Blut im Stuhl: Unterschiedliche Farbe, unterschiedliche Ursachen

28. September 2018

Wer in der Toilettenschüssel Blut entdeckt, erschrickt zunächst meist sehr. Blut im Stuhl ist grundsätzlich kein gutes Zeichen. Aber keine Panik: Es muss auch nicht gleich das Schlimmste bedeuten. Blut beim Stuhlgang ist nicht so dramatisch wie häufig angenommen. Dennoch sollte die Ursache in jedem Fall von einem Arzt abgeklärt werden.

Übersicht: Ursachen von Blut im Stuhl nach Farbe des Stuhlgangs

Farbe des Blutes
Ort der Blutung
Mögliche Ursachen
Schwarzer, glänzender Stuhl (Teerstuhl/Meläna)
Blutungen im oberen Verdauungstrakt
Geschwüre im Magen und Zwölffingerdarm, Entzündungen der Magenschleimhaut oder Speiseröhre, Mallory-Weiss-Syndrom, Magenkrebs
Hellrotes Blut (untergemischt oder aufgelagert)
Blutungen im mittleren oder unteren Verdauungstrakt
Hämorrhoiden, Magen-Darm-Infektion, Morbus Crohn, Colitis ulcerosa, Divertikel, Darmpolypen, Darmkrebs
Okkultes (unsichtbares) Blut
Polypen, Divertikel, Entzündungsherde oder Darmkrebs

Rotes, schwarzes oder unsichtbares Blut im Stuhl

Die Farbe des Bluts im Stuhl kann auf die Quelle der Blutung hinweisen

Blut im Stuhl (gastrointestinale Blutung) bedeutet, dass der Körper irgendwo im Verdauungstrakt Blut verliert. Je nachdem, wo sich die Quelle der Blutung genau befindet, unterscheidet sich auch die Farbe des Blutes. Doch nicht immer ist das Blut leicht zu erkennen: Es kann sich auch mit dem Stuhl vermischt haben, sodass es mit bloßem Auge nicht sichtbar (okkult) ist. Unsichtbares Blut wird meist zufällig bei einer Vorsorgeuntersuchung oder mit einem speziellen Test bei Verdacht auf eine Erkrankung des Verdauungstrakts entdeckt.

Ist das Blut im Stuhl frisch und hat es eine leuchtend rote Farbe, liegt der Ort der Blutung vermutlich im mittleren oder unteren Magen-Darm-Trakt. Helles Blut im Stuhl (Hämatochezie) bedeutet, es kam weder mit der Salzsäure des Magens in Kontakt, noch konnte es von Bakterien zersetzt werden. Dies ist hingegen der Fall, wenn die Blutung im oberen Teil des Verdauungstrakts lokalisiert ist. Dann hat das Blut eine schwarz-glänzende Färbung, weshalb dunkles Blut im Stuhl auch als Teerstuhl (Meläna) bezeichnet wird.

Hinweis: Bei einer Verfärbung des Stuhlgangs muss es sich nicht zwangsweise um Blut im Stuhl handeln. Haben Sie zum Beispiel rote Rüben oder Heidelbeeren gegessen? Sie könnten ebenso für eine Verfärbung verantwortlich sein. Auch Medikamente wie Kohle- und Eisentabletten färben unter Umständen den Stuhl schwarz.

Wodurch Teerstuhl (Meläna) und rotes Blut im Stuhl verursacht werden können

Bei Magen-Darm-Blutungen unterscheidet man vor allem Blutungen aus dem oberen Teil des Magen-Darm-Traktes von Blutungen im unteren Bereich.

Teerstuhl (Meläna): Blutungen im oberen Verdauungstrakt

Teerstuhl (Meläna) ist vor allem auf Schäden im oberen Magen-Darm-Trakt zurückzuführen. Häufige Ursachen von dunklem Blut im Stuhl sind Geschwüre im Magen oder Zwölffingerdarm sowie seltener auch Geschwüre in der Speiseröhre oder chronisches Sodbrennen. Bestehen Krampfadern im Magen oder in der Speiseröhre, können diese ebenfalls für die dunkle Färbung des Stuhlgangs verantwortlich sein.

Eher selten anzutreffen ist das sogenannte Mallory-Weiss-Syndrom. In diesem Fall ist die Schleimhaut, zum Beispiel durch häufiges Erbrechen infolge von Alkoholkonsum, vorgeschädigt. Bei starkem Erbrechen kann die Schleimhaut sogar aufreißen und lebensbedrohliche Blutungen sowie Meläna zur Folge haben Des Weiteren kann auch Magenkrebs eine Ursache für obere gastrointestinale Blutungen sein.

Ursachen von rotem Blut im Stuhl (Hämatochezie)

Bei frischem Blut im Stuhl (Hämatochezie) oder am Toilettenpapier handelt es sich in vielen Fällen um Blutungen, die aufgrund von Hämorrhoiden entstanden sind. Nicht nur ältere Menschen leiden daran, Schätzungen zufolge haben über 50 Prozent aller über 30-Jährigen vergrößerte Hämorrhoiden. Viele Frauen entwickeln während der Schwangerschaft oder nach der Geburt Probleme mit Hämorrhoiden, deren typisches Symptom Blutungen im Analbereich sind.

Daneben leiden Betroffene von chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa oftmals an Analfissuren, also Risse in der Schleimhaut des Analkanals. Aber auch bei Verstopfung können Verletzungen der Darmschleimhaut entstehen. Weiterhin sind Tumore, Darmpolypen und Divertikel (Ausstülpungen an der Darmschleimhaut) mögliche Ursachen.

Diagnose und Behandlung

Wenn viel Blut beim Stuhlgang ausgeschieden wird, versucht der Arzt zunächst, die akute Blutung zu stoppen. Die Blutungen werden meist durch spezielle Klammern (Hämoclips), Laserbehandlungen oder Abschnüren der betroffenen Stelle gestillt. Ebenso können spezielle Gewebekleber wie Fibrinkleber unter die Schleimhaut gespritzt werden. Dadurch ziehen sich die Gefäße an der entsprechenden Stelle zusammen und die Blutung versiegt. Bei sehr starken Blutverlusten muss der Arzt außerdem Bluttransfusionen verabreichen.

Der zweite Schritt ist die Ursachenfindung, damit Blut im Stuhl zukünftig vermieden wird. Eine ausführliche Befragung des Patienten, Stuhl- und Blutproben sowie weiterführende Untersuchungen (zum Beispiel Ultraschalluntersuchung, Magen-Darm-Spiegelung) gehören in der Regel zur gängigen Vorgehensweise.

Die anschließende Behandlung richtet sich nach der Diagnose. Bei Entzündungen, Geschwüren oder Hämorrhoiden verschreibt der Arzt in der Regel entzündungshemmende Medikamente. Bei Tumoren ist hingegen ein chirurgischer Eingriff und bei Darmkrebs meist eine Strahlentherapie notwendig.

Vorbeugende Maßnahmen

Blut im Stuhl können Sie zwar nicht selbst behandeln, es gibt jedoch prophylaktische Maßnahmen. Vor allem hinsichtlich der Ernährung können Sie einige Punkte beachten, um Blut beim Stuhlgang vorzubeugen. Dazu zählt:

  • Der Verzicht auf fettreiche Ernährung, da sie Sodbrennen und die Bildung von Geschwüren begünstigen kann.
  • Weniger Fleisch zu essen und dafür mehr Obst-, Gemüse und viele Ballaststoffe. Sie machen den Stuhl weich und beugen dadurch Verstopfungen vor.
  • Den Alkoholkonsum einzuschränken, weil langjähriger Alkoholexzess die Schleimhaut schädigt.
  • Auf Tabakrauch zu verzichten, da die Schadstoffe im Tabak die Schleimhäute in Magen und Darm reizen.
  • Ausreichend zu trinken, also mindestens eineinhalb Liter Wasser am Tag, damit sich der Analkanal auf natürliche Weise dehnt. Dadurch können Analfissuren, die häufig bei Verstopfungen entstehen, vermieden werden.
  • Stress vorzubeugen, weil dieser zu Magengeschwüren und anderen Verdauungsbeschwerden führen kann.

Wer diese Maßnahmen beachtet, kann einigen Erkrankungen, die Blut im Stuhl auslösen, vorbeugen. Da neben eher harmlosen Ursachen auch schwerwiegendere, wie eine Krebserkrankung, infrage kommen, sollten Sie außerdem regelmäßig die Krebsvorsorge einhalten. Je eher Krebs entdeckt wird, desto besser stehen die Chancen, ihn erfolgreich zu bekämpfen. Ab einem Alter von 50 Jahren zahlen gesetzliche Krankenversicherungen ihren Patienten jährlich einen Schnelltest auf verborgenes Blut im Stuhl. Außerdem haben Versicherte ab 55 Jahren einen Anspruch auf zwei Dickdarmspiegelungen im Abstand von zehn Jahren, bei denen gleich entsprechende Proben entnommen werden können.

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Miriam Och
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Medizinredakteurin und Kommunikationswissenschaftlerin