Speiseröhrenkrebs: Arten, Ursachen, Symptome und Behandlung

Der bösartige Speiseröhrenkrebs – der medizinische Begriff lautet Ösophaguskarzinom – entsteht dadurch, dass Zellen der Speiseröhrenschleimhaut unkontrolliert wuchern. Speiseröhrenkrebs ist ein gefährliches, mitunter sogar lebensbedrohliches Leiden, weil er leicht in andere Organe wie die Leber oder Lunge streuen und dort Metastasen (Tochtergeschwülste) bilden kann.

Welche Arten von Speiseröhrenkrebs gibt es?

Bei bösartigen Speiseröhrenkrebs wuchern Zellen der Speiseröhrenschleimhaut unkontrolliert weiter

Grundsätzlich unterscheiden Fachleute zwei Arten von Speiseröhrenkrebs: das Adenokarzinom und das Plattenepithelkarzinom. Der Begriff „Karzinom“ deutet auf die bösartige Beschaffenheit des jeweiligen Tumors hin.

Entarten Zellen der Drüsenschleimhaut am unteren Ende der Speiseröhre, sprechen Mediziner von einem Adenokarzinom. Entarten Zellen der oberen Schleimhautschicht (Deckzellenschicht), die im gesamten Bereich der Speiseröhre vorkommen, wird der Fachbegriff Plattenepithelkarzinom verwendet. Diese Unterscheidung ist wichtig, weil sie Auswirkungen auf die Möglichkeiten zur Therapie des Speiseröhrenkrebses hat.

Der Speiseröhrenkrebs gehört zu den selteneren Krebserkrankungen. Durchschnittlich erkranken jährlich fünf von 100.000 Menschen in Deutschland daran.1 Überwiegend Männer im fortgeschrittenen Alter (zwischen 60 und 70 Jahren) sind betroffen.

Was sind die Ursachen für Speiseröhrenkrebs?

Wenn es zu Speiseröhrenkrebs kommt, sind durchschnittlich fünf bis sechs von zehn Fällen auf ein Plattenepithelkarzinom zurückzuführen, bei etwa drei von zehn Patienten wird ein Adenokarzinom festgestellt.2 Doch worin liegen die Gründe für deren Entstehung?

Hauptursache beim Adenokarzinom ist das oftmals dauerhafte Zurückfließen von Magensäure in die Speiseröhre und der damit verbundene Angriff auf die Schleimhaut der Speiseröhre, was gleichzeitig ein Indiz für eine bereits bestehende Symptome der Reflux-Krankheit ist. Der Reflux – und das häufig damit verbundene Sodbrennen – wird dabei unter anderem durch eine zu fetthaltige Ernährung sowie durch Konsum von Nikotin verstärkt.

Die Bestimmung der Ursache des Speiseröhrenkrebses bei einem Plattenepithelkarzinom ist hingegen nicht ganz so einfach und auch medizinisch umstritten. Als gesichert wird jedoch angesehen, dass Faktoren existieren, die es zu vermeiden gilt, um das Erkrankungsrisiko gering zu halten.

Als besonders gefährdet gelten Menschen, die

  • regelmäßig rauchen und/oder viel Alkohol trinken
  • zu stark gewürzte Speisen essen,
  • starkes Übergewicht haben oder
  • eine vielleicht unentdeckte angeborene Fehlbildung innerhalb der Speiseröhre oder des Zwerchfells haben, die sich beispielsweise in einem Zwerchfellbruch zeigt.

Für beide Arten eines Ösophaguskarzinoms können auch Nebenwirkungen von Medikamenten verantwortlich sein, wenngleich dies nur sehr selten vorkommt.

Welche Symptome zeigen sich bei Speiseröhrenkrebs?

Oft wird der Speiseröhrenkrebs erst spät entdeckt. Die wenigen Anzeichen, die sich anfangs zeigen, sind oft allgemeiner Natur und können ihren Ursprung ebenso in anderen Magen-Darm-Erkrankungen haben.

Dazu zählen beispielsweise:

Befindet sich der Speiseröhrenkrebs bereits im fortgeschrittenen Stadium, kommen weitere gesundheitlich gravierendere Symptome hinzu, wie:

  • Übelkeit und Erbrechen
  • Blut im Stuhl oder im Erbrochenen
  • zunehmende immense Schluckbeschwerden
  • starker Appetitverlust
  • auffälliger Gewichtsverlust

Sollten Sie von den beschriebenen potenziellen Symptomen von Speiseröhrenkrebs nur einzelne oder mehrere feststellen, verlieren Sie keine Zeit und suchen Sie einen Arzt auf.

Wie behandelt ein Arzt Speiseröhrenkrebs?

Um herauszufinden, ob wirklich ein Speiseröhrenkrebs vorliegt, führt der behandelnde Arzt mehrere Untersuchungen durch, um Klarheit zu schaffen. Diese umfassen unter anderem beispielsweise eine Magenspiegelung, eine Ultraschalluntersuchung – auch anderer Organe, um zu sehen, ob die Krebszellen bereits dort gewuchert sind – eine Computertomografie (CT) oder eine Magnetresonanztomografie (MRT).

Ist die Diagnose eindeutig und damit der Speiseröhrenkrebs nachgewiesen, gibt es mehrere Möglichkeiten für eine Therapie, die in Abhängigkeit vom Tumorstadium auch kombiniert werden können. Drei Beispiele:

  • In den meisten Fällen muss der Speiseröhrenkrebs operativ entfernt werden. Je nachdem, wo genau sich der Krebs befindet und wie weit er sich bereits ausgedehnt hat, wird die Speiseröhre teilweise oder komplett entfernt, wobei dann der Magen die fehlende Speiseröhre ersetzen muss.
  • Eine Strahlen- und/oder Chemotherapie geht einer chirurgischen Entfernung oftmals zuvor, um den Tumor zu verkleinern oder die damit verbundenen Symptome zu lindern.
  • Das Wachstum des Tumors mit Antikörpern verlangsamen, was bei Patienten, die unter einem fortgeschrittenen Adenokarzinom leiden in Kombination mit einer Chemotherapie angewendet werden kann.

Was die individuell beste und erfolgversprechendste Therapiemethode ist, entscheidet der Arzt vor allem nach dem Stadium des Ösophaguskarzinoms.

Kann ich einem Ösophaguskarzinom vorbeugen?

Eine Garantie, Speiseröhrenkrebs durch die Anpassung des eigenen Verhaltens zu verhindern, gibt es nicht. Aber: Sie können durch einen gesunden Lebenswandel die Wahrscheinlichkeit für eine Erkrankung verringern.

Vermeiden Sie zur Vorbeugung:

  • Alkohol und Zigaretten
  • einseitige und vor allem zu fettreiche Kost
  • Fertigprodukte, die viele Zusatzstoffe enthalten

Wenn Sie diese Vermeidungsstrategie zusätzlich mit viel Bewegung und einer ausgewogenen Work-Life-Balance kombinieren, schonen Sie nicht nur Ihren Magen und Ihre Speiseröhre, sondern fühlen sich auch körperlich besser.

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1 Charité Universitätsmedizin Berlin, abgerufen unter: https://chi.charite.de/leistungen/krebserkrankungen/speiseroehrenkrebs/, Stand: 30.08.2017

2 Deutsches Krebsforschungszentrum, Krebsinformationsdienst, abgerufen unter: www.krebsinformationsdienst.de/tumorarten/weitere-tumorarten/speiseroehrenkrebs.php, Stand: 30.08.2017