Auf einen Blick – Wichtiges zur Mariendistel

  • Heilkraft: wirkt schützend und regenerierend auf die Leber
  • Inhaltsstoffe: Silymarin, Bitterstoffe, ätherisches Öl, Harze
  • Anwendung: Fertigarzneimittel, als Tee zubereitet
  • Botanik: beheimatet in Südeuropa, Südrussland, Kleinasien und Nordafrika; große, dornige Blätter mit purpurroten Körbchenblüten; Blütezeit Juli bis August

Welche Wirkung hat die Mariendistel?


Die Mariendistel (Silybum marianum) ist als traditionelles pflanzliches Arzneimittel eingestuft. Als solches können die Früchte (ohne Pappus = Haarkrone) zur symptomatischen Behandlung von Beschwerden im Verdauungstrakt beitragen, zum Beispiel bei Völlegefühl, Blähungen oder zur Linderung von Magenkrämpfen.

Die Heilpflanze entfaltet ihre hauptsächliche Wirkung allerdings bei Leberleiden. Dies verdankt sie dem enthaltenen Silymarin, einem Gemisch aus verschiedenen Flavonolignanen (Silibinin, Isosilibinin, Silicristin und Silidianin). Darüber hinaus enthält die Mariendistel Bitterstoffe, die als verdauungsfördernd gelten, eine geringe Menge ätherischen Öls sowie Harze.

Der Hauptwirkstoff Silymarin kann folgende Effekte vorweisen:

  • schützt die Leberzellen vor Giftstoffen
  • fördert die Regeneration und Neubildung der Leberzellen
  • stabilisiert die Lipidstruktur der Leberzellmembranen, die das Eindringen leberschädigender Verbindungen verhindern sollen; in der Folge wirkt es der toxischen Leberschädigung entgegen
  • wehrt freie Radikale (hochreaktive Sauerstoffteilchen) ab, sowohl präventiv als auch kurativ
  • wirkt bei chronischer Lebererkrankung mit Fibrosetendenz (krankhafte Vermehrung des Bindegewebes) antifibrotisch

Die Arzneipflanze kann sowohl zur Vorbeugung als auch Behandlung von Leberschäden – mit dem Schwerpunkt auf toxischer Erkrankung der Leber – verwendet werden. Allerdings zeigt sich eine höhere Wirkkraft (als Leberschutz) bei der prophylaktischen Vorgehensweise. Ferner findet sie zur unterstützenden Therapie bei chronisch-entzündlichen Lebererkrankungen und Leberzirrhose Anwendung. In der Volksheilkunde wird die Mariendistel als begleitendes Heilmittel bei beispielsweise Gallensteinen, Krampfadern oder Kopfschmerzen eingesetzt. Die pulverisierten Samen sollen bei offenen Beinen wirksam sein.

Gut zu wissen:

Silibinin ist als Antidot (Gegenmittel) bei Vergiftung mit dem Knollenblätterpilz zugelassen, die 95 Prozent aller tödlichen Pilzintoxikationen verursachen.1 Wer den Pilz zu sich genommen hat, sollte rasch einen Arzt aufsuchen. Die Behandlung muss baldmöglich passieren, um die mit der Vergiftung einhergehenden Leberzersetzung rechtzeitig zu stoppen.

Bei der Anwendung von Mariendistel sind Nebenwirkungen nicht völlig auszuschließen. Möglich sind beispielsweise leichte Magen-Darm-Beschwerden, Durchfall, aber auch Kopfschmerzen oder allergische Reaktionen.

Wie ist Silybum marianum einzunehmen?


Als Arzneidroge ist von der Heilpflanze vorrangig die Frucht (ohne Haarkrone) in Verwendung. Patienten mit Lebererkrankungen wird empfohlen, auf zugelassene Fertigpräparte (wie Kapseln, Tabletten)zurückzugreifen. Eine längerfristige Einnahme des Medikaments ist aufgrund der guten Verträglichkeit möglich. Die Dosierung entnehmen Betroffene der Packungsbeilage.

Die Mariendistel findet sich aufgrund ihrer leberschützenden Wirkung häufig auch in pflanzlichen Arzneimitteln. In Kombination mit anderen Heilpflanzen wie Kümmel oder Pfefferminze birgt dies – gegenüber synthetischen Mittel – den Vorteil, dass gegen unterschiedlichste Probleme im Magen-Darm-Trakt vorgegangen werden kann.

Zubereitung: Mariendisteltee für die Verdauung

Für die Teezubereitung nehmen Sie 1 bis 2 Teelöffel der Früchte (erhältlich in der Apotheke oder online) und mörsern diese. Anschließend mit einer Tasse kochendem Wasser übergießen und 10 Minuten ziehen lassen. Den Tee können Sie drei- bis viermal täglich etwa eine halbe Stunde vor den Mahlzeiten zu sich nehmen.2

Zur Verbesserung des Geschmacks ist es möglich, das Getränk mit anderen Heilpflanzen zu kombinieren, zum Beispiel mit der Pfefferminze. Sie soll zudem zur Wirkungssteigerung beitragen.

Da Mariendisteltee zu wenig Silymarin enthält, ist eine leberschützende Wirkung nicht gegeben. Das Anwendungsgebiet des Tees ist daher in erster Linie der Verdauungstrakt. Dort kann er Verdauungsprobleme oder Beschwerden, die einen gestörten Gallenfluss der Leber als Ursache haben, lindern. Er lässt sich auch zur Prophylaxe trinken.

Mehr wissen Herkunft und Botanik


Die Pflanze gehört zur Gattung der Korbblütengewächse, auch Asterngewächse oder Köpfchenblütler genannt. Die Mariendistel ist dabei die Größte unter den Disteln. Beheimatet ist sie in Südeuropa, Südrussland, Kleinasien sowie Nordafrika. Sie bevorzugt sonnige, felsige Hänge, ist aber auch an Zäunen in der Nähe von Häusern, an Bahnhöfen oder Dorfstraßen anzutreffen. Die Pflanze wird darüber hinaus in Kulturen in Mitteleuropa angebaut.

Aha!

Die Pflanze erhielt ihren Namen angeblich von der Jungfrau Maria. Als diese mit dem Jesuskind auf der Flucht war und ihr Baby stillen musste, fielen ein paar Tropfen der Muttermilch auf eine gewöhnliche Distel. Diese fühlte sich geehrt und wollte dies auch zeigen – seither sollen ihre Blätter grün-weiß marmoriert sein.

Charakteristisch für die Arzneipflanze sind die großen, grün-weiß betupften Blätter, die dornig gezähnt sind. Die Stängelspitzen enden in kugelförmigen, purpurrot gefärbten Korbblüten; Blütezeit ist von Juli bis August. Außen befinden sich Hüllblätter, die in stechenden Dornenspitzen münden. Aus dem Blütenstand bilden sich hartschalige Früchte mit einer seidigen Haarkrone (Pappus) aus. Die für Arzneimittel verwendeten Früchte besitzen eine harte, schwarze Schale. Sobald die Samen reif sind – etwa im August/September – werden sie geerntet und an der Luft getrocknet.

Von der Schülerzeitung übers Journalismus-Studium in die Online-Redaktion von kanyo® - Tanja Albert hat das Schreibfieber gepackt. Gemischt mit ihrem Interesse für Ernährungs- und Gesundheitsthemen stürzt sie sich Tag für Tag in die medizinische Recherche - und bringt das Ganze auch in die Sozialen Netzwerke, nämlich als Social Media Managerin. Tanja Albert Medizinredakteurin kanyo® mehr erfahren
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Quellen anzeigen
  • 1Ärzteblatt: Knollenblätterpilzvergiftungen: Antidot Silibinin verbessert Überlebenschancen. URL: https://www.aerzteblatt.de/archiv/13623/Knollenblaetterpilzvergiftungen-Antidot-Silibinin-verbessert-Ueberlebenschancen - Stand 10.05.2019
  • 2Bühring, Ursel: Praxis-Lehrbuch Heilpflanzenkunde: Grundlagen – Anwendung – Therapie. Stuttgart: Karl F. Haug 4 2014. S. 268.