Aloe vera, Haferflocken, Essig und Co. – welche Hausmittel gegen Sodbrennen helfen?

26. November 2018

Sodbrennen kennt fast jeder – ein Brennen in der Brust oder saures Aufstoßen besonders nach üppigen Mahlzeiten. Dieser unangenehme Schmerz lässt sich gut durch Hausmittel eindämmen. Bei akutem Sodbrennen ist es nützlich, schon einige kleine Helfer griffbereit zu haben. Was für ein Glück, das viele Hausmittel gegen Sodbrennen bereits in den meisten Küchen zu finden sind. Lesen Sie hier, wie Sie mit Mitteln, die jeder zu Hause hat, akutes Sodbrennen lindern können.

Übersicht

Lebensmittel als Hausmittel gegen Sodbrennen

Wenn man die Veranlagung zu Sodbrennen hat oder bereits öfter betroffen war, kann eine gesunde Ernährung schon viel zur Vorbeugung und Linderung von Sodbrennen beitragen.

Weißes Brot als Hausmittel gegen Sodbrennen

Weiße Semmeln, Zwieback oder Toast können bei leichtem Sodbrennen helfen, da die in Weißmehl enthaltene Stärke die Säure bindet und somit neutralisierend wirkt. Dadurch wird verhindert, dass es in der Speiseröhre (Ösophagus) zu weiteren Verletzungen oder Entzündungen kommt.

Gut zu wissen:
Durch die überschüssige Magensäure wird die Schleimhaut des Ösophagus stark gereizt, was zu weiteren Entzündungen führen kann. Bei starker Beanspruchung kann es zudem zu Verletzungen und zu Geschwüren kommen.

Und auch der unangenehme, metallische Geschmack im Mund, der oft bei Sodbrennen auftritt, kann durch das Essen von einem Stück Weißbrot verschwinden.

Aber Achtung: Zur regelmäßigen Behandlung von Sodbrennen ist Weißbrot als Hausmittel gegen Sodbrennen nicht geeignet. Da die Stärke während des Verdauungsprozesses in Zuckermoleküle zersetzt wird, ist Weißbrot bei häufigem Genuss ein Förderer von Reflux . Es kann zu einem vermehrten Rückfluss des sauren Mageninhalts in die Speiseröhre kommen. Eine kohlenhydrat- beziehungsweise zuckerreiche Ernährung ist einer der bekanntesten Faktoren, der als krankheitsfördernd gilt. Deshalb sollte nur im akuten Schmerzfall auf Weißbrot zurückgegriffen werden.

Auch Ofenfrisches, warmes Brot sollten Sie bei Sodbrennen lieber nicht genießen. Denn die noch aktive Backhefe kann zu einer Magenblähung führen, wodurch der Reflux begünstigt wird. Um Sodbrennen vorzubeugen, hilft besonders Vollkornbrot, da der Verzehr von Ballaststoffen wie Getreide durch die säurebindende Wirkung der Entstehung von Geschwüren in der Speiseröhre entgegenwirkt.

Haferflocken – helfen sie wirklich?

Schale Haferflocken als Hausmittel gegen Sodbrennen

Haferflocken werden schon lange als Hausmittel gegen Sodbrennen eingesetzt und sind mit ihrer Reichhaltigkeit an Stärke prädestiniert, um bei Brennen in Speiseröhre und Magen zu helfen. Denn durch diese Eigenschaft binden Haferflocken überschüssige Säure und transportieren sie wieder zurück in den Magen. Haferflocken sind zudem leicht verdaulich, wodurch die Drüsen in der Magenwand, die Magensäure produzieren, weniger zur Herstellung angeregt werden.

Auch das in Haferflocken enthaltene Eiweiß unterstützt die Linderung von Sodbrennen. Es verursacht eine geringere Produktion von Magensäure und erhöht die Spannung des Schließmuskels am Mageneingang. Dies wirkt einem vermehrten Rückfluss des Mageninhalts in die Speiseröhre, dem sogenannten Reflux, entgegen. Außerdem bilden die gut zerkauten Flocken einen Schleim, der sich um die Magenwand legt und diese vor der überschüssigen Säure schützt.

Als Hausmittel gegen Sodbrennen können Haferflocken in verschiedener Form eingenommen werden:

  • Rohe Haferflocken: Im Akutfall können zwei Esslöffel roher, blütenzarter Haferflocken aus vollem Korn gegessen werden. Wichtig ist, die Haferflocken so gut zu zerkauen, dass im Mund ein Haferschleim entsteht – dann erst darf heruntergeschluckt werden.
  • Haferbrei: Alternativ kann auch Haferbrei zubereitet werden. Für eine Portion vier Esslöffel Haferflocken mit zwei Tassen Milch oder Wasser und einer Prise Salz in einem Topf kurz aufkochen lassen und fünf Minuten ziehen lassen.
  • Hafersuppe: Anderweitig ist die Hafersuppe eine Option. Für vier Portionen sollen vier Esslöffel Haferflocken mit einem Liter Wasser in einem Topf aufgekocht und einen Hühnerbouillonwürfel oder einen Teelöffel Hühnerbrühe in Pulverform mit 150 Milliliter Sahne dazugegeben werden. Die Suppe für ungefähr 15 Minuten bei kleiner Hitze köcheln lassen. Dann mit Salz und Pfeffer abschmecken und optional verschiedene Gewürze beigeben (zum Beispiel Petersilie).
Diese Gerichte können jeden Tag zur Linderung von Sodbrennen eingenommen werden, allerdings sollte immer auf eine gesunde und ausgeglichene Ernährung geachtet werden. Sich ausschließlich von Haferflocken zu ernähren, ist also keine gute Idee.

Ungewöhnliches Hausmittel gegen Sodbrennen – Essig und Öl

Essig und Öl können abhängig von der Einnahme akutes Sodbrennen mildern. Positive Folgen konnten bisher nicht wissenschaftlich nachgewiesen werden. Dennoch schwören manche Betroffenen auf dieses Hausmittel gegen Sodbrennen.

OlivenölBei einigen Menschen hat sich ein Teelöffel Olivenöl, der jeweils nach dem Mittag- und Abendessen eingenommen wird, als Hausmittel gegen akutes Sodbrennen bewährt. Olivenöl wird eine verdauungsfördernde Wirkung nachgesagt und kann mit dieser Eigenschaft zur Linderung von Sodbrennen beitragen. Zudem soll es entzündungshemmend wirken. Präventiv können Sie ihren Salat öfter mit Olivenöl anmachen.
LeinölDas aus Leinsamen (Samen des Flachses) hergestellte und meist kalt gepresste Öl ist reich an Omega-3-Fettsäuren, die die Magensäureproduktion hemmen, chronische Entzündungen lindern und eine säureregulierende Wirkung haben. Aufgrund seiner schleimstoffbildenden Eigenschaft saniert es zudem den Darm. Die, durch die aggressive Säure, strapazierte Speiseröhre wird durch den schleimigen Film des Leinöls vor der Magensäure geschützt.

Die positive Wirkung von Essig und Balsamico als Hausmittel gegen Sodbrennen ist sehr subjektiv und bislang auch medizinisch nicht bewiesen. Dennoch wollen wir Ihnen diesen Tipp nicht vorenthalten.

Hilfreich soll Apfelessig bei Sodbrennen, das hauptsächlich nach dem Essen auftritt, sein. Ein Teelöffel Apfelessig aufgelöst in einem halben Glas Wasser soll das Brennen lindern.

Kaugummis, Bonbons und Co.

Bei Sodbrennen versucht der Körper mit einer erhöhten Speichelproduktion, die Säurelast in der Speiseröhre zu verringern. Der Speichel ist leicht basisch und kann kleine Mengen Magensäure im Ösophagus neutralisieren. Zudem verdünnt Speichel die vorhandene Säure und nimmt sie beim Schlucken wieder mit in Richtung Magen. Dieser natürliche Prozess wird durch Kaugummikauen oder das Lutschen von Bonbons verstärkt und kann dadurch kurzzeitig gegen akutes Sodbrennen helfen.

Getränke als Hausmittel gegen Sodbrennen

Auch bestimmte Getränke können den Magen dabei unterstützen, wieder ins Gleichgewicht zu finden. Grundsätzlich hilft viel Trinken dabei, die überschüssige Magensäure im Zaum zu halten. Erfahren Sie hier, welche Getränke besonders zu empfehlen sind.

Der vielseitige Saft der Aloe vera – ein natürliches Hausmittel gegen Sodbrennen

Der vielfältig einsetzbare Saft der Aloe vera-Pflanze kann als Hausmittel mit seiner neutralisierenden Wirkung bei Sodbrennen unterstützen. Aufgrund seines abführenden Wirkstoffs Aloin fördert der Saft die Verdauung und verringert den Druck auf den Magen. Denn ein überhöhter Mageninhalt, besonders nach üppigen Mahlzeiten, führt zu einem erhöhten Druck auf den Schließmuskel (Sphinkter). Kann der Sphinkter dem nicht mehr standhalten, kann es dazu kommen, dass wieder saurer Mageninhalt in die Speiseröhre zurückfließt. Dieser Effekt kann durch das Trinken des verdünnten Aloe vera Safts verhindert werden. Zudem beruhigt der Aloe vera Saft die angegriffene Schleimhaut und kann die Heilung von wunden Stellen in der Speiseröhre beschleunigen. Durch die feuchtigkeitsbindende Eigenschaft der Aloe, beschleunigt der Saft einerseits das Überwachsen der Wunde mit entsprechenden Hautzellen. Andererseits wird die Wunde ausreichend feucht gehalten, was zu einem schnelleren Verschluss führt. Weiterhin kann der hohe Flüssigkeitsanteil des Gels die überschüssige Magensäure verdünnen.

Obwohl schon einige Aloe vera-Produkte auf dem Markt sind wie zum Beispiel verschiedene Säfte, wird empfohlen, den Saft einer echten Aloe vera-Pflanze zu verwenden – unabhängig von den Beschwerden. Aber Vorsicht: Es können Nebenwirkungen wie Durchfall auftreten. In diesem Fall sollten Sie die Anwendung lieber abbrechen und einen Arzt um Rat fragen.

So geht’s:
Um an das Gel zu gelangen, schneiden Sie eines der Blätter ab und öffnen es. Dadurch trennen Sie das Aloe-vera-Gel von der Blattrinde, das Sie entweder mit einem Löffel oder aufgelöst in Wasser oder Saft einnehmen – am besten eine halbe Stunde vor oder nach dem Essen.

Ein warmer Tee hilft nicht nur bei Erkältung

Eine gute Tasse Tee kann als Hausmittel ebenfalls dabei helfen, Sodbrennen zu lindern. Besonders Kräutertees schwächen das Brennen ab und beruhigen den Magen.

Diese Tees sind zu empfehlen:

  • Grüner Tee kann dabei helfen, die Übersäuerung des Magens zu neutralisieren.
  • Fenchel- oder Kamillentee wirkt entzündungshemmend und schützt damit die übersäuerte Speiseröhre. Insbesondere Fencheltee fördert auch die Verdauung.
  • Süßholztee schützt mit ihrer entzündungshemmenden Wirkung die Magenschleimhaut.
  • Basentees können bis zu 49 verschiedene Kräuter enthalten, wie zum Beispiel Melissenblätter oder Brennnessel. Sie unterstützen eine gesunde Flüssigkeitszufuhr und werden auch oft in der Naturheilkunde verwendet.

Die Finger sollte man allerdings von Tees mit ätherischen Ölen oder sauren Inhaltsstoffen lassen, wie sie zum Beispiel im schwarzer Tee enthalten sind. Diese fördern das Brennen eher, anstatt es zu lindern. Auch Pfefferminztees oder Früchtetees können zu Sodbrennen führen.

Mit Wasser die Magensäure verdünnen

Auch das gute alte Wasser kann unangenehmes Sodbrennen verhindern. Besonders Mineralwasser mit einem hohen Hydrogencarbonat-Anteil reguliert den Säure-Basen-Haushalt im Körper. Dies ist insbesondere zur Vorbeugung wirksam, kann aber auch bei akutem Sodbrennen Abhilfe schaffen. Eine weitere Alternative ist das Trinken von stillem Wasser. Im Allgemeinen gilt: Bei Sodbrennen immer viel trinken!

Gut zu wissen:
Hydrogencarbonat wird von unserem Körper selbst gebildet und hat die Aufgabe, den Säure-Basen-Haushalt im Gleichgewicht zu halten. Wenn der Körper einen Engpass in der Produktion von Hydrogencarbonat hat und es nicht schafft, eine Übersäuerung des Magens auszugleichen, kommt es zu Sodbrennen.

Natron und andere Carbonate als Hausmittel gegen Sodbrennen

Das allseits bekannte Hausmittel Natron (oder Natriumhydrogencarbonat) gegen Sodbrennen neutralisiert schon bei einer geringen Menge die Magensäure und wirkt Sodbrennen auf diese Weise entgegen. Die Einnahme könnte nicht einfacher sein – einen Teelöffel Speisenatron, aufgelöst in einem großen Glas stillem Wasser, langsam und in kleinen Schlucken trinken. Hierbei ist darauf zu achten, dass man Backpulver und Speisenatron nicht verwechselt. Backpulver enthält alkalische als auch saure Stoffe, die sich gegenseitig auslöschen, deshalb nützt die Einnahme von Backpulver nichts.

Von einer regelmäßigen Einnahme von Natron als Hausmittel gegen Sodbrennen wird jedoch abgeraten. Denn dadurch gelangt auch viel Natrium in den Körper. Dies kann besonders bei anfälligen Menschen zu hohem Blutdruck und anderen Problemen führen. Menschen mit Bluthochdruck sollten deshalb von vornherein die Finger von Natron lassen.

Zudem kann ein übermäßiger Verzehr von Natriumhydrogencarbonat zu einer Mehrproduktion an Säure führen. Durch die ständige Neutralisierung der Magensäure durch das alkalische Wasser (Natron in Wasser aufgelöst), denkt der Körper, es gibt einen Säuremangel und produziert mehr Säure. Es besteht deshalb das Risiko einer übermäßigen Produktion von Säure, die den pH-Wert des Körpers aus dem Gleichgewicht bringt. Dies kann zu Magenschmerzen oder Durchfall führen.

Außerdem wird bei dem Auflösen von Natron in Wasser Kohlendioxid freigesetzt, was zu vermehrtem Aufstoßen führen kann. Durch das Aufstoßen ist es möglich, dass mehr Magensäure in die Speiseröhre gelangt und das Brennen verschlimmert wird.

Wichtig:
Natriumhydrogencarbonat ist auch in einigen Medikamenten und Arzneimitteln enthalten. Deswegen muss man sich aber nicht sorgen! Die Mengen sind gut dosiert und bergen kein gesundheitliches Risiko.

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