Wodurch entsteht Morgenübelkeit?

13. März 2019
6 Min.

Zur Ursachenermittlung dienen unter anderem:

Übelkeit am Morgen kann auch andere Ursachen als eine Schwangerschaft haben.
  • Schwangerschaft
  • übermäßiges Essen
  • sehr fetthaltige Speisen
  • zu hoher Alkoholkonsum
  • niedriger Blutzucker
  • psychische Probleme und Stress

Bereits mit Übelkeit aufwachen – ein besonders unangenehmer Start in den Tag. Schon beim Aufstehen fühlt man sich elend und möchte am liebsten wieder unter die Bettdecke kriechen. Vor allem wenn Übelkeit am Morgen auftritt, können für Betroffene tägliche Aufgaben zu einer regelrechten Qual werden. Aber warum werden viele Menschen vor allem bei Tagesanbruch von Übelkeit geplagt? Sie erfahren es hier!

Übelkeit am Morgen — die Ursachen

Bei Übelkeit am Morgen denkt man vor allem an eine Schwangerschaft. Vielen Schwangeren ist nämlich gerade nach dem Aufstehen schlecht und sie müssen sich häufig übergeben. Als Hauptursachen gelten hier die hormonelle Umstellung des weiblichen Körpers und seine Gewöhnung an das heranwachsende Kind. Gegen die Übelkeit am Morgen kann es hier helfen, am Abend vor dem Schlafengehen eine Kleinigkeit (etwa eine Scheibe Vollkornbrot) zu essen, um dem Magen eine Grundlage für die Nacht zu geben. Experten gehen bei werdenden Müttern nämlich zudem davon aus, dass die Probleme am Morgen häufig auf eine unzureichende Energiezufuhr zurückzuführen sind. Dieser wird damit entgegengewirkt.

Übelkeit kann aber auch zahlreiche andere Ursachen haben.

Wurde zum Beispiel am Abend vorher sehr üppig und fetthaltig gegessen, drückt die Mahlzeit oft noch am nächsten Morgen schwer auf den Magen. Er kann durch eine zu große Menge an Nahrung überlastet sein, was am darauffolgenden Tag zu Beschwerden führt. Hilfreich ist hier, die Mahlzeiten gleichmäßiger zu verteilen und nicht zu viel auf einmal zu essen. Auch wer am Abend zuvor zu tief ins Glas geschaut hat, bekommt am nächsten Tag oft die Folgen zu spüren. Neben Kopfschmerzen ist Übelkeit eine typische Begleiterscheinung einer durchzechten Nacht. Gegen den Kater hilft vor allem viel Trinken und – auch wenn es schwerfällt – Bewegung an der frischen Luft.

Außerdem zählen psychische Probleme zu den möglichen Auslösern von Übelkeit am Morgen, beispielsweise wenn an dem Tag eine schwere Prüfung oder ein unangenehmes Gespräch mit dem Chef ansteht. In solchen Fällen werden vom Gehirn vermehrt Stresshormone ausgeschüttet, die sich auf den Magen-Darm-Trakt auswirken können. Hier helfen Entspannungsmusik, Meditationstechniken oder ein Tee, um den aufgewühlten Magen zu beruhigen.

Übelkeit durch Hunger

Auch ein leerer Magen — beziehungsweise ein niedriger Blutzuckerspiegel — kann Übelkeit auslösen. In diesem Fall ist das flaue Gefühl ein Signal des Körpers, dass er wieder Flüssigkeit und Nahrung für neue Energie benötigt. Nach einem leichten Snack verschwindet die Übelkeit meist schnell wieder.

Auch Kindern geht es nach dem Aufstehen oftmals nicht gut. Die Morgenübelkeit kann hier durch das Wachstum bedingt sein. Aufgrund der Entwicklung des Körpers ist mitunter ein niedriger Blutdruck vorhanden, der Übelkeit auslöst. Gerade nach dem Aufstehen — wenn der Körper von einer ruhigen und liegenden in eine aufrechte Position gebracht wird — kann dies zu Schwindel, Augenflimmern und Unwohlsein führen. Um den Blutdruck zu steigern und den Kreislauf wieder in Schwung zu bringen, hilft es, viel Flüssigkeit zuzuführen und sich an der frischen Luft zu bewegen. Ebenso ist auch ein kleines und leichtes Frühstück empfehlenswert, um das flaue Gefühl im Bauch zu vertreiben.

Morgenübelkeit in der Schwangerschaft

Viele schwangere Frauen leiden an Morgenübelkeit. Etwa drei Viertel aller Frauen, die ein Baby erwarten, müssen sich vor allem in den ersten vier Schwangerschaftsmonaten morgens mit Übelkeit herumschlagen oder sogar erbrechen.1 Dabei tritt Übelkeit von Frau zu Frau unterschiedlich auf: Während einige Schwangere nur von einem flauen Magen berichten, müssen sich andere sehr häufig übergeben. Obwohl die Schwangerschaft vor allem mit Morgenübelkeit in Verbindung gebracht wird, ist vielen werdenden Müttern oftmals auch zu anderen Tageszeiten schlecht.

Müssen sich Betroffene mehrmals übergeben, ist viel Trinken wichtig, um einen Flüssigkeitsmangel zu verhindern. Außerdem kann es notwendig sein, wichtige Nährstoffe über Elektrolytlösungen zuzuführen. Bei Elektrolyten handelt es sich um geladene Teilchen (Ionen), die an wichtigen Prozessen im Körper beteiligt sind. Bestenfalls informieren sich schwangere Frauen dazu bei ihrem Frauenarzt.

Gut zu wissen:

Übelkeit ist für Frauen, die ein Kind erwarten, zwar unangenehm, aber in der Regel kein Grund zur Besorgnis. Mediziner gehen davon aus, dass Übelkeit und Erbrechen im Zusammenhang mit der hormonellen Umstellung des Körpers stehen.

Tipps gegen Übelkeit am Morgen

Zur Behandlung der Symptome von Übelkeit haben sich eine Reihe verschiedener Tipps bewährt, die dabei helfen Ihre Beschwerden zu lindern:

  • langsames Aufsetzen am Morgen (schont den Kreislauf)
  • Kamillen-, Pfefferminz- und Fencheltee trinken
  • Ingwer (als Extrakt oder Tee) einnehmen
  • Kleine, fettarme Mahlzeiten über den Tag verteilt essen
  • kein Verzehr von Getränken mit Koffein oder Kohlensäure
  • Vermeiden intensiver Gerüche
  • regelmäßig an die frische Luft gehen

Leiden Sie häufiger an morgendlicher Übelkeit, sollten Sie zur Sicherheit einen Arzt zu Rate ziehen. Dieser kann die Ursache abklären und gegebenenfalls Medikamente gegen Übelkeit empfehlen.

Miriam Och
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Medizinredakteurin und Kommunikationswissenschaftlerin
Jan Zimmermann
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Medizinredakteur und Medienwissenschaftler