Speiseröhrenkrebs: Arten, Ursachen, Symptome und Behandlung

18. September 2018

Bösartiger Speiseröhrenkrebs – der medizinische Fachausdruck lautet Ösophaguskarzinom – entsteht dadurch, dass Zellen der Speiseröhrenschleimhaut unkontrolliert wuchern. Speiseröhrenkrebs ist ein gefährliches, mitunter sogar lebensbedrohliches Leiden, weil es leicht in andere Organe wie die Leber oder Lunge streuen und dort Metastasen (Tochtergeschwülste) bilden kann. Doch was sind typische Symptome des Speiseröhrenkrebses und ist er behandelbar? Hier finden Sie die Antworten.

Über die Arten des Speiseröhrenkrebses

Grundsätzlich unterscheiden Fachleute zwei Arten von Speiseröhrenkrebs: das Adenokarzinom und das Plattenepithelkarzinom. Der Begriff „Karzinom“ deutet dabei auf eine bösartige Beschaffenheit des jeweiligen Tumors hin.

  • Entarten Zellen der Drüsenschleimhaut am unteren Ende der Speiseröhre, sprechen Mediziner von einem Adenokarzinom.
  • Wenn sich die Zellen an der oberen Schleimhautschicht (Deckzellenschicht), die im gesamten Bereich der Speiseröhre vorkommt, bösartig verändern, wird der Fachbegriff Plattenepithelkarzinom verwendet.

Diese Unterscheidung ist wichtig, weil sie Auswirkungen auf die Möglichkeiten zur Therapie des Speiseröhrenkrebses hat.

Der Speiseröhrenkrebs ist eine vergleichsweise seltene Krebserkrankung. Durchschnittlich leiden jährlich 5 von 100.000 Menschen in Deutschland daran. Besonders auffällig dabei: Betroffen sind überwiegend Männer im fortgeschrittenen Alter (zwischen 60 und 70 Jahren).1 Warum das der Fall ist, konnte noch nicht ausreichend erforscht werden.

Was sind die Ursachen für Speiseröhrenkrebs?

Bei bösartigen Speiseröhrenkrebs wuchern Zellen der Speiseröhrenschleimhaut unkontrolliert weiter

Wenn es zu Speiseröhrenkrebs kommt, sind durchschnittlich fünf von zehn Fällen auf ein Plattenepithelkarzinom zurückzuführen, bei etwa drei von zehn Patienten wird ein Adenokarzinom festgestellt.2 Doch worin liegen die Gründe für deren Entstehung?

Hauptursache eines Adenokarzinoms ist oftmals das dauerhafte Zurückfließen von Magensäure in die Speiseröhre und der damit verbundene Angriff auf deren Schleimhaut. Der ständige Rückfluss der Säure vom Magen ist ein typisches Zeichen für die Reflux-Krankheit, unter der die meisten Betroffenen eines Adenokarzinoms leiden. Der Reflux – und das häufig damit verbundene Sodbrennen – wird dabei unter anderem durch eine zu fetthaltige Ernährung sowie durch Konsum von Nikotin verstärkt. Die Bestimmung der Ursache des Speiseröhrenkrebses bei einem Plattenepithelkarzinom ist hingegen nicht ganz so einfach und auch medizinisch umstritten.

Für beide Krebsarten gilt, dass Faktoren existieren, die das Erkrankungsrisiko erhöhen. Als besonders gefährdet gelten Menschen, die

  • regelmäßig rauchen und/oder viel Alkohol trinken
  • an Bulimie leiden,
  • oftmals zu stark gewürzte Speisen essen,
  • starkes Übergewicht haben oder
  • eine vielleicht unentdeckte angeborene Fehlbildung innerhalb der Speiseröhre oder des Zwerchfells haben, die sich beispielsweise in einem Zwerchfellbruch zeigt.

Außerdem können auch die Nebenwirkungen von Medikamenten verantwortlich für ein Ösophaguskarzinom sein, wenngleich dies nur sehr selten vorkommt.

Diese Symptome sind typisch bei Speiseröhrenkrebs

Oft wird der Speiseröhrenkrebs erst spät entdeckt. Die wenigen Anzeichen, die sich anfangs zeigen, sind oft allgemeiner Natur und können ihren Ursprung ebenso in anderen Magen-Darm-Erkrankungen haben.

Zu den anfänglichen Symptomen des Speiseröhrenkrebses zählen beispielsweise:

  • saures Aufstoßen
  • Druckgefühl im Brustbereich
  • Sodbrennen
  • Schluckbeschwerden (zum Beispiel Schmerzen beim Schlucken)
  • Völlegefühl

Befindet sich der Speiseröhrenkrebs bereits im fortgeschrittenen Stadium, kommen weitere gesundheitlich gravierendere Symptome hinzu, wie:

  • Übelkeit und Erbrechen
  • Blut im Stuhl oder im Erbrochenen
  • zunehmende immense Schluckbeschwerden
  • starker Appetitverlust
  • auffälliger Gewichtsverlust

Sollten Sie von den beschriebenen potenziellen Symptomen von Speiseröhrenkrebs nur einzelne oder mehrere feststellen, verlieren Sie keine Zeit und suchen Sie einen Arzt auf.

Speiseröhrenkrebs: Wie wird eine Diagnose gestellt?

Wer die Ahnung hegt, dass seine Beschwerden mit Speiseröhrenkrebs zusammenhängen könnten, sollte sich direkt an seinen Arzt wenden. In aller Regel führt dieser dann als erste Maßnahme eine Speiseröhren- und Magenspiegelung durch. Bei diesem Verfahren kann der Facharzt die Beschaffenheit der Speiseröhre und des Magens genau betrachten und gleichzeitig kleine Gewebeproben nehmen, die im Anschluss auf Tumorzellen untersucht werden. Entdeckt der Arzt entartete Zellen, definiert er daraufhin, ob es sich um ein Plattenepithelkarzinom oder ein Adenokarzinom handelt.

Wenn der Verdacht auf Speiseröhrenkrebs dadurch tatsächlich bestätigt wird, veranlasst der behandelnde Arzt mehrere Untersuchungen. Diese umfassen unter anderem:

  • eine Ultraschalluntersuchung (auch von anderen Organen, um zu sehen, ob die Krebszellen bereits dorthin gestreut haben)
  • eine Computertomografie (CT) oder
  • eine Magnetresonanztomografie (MRT).

Mit diesen Verfahren kann der Arzt die Größe und Lage des Tumors genauer bestimmen, um im Anschluss die effektivste Therapiemethode herauszuarbeiten.

Behandlungsmöglichkeiten von Speiseröhrenkrebs

Ist die Diagnose eindeutig und damit der Speiseröhrenkrebs nachgewiesen, gibt es mehrere Therapiemöglichkeiten, die in Abhängigkeit vom Tumorstadium auch kombiniert werden können. Drei typische Beispiele:

  • Um den Tumor zu verkleinern oder die damit verbundenen Symptome zu lindern, ist der erste Schritt oft eine Strahlen- und/oder Chemotherapie.
  • In den meisten Fällen kann der Speiseröhrenkrebs danach operativ entfernt werden. Je nachdem, wo genau sich der Krebs befindet und wie weit er sich bereits ausgedehnt hat, wird die Speiseröhre teilweise oder komplett entfernt, wobei dann der Magen die fehlende Speiseröhre ersetzen muss.
  • Eine weitere Möglichkeit ist zudem, das Wachstum des Tumors mit Antikörpern zu verlangsamen. Bei Patienten, die unter einem fortgeschrittenen Adenokarzinom leiden, geschieht das oft in Kombination mit einer Chemotherapie.

Was die individuell beste und erfolgversprechendste Therapiemethode ist, entscheidet der Arzt vor allem nach dem Stadium sowie der Lage des Ösophaguskarzinoms. Auch der Allgemeinzustand des Patienten spielt eine Rolle.

Betroffene, bei denen der Speiseröhrenkrebs bereits soweit fortgeschritten ist, dass keine Behandlung mehr möglich ist, können von palliativen (lindernden) Maßnahmen profitieren. Diese zielen darauf ab, die Schmerzen und Einschränkungen durch den Speiseröhrenkrebs erträglich zu machen.

Patienten klagen meistens vor allem über große Schwierigkeiten beim Schlucken. Ist das der Fall, kann der Arzt beispielsweise ein Draht- oder Kunststoffröhrchen (Stent) an die verengte Stelle der Speiseröhre setzen. Dadurch wird die Engstelle an der Speiseröhre offengehalten und das Schlucken vereinfacht.

Kann ich einem Ösophaguskarzinom vorbeugen?

Eine Garantie, Speiseröhrenkrebs durch die Anpassung des eigenen Verhaltens zu verhindern, gibt es nicht. Aber: Sie können durch einen gesunden Lebenswandel die Wahrscheinlichkeit für eine Erkrankung verringern.

Vermeiden Sie zur Vorbeugung:

Wenn Sie diese Vermeidungsstrategie zusätzlich mit viel Bewegung und einer ausgewogenen Work-Life-Balance kombinieren, schonen Sie nicht nur Ihren Magen und Ihre Speiseröhre, sondern fühlen sich auch körperlich besser.

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Kira Hetberg
Redakteur/in