Reizdarm – wenn ein nervöser Darm die Lebensqualität einschränkt

17. September 2018

Bei einem Reizdarmsyndrom passiert der Nahrungsbrei den Magen-Darm-Trakt entweder zu schnell oder zu langsam – das heißt, die Funktion des Darms ist beeinträchtigt. Das Reizdarmsyndrom gehört zu den häufigsten Magen-Darm-Erkrankungen: In Deutschland leiden schätzungsweise bis zu 12 Millionen Menschen unter chronischer Darmreizung.1

Reizdarmsyndrom – das sind die Symptome

Frau mit Reizdarm hält sich den schmerzenden Bauch

Die Symptome eines Reizdarms schwanken in ihrer Stärke und geben zeitweise auch mal ganz Ruhe. Die Krankheit verläuft sehr individuell.

Bei einigen Menschen überwiegen einzelne Symptome, bei anderen treten mehrere Beschwerden gleichzeitig auf oder wechseln sich ab.

Meist äußert sich das Reizdarmsyndrom durch folgende Beschwerden:

  • Bauchschmerzen
  • Blähungen
  • Durchfall
  • Verstopfung

Die Beschwerden beginnen bei vielen zwischen dem 20. und 30. Lebensjahr und halten mehrere Monate oder gar Jahre an. Manche Menschen leiden ihr gesamtes Leben unter einem Reizdarm. Die Symptome des Reizdarms ähneln denen anderer Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes. Das erschwert die genaue Diagnose.

Ursachen für das Reizdarmsyndrom noch nicht geklärt

Obwohl sich Wissenschaftler schon seit gut 100 Jahren mit der Krankheit beschäftigen, sind die Ursachen für den Reizdarm noch nicht vollständig geklärt. Da es keine eindeutigen organischen Ursachen gibt, wurde ein nervöser Darm lange Zeit als psychosomatische Erkrankung eingestuft. Tatsächlich leiden viele Menschen mit Reizdarmsyndrom unter

  • Depressionen,
  • Angststörungen oder
  • einem Erschöpfungssyndrom.
Reizdarm behandeln
Ernährungsumstellung, Medikamente oder Stressabbau – zur Behandlung des Reizdarms kommen verschiedene Therapiemöglichkeiten infrage. Hier finden Sie einen Überblick!
Schluss mit Darmproblemen

Es ist allerdings möglich, dass diese nicht Ursache, sondern Folge der Krankheit sind. Betroffene mit starken Durchfällen fühlen sich beispielsweise nur wohl, wenn sie eine Toilette in der Nähe wissen. Ihre Lebensqualität ist stark eingeschränkt und sie schotten sich von ihrem sozialen Umfeld ab. Verdauungsprobleme werden häufig als peinlich empfunden. Niemand redet gern darüber. Diese Umstände können die Seele stark belasten, was die psychischen Beschwerden verursachen kann.

Heutzutage vermuten Wissenschaftler eine Reihe von Risikofaktoren und Ursachen für den Reizdarm:

  • Bei vielen Patienten ist die Darmschleimhaut durchlässiger, wodurch Krankheitserreger in den Darm gelangen können. Das wirkt sich negativ auf die Darmflora aus und kann Entzündungen verursachen.
  • Ein weiterer Ansatzpunkt ist eine mögliche Störung des Serotoninhaushalts. Der Botenstoff Serotonin steuert die Darmbewegung und ist gleichzeitig auch für die Schmerzwahrnehmung verantwortlich. Wird das Nervensystem bei einem Reizdarm gereizt, kann es nicht mehr regulieren, wie viele Botenstoffe es ausschüttet. So kann es passieren, dass Menschen mit einer Darmreizung das Verdauungsorgan generell stärker wahrnehmen.

Die genauen Zusammenhänge dieser beiden Faktoren mit dem Reizdarmsyndrom müssen jedoch noch näher untersucht werden.

Behandlungsmöglichkeiten bei Reizdarm

Da die Ursachen für das Reizdarmsyndrom noch nicht geklärt sind, ist die Krankheit bislang nicht heilbar. Es gibt aber zahlreiche Therapieansätze, um Betroffenen das Leben mit Reizdarm zu erleichtern:

  • Medikamente helfen bei akuten Beschwerden wie Durchfall und Verstopfung.
  • Pflanzlichen Mitteln kommt bei der Langzeitbehandlung eine große Bedeutung zu, weil sie besser verträglich sind und weniger starke Nebenwirkungen auslösen.
  • Auch homöopathische Mittel können als ergänzende Behandlungsoption eingesetzt werden.

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Ein wichtiger Bestandteil ist außerdem die Ernährungsumstellung. Die Darmreizung konnte zwar bislang nicht mit einzelnen Lebensmittelunverträglichkeiten in Verbindung gebracht werden. Dennoch gibt es leichter und weniger leicht verdauliche Nahrungsmittel sowie solche, die den Darm reizen können. Viele Patienten stellen fest, dass bestimmte Lebensmittel einen neuen Krankheitsschub auslösen oder die Beschwerden verschlimmern. Auch hier gibt es individuelle Unterschiede und es kann lange dauern, bis der optimale Ernährungsplan gefunden wird. Um den Auslösern, den sogenannten Triggern, auf die Spur zu kommen, müssen Betroffene ein Ernährungstagebuch führen, in dem sie alles aufschreiben, was sie essen und wann sich Beschwerden einstellen.

Stress begünstigt das Reizdarmsyndrom

Menschen, die häufig unter Durchfall und Bauchschmerzen leiden, können selbst viel zur Besserung beitragen, wenn sie ihren Alltag umstellen und Stress gezielt abbauen. Es gibt zahlreiche Entspannungstechniken, die behandlungsunterstützend eingesetzt und mit deren Hilfe die Beschwerden reduziert werden können.

Nervöser Darm – wann zum Arzt?

Die gute Nachricht ist: Reizdarm ist nicht lebensgefährlich. Es gibt auch keine Anhaltspunkte, dass ein nervöser Darm andere Darmerkrankungen wie Colitis ulcerosa oder Darmkrebs verursacht. Das bedeutet jedoch nicht, dass Sie häufig vorkommende Durchfälle oder Verstopfung auf die leichte Schulter nehmen sollten. Gehen sie bei Verdauungsstörungen und Schmerzen immer zum Arzt. Die Symptome, die der Reizdarm hervorruft, können genauso gut durch andere Krankheiten entstehen, die ernsthafte Folgen haben. Eine genaue Diagnose kann nur der Arzt stellen. Niemand muss sich mit den Beschwerden des Reizdarmsyndroms abfinden. Eine zielgerichtete Therapie der Darmreizung ermöglicht es Betroffenen, ein normales und erfülltes Leben zu führen. Es gibt Hinweise darauf, dass sich der Verdauungsvorgang durch eine frühzeitige Behandlung sehr viel schneller normalisiert, als wenn das Reizdarmsyndrom über lange Zeit verschleppt wird.

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Peggy Richter
Redakteur/in