löst den brennenden Schmerz aus.

Zudem kann hastiges Essen Reflux verursachen, da schlecht zerkaute Nahrungsbestandteile leichter wieder in die Speiseröhre gelangen. Nehmen Sie sich deshalb bewusst Zeit beim Essen, kauen Sie gründlich und bevorzugen Sie mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt, um Säurereflux entgegenzuwirken. Auch Unverträglichkeiten gegen Lebensmittel können Probleme verursachen. Prüfen Sie deshalb genau, was Sie vertragen und was nicht. Und verzichten Sie im Zweifel lieber auf Nahrung, die das drückende Gefühl im Brustbereich verursachen könnte. Folgende Nahrungsmittel tragen dazu bei, Sodbrennen bestmöglich zu verhindern:

  • Vollkornbrot und andere Vollkornprodukte
  • Obst mit geringen Säureanteil, zum Beispiel Bananen
  • fettarme Milchprodukte
  • bestimmte Gemüsesorten, wie Karotten oder Spinat
  • fettarmes Fleisch
Die Verdauung ankurbeln

Nach einer fettigen und üppigen Mahlzeit ist ein kurzer Spaziergang ratsam, um dem Brennen in der Brust vorzubeugen. Durch die Bewegung wird die Darmtätigkeit angeregt, was zu einer beschwerdefreien Verdauung verhilft. Ein Mittagsschlaf ist nach dem Essen dagegen weniger empfehlenswert. Durch die liegende Position kann der Magensaft leichter aufsteigen.

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Welche Krankheiten lösen Sodbrennen aus?

Es gibt eine Reihe von Erkrankungen, bei denen Sodbrennen häufig als Begleiterscheinung auftritt. Dazu gehören zum Beispiel:

Zudem nehmen manche Menschen regelmäßig verschiedene Medikamente ein. Nicht selten führen diese Präparate, wie zum Beispiel Steroide, Antibiotika oder Herz-Kreislauf-Medikamente, zu unerwünschten Nebenwirkungen. Eine davon kann Reflux sein. Im Zweifel sollten Sie sich von Ihrem Arzt hierzu beraten lassen und eventuell auf eine andere Arznei umsteigen.

Lebensgewohnheiten als Ursache für Sodbrennen

Das eigene Verhalten spielt eine wesentliche Rolle, wenn es darum geht, die Gründe für Sodbrennen zu identifizieren. Oftmals funktioniert nämlich der Schließmuskel zwischen Speiseröhre und Magen nicht mehr richtig, weil Betroffene

  • zu viel Alkohol trinken,
  • häufig Zigaretten rauchen und/oder
  • unter dauerhaftem Stress leiden.

Stress beschleunigt die Produktion von Magensäure, was möglicherweise zu Sodbrennen führt. Hochprozentiges hat einen ähnlichen Effekt. Gleichzeitig besitzt der Alkohol eine entspannende Wirkung, die sich auf die Schließmuskulatur zwischen Magen und Speiseröhre auswirkt, wodurch aufsteigender saurer Mageninhalt nicht immer zurückgehalten werden kann.

Über das Rauchen von Zigaretten gelangen verschiedene Schadstoffe nicht nur in die Lunge, sondern gleichzeitig auch in die Speiseröhre. Die Schleimhaut der Speiseröhre wird dadurch gereizt, was sie anfälliger macht. Außerdem sorgen die Schadstoffe der Zigarette dafür, dass der Säuregehalt des Magensafts zunimmt und der basische Anteil abnimmt. Das drückende Gefühl im Brustbereich verstärkt sich so.

Neben dem säuerlichen Aufstoßen gehören auch Husten und Heiserkeit zu den Symptomen bei Sodbrennen

Das Positive dabei ist, dass das Sodbrennen wieder genauso schnell verschwinden kann, wie es erschienen ist. Das setzt allerdings voraus, dass man das eigene Verhalten zum Wohle seiner Gesundheit anpasst, was im Umkehrschluss beispielsweise weniger Zigaretten- und Alkoholkonsum bedeutet. Für mehr Entspannung im Alltag können Sie mit bewussten Auszeiten und Entspannungsübungen (zum Beispiel bei Yoga oder Meditation) sorgen. Kombiniert mit einer gesunden Ernährung ist das eine effektive Vorsorge gegen Säurereflux.

Woher kommt nächtliches Sodbrennen?

Viele Menschen sind vor allem nachts von Reflux betroffen. Grund dafür ist die liegende Körperposition, die einen Rückfluss der Magensäure in die Speiseröhre begünstigt. Mit diesen Tipps können Sie die Wahrscheinlichkeit von nächtlichen Beschwerden jedoch reduzieren:

  • Schlafen Sie mit leicht erhöhtem Oberkörper. Platzieren Sie zum Beispiel ein flaches Kissen unter den oberen Rücken.
  • Legen Sie sich, wenn möglich, auf die linke Seite. Der Grund: In dieser Position befindet sich die Speiseröhre oberhalb des Magens und dem Magensaft wird das Austreten erschwert.
  • Trinken Sie keine kohlensäurehaltigen Getränke vor dem zu Bett gehen. Gut geeignet ist stattdessen eine Tasse Tee oder ein Glas stilles Wasser.
  • Verzichten Sie auf schwere Mahlzeiten vor dem Schlafen. Ein empfehlenswertes Gericht für das Abendessen ist zum Beispiel ein leichter Salat.

Wenn Ihnen diese Maßnahmen nicht helfen, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Dieser kann Ihnen, wenn nötig, ein passendes Medikament verschreiben, damit Sie wieder ohne lästiges Brennen in der Brust schlafen können.

Gründe für Sodbrennen in der Schwangerschaft

Eine Schwangerschaft kann ebenfalls, besonders in den letzten Monaten vor der Geburt, zu Sodbrennen führen. Das Kind und die Gebärmutter wachsen, wodurch sich andere Organe, wie zum Beispiel der Magen, weiter nach oben schieben, um Platz zu machen. Der Magen drückt dann auf den Schließmuskel, welcher ihn von der Speiseröhre abtrennt – Mageninhalt kann entweichen. Außerdem übt der zunehmende Bauchumfang Druck auf den Magen aus, weshalb Schwangere besonders oft von dem unangenehmen Schmerz im Brustbereich betroffen sind.

Ein weiterer Auslöser für das Aufsteigen der Magensäure in der Schwangerschaft ist, dass der veränderte Hormonspiegel die Elastizität von Gewebe zur Vorbereitung auf die anstehende Geburt erhöht. Auch der Schließmuskel zwischen Magen und Speiseröhre wird dabei gelockert, wodurch der Magensaft ein leichtes Spiel hat.

Übergewicht als Grund für Sodbrennen

Ähnlich wie in der Schwangerschaft verhält es sich mit Reflux bei Menschen mit Übergewicht. Das zusätzliche Gewicht am Bauch übt Druck auf den Magen aus, wodurch Magensäure leichter entweichen und Beschwerden verursachen kann. Mit Reduzierung der extra Kilos, lässt meist das Sodbrennen wieder nach.

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So wird Sodbrennen behandelt

Eine effektive Behandlung basiert grundsätzlich auf einer fundierten Diagnose. Das bedeutet, dass man sich im Einzelfall zunächst die genauen Umstände und womöglich weitere auftretende Symptome ansehen muss. Erst dann macht es Sinn, die folgenden Therapiemöglichkeiten in Betracht zu ziehen:

  • In leichten Fällen reicht die sogenannte Vermeidungsstrategie aus, um Säurereflux zu verhindern. Verzichten Sie auf zu fettes, üppiges Essen und Alkohol sowie auf Zigaretten. Berücksichtigen Sie darüber hinaus Nebenwirkungen Ihrer Medikamente und Unverträglichkeiten gegenüber Nahrungsmitteln.
  • Hilft eine Veränderung der Lebensgewohnheiten nicht, kann das Einnehmen von Medikamenten gegen Sodbrennen sinnvoll sein. Mittel wie Antazida (neutralisieren die Magensäure), H2-Blocker (reduzieren die Magensäure) oder Protonenpumpenhemmer (unterdrücken die Magensäureproduktion) sorgen dafür, dass Patienten vom lästigen Brennen erlöst werden.
  • Auch Hausmittel gegen Sodbrennen sind eine denkbare Option. Probieren Sie zum Beispiel Enziantee oder in Wasser aufgelöste Heilerde.

Egal welches Mittel Sie wählen, wichtig ist nur, dass Sie sich nicht mit Reflux abfinden, sondern aktiv dagegen vorgehen. In Abstimmung mit Ihrem Arzt oder Apotheker können Sie entscheiden, was sich für Sie am besten eignet.

Wann ist Sodbrennen gefährlich?

In seltenen Fällen kann eine Krebserkrankung – zum Beispiel ein Tumor in der Speiseröhre oder im Magen – für das unangenehme Brennen verantwortlich sein. Generell sollten Sie aber bei Sodbrennen nicht gleich in Panik geraten. Suchen Sie bei scheinbar nicht erklärbaren Säurereflux Ihren Hausarzt auf, dieser verweist gegebenenfalls an einen Fachmediziner für Verdauungserkrankungen (Gastroenterologe), welcher eine Therapie oder weitere Untersuchungen (zum Beispiel eine Magenspiegelung) vornehmen wird.

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