Magenschmerzen nach dem Essen – dem Bauch schmeckt‘s nicht!

17. September 2018

Essen, vor allem in netter Gesellschaft, ist für die meisten Menschen ein Genuss. Aus der Freude am Essen kann sich jedoch auch schnell Abneigung entwickeln – nämlich, wenn der Magen empfindlich auf die leckere Leibspeise reagiert und zu rebellieren beginnt. Meist sind Magenschmerzen nach dem Essen harmlos und verschwinden von alleine wieder. Treten die Schmerzen nach dem Essen jedoch häufiger auf, kommen viele Ursachen infrage. Welche das sind, erfahren Sie hier!

Häufigster Grund für Magenschmerzen: Zu viel gegessen

Magenschmerzen nach dem Essen treten oft nach sehr üppigen oder fetthaltigen Mahlzeiten auf

Wer kennt das nicht: Das Essen schmeckt einfach so lecker, dass ein zweiter Teller dem ersten folgt, obwohl man eigentlich schon satt ist. Dieser Nachschlag rächt sich jedoch meist schon kurz danach.

Zu einem massiven Völlegefühl kommen oft starke Schmerzen im Bauch, die unterschiedlich lange andauern können.

Gründe können sein:

  • Die Mahlzeit war zu üppig: Reichliche Speisen sind ein häufiger Grund für Magenschmerzen nach dem Essen. Denn dadurch dehnt sich die Magenwand und löst unangenehme Beschwerden aus.
  • Das Essen war sehr fetthaltig: Fettige Speisen können die Schmerzen noch verstärken, weil Fette nur langsam verdaut werden und dadurch der Druck auf die Magenwand länger besteht.
  • Die Lebensmittel waren zu blähend: Lebensmittel wie Kohl oder Zwiebeln fördern Blähungen, die ebenfalls mit Magenschmerzen nach dem Essen einhergehen können.

Um Magenschmerzen durch zu viel Essen vorzubeugen, empfiehlt es sich, langsam zu kauen. So wird im Mund mehr Speichel produziert, der die Nahrung bereits vorverdaut, und der Magen etwas entlastet. Außerdem setzt das Sättigungsgefühl erst etwa eine Viertelstunde nach dem Essen ein, weshalb „Schnellkauer“ oft mehr essen, obwohl sie eigentlich bereits satt sind.

Nicht selten stehen Magenschmerzen nach dem Essen auch im Zusammenhang mit Sodbrennen. Zum einen kann eine gestörte Magenbewegung dafür sorgen, dass der Inhalt des Magens länger im oberen Magenbereich bleibt und unter Umständen zurück in die Speiseröhre schwappt. Zum anderen kann auch ein Zuviel an Magensäure die Beschwerden verursachen.

Schnaps oder Kaffee nach dem Essen?
Der Kellner bietet nach dem Essen häufig noch einen Schnaps oder Espresso an. Entgegen der Annahme vieler Menschen, dass dadurch die Verdauung gefördert wird, kann eine positive Wirkung auf den Magen nicht bestätigt werden. Espresso ist zwar verträglicher als Filterkaffee, ein verdauungsfördernder Effekt lässt sich bisher aber nicht nachweisen. Alkohol ist sogar kontraproduktiv für die Verdauung, weil er die Magenmuskeltätigkeit hemmt. Besser wären Kräutertees, die Heilkräuter wie Anis, Ingwer, Kamille oder Kümmel enthalten.

Magenschmerzen nach dem Essen können auf Unverträglichkeit hinweisen

Treten Magenschmerzen häufiger nach dem Essen auf, kann dies auch ein Hinweis auf eine Unverträglichkeit sein. Eine Studie des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft kommt zu dem Ergebnis, dass etwa zwölf Prozent der Deutschen ihre Ernährung ändern müssen, weil sie bestimmte Nahrungsbestandteile nicht vertragen.1 Neben Symptomen wie Blähungen oder Durchfall sind auch Magenschmerzen ein häufiges Symptom.

Folgende Unverträglichkeiten werden unterschieden:


  • Laktose: Für Menschen mit einer Milchzuckerunverträglichkeit sind Milchprodukte wie Joghurt, Käse oder Milcheis tabu.
  • Gluten: Bei einer Glutenunverträglichkeit (Zöliakie) führt das Essen von Gluten zu Symptomen wie Müdigkeit oder Bauchschmerzen. Gluten ist vor allem in Getreidesorten wie Weizen, Gerste oder Roggen enthalten.
  • Histamin: Eine Histaminunverträglichkeit ist eine Stoffwechselstörung, bei der Betroffene Histamin aus der Nahrung nicht ausreichend abbauen können. Der Verzehr von Lebensmitteln mit viel Histamin wie Rotwein, Käse oder Tomaten sollte deshalb vermieden werden.
  • Fructose: Der in Obst und Haushaltszucker enthaltene Fruchtzucker löst ebenfalls bei manchen Menschen Magen-Darm-Beschwerden aus.
  • Sorbit: Treten Magenschmerzen vorwiegend nach dem Essen von Trockenfrüchten, zuckerfreien Kaugummis, Äpfeln, Birnen oder fertigen Desserts aus dem Supermarkt auf, kann womöglich eine Unverträglichkeit gegen Zuckeralkohol vorliegen.

Die Beschwerden lassen sich meist lindern, wenn Betroffene auf diejenigen Lebensmittel verzichten, auf die sie empfindlich reagieren. Der Arzt untersucht anhand diverser Testverfahren, ob eine Unverträglichkeit vorliegt.

Nahrungsmittelunverträglichkeit oder -allergie?
Oftmals werden Lebensmittelintoleranzen und -allergien miteinander verwechselt. Dabei haben sie unterschiedliche Ursachen: Nahrungsmittelallergien werden durch Überreaktionen des Immunsystems verursacht, während bei Intoleranzen gegen Histamin, Fruktose, Milchzucker und Co. andere Faktoren, wie zum Beispiel ein Enzymmangel, zugrunde liegen. Bei einer Unverträglichkeit kommt es zu Beschwerden wie Durchfall, während bei einer Allergie selbst eine sehr geringe Menge ausreicht, um allergische Reaktionen wie Schwellungen oder sogar Atemnot auszulösen.

Weitere Ursachen von Magenschmerzen nach dem Essen

Neben den oben genannten Auslösern kommen bei häufigen Magenschmerzen nach dem Essen auch behandlungsbedürftige Erkrankungen infrage. Dazu zählen

Nicht zu unterschätzen sind außerdem psychische Ursachen. Beim sogenannten Reizdarm beispielsweise schließen Ärzte eine organische Ursache für die Magen-Darm-Beschwerden aus. Die Medizin vermutet, dass stattdessen Stress, Angst oder andere Belastungen die Magen-Darm-Probleme verursachen. Auch Menschen mit Essstörungen wie Magersucht oder Bulimie (Ess-Brech-Sucht) leiden häufig an Magenschmerzen.

Diagnose beim Arzt

Treten Magenschmerzen über einen längeren Zeitraum hinweg häufiger nach dem Essen auf, sollten Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen. Da eine Vielzahl von Ursachen infrage kommt, wird Sie der Arzt zunächst ausführlich zu den Magenschmerzen befragen:

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  • Wie häufig treten die Beschwerden auf?
  • Seit wann haben Sie die Symptome?
  • Haben Sie noch weitere Begleiterscheinungen und falls ja, welche?
  • Wie und wo genau äußert sich der Schmerz?
  • Haben Sie deutlich an Gewicht verloren?
  • Bemerken Sie einen Zusammenhang zwischen den Magenschmerzen und dem Essen?

Zudem führt der Arzt oft weiterführende Untersuchungen durch, zum Beispiel Tests auf Unverträglichkeiten. Bei Verdacht auf Magenkrebs oder eine Magenschleimhautentzündung kann der Mediziner außerdem eine Magenspiegelung vornehmen. Die Behandlung richtet sich dann nach der entsprechenden Diagnose. Die meisten Maßnahmen gehen mit einer entsprechenden Ernährungsumstellung einher. Der Arzt kann verschiedene Mittel gegen Magenschmerzen verschreiben.

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Miriam Och
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Medizinredakteurin und Kommunikationswissenschaftlerin