Die Magen-Darm-Grippe

Etwa 20 Prozent der Bevölkerung erkranken einmal im Jahr an einer Magen-Darm-Grippe. Kinder sind durchschnittlich sogar zwei- bis dreimal im Jahr betroffen. Das ist Grund genug, sich mit diesem ansteckenden Magen-Darm-Leiden auseinanderzusetzen. Wie steckt man sich an, was löst den Infekt aus und vor allem: Wie wird man ihn wieder los?

Was passiert bei der Magen-Darm-Grippe im Körper?

Frau mit Magen-Darm-Grippe kniet vor der Toilette

Der Fachbegriff für die Magen-Darm-Grippe heißt Gastroenteritis. Die Übersetzung des Fachbegriffs erklärt die Krankheit bereits: Es handelt sich um eine Entzündung des Magen-Darm-Trakts. Meist wird die Entzündung durch einen Erreger ausgelöst, der über den Mund in den Körper gelangt. Dort vermehrt er sich und greift die Schleimhaut des Magens und des Dünndarms an. Dies führt zu verschiedenen Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen und Bauchschmerzen.

Die Symptome der Magen-Darm-Grippe

Bei einem Magen-Darm-Infekt kann man die Nahrung nicht mehr richtig verdauen, außerdem wird vermehrt Wasser im Darm ausgeschieden. Die angedaute Nahrung im Darm wird dadurch flüssiger und es kommt zu Durchfall.

Ist zusätzlich die Magenschleimhaut angegriffen, hat ein Erkrankter für gewöhnlich mit Übelkeit und Erbrechen zu kämpfen. Durch das Erbrechen versucht der Körper, den Erreger auf schnellstmögliche Weise wieder loszuwerden. Neben Erbrechen und Durchfall gibt es auch noch andere, weniger typische Symptome einer Magen-Darm-Grippe wie Kopf- und Gliederschmerzen.

Erreger der Magen-Darm-Grippe

Ein Magen-Darm-Infekt kann durch Viren, Bakterien oder seltener von Parasiten ausgelöst werden. Meistens ist der Norovirus die Ursache der Magen-Darm-Grippe. Der Norovirus ist hochansteckend und hartnäckig: Selbst Hygienemaßnahmen in Krankenhäusern übersteht er oft unbeschadet. Wenn man selbst krank ist, sollte man also auch zum Schutz der anderen lieber zuhause bleiben bis das Gröbste überstanden ist.

Kleinkinder trifft die Magen-Darm-Grippe häufig, weil deren Immunsystem noch nicht vollständig entwickelt ist. Im späteren Leben kann sich unser Körper besser gegen Viren und andere Auslöser des Infekts wehren. Erst im Alter wird das Immunsystem dann wieder anfälliger.

Wie man eine Ansteckung vermeidet

Die Übertragung der Erreger der Magen-Darm-Grippe geschieht entweder über verunreinigte Lebensmittel, kontaminierte Gegenstände oder die Luft von Mensch zu Mensch.

Besonders im Winter schnellen die Zahlen der Magen-Darm-Infekte in die Höhe, da unser Immunsystem in der Kälte weniger widerstandsfähig ist. Ein weiterer Grund für die häufigen Infektionen im Winter ist, dass sich viele Leute auf engem Raum sammeln: Eine Ansteckung über Tröpfcheninfektion (zum Beispiel beim Husten/Niesen) oder kontaminierte Gegenstände ist möglich.

Gegen eine Ansteckung kann man sich durch umfassende Hygiene schützen:

  • gründliches Händewaschen
  • Händedesinfektion vor allem nach dem Besuch der Toilette
  • Reinigen von Toilettensitzen und Türklinken

Auch bei Lebensmitteln gibt es einiges zu beachten:

  • Eier, Fleisch, Fisch und Meeresfrüchte sollten Sie gut durchgaren, denn sie können Erreger wie Salmonellen enthalten.
  • Verderbliche Lebensmittel direkt nach dem Einkauf kühlstellen, sonst können sich Keime vermehren.
  • Abwehrgeschwächte Menschen, Kleinkinder und Schwangere sollten keine Nahrungsmittel verzehren, die rohe Milch, Fleisch, Wurst oder Fisch enthalten.
Magen-Darm-Grippe ist nicht gleich Grippe
Haben Sie sich schon einmal gefragt, was eigentlich die Grippe mit der Magen-Darm-Grippe zu tun hat? Die Magen-Darm-Grippe und die „normale“ Grippe sind beides Infektionskrankheiten ̶ da hört die Gemeinsamkeit aber auch schon auf. Bei der klassischen Grippe – der Influenza – ist die Ansteckungsgefahr beachtlich höher und der Verlauf der Erkrankung meist heftiger. Die Magen-Darm-Grippe ist daher gegenüber der Influenza das kleinere Übel. Angenehm ist sie deshalb noch lange nicht!

Was tun bei einem Magen-Darm-Infekt?

Meistens ist ein Magen-Darm-Infekt von lästigem Brechdurchfall begleitet. Infolge von Durchfall und Erbrechen verliert der Körper viel Wasser, was den Wasser- und Elektrolythaushalt des Körpers durcheinanderbringt. Es ist wichtig, diesen Verlust auszugleichen. Trinken Sie daher viel Wasser und ungesüßte Kräutertees. Die Flüssigkeit wird zwar wieder ausgeschieden, dadurch kann aber auch der Erreger aus dem Körper geschleust werden. Beim Essen sollten Sie sich zunächst zurückhalten und ausprobieren, was und wie viel der Magen-Darm-Trakt verträgt.

Während eines Infekts sollten Sie sich schonen und dem Immunsystem die Möglichkeit geben, den Erreger auf natürliche Weise zu beseitigen.

Schwere Fälle des Magen-Darm-Infekts

In schweren Fällen ist es sinnvoll, den Magen-Darm-Infekt mit Medikamenten zu behandeln und sich Rat beim Arzt zu holen. Das ist dann angezeigt, wenn der Infekt hartnäckig ist und die normale Dauer einer Magen-Darm-Grippe von ein bis sieben Tage überschreitet. Natürlich hängt es auch vom Erreger und der körperlichen Verfassung des Erkrankten ab, wie schnell ein Arzt aufgesucht werden sollte, bei der Risikogruppen Kleinkinder und Senioren ist der Arztbesuch oft nötig. Bei sehr starkem Flüssigkeitsverlust kann zum Beispiel eine Infusion nötig sein, um den Flüssigkeitshaushalt zu normalisieren.

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