Welche Tabletten helfen gegen Bauchschmerzen?

18. September 2018

Niemand hat gerne Schmerzen und trotzdem sind sie manchmal sinnvoll: Denn das Ziehen, Drücken oder Stechen ist ein Warnsignal unseres Körpers. Das heißt aber nicht, dass Sie Schmerzen im Bauch tatenlos hinnehmen müssen: In vielen Fällen können Tabletten gegen Bauchschmerzen Linderung verschaffen. Daneben gibt es noch Alternativen zu Medikamenten wie Hausmittel.

Diese Tabletten gegen Bauchschmerzen gibt es

Da Bauchschmerzen allein oft zu unspezifisch sind, fällt die Wahl der richtigen Medikamente schwer

Bauchschmerzen sind ein häufiges, aber unspezifisches Symptom, das viele Ursachen haben kann. Aus diesem Grund ist es nicht einfach, Tabletten gegen Bauchschmerzen einzusetzen. Einige Medikamente gegen allgemeine, leichtere Beschwerden, zum Beispiel bestimmte Wirkstoffe gegen Bauchschmerzen durch zu viel Magensäure, sind rezeptfrei in der Apotheke erhältlich. Andere Präparate gibt es dagegen nur auf Verschreibung des Arztes. Zusätzlich zu ursächlich wirkenden Arzneimitteln werden außerdem häufig Schmerzmittel verabreicht.

Wann mit Bauchschmerzen zum Arzt?

Oft verschreibt der Arzt Medikamente gegen Bauchschmerzen. Aber wann ist ein Arztbesuch überhaupt angebracht? Das ist nicht immer leicht zu sagen und individuell verschieden. Wenn Bauchschmerzen mehrere Tage bestehen, sie plötzlich und heftig auftreten und Begleitsymptome wie Fieber, Durchfall oder Erbrechen hinzukommen, ist eine ärztliche Untersuchung jedoch meist sinnvoll. Der Hausarzt oder Spezialist untersucht mit diagnostischen Mitteln wie zum Beispiel Abtasten, Abhören oder Ultraschall, ob eine Krankheit hinter den Schmerzen steckt und kann in diesem Fall eine entsprechende Therapie anordnen.

Tabletten gegen die Ursachen von Bauchschmerzen

Diese Mittel kommen zum Einsatz, um die jeweilige Ursache der Bauchschmerzen zu bekämpfen:

  • Bei Magen-Darm-Infekten leiden Erkrankte anfangs unter Erbrechen und Übelkeit, später kommt Durchfall hinzu. Meist werden die Infekte durch Viren ausgelöst, in seltenen Fällen stecken aber auch Bakterien dahinter. Zur Therapie mancher bakterieller Infekte verschreibt der Arzt Antibiotika – vor allem bei schweren Krankheitsverläufen, blutigen Durchfällen und bei bestimmten Erregern wie Salmonellen. Gegen virale Infekte helfen Antibiotika hingegen nicht.
  • Häufig werden Bauchschmerzen durch zu viel Magensäure ausgelöst. Dies äußert sich neben den Schmerzen auch durch Sodbrennen oder Völlegefühl. Treten die Beschwerden gelegentlich auf, können Sie Medikamente wie Antazida oder H2-Blocker verwenden, die verschreibungsfrei in der Apotheke erhältlich sind. Antazida-Wirkstoffe wie Magaltrat, Hydrotalcid oder Calcium- und Magnesiumkarbonat binden überschüssige Magen- und Gallensäure und wirken innerhalb von Minuten. H2-Blocker hemmen dagegen die Produktion von Magensäure.
  • Bei säurebedingten Beschwerden, die länger als zwei Wochen anhalten, verschreibt der Arzt unter Umständen Protonenpumpenhemmer (PPIs). Wirkstoffe dieser Medikamente sind unter anderem Omeprazol, Pantoprazol oder Esomeprazol – sie hemmen die Salzsäurebildung im Magen. Auch bei einer akuten Magenschleimhautentzündung oder Geschwüren in Magen oder Zwölffingerdarm können PPIs, Antazida oder H2-Blocker eingesetzt werden, um die Heilung zu beschleunigen.
  • Eine weitere Ursache für Bauchschmerzen sind Blähungen. Gegen die schmerzhaften Gase im Darm können Entschäumer helfen. Diese Medikamente lösen Gasbläschen, die im Speisebrei eingeschlossen sind, auf, sodass sie über die Darmwand aufgenommen werden können. Zu den gängigen Wirkstoffen gehören zum Beispiel Simethicon und Dimeticon, diese Stoffe wirken nur im Darm und werden nicht ins Blut aufgenommen. Sie sind in der Apotheke ohne Rezept erhältlich. Des Weiteren können Blähungen entstehen, wenn der Körper nicht genügend Enzyme für die Verdauung produziert. Stellt der Arzt diesen Mangel fest, können die Enzyme in Form von Tabletten zugeführt werden.

Bei manchen Ursachen von Bauchschmerzen helfen Medikamente nicht. Dann kann eine Operation nötig sein – zum Beispiel bei Gallensteinen oder einer Blinddarmentzündung.

Alternativen zu Medikamenten: Hausmittel gegen Bauchschmerzen

Diese Hausmittel können bei leichten Beschwerden oder zusätzlich zu Tabletten gegen Bauchschmerzen helfen:
  • Wärme, zum Beispiel durch eine Wärmflasche, hilft gegen Schmerzen.
  • Kräutertees mit Fenchel, Anis, Kümmel, Kamille oder Pfefferminz wirken krampflösend und antibakteriell. Außerdem helfen sie gegen Blähungen.
  • Feuchtwarme Wickel auf dem Bauch können schmerzlindernd sein.
  • Sanfte Bauchmassagen (zum Beispiel mit warmem Öl) im Uhrzeigersinn und in großen Kreisen um den Bauchnabel lösen verkrampfte Muskeln.
  • Ruhiges und tiefes Ein- und Ausatmen kann bei Schmerzen beruhigen und die Stressreaktion mindern.

Tabletten gegen Bauchschmerzen: Schmerzen lindern, Krämpfe lösen

Gegen Bauchschmerzen werden auch Medikamente eingesetzt, die Schmerzen lindern und Krämpfe lösen. Das ist sinnvoll, denn Schmerzen verursachen im Körper Stress – in der Folge spannt sich die Muskulatur an und Beschwerden können sich verschlimmern. Bei starken Bauchschmerzen, zum Beispiel während der Menstruation, bei denen Hausmittel nicht genug ausrichten, können Schmerzmittel wie

  • Paracetamol,
  • Ibuprofen oder
  • Naproxen vorübergehend helfen.

Gegen Bauchkrämpfe werden krampflösende Wirkstoffe eingesetzt, sogenannte Spasmolytika. Die entkrampfende Wirkung haben die Medikamente lediglich auf die glatte Muskulatur der inneren Organe. Sie können dabei entweder auf die Muskeln selbst Einfluss nehmen oder auf die steuernden Nerven. Manche Spasmolytika kombinieren beide Wirkmechanismen. Rezeptfrei erhältlich sind zum Beispiel die Wirkstoffe Scopolaminbutylbromid und Butylscopolamin. Ärzte verschreiben außerdem den Wirkstoff Mebeverin, der die Darmmuskulatur entspannt.

Krampflösende Medikamente sollten nur vorübergehenden und mit Vorsicht eingesetzt werden. Denn sie können dazu führen, dass die Bewegungen der Verdauungsorgane langsamer ablaufen und Magen und Darm sich verzögert entleeren. Eine Folge davon ist Verstopfung.

Tabletten gegen Bauchschmerzen: Pflanzliche Mittel für die Verdauung

Es gibt nicht nur synthetische Tabletten gegen Bauchschmerzen, sondern auch pflanzliche Mittel. Diese Präparate gibt es auch in Form von Tropfen. Ziehende und stechende Bauchkrämpfe kommen oft daher, dass die Verdauung gestört ist und sich die Muskeln im Verdauungstrakt verstärkt zusammenziehen. Gegen diese krampfartigen Schmerzen wirken verdauungsfördernde Mittel mit Pflanzenextrakten aus Melisse, Kamille oder Süßholzwurzel. Die Kräuter tragen dazu bei, dass der Magen sich wieder normal bewegt. Außerdem beruhigen die pflanzlichen Wirkstoffe gereizte Magennerven und können so dazu beitragen, dass Bauch- und Magenschmerzen gelindert werden.

Ohne Tabletten gegen Bauchschmerzen vorgehen: Verdauungsproblemen vorbeugen

Oft treten Beschwerden wie Bauchschmerzen, Blähungen, oder Durchfall direkt nach dem Essen auf und gehen schnell wieder vorbei. Solche akuten, vorübergehenden Bauchschmerzen hängen meist mit der Verdauung zusammen. Manchmal ist auch eine Magenverstimmung für die Probleme verantwortlich.

Mit vorbeugenden Maßnahmen kann man diese Probleme selbst in den Griff bekommen. Probieren Sie diese Tipps:
  • Nehmen Sie zum Beispiel fünf kleine, fettarme Mahlzeiten über den Tag verteilt zu sich.
  • Achten Sie auf eine ballaststoffreiche Kost mit Vollkornprodukten und Gemüse.
  • Bewegen Sie sich, denn mäßige Bewegung nach dem Essen hilft bei der Verdauung.
  • Verzichten Sie bei Magen-Darm-Problemen weitgehend auf Alkohol, Koffein und Nikotin.
  • Vermeiden Sie blähende Nahrungsmittel wie Kohlgemüse (Wirsing, Weißkohl) oder Hülsenfrüchte (Bohnen, Linsen, Erbsen).

Auch die Psyche kann Bauchschmerzen auslösen, denn im Bauchraum liegen viele Nervenzellen, die sensibel auf Stimmungen und Stress reagieren. Unter Umständen tauchen Probleme gar nicht erst auf, wenn Sie dem Stress aus dem Weg gehen. Bei hoher Belastung in Job oder Privatleben sollten Sie sich Zeit nehmen, um bewusst zu entspannen – zum Beispiel beim Meditieren, Yoga oder einem Spaziergang im Grünen. Finden Sie heraus, was Ihnen guttut und setzen Sie Ihre persönlichen Auszeiten auf den Terminkalender.

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