Wenn Übelkeit die Schwangerschaft belastet

7. November 2018

Übelkeit ist in der Schwangerschaft eines der häufigsten Symptome. In vielen Filmkomödien parodiert, stellen Übelkeit und Erbrechen in der Realität jedoch für viele Frauen eine Belastung dar, die in seltenen Fällen sogar ein gesundheitliches Risiko für die werdende Mutter und das Kind bedeuten.

Warum Frauen während der Schwangerschaft schneller übel wird

Schwangere leiden vor allem während der Frühschwangerschaft in Folge der hormonellen Veränderungen unter Übelkeit

Übelkeit tritt hauptsächlich im ersten Drittel der Schwangerschaft, meist von der sechsten bis zur zwölften Woche, auf.1 Am ausgeprägtesten ist das flaue Gefühl im Magen morgens gleich nach dem Aufstehen. Bei manchen Frauen macht es sich aber auch zu anderen Tageszeiten bemerkbar.

Die Ursachen sind zwar noch nicht vollständig geklärt, aber es gibt mehrere Faktoren, die mit der Übelkeit in Verbindung gebracht werden. Wird eine Frau schwanger, erlebt der Körper umfangreiche hormonelle Veränderungen. Diese tragen dazu bei, dass die Schwangerschaft erhalten bleibt und der Fötus sich gut entwickeln kann. Gleichzeitig verändern sie aber auch den Geruchs- und Geschmackssinn der Schwangeren.

Viele Frauen entwickeln einen Heißhunger, aber auch Abneigungen gegen bestimmte Speisen. Manchmal genügt schon ein starker, unangenehmer Geruch oder der Gedanke ans Essen, um Übelkeit oder Erbrechen in der Schwangerschaft auszulösen.

Mögliche Auslöser für Übelkeit während der Schwangerschaft

Da die Phase der Übelkeit in der Regel auf die ersten Wochen der Schwangerschaft begrenzt ist, wird vermutet, dass sie mit der vermehrten Produktion von Humanem Choriongonadotropin (hCG) in Verbindung steht, dessen Wert im Blut in der Frühschwangereschaft seinen Höhepunkt erreicht.

Dieses Hormon wird in der Plazenta gebildet, sobald eine Frau schwanger wird. Der hCG-Spiegel steigt in den ersten Tagen und Wochen nach der Einnistung enorm an, um den Körper für die Schwangerschaft vorzubereiten. Ab der zehnten Schwangerschaftswoche fällt er nach und nach wieder ab.

Ein weiterer Faktor, der mit Erbrechen und Übelkeit in der Schwangerschaft in Verbindung steht, ist ein Vitamin-B6-Mangel. Dieses Vitamin ist an zahlreichen Stoffwechselprozessen beteiligt und wird erfolgreich gegen verschiedene Formen der Übelkeit eingesetzt, wie zum Beispiel Reisekrankheit. Der genaue Zusammenhang zwischen Vitamin B6 und Übelkeit in der Schwangerschaft ist zwar noch unklar, aber erfahrungsgemäß lindert eine tägliche Dosis von Vitamin B6 die Symptome. Negative Auswirkungen auf die Gesundheit von Mutter und Kind konnten bislang nicht festgestellt werden.

Was tun gegen Übelkeit, wenn man schwanger ist?

Während der Schwangerschaft sind die meisten Medikamente tabu. Zu groß ist das Risiko, dass sich manche Inhaltsstoffe negativ auf den Verlauf der Schwangerschaft auswirken könnten. Glücklicherweise lassen sich die Beschwerden häufig lindern, indem die werdende Mutter ein paar Gewohnheiten ändert, wie etwa:

  • Am besten nehmen Sie die erste Mahlzeit noch zu sich, ehe Sie das Bett verlassen. Platzieren sie dazu bereits am Vorabend ein paar Kekse und eine Thermoskanne mit Tee auf dem Nachttisch. Das sorgt dafür, dass der Magen nicht leer ist und Ihnen deshalb schlecht wird. Zudem beugt es morgendlichen Kreislaufproblemen vor.
  • Anstelle von großen, lieber mehrere kleine Mahlzeiten pro Tag essen. Im Optimalfall nehmen sie täglich fünf kleine Mahlzeiten zu sich. So verhindern Sie, dass der Magen mit zu viel Nahrung überfordert ist und Ihnen dadurch übel wird.2
  • Das Essen nicht zu stark würzen und auf säurehaltige und fettige Speisen, die den Magen reizen, verzichten.
  • Trinken Sie statt Säften und kohlesäurehaltigem Mineralwasser besser Pfefferminz- oder Ingwer-Tee. Beides wirkt beruhigend auf den Magen und verhindert Übelkeit.
  • Es ist wichtig, sich nicht zu überanstrengen. Denn auch Stress wirkt sich negativ auf den Magen aus und kann zu Übelkeit führen. Gönnen Sie sich die Auszeiten, die Sie brauchen
  • Auch ein niedriger Blutzuckerspiegel kann Übelkeit am Morgen begünstigen. Deswegen ist es ratsam, vor dem Zubettgehen noch einen kleinen Snack (beispielsweise Salzstangen) zu sich zu nehmen, der den Blutzuckerspiegel erhöht.
  • Nach einer größeren Mahlzeit (etwa nach dem Abendessen) einige Zeit warten, bis Sie ins Bett gehen. Denn während der Schwangerschaft erschlafft der Schließmuskel zwischen Magen und Speiseröhre ein wenig. Im Liegen kann deshalb leicht Magensäure aufsteigen und Sodbrennen sowie Übelkeit auslösen, wenn Sie schwanger sind.
  • Bewegung: Ein Spaziergang an der frischen Luft fördert die Verdauung und bringt den Kreislauf in Schwung – ein gutes Mittel, um Übelkeit vorzubeugen.

Es braucht also nicht unbedingt Medikamente, um die Übelkeit zu bekämpfen, schon kleine Änderungen im Alltag können dem lästigen Symptom entgegenwirken.

Tipp: Übelkeits-Notfalldrink für Schwangere

Ingwer ist ein bewährtes Mittel zur Bekämpfung von Übelkeit und Erbrechen bei schwangeren Frauen. Dieses Notfalldrink-Konzentrat können Sie auch einige Tage im Kühlschrank aufbewahren und nach Bedarf einnehmen

Zutaten:

10 Gramm frischer Ingwer

10 Gramm getrocknete Mandarinenscheiben (beispielsweise in der Apotheke erhältlich)

1 Esslöffel Zucker oder Honig (je nach Geschmack)

1 Liter Wasser

Zubereitung:

Schälen Sie den Frischen Ingwer und schneiden Sie ihn in Scheiben. Anschließend die getrockneten Mandarinenscheiben und den Esslöffel Zucker oder Honig hinzugeben. Alles mit kochend heißem Wasser übergießen und 20 Minuten ziehen lassen. Dann den Ingwer und die Mandarinenschalen absieben und den Sud in eine Flasche füllen und kühl stellen. Zur Bekämpfung der Übelkeit in der Schwangerschaft trinken Sie zweimal täglich ein Glas warmes Wasser, dem Sie je ein Schnapsglas des Suds zugeben.2

Dauer und Verlauf der Übelkeit in der Schwangerschaft

Keine Panik, wenn Sie unter Übelkeit in der Schwangerschaft leiden. In den meisten Fällen ist dieses Symptom kein durchgängiger Begleiter. Bei vielen Frauen verschwindet die Übelkeit nach der 20. Schwangerschaftswoche.1 Nur in ganz seltenen Fällen dauern Übelkeit und Erbrechen die ganze Schwangerschaft über an. Aber auch hier besteht kein Grund zur Sorge. Die Übelkeit schadet Ihrem Baby nicht.

Die Ursache der liegt an den Schwankungen im Stoffwechsel und Hormonhaushalt. Im Laufe der Schwangerschaft gewöhnt sich der Körper an die neuen Gegebenheiten und die Symptome lassen nach.

Was tun bei starkem Erbrechen in der Schwangerschaft?

In den allermeisten Fällen sind Übelkeit und gelegentliches Erbrechen bei schwangeren Frauen unproblematisch. Bis zu zwei Prozent aller Schwangeren leiden jedoch an einer sogenannten Hyperemesis gravidarum1. Dabei erbricht die Frau so stark, dass sie unter Flüssigkeitsmangel leidet und an Gewicht verliert. Die damit verbundene Unterversorgung kann sowohl für die werdende Mutter als auch für das Kind gefährlich werden. Deshalb muss ein extremes Erbrechen unbedingt von einem Arzt behandelt werden.

Symptome, die einen Arztbesuch erforderlich machen

Schwangere Frauen, die an einem oder mehreren der folgenden Symptome leiden, sollten baldmöglichst einen Arzt aufsuchen:

  • Erbrechen tritt häufiger als fünf Mal täglich auf
  • der Körper behält keinerlei Nahrung oder Flüssigkeit
  • Erbrechen hört auch bei nüchternem Magen nicht auf
  • Auch bei plötzlicher Gewichtsabnahme ist ein Gang zum Mediziner anzuraten. Dieser wird umgehend eine passende Behandlung einleiten.

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Peggy Richter
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Julia Hackbarth
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