Häufig gestellte Fragen zum Thema Magenschmerzen nach dem Essen:

Warum treten Magenschmerzen nach dem Essen auf?

Die Mahlzeit war vielleicht zu üppig oder fettreich. Der Magen hat nun Schwierigkeiten, das Essen zu verdauen, was sich häufig in Form von Magenschmerzen äußert. Wird die Nahrung zu schnell gegessen und damit auch zu wenig gekaut, muss der Bauch Höchstleistung erbringen, um die großen Lebensmittelstücke zu verdauen.

Was hilft bei Magenschmerzen nach dem Essen?

Betroffene können zunächst versuchen, die Beschwerden mit Hausmitteln wie magenfreundlichen Tees oder Wärme zu lindern. Darüber hinaus gibt es spezielle Medikamente aus der Apotheke, die meist auf pflanzlicher Basis sind und Magen- sowie Darmprobleme behandeln. Bei starken, akuten oder immer wiederkehrenden Bauchschmerzen ist ein Arztbesuch dringend angeraten.

Welche Hausmittel gibt es bei Magenschmerzen nach dem Essen?

Ein kurzer Spaziergang nach dem Essen, Wärmeauflagen in Form eines Kirschkernkissens oder ein Tee mit pflanzlichen Inhaltsstoffen wie Kümmel oder Fenchel wirken mitunter beruhigend und schmerzlindern.

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Zu viel gegessen: Häufigster Grund für Magenschmerzen


Wer kennt das nicht: Das Essen schmeckt so lecker, dass dem ersten ein zweiter Teller folgt, obwohl man eigentlich schon satt ist. Dieser Nachschlag rächt sich jedoch meist schon kurz danach.

Zu einem massiven Völlegefühl kommen oft starke Schmerzen im Bauch, die unterschiedlich lange andauern können.

Gründe sind:

  • Die Mahlzeit war zu üppig: Reichliche Speisen sind ein häufiger Grund für Magenschmerzen nach dem Essen. Dadurch dehnt sich die Magenwand und löst unangenehme Beschwerden aus.
  • Das Essen war sehr fetthaltig: Fettige Zubereitungen können die Schmerzen noch verstärken, weil Fette nur langsam verdaut werden und dadurch der Druck auf die Magenwand länger besteht.
  • Die Lebensmittel waren zu blähend: Lebensmittel wie Kohl oder Zwiebeln fördern Blähungen, die ebenfalls mit Magenschmerzen nach dem Essen einhergehen können.

Um Bauchschmerzen durch zu viel Essen vorzubeugen, empfiehlt es sich, langsam zu kauen. So wird im Mund mehr Speichel produziert, der die Nahrung bereits vorverdaut, und den Magen etwas entlastet. Außerdem setzt das Sättigungsgefühl erst etwa eine Viertelstunde nach dem Essen ein, weshalb „Schnellkauer“ oft mehr essen, obwohl sie eigentlich bereits satt sind.

Bei vielen Menschen tritt nach fettigem oder reichhaltigem Essen Sodbrennen auf, das manche Betroffene auch als Magenschmerzen wahrnehmen. Bei Sodbrennen gerät säurehaltige Magenflüssigkeit in die Speiseröhre — Experten sprechen von Reflux (lateinisch für „Rückfluss“). Grund hierfür ist, dass der Magen stark gefüllt ist und den Inhalt nach oben drückt. Dadurch kann der Schließmuskel zwischen Magen und Speiseröhre beeinträchtigt werden, weshalb die Magensäure nach oben entweicht. Häufen sich die Beschwerden allerdings, sollten Betroffene hellhörig werden. Denn Sodbrennen gilt auch als Symptom zahlreicher Krankheiten wie Reizmagen oder Magenschleimhautentzündung. Dies muss ein Arzt abklären.

Schnaps oder Kaffee nach dem Essen?

Der Kellner bietet nach dem Essen häufig noch einen Schnaps oder Espresso an. Entgegen der Annahme vieler Menschen, dass Alkohol die Verdauung fördert, kann eine positive Wirkung auf den Bauch nicht bestätigt werden. Espresso ist zwar verträglicher als Filterkaffee, ein verdauungsfördernder Effekt lässt sich bisher aber nicht nachweisen. Alkohol ist sogar kontraproduktiv für die Verdauung, weil er die Magenmuskeltätigkeit hemmt. Besser wären Kräutertees, die Heilkräuter wie Anis, Ingwer, Kamille oder Kümmel enthalten.

Magenschmerzen nach dem Essen können auf Unverträglichkeit hinweisen


Treten Bauchschmerzen häufiger nach dem Essen auf, kann dies auch ein Hinweis auf eine Lebensmittelunverträglichkeit sein. Neben Beschwerden wie Blähungen oder Durchfall sind auch Magenschmerzen und Übelkeit ein häufiges Symptom.

Folgende Unverträglichkeiten werden unterschieden:

  • Laktose: Für Menschen mit einer Laktoseintoleranz (Milchzuckerunverträglichkeit) sind Milchprodukte wie Joghurt, Käse oder Milcheis tabu.
  • Gluten: Bei einer Glutenunverträglichkeit (Zöliakie) führt das Essen von Gluten zu Symptomen wie Müdigkeit oder Bauchschmerzen. Gluten ist vor allem in Getreidesorten wie Weizen, Gerste oder Roggen enthalten.
  • Histamin: Eine Histaminunverträglichkeit ist eine Stoffwechselstörung, bei der Betroffene Histamin aus der Nahrung nicht ausreichend abbauen können. Der Verzehr von Lebensmitteln mit viel Histamin wie Rotwein, Käse oder Tomaten sollte deshalb vermieden werden.
  • Fructose: Der in Obst und Haushaltszucker enthaltene Fruchtzucker löst ebenfalls bei manchen Menschen Magen-Darm-Beschwerden aus.
  • Sorbit: Treten Magenschmerzen vorwiegend nach dem Essen von Trockenfrüchten, zuckerfreien Kaugummis, Äpfeln, Birnen oder fertigen Desserts aus dem Supermarkt auf, kann womöglich eine Unverträglichkeit gegen Zuckeralkohol vorliegen.

Die Beschwerden lassen sich meist lindern, wenn Betroffene auf diejenigen Lebensmittel verzichten, auf die sie empfindlich reagieren. Der Arzt untersucht anhand diverser Testverfahren, ob eine Unverträglichkeit vorliegt.

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Nahrungsmittelunverträglichkeit oder -allergie?

Oftmals werden Lebensmittelintoleranzen und -allergien miteinander verwechselt. Dabei haben sie unterschiedliche Ursachen: Nahrungsmittelallergien werden durch Überreaktionen des Immunsystems verursacht, während bei Intoleranzen gegen Histamin, Fruktose, Milchzucker und Co. andere Faktoren, wie zum Beispiel ein Enzymmangel, zugrunde liegen. Bei einer Unverträglichkeit kommt es zu Beschwerden wie Durchfall, während bei einer Allergie selbst eine sehr geringe Menge ausreicht, um allergische Reaktionen wie Schwellungen oder sogar Atemnot auszulösen.

Weitere Ursachen von Magenschmerzen nach dem Essen


Neben den oben genannten Auslösern kommen bei häufigen Bauchschmerzen nach dem Essen möglicherweise auch behandlungsbedürftige Erkrankungen infrage. Dazu zählen:

Nicht zu unterschätzen sind außerdem psychische Ursachen. Mediziner vermuten, dass Stress, Angst oder andere Belastungen Magen-Darm-Probleme verursachen können. Auch Menschen mit Essstörungen wie Magersucht oder Bulimie (Ess-Brech-Sucht) leiden häufig an Magenschmerzen.

In der Schwangerschaft: Darum treten Magenschmerzen nach dem Essen auf


Der Körper einer Schwangeren leistet Höchstarbeit. Kein Wunder also, dass während der neun Monate immer wieder körperliche Beschwerden wie Magenschmerzen auftreten. Mögliche Ursachen sind:

  • Hormonelle Umstellung: Vor allem am Anfang der Schwangerschaft macht sich die Hormonumstellung bemerkbar. Dann erhöht sich der Progesteronspiegel, der unter anderem dafür verantwortlich ist, dass das Verdauungssystem träge und die Nahrung langsamer verdaut wird. Als Folge treten häufig Symptome wie Verstopfung auf, die wiederum Bauchschmerzen verursachen können.
  • Ernährung: Ist das Verdauungssystem entsprechend beeinträchtigt, kann vor allem scharfes, stark gewürztes und sehr fettiges Essen schnell zu Magenschmerzen führen. Schwangere mit Beschwerden sollten im Idealfall auf entsprechende Speisen verzichten.
  • Wachsendes Kind: Je größer das Baby und damit auch die Gebärmutter (Uterus) von Monat zu Monat werden, desto weniger Platz bleibt für Organe wie Magen oder Darm. Diese Einengung führt häufig zu Bauchschmerzen nach dem Essen, die mitunter von Tritten des Ungeborenen intensiviert werden.
  • Mutterbänder: Dabei handelt es sich um spezielle Muskeln, welche die Gebärmutter in Position halten. Wächst der Uterus, dehnen sich auch die Mutterbänder, was in erster Linie oft zu Rückenschmerzen, aber auch zu Problemen im Bauchbereich führt. Nach einer Mahlzeit nehmen Schwangere diese gelegentlich als Bauchschmerzen wahr.
  • Sodbrennen: Bei Schwangeren ist das Hormon Progesteron meist ursächlich für Sodbrennen. Unter anderem sorgt es dafür, dass sich die Muskulatur lockert. Der Schließmuskel zwischen Magen und Speiseröhre funktioniert dann allerdings nicht mehr richtig, weswegen Magensäure in die Speiseröhre gelangen kann. Zudem ist die wachsende Gebärmutter verantwortlich dafür, dass der Magen nach oben gedrückt wird und der Säure das Aufsteigen erleichtert. Viele Schwangere nehmen Sodbrennen im Bereich des Oberbauchs wahr, weswegen sie es auch als Magenschmerzen umschreiben.

Magenschmerzen ernst nehmen — das HELLP-Syndrom

Treten die Magenprobleme in Form von heftigen Schmerzen im Oberbauch zusammen mit Übelkeit, Erbrechen und/oder Durchfall auf, sollte die Schwangere sofort einen Arzt oder direkt eine Klinik aufsuchen. Dabei kann es sich nämlich auch um das sogenannte HELLP-Syndrom handeln – eine lebensbedrohliche Erkrankung in der Schwangerschaft.

Diagnose beim Arzt


Treten Magenschmerzen über einen längeren Zeitraum hinweg häufiger nach dem Essen auf, sollten Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen. Da eine Vielzahl von Ursachen infrage kommt, wird Sie der Arzt zunächst ausführlich zu den Bauchschmerzen befragen:

  • Wie häufig treten die Beschwerden auf?
  • Seit wann haben Sie die Symptome?
  • Haben Sie noch weitere Begleiterscheinungen wie Übelkeit, Erbrechen, Völlegefühl oder Durchfall?
  • Wie und wo genau äußert sich der Schmerz?
  • Haben Sie deutlich an Gewicht verloren?
  • Bemerken Sie einen Zusammenhang zwischen den Magenschmerzen und dem Essen?

Zudem führt der Arzt oft weiterführende Untersuchungen durch, zum Beispiel Tests auf Unverträglichkeiten. Bei Verdacht auf Magenkrebs oder eine Magenschleimhautentzündung kann der Mediziner außerdem eine Magenspiegelung vornehmen. Die Behandlung richtet sich dann nach der entsprechenden Diagnose. Die meisten Maßnahmen gehen mit einer entsprechenden Ernährungsumstellung einher. Der Arzt kann verschiedene Mittel gegen Magenschmerzen verschreiben.

Hausmittel bei Magenschmerzen nach dem Essen


Leichte Bauchschmerzen, die nach dem Essen auftreten, können in der Regel mithilfe einfacher Hausmittel gelindert werden. Geeignete Methoden sind beispielsweise:

  • Wärme: Ein erhitztes Kirschkernkissen oder eine Wärmflasche auf dem Bauch kann die Durchblutung anregen und Bauchkrämpfe lösen.
  • Bewegung: Es ist grundsätzlich sinnvoll, sich nach dem Essen ein wenig zu bewegen. Hier reicht bereits ein gemächlicher Spaziergang aus, um Magen und Darm in Schwung zu bringen.
  • Massagen: Sanfte Bewegungen mit den Fingern im Uhrzeigersinn um den Bauchnabel herum (in Richtung des Darms) verbessern mitunter die Durchblutung und regen die Verdauungstätigkeit an. Wer den Effekt intensivieren möchte, verwendet ein Öl, das beispielsweise Kümmel enthält.
  • Tee: Ein wohltuender Magentee gilt ebenso als bewährtes Hausmittel. Bestandteile sind oft Fenchel oder Kümmel. Diese können Magenkrämpfe und Blähungen lindern, die häufig mit Bauchschmerzen nach dem Essen einhergehen.

Kräuter und ihre Wirkweise bei Magenschmerzen

Kümmel: entblähend

Fenchel: krampflösend

Kamille: beruhigend

Süßholzwurzel: entzündungshemmend

Pfefferminze: krampflösend, beruhigend, entzündungshemmend

Melisse: krampflösend, verdauungsfördernd, entblähend

Wer nach einer überstandenen Magen-Darm-Grippe Bauchschmerzen nach dem Essen vorbeugen möchte, sollte mit Schonkost starten. Dazu gehören zum Beispiel leichte Brühen und ballaststoffreiche Speisen. Probieren Sie es etwa mit einer Haferschleimsuppe. Dazu einfach 60 Gramm zarte Haferflocken mit 300 Millilitern Wasser und einer Prise Salz aufkochen.1 Es empfiehlt sich, das Gericht löffelweise zu sich zu nehmen, um den Magen nicht gleich zu überlasten. Sollten die Schmerzen nicht nachlassen oder sich sogar verschlimmern, ist der Gang zum Hausarzt unumgänglich. Dieser kann bei Bedarf ein – häufig auch pflanzliches – Arzneimittel verschreiben, dass den Magen beruhigt, oder Sie an einen Spezialisten überweisen.

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Miriam Müller Aufgewachsen in einer Familie aus Krankenschwestern und Journalisten, interessierte sich Miriam Müller bereits sehr früh für die Themen Medizin und Medien. Nach verschiedenen Praktika im journalistischen Bereich – unter anderem bei der Deutschen Welle in Washington D.C. – absolvierte sie erfolgreich ihr Masterstudium Kommunikationswissenschaft an der Otto-Friedrich-Universität in Bamberg. Seit 2017 arbeitet sie als Medizinredakteurin bei kanyo®, wo sie ihre beiden Leidenschaften optimal miteinander verknüpfen kann. Miriam Müller Medizinredakteurin und Kommunikationswissenschaftlerin kanyo® mehr erfahren
Monika Hortig Die ersten Artikel schrieb Monika Hortig in ihrem Kinderzimmer und speicherte sie noch auf Diskette. Dass sie eines Tages Redakteurin werden möchte, wusste sie schon sehr lange. Deswegen zog es sie nach ihrem Studium in die Münchener Verlagswelt. Nach diversen Praktika in Online-Redaktionen absolvierte sie ihr Volontariat bei verschiedenen Lifestyle-Magazinen – unter anderem mit Schwerpunkt Sport und Ernährung. Das steigende Interesse für medizinische Themen führte sie letztendlich zu kanyo®. Als Medizinredakteurin kann sie hier ihre beiden Vorlieben – Online-Journalismus und Gesundheit – vereinen. Monika Hortig Medizinredakteurin kanyo® mehr erfahren
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