Colitis ulcerosa – entzündeter Dickdarm

Colitis ulcerosa gehört wie Morbus Crohn zu den chronisch entzündlichen Darmerkrankungen. Dabei entzündet sich die Darmschleimhaut im Dickdarm (Kolon) und es bilden sich Geschwüre (ulcera). Die Krankheit entwickelt sich häufig im jungen Erwachsenenalter, aber auch bei Senioren und Kindern kann eine chronische Colitis auftreten. Lesen Sie hier mehr Wissenswertes zur Erkrankung.

Welche Beschwerden verursacht eine akute Colitis?

Bei Colitis ulcerosa entzündet sich die Darmschleimhaut und bildet Geschwüre

Colitis ulcerosa begleitet Betroffene zwar ein Leben lang, aber die Krankheit verläuft meistens schubweise: Akute Colitis und Ruhephasen wechseln sich ab. Eine akute Colitis ist von starken, krampfartigen Schmerzen im linken Unterbauch und zum Teil blutigen Durchfällen mit Schleimauflage gekennzeichnet. Diese Beschwerden werden häufig von Fieber und einem Gefühl ständigen Stuhldrangs begleitet.

Unbehandelt dauern die Krankheitsphasen meist mehrere Wochen an. Der Flüssigkeitsverlust und eine gestörte Nährstoffaufnahme führen zu einer Unterversorgung, die neben allgemeiner Schwäche und Müdigkeit auch zu anderen Mangelerscheinungen führen kann. Bei Kindern verursacht eine chronische Colitis Wachstumsstörungen, wenn der Nährstoffmangel nicht im Rahmen einer Behandlung ausgeglichen wird.

Die Symptome der Colitis ulcerosa unterscheiden sich nicht eindeutig von denen anderer Darmkrankheiten. Das macht eine eindeutige Diagnose schwierig, insbesondere die Abgrenzung zu Morbus Crohn – eine chronische Darmerkrankung, die ebenfalls Entzündungen und Geschwüre hervorruft.

Ursachen der Colitis ulcerosa

In Deutschland sind rund 168.000 Menschen von der Darmerkrankung betroffen. Die Ursachen für Colitis ulcerosa sind bislang nicht bekannt. Es gibt Hinweise auf eine erbliche Veranlagung, aber auch Infektionen, Störungen des Immunsystems sowie die Ernährung und Umweltbelastungen kommen als mögliche Auslöser infrage.

Der Unterschied zwischen Colitis ulcerosa und Morbus Crohn

Sowohl bei der Colitis ulcerosa als auch bei Morbus Crohn handelt es sich um chronisch entzündliche Darmerkrankungen. Ein wichtiges Unterscheidungskriterium liegt darin, welche Teile des Darms betroffen sind: Colitis ulcerosa befällt nur den Dickdarm und in seltenen Fällen den Übergangsbereich zwischen Dickdarm und Dünndarm, was auch „Backwash-Ileitis“ oder „Terminales Ileum“ genannt wird. Morbus Crohn hingegen wirkt sich auf den gesamten Verdauungstrakt aus, von der Mundhöhle bis zum After.

Wichtig: Da aber auch Morbus Crohn häufig im Dickdarm beginnt, lassen sich beide Krankheiten in der Anfangsphase nur schwer unterscheiden. Es kommt vor, dass bei Patienten, bei denen zunächst Colitis ulcerosa festgestellt wurde, die Diagnose später auf Morbus Crohn geändert wird, wenn sich die Entzündung über den Dickdarm hinaus verbreitet.

Wie verläuft eine chronische Colitis?

Colitis ulcerosa beginnt in der Regel im Enddarm (Proktitis) und bei knapp der Hälfte der Betroffenen verbreitet sich die Krankheit nicht weiter. Bei 30 bis 40 Prozent der Menschen mit chronischer Colitis steigen die Entzündungen das erste Stück des Dickdarms auf der linken Bauchseite hinauf. Das wird Linksseitenkolitis genannt. Etwa ein Fünftel leiden unter der sogenannten Pankolitis, bei der sich die Entzündungen und Geschwüre über den gesamten Dickdarm ausbreiten und bei circa 10 bis 20 Prozent reichen sie auch in das letzte Stück des Dünndarms hinein.

Die chronische Colitis verläuft oft schleichend. Eine akute Colitis mit Bauchschmerzen und Durchfall wird anfangs meist für eine Viruserkrankung gehalten. Deshalb wird Colitis ulcerosa oft erst mit Verzögerung festgestellt, wenn die Beschwerden stärker werden und anhalten. Das erhöht das Risiko für Beschädigungen der Darmwand, was weitere Komplikationen nach sich ziehen kann.

Komplikationen bei Colitis ulcerosa

Die Entzündungen und Geschwüre befallen zwar nur die Darmschleimhaut auf der Innenseite des Darms, aber sie können zur Bildung von Fisteln oder Polypen führen, die den Darm verengen. Dadurch kann es zu einer Verstopfung kommen, weil der Nahrungsbrei die Hindernisse nicht passieren kann. Sammelt sich der Stuhl an einer Stelle an, weitet sich die Darmwand und bläht sich auf. Es können Schadstoffe in den Darm gelangen und weitere Entzündungen auslösen oder die Darmwand wird beschädigt und es kommt zu einem Darmdurchbruch.

Eine Behandlung der Colitis ulcerosa zielt unter anderem darauf ab, solche Risiken zu vermeiden. Dafür ist eine frühzeitige Diagnose wichtig. Menschen, die häufig Durchfall und Bauchschmerzen haben, sollten aus diesem Grund ihren Darm von einem Spezialisten untersuchen lassen. Chronische Colitis erhöht zudem das Risiko, an Darmkrebs zu erkranken. Deshalb ist eine jährliche Vorsorgeuntersuchung ratsam.

Leben mit Colitis ulcerosa

Es gibt mittlerweile zahlreiche Medikamente zur Behandlung bei Colitis ulcerosa. Sie dienen dazu, dass eine akute Colitis schnell abklingt und können zudem den Ausbruch eines erneuten Krankheitsschubs verzögern. Beratungsangebote helfen Betroffenen, durch eine Umstellung der Ernährung und Lebensgewohnheiten die Beschwerden zu minimieren und trotz Colitis ulcerosa ein erfülltes Leben zu führen.

Reicht eine medikamentöse Behandlung nicht mehr aus, können Patienten gemeinsam mit ihrem Arzt eine Operation in Erwägung ziehen. Der einzige Weg, Colitis ulcerosa zu heilen, ist eine Entfernung des Dickdarms, da die chronische Colitis nur diesen letzten Teil des Darms befällt. Es gibt heutzutage zwar viele Möglichkeiten, den Verdauungstrakt zu rekonstruieren, dennoch handelt es sich hier um einen schweren Eingriff mit entsprechenden Risiken und Nebenwirkungen. Deshalb wird die Entfernung des Dickdarms in aller Regel nur als letztes Mittel eingesetzt.

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