Magen-Darm-Grippe – Dauer, Symptome und Behandlung

Etwa 20 Prozent der Bevölkerung erkranken einmal im Jahr an einer Magen-Darm-Grippe. Kinder sind sogar noch öfter betroffen.1 Das ist Grund genug, sich mit diesem ansteckenden Magen-Darm-Leiden auseinanderzusetzen. Wie lange dauert diese Grippe eigentlich und durch welche Symptome drückt sie sich aus? Hier finden Sie nicht nur darauf Antworten, sondern auch auf Ihre Fragen zu Ansteckung, Behandlung und Prophylaxe eines Magen-Darm-Infekts.


Alles auf einen Blick

Wie lange dauert die Magen-Darm-Grippe?

Alt-Tag	Frau mit Magen-Darm-Grippe leidet an Erbrechen und Durchfall.

Bestimmt haben auch Sie die letzten Magen-Darm-Probleme, auch Gastroenteritis genannt, nur zu gut in Erinnerung: Ohne Vorwarnung wird einem plötzlich schlecht und man schafft es gerade noch zur Toilette. Erkrankte können kaum etwas bei sich behalten und zur ständigen Übelkeit gesellt sich dann auch noch der leidige Durchfall – man fühlt sich hundeelend. Das ist eine Magen-Darm-Grippe, wie sie im Buche steht. Kein Wunder, dass Betroffene den Infekt so schnell wie möglich los werden wollen. Doch wie lange dauert es, bis die Magen-Darm-Grippe wieder ausgeheilt ist und Beschwerden wie Erbrechen und Durchfall nachlassen?

Erreger der Magen-Darm-Grippe

Beschwerden einer akuten Magen-Darm-Grippe können auch durch Bakterien oder seltener von Parasiten ausgelöst werden. Meistens sind jedoch Rota- oder Noroviren die Ursache der Symptome. Noroviren sind der häufigste Auslöser und dabei hochansteckend und hartnäckig: Selbst Hygienemaßnahmen in Krankenhäusern übersteht er oft unbeschadet. Wenn man selbst krank ist, sollte man also auch zum Schutz der anderen lieber zuhause bleiben, bis das Gröbste überstanden ist.

Wie lange dauert die Inkubationszeit bei einer Magen-Darm-Grippe?

Bei der Frage nach der Dauer eines Magen-Darm-Infekts ist es interessant zu wissen, ab wann die ersten Symptome auftreten. Diese Zeit von der Ansteckung bis zum Auftreten von Symptomen wird Inkubationszeit genannt. Der für die Grippe verantwortliche Erreger bestimmt dabei nicht nur die Zeit bis zum Ausbruch der ersten Symptome, sondern auch die Dauer der Magen-Darm-Probleme insgesamt.

Es gibt einige Erreger, bei denen die Inkubationszeit nur wenige Stunden beträgt (bei Salmonellen beispielsweise 5 bis 72 Stunden), bei anderen dauert es deutlich länger, bis sich Krankheitszeichen bemerkbar machen (bei einem Infekt mit E. coli-Bakterien zwei bis zehn Tage).2

Dauer der Beschwerden bei einem akuten Magen-Darm-Virus

Die Frage, wie lange eine Magen-Darm-Grippe dauert, lässt sich nur schwer abschätzen, da sie von verschiedenen Faktoren abhängt. Einfluss auf die Dauer hat:

  • der Erreger
  • die körperliche Reaktion auf die Infektion
  • der Gesundheitszustand (dazu gehört Ernährungszustand, Funktionsfähigkeit des Immunsystems und Begleiterkrankungen)
  • das Alter
Die durchschnittliche Inkubationszeit einer Magen-Darm-Grippe ist vom Erreger abhängig

Eine virale Magen-Darm-Grippe dauert zwischen einem und vier Tagen. Die Symptome der viralen Infektion klingen oft so plötzlich ab, wie sie gekommen sind.

Bei der bakteriellen Infektion ist die Dauer meist länger. Je nach Bakterium kann es ein bis zwei Wochen dauern, bis die Magen-Darm-Grippe überstanden ist. Bakterielle Infekte, zum Beispiel durch Salmonellen oder E. coli-Bakterien, machen sich erst durch Übelkeit und Erbrechen bemerkbar, später kommt Durchfall hinzu. Das Abklingen der Symptome läuft ähnlich ab: Nach ein bis zwei Tagen verschwindet das Erbrechen, der Durchfall bleibt etwa zwei bis sieben Tage bestehen.3

Auf den Punkt gebracht

Wie lange der akute Magen-Darm-Infekt dauert, ist abhängig von Erregern sowie dem Alter und individuellem Gesundheitszustand des Patienten. Als Faustregel kann man sagen, dass ein Magen-Darm-Virus wenige Tage bis höchstens eine Woche dauert. Dabei verschwinden die Symptome meist genauso plötzlich wieder, wie sie aufgetreten sind.

Typische Symptome einer Magen-Darm-Grippe

Die Magen-Darm-Grippe oder auch Gastroenteritis geht vor allem mit Durchfall einher. Sehr häufig kommen dazu noch Übelkeit und Erbrechen. Aus diesem Grund wird die Erkrankung manchmal auch als Brechdurchfall bezeichnet.

Zusätzlich treten bei einer Magen-Darm-Grippe diese Symptome auf:

Bei heftigem Brechdurchfall verliert der Körper schnell eine große Menge an Wasser und wird so zusätzlich geschwächt. Vor allem bei Kleinkindern und älteren Personen ist eine Dehydrierung, also großer Flüssigkeitsverlust, gefährlich: Es kann zur Austrocknung kommen, Symptome hierfür sind:

  • eine trockene Zunge und Lippen
  • Blutdruckabfall
  • Schwindel
  • eingesunkene Augen

Die Symptome der meisten Magen-Darm-Infekte sind unabhängig vom Erreger relativ ähnlich, der Verlauf ist hingegen anders. Bei einer Magen-Darm-Grippe, ausgelöst durch Viren, schlagen die Symptome ganz plötzlich und heftig zu. Bei einer bakteriellen Infektion hingegen treten zunächst Beschwerden wie Übelkeit oder Appetitlosigkeit auf, welche dann in Durchfall oder Erbrechen übergehen.

Auf den Punkt gebracht

Bei einer Gastroenteritis treten die Symptome wie Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall plötzlich auf. Dazu kommen oft Kopf- und Gliederschmerzen, in einigen Fällen auch leichtes Fieber. Bei schweren Fällen des Magen-Darm-Infekts können aufgrund des Flüssigkeitsverlustes auch Schwindel und Blutdruckabfall auftreten. In diesen Fällen ist ein Arztbesuch ratsam.

Was tun bei einer Magen-Darm-Infektion?

Meistens ist eine akute Magen-Darm-Grippe von lästigem Brechdurchfall begleitet. Infolgedessen verliert der Körper viel Wasser, was den Wasser- und Elektrolythaushalt des Körpers durcheinanderbringt. Doch was können Betroffene bei einem akuten Magen-Darm-Virus dagegen tun? Es ist zunächst wichtig, diesen Verlust auszugleichen. Trinken Sie daher viel Wasser und ungesüßte Kräutertees (in kleinen Mengen). Die Flüssigkeit wird zwar wieder ausgeschieden, allerdings wird der Körper durch die Zufuhr von Wasser etwas gestärkt und kann dadurch den Erreger etwas schneller wieder aus dem Körper schleusen. Beim Essen sollten Sie sich zunächst zurückhalten und ausprobieren, was und wie viel der Magen-Darm-Trakt verträgt. Gut geeignet sind

  • klare Suppen,
  • Zwieback,
  • Bananen oder
  • Salzstangen.

Während eines Infekts sollten Sie sich zudem schonen und dem Immunsystem die Möglichkeit geben, den Erreger auf natürliche Weise zu beseitigen.

Außerdem ist es wichtig, den Flüssigkeitsverlust bei dieser Erkrankung schnell auszugleichen, notfalls ist eine Infusion durch den Arzt nötig, die auch Elektrolyte enthält. Um diese wiederzuzuführen, können Sie etwas Brühe trinken, alternativ gibt es auch Elektrolytlösungen in der Apotheke. Sobald Sie wieder feste Nahrung aufnehmen können, essen Sie einfach etwas Banane und Salziges wie zum Beispiel Salzstangen, da so der Kalium- und Natriumspeicher wieder aufgefüllt wird.

Was hilft bei einem Magen-Darm-Virus?: Die Hausmittel

Selten müssen Erkrankte bei einer Magen-Darm-Grippe zu Medikamenten greifen. Die Beschwerden klingen meist von selbst nach wenigen Tagen wieder ab. Viele Betroffene fragen sich dennoch: Was hilft bei einem Magen-Darm-Infekt? Einige Hausmittel unterstützen den Heilungsprozess. Dazu gehören:

  1. Pektine binden die Erreger und werden zusammen mit ihnen ausgeschieden. Pektine sind pflanzliche Verbindungen und kommen zum Beispiel in Äpfeln, Bananen und Karotten vor.
  2. Heilerde besteht aus fein geriebenem Sand, der viele Giftstoffe umhüllt und sie damit unschädlich macht. Einfach bis zu zweimal am Tag einen Esslöffel der Heilerde in ein halbes Glas Wasser geben, umrühren und in kleinen Schlucken trinken.4
  3. Aktivkohle (in der Apotheke erhältlich) bindet Bakteriengifte, sodass diese nicht ins Blut gelangen.
  4. Quellstoffe wie Flohsamenschalen oder Leinsamen binden Wasser im Darm und erhöhen das Stuhlvolumen.
  5. Wärme hilft vor allem gegen die Bauchkrämpfe, die eine Magen-Darm-Grippe in der Regel begleiten. Am besten eignet sich für eine Wärmeanwendung auf dem Bauch eine Wärmflasche.

Nicht zuletzt haben Magen-Darm-Tees wie beispielsweise Fenchel- oder Kamillentee eine beruhigende Wirkung auf den Magen-Darm-Trakt. Dazu einfach einen Teebeutel mit einer Tasse heißem Wasser aufgießen und einige Minuten ziehen lassen.

Medikamente bei einer Magen-Darm-Grippe

Manchmal ist die Magen-Darm-Grippe so stark ausgeprägt, dass Hausmittel keine Wirkung zeigen. Für diesen Fall gibt es auch Medikamente, die die Beschwerden lindern:

  • Medikamente gegen Durchfall werden auch bei anderen Krankheitsbildern eingesetzt und sind freiverkäuflich. Oft enthalten sie Aktivkohle, die auf natürliche Weise Flüssigkeit im Darm bindet. Außerdem können sogenannte Motilitätshemmer wie zum Beispiel Loperamid den Durchfall stoppen, indem sie die Darmbewegung einschränken. So bleibt die Nahrung länger im Darm und Flüssigkeit sowie Nährstoffe können wieder aufgenommen werden.
  • Gegen starkes Erbrechen helfen sogenannte Antiemetika, die direkt auf das Brechzentrum im Gehirn einwirken. Es gibt sowohl chemische als auch pflanzliche Antiemetika, viele Mittel sind rezeptfrei in der Apotheke erhältlich.
  • Gegen krampfartige Bauchschmerzen setzt man unter anderem das Spasmolytikum Butylscopolamin ein, das in der Apotheke ohne Rezept zu kaufen ist. Mittel aus der Gruppe der Spasmolytika lösen Krämpfe, indem die Muskulatur im Magen-Darm-Trakt entspannt wird.
Gut zu wissen

Auch wenn die Symptome der Magen-Darm-Grippe sehr unangenehm sind und Betroffene entkräften, haben sie doch einen Sinn. Denn durch Erbrechen und Durchfall wehrt sich der Körper gegen den Erreger und versucht ihn loszuwerden. Aus diesem Grund ist ein Unterdrücken der Beschwerden nur eingeschränkt empfehlenswert.

Bei Magen-Darm-Grippe durch bakterielle Infektionen werden vom Arzt eventuell Antibiotika verordnet, um die Krankheitsdauer zu verkürzen. In folgenden Fällen können sie zum Einsatz kommen:

  • bei bestehender Immunschwäche
  • bei Frühgeborenen
  • im ersten Drittel der Schwangerschaft
  • bei heftig verlaufenden Krankheiten
  • bei blutigen Durchfällen
  • bei bestimmten, gefährlichen Erregern wie Salmonella typhi, Amöben und Clostridium difficile
Gibt es Impfungen gegen Magen-Darm-Grippe?

Es gibt Schutzimpfungen gegen einige Erreger von Magen-Darm-Grippe, etwa gegen Rotaviren, Typhus oder Cholera. Lassen Sie sich von Ihrem Arzt beraten, ob bei Ihnen eine Impfung infrage kommt.

Magen-Darm-Grippe: Wann zum Arzt?

Meistens lässt sich eine Magen-Darm-Grippe ohne Arztbesuch oder Medikamente durchstehen. In schweren Fällen ist es jedoch wichtig, einen Arzt aufzusuchen, der Sie untersucht und dann gegebenenfalls das richtige Medikament verschreiben kann. Um solch schwere Fälle handelt es sich dann, wenn die Symptome sehr heftig sind und die Magen-Darm-Grippe länger dauert als gewöhnlich, also über eine Woche anhält. Genauso sollten Sie zum Arzt gehen, wenn Sie Fieber über 38 Grad Celsius oder zum Beispiel Schleim oder Blut im Stuhl haben.6 Bei Kleinkindern und älteren Menschen ist ein Arztbesuch generell zu empfehlen (da diese schneller austrocknen).

So lässt sich eine Magen-Darm-Grippe vermeiden

In der Regel sind Magen-Darm-Infekte hochansteckend, weshalb gründliches Händewaschen sehr wichtig ist

Am besten lässt sich ein akuter Magen-Darm-Infekt vermeiden, indem Sie den Erregern aus dem Weg gehen. Doch wie wird eine Magen-Darm-Grippe eigentlich übertragen? Das geschieht zum einen über verunreinigte Lebensmittel oder kontaminierte Gegenstände (Kontakt- oder Schmierinfektion). Zum anderen können die Erreger über die Luft übertragen werden. Durch Husten oder Niesen gelangen kleinste Wassertropfen in die Umgebung und werden so von einem auf den anderen Menschen übertragen (Tröpfcheninfektion).

Besonders im Winter schnellen die Zahlen der Magen-Darm-Infekte in die Höhe, da unser Immunsystem in der Kälte weniger widerstandsfähig ist Ein weiterer Grund für die häufigen Infektionen im Winter ist, dass sich viele Leute auf engem Raum sammeln und das Ansteckungsrisiko steigt. Doch wie kann man der Magen-Darm-Grippe vorbeugen?

Gegen eine Ansteckung kann man sich durch umfassende Hygiene schützen:

  • gründliches Händewaschen
  • Händedesinfektion vor allem nach dem Besuch der Toilette
  • Reinigen von Toilettensitzen und Türklinken

Auch bei Lebensmitteln gibt es einiges zu beachten:

  • Eier, Fleisch, Fisch und Meeresfrüchte sollten Sie gut durchgaren, denn sie können Erreger wie Salmonellen enthalten.
  • Verderbliche Lebensmittel direkt nach dem Einkauf kühlstellen, sonst können sich Keime vermehren.
  • Abwehrgeschwächte Menschen, Kleinkinder und Schwangere sollten keine Speisen verzehren, die rohe Milch, Fleisch, Wurst oder Fisch enthalten.
Auf den Punkt gebracht

Die Erreger der Magen-Darm-Grippe sind meist Noro- oder Rotaviren. In selteneren Fällen auch Escherichia coli-Bakterien (E.coli) oder Salmonellen. Vor allem Noroviren sind sehr hartnäckig und hochansteckend. Deswegen ist es zu empfehlen, dass sich Betroffene für die Dauer der akuten Magen-Darm-Infektion so weit wie möglich von ihren Mitmenschen fernhalten. Auch umfassende Hygienemaßnahmen wie regelmäßiges Händewaschen und das Reinigen von Türklinken helfen dabei, dass sich die Erreger nicht weiter ausbreiten können.

Julia Hackbarth
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Medizinredakteurin