Welcher Arzt bei Hämorrhoiden weiterhilft

17. September 2018

Verdickte Hämorrhoiden können die Lebensqualität von Betroffenen stark einschränken. Schließlich gehen mit vergrößerten Hämorrhoiden unerwünschte Symptome – wie Blut im Stuhl, Entzündungen, Brennen oder Jucken – einher. Vielen Menschen ist diese Art von Beschwerden peinlich und sie zögern, damit zum Arzt zu gehen. Doch: Je früher man sich die Frage „Welcher Arzt hilft bei Hämorrhoiden?“ stellt, umso schneller kann die genaue Ursache bestimmt und mit der Therapie der lästigen Begleiterscheinungen begonnen werden.

Zum Hausarzt bei einem Hämorrhoiden-Leiden?

Bei Hämorrhoiden ist ein (Kolo-)Proktologe der richtige Ansprechpartner

Viele, die nicht genau wissen, woran sie leiden, gehen erst einmal zum Hausarzt ihres Vertrauens. Möglicherweise fällt es leichter mit dem Hausarzt, den man schon länger kennt, über Beschwerden am Gesäß zu sprechen, als mit jemand Fremden.

Doch es sind Fachärzte, die ein fundierteres Wissen auf dem Gebiet haben. Das gilt im Besonderen bei verdickten Hämorrhoiden, für welche grundsätzlich die (Kolo-)Proktologie – die medizinische Lehre von den Erkrankungen des Rektums (Mastdarms) – erste Anlaufstelle ist. Im Zweifel überweist der Allgemeinmediziner zu einem Spezialisten der (Kolo-)Proktologie, bezieht ihn in die Behandlung der verdickten Hämorrhoiden mit ein, schätzt und berücksichtigt dessen Expertenmeinung.

Keinen Arzt bei vergrößerten Hämorrhoiden aufzusuchen, ist die falsche Option. Schließlich hören die Beschwerden tendenziell nicht von alleine auf. Und: Je länger diese bestehen, umso unangenehmer und schmerzhafter werden die Beschwerden. Als erste Anlaufstelle kann der Hausarzt deshalb gut dienen.

Ein Arztbesuch bei Hämorrhoiden: Die Untersuchung

Viele Betroffene haben, wenn es um verdickte Hämorrhoiden geht, vor allem vor einer Sache gehörigen Respekt – wenn nicht sogar Angst: Der Untersuchung des Rektums. Zuvor findet meistens jedoch ein Gespräch von Arzt und Patienten statt, in dem der Betroffene über die genaue Ausgestaltung des Leidens bei Hämorrhoiden berichtet. Der Hausarzt oder Proktologe holt Informationen über die Lebensgewohnheiten (Ernährung, Bewegung) des Betroffenen ein und zieht so Rückschlüsse auf die Entstehung der vergrößerten Hämorrhoiden.

Es folgt das Betrachten und Abtasten der Analregion, um Entzündungen zu identifizieren. Bereits stark verdickte Hämorrhoiden erkennt der Arzt mit bloßem Auge. Befinden sich die Hämorrhoiden noch in einem frühen Stadium, führt der Facharzt eine Spiegelung des Afters durch ein kleines Röhrchen – die sogenannte Proktoskopie – durch, die nicht sehr schmerzhaft ist und in der Regel nur wenige Minuten dauert.

Welche Behandlungsmöglichkeiten hat ein Arzt bei Hämorrhoiden?

Für die Behandlung der vergrößerten Hämorrhoiden stehen dem Arzt einige Möglichkeiten zur Verfügung:

  • Um die Symptome der Hämorrhoiden zu lindern, kann der Arzt Medikamente verschreiben. Besonders gut wirken Zäpfchen sowie Salben und Cremes. Darüber hinaus können Sitzbäder genommen werden. Juckreiz und Brennen lassen sich so gut in den Griff bekommen.
  • Wenn Hämorrhoiden stark verdickt sind, kann der Arzt einen chirurgischen Eingriff vornehmen. Bei der sogenannten Sklerosierung wird eine Injektionsnadel durch ein Instrument (Proktoskop) in den Analkanal eingeführt und eine Lösung in die vergrößerten Hämorrhoiden gespritzt, die eine entzündliche Reaktion auslöst. Der Blutzufluss wird dadurch gedrosselt und der Hämorrhoidenknoten schrumpft. Auch diese kleine Operation erfolgt meist ambulant und ist in der Regel schmerzfrei.

Das gleiche Ziel erreicht der Arzt mit der sogenannten Gummiband-Methode, bei der die verdickten Hämorrhoiden durch Abbinden von der Blutversorgung abgeschnitten werden.

Bei diesem Verfahren bringt der Arzt über ein kleines Instrument ein Gummiband in den Enddarm ein. Das Band wird am Fuße der Hämorrhoiden angebracht, sodass der herausragende Teil des Gewebes abgeschnürt wird. Nach zwei bis drei Tagen wird das Gummiband mitsamt dem abgestorbenen Teil der Hämorrhoiden über den Stuhlgang ausgeschieden. Die Methode ist schmerzfrei und wird meist ambulant durchgeführt.

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Jan Henkel
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