Blähungen beim Baby – eine häufige Ursache für Unwohlsein

17. September 2018

Wenn das Neugeborene ohne erkennbaren Grund weint, sind Eltern oft verunsichert. Meist stecken jedoch nur harmlose Blähungen beim Baby dahinter. Sie sind bei Säuglingen keine Seltenheit und betreffen Jungen häufiger als Mädchen. Was sind typische Anzeichen, wenn das Baby Blähungen hat? Und wie können ihm Eltern helfen?

So erkennen Eltern Blähungen bei Säuglingen

Ob der Säugling zu viel Luft im Bauch hat und deswegen unter Blähungen leidet, erkennen Eltern an den folgenden Symptomen:

  • Das Baby ist unruhig und weint.
  • Der Säugling zieht abwechselnd die Beine krampfhaft an und streckt sie wieder aus.
  • Manche Babys verweigern die zweite Brust oder trinken weniger als gewöhnlich, weil die übermäßige Luft im Bauch ein Völlegefühl verursacht.
  • Ansonsten ist das Baby völlig gesund und gedeiht.
  • Blähungen treten meist zur gleichen Tageszeit auf, meist nachmittags oder abends.

Da ein Säugling nur sehr eingeschränkte Möglichkeiten hat, sein Unwohlsein kundzutun, sind diese Symptome jedoch nicht zwangsläufig ein Hinweis darauf, dass das Baby Blähungen hat. Sicher können sich Eltern nur sein, wenn das Baby aufhört zu weinen, sobald sich die Luft durch ein Bäuerchen oder einen Pups verflüchtigt hat.

Warum kommt es zu Blähungen bei Säuglingen?

Blähungen bei Babys können verschiedene Ursachen haben. Einer der Hauptauslöser ist, dass Babys beim Trinken, Weinen oder einfach nur beim Atmen Luft verschlucken, die sich dann im Darm ansammelt und zu Beschwerden führt. Infrage kommen außerdem:

Die übermäßige Luft bei Blähungen wird meist über den Darm abtransportiert. Manchmal sammelt sie sich jedoch hinter dem Nahrungsbrei und bläht den Darm auf. Das kann Schmerzen verursachen, wenn die Blähung auf umliegendes Gewebe drückt. Fast jedes Baby hat von Zeit zu Zeit Blähungen. Manche leiden jedoch mehr darunter als andere. So gelten starke Blähungen als eine mögliche Ursache für Dreimonatskoliken. Da Bauchschmerzen und Blähungen auch ein Symptom für andere Krankheiten sein können, sollten Eltern vorsorglich einen Arzt aufsuchen, wenn der Säugling extrem viel schreit.

Leiden Flaschenbabys häufiger an Blähungen als Stillbabys?

Erfahrungsgemäß leiden Kinder, die mit der Flasche gefüttert werden, tatsächlich häufiger an Blähungen als gestillte Babys. Das liegt vermutlich daran, dass das Baby den Milchfluss aus der Brust besser kontrollieren kann als den Milchstrahl aus der Flasche. Manche Mütter haben allerdings auch einen sehr starken Milchfluss. Die beste Möglichkeit, Blähungen bei Säuglingen vorzubeugen, ist ein Bäuerchen nach der Mahlzeit – unabhängig, ob das Baby gestillt wird oder aus der Flasche trinkt.

Still-Tipp:
Wenn ein gestilltes Baby häufig Blähungen hat, kann es helfen, eine andere Stillposition auszuprobieren, bei der der Säugling vielleicht weniger Luft verschluckt. Mütter sollten beim Anlegen an die Brust darauf achten, dass das Baby nicht nur die Brustwarze, sondern auch den Vorhof in den Mund nimmt.

Wird das Kind mit der Flasche gefüttert, sollte die Milch nicht zu stark geschüttelt werden. Der Schaum, der beim Schütteln entsteht, enthält viel Luft, die das Baby beim Trinken mitschluckt. Es ist besser, das Baby nicht im Liegen, sondern in einer leicht sitzenden Position zu füttern. Dabei sollte die Flasche jedoch so steil gehalten werden, dass der Sauger vollständig mit Milch ausgefüllt ist. Treten trotzdem häufig Blähungen beim Baby auf, lohnt es sich, einen anderen Sauger auszuprobieren. Bleiben Sie außerdem bei der gleichen Babymilch. Auch wenn die Inhaltsstoffe sehr ähnlich sind, kann ein Wechsel Blähungen beim Baby verursachen, weil das Verdauungssystem noch sehr empfindlich ist.

Was tun gegen Blähungen beim Baby?

Häufig entstehen Blähungen bei Babys durch das Verschlucken von Luft

Wenn sich Ihr Baby mit Blähungen quält, können einige Tipps dabei helfen, die Schmerzen zu lindern. Wenn das Baby weint, weil es Blähungen hat, hilft eine sanfte Massage der Bauchdecke. Lassen Sie dafür die Finger im Uhrzeigersinn um den Bauchnabel kreisen. Die Kreise sollten zunächst klein sein und immer größer werden. Da der Nahrungsbrei im Uhrzeigersinn durch den Dickdarm transportiert wird, kann diese Massage helfen, Blähungen zu lösen. Außerdem wirkt der Körperkontakt auf den Säugling in der Regel beruhigend. Probieren Sie diese weiteren Tipps aus:

  • Fenchel- oder Kümmeltee beruhigen den Darm und können ebenfalls helfen, Blähungen zu lösen. Kräutertees sollten immer ungesüßt sein. Zur Vorbeugung kann der Tee auch in kleinen Schlucken als Zwischenmahlzeit gereicht werden.
  • Blähungen beim Baby lassen sich auch mit pflanzlichen Medikamenten, zum Beispiel Zäpfchen oder homöopathischen Mitteln behandeln.

Bevor Sie Ihrem Baby pflanzliche Medikamente oder homöopatische Mittel geben, sollten sie das jedoch immer zuvor mit einem Arzt absprechen.

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Peggy Richter
Redakteur/in