Bauchschmerzen können beim Kind viele Ursachen haben

17. September 2018

Bauchschmerzen sind bei Kindern nichts seltenes. Einerseits sind gerade Babys und Kleinkinder noch sehr anfällig für Infekte und Verdauungsprobleme, andererseits können die Bauchschmerzen beim Kind auch ein Symptom für ganz andere körperliche oder seelische Probleme sein. Mehr zum Thema Bauchschmerzen bei Kindern und Babys lesen Sie jetzt.

Babys Magen und Darm: Einstellen auf Nahrung ist angesagt!

Babys können leider noch nicht sagen, wo es weh tut. Schreit ein Baby, kann das viele verschiedene Gründe haben. Verdauungsprobleme sind beim Baby jedoch nicht ungwöhnlich. Magen und Darm beginnen erst nach der Geburt zu arbeiten. Die Darmflora, die für einen gesunden Verdauungsprozess nötig ist, entwickelt sich erst mit der Zeit. Ärzte vermuten daher, dass auch die sogenannten Dreimonatskoliken auf Verdauungsprobleme zurückzuführen sind, wobei das bisher nicht wissenschaftlich nachgewiesen wurde.

Sicher ist jedoch, dass die Verdauungsorgane beim Baby noch sehr empfindsam sind. Die Herausforderungen für Magen und Darm bleiben das gesamte erste Lebensjahr hoch – denn zwischen dem 4. und 12. Lebensmonat bereichert nach und nach immer mehr feste Nahrung den Speiseplan. Bauchschmerzen, Blähungen, Durchfall und Verstopfung sind dabei die häufigsten Beschwerden.

Magen-Darm-Infektion als häufige Ursache von Bauchschmerzen

Kind beim Arzt: Bei Babys und Kleinkindern treten Bauchschmerzen häufiger auf

Leiden Kinder neben Bauchschmerzen unter Symptomen wie Erbrechen, Durchfall und leichtem Fieber, steckt dahinter oft eine Magen-Darm-Infektion. Sie wird in der Regel durch Viren ausgelöst, die sich über die Luft oder über kontaminierte Gegenstände verbreiten.

Wichtig ist, dass Eltern ihre Kinder in diesem Fall dazu animieren, viel zu trinken. Andernfalls kann durch Erbrechen und Durchfall schnell ein Flüssigkeitsmangel (Dehydrierung) entstehen. Zudem ist ein Arztbesuch sinnvoll, um die Ursachen zweifelsfrei abzuklären und gegebenenfalls mit Medikamenten zu behandeln.

Wenn die Seele belastet ist: Bauchschmerzen beim Kind

Bauchschmerzen müssen nicht immer eine körperliche Ursache haben. Auch viele Erwachsene kennen Bauchschmerzen, Übelkeit oder sogar Durchfall, wenn sie aufgeregt sind oder unter hohem Stress leiden. Das ist bei Kindern nicht anders. Ein kleines Kind muss erst lernen, die vielen Eindrücke des Tages zu verarbeiten. Bei größeren Kindern kommt Stress in der Schule oder Probleme mit anderen Kindern hinzu.

Auch hier ist es wichtig, die Bauchschmerzen ernst zu nehmen, unabhängig vom Alter des Kindes. Sie können ein Hinweis darauf sein, dass das Kind Ruhe und Geborgenheit braucht oder dass es sich mit der Lösung eines Problems schwer tut. In jedem Fall sind Zeit und Nähe in solchen Situationen die beste Medizin.

Den Ursachen der Bauschmerzen auf der Spur

Die meisten Bauchschmerzen sind harmlos und verschwinden nach kurzer Zeit von selbst. Das heißt jedoch nicht, dass Sie die Bauchschmerzen Ihres Kindes nicht ernst nehmen sollten. Um sich einen ersten Überblick über mögliche Ursachen zu verschaffen, können Sie folgendes tun:


  1. Bitten Sie Ihr Kind, Ihnen zu zeigen, wo genau es weh tut. Kinder projizieren Schmerzen, die eigentlich in anderen Korperteilen liegen (zum Beispiel Halsschmerzen oder Rückenschmerzen), manchmal auf den Bauch. Mit dieser Frage können Sie feststellen, ob es sich wirklich um Bauchschmerzen handelt oder ob eine andere Ursache hinter dem Unwohlsein steckt.
  2. Fragen Sie Ihr Kind, ob es gerne seine Lieblingsspeise essen möchte. Bei ernsthaften Bauchschmerzen hat es darauf höchstwahrscheinlich keinen Appetit.

Bei sehr schmerzhaftem Bauchweh oder gar Bauchkrämpfen sollten Sie mit Ihrem Kind dringend einen Arzt aufzuchen, um die Ursache abzuklären.

Sanfte Hausmittel gegen Bauchschmerzen und Verdauungsprobleme beim Baby

Bei leichten Bauchschmerzen, bei denen nicht erkennbar ist, ob das Kind Verdauungsprobleme oder seelischen Kummer hat, bringen Ruhe und Wärme oft schon Erleichterung – zum Beispiel in Form einer Wärmflasche oder eines Kirschkernkissens.

Bei Verdauungsbeschwerden löst eine sanfte Bauchmassage Blähungen sowie Verstopfung und kann schon beim Baby durchgeführt werden. Dafür wird der Bauch auf Höhe des Nabels ganz sachte im Uhrzeigersinn massiert. Ungesüßter Fencheltee beruhigt Magen und Darm. Bei Babys und Kleinkindern sollte der Tee dabei nur lauwarm sein, um keine Verbrennungen zu riskieren.

Es lohnt sich auch, die Ernährungsgewohnheiten des Kindes zu überprüfen. So kann zum Beispiel ein Übermaß an Süßigkeiten zu Verstopfung und Bauchschmerzen führen. Vielleicht verträgt das Kind auch gewisse Lebensmittel nicht. Klagt es häufiger über Bauchschmerzen, können Sie ein Ernährungstagebuch führen, um möglichen Intoleranzen oder Allergien auf die Spur zu kommen.

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Bauchschmerzen beim Kind: Wann zum Arzt?

Helfen die Hausmittel nicht und klagt das Kind auch einige Stunden später noch über Bauchschmerzen, steckt möglicherweise eine körperliche Ursache dahinter. Weitere Symptome, bei denen das Kind möglichst bald von einem Arzt untersucht werden sollte, sind:

  • Fieber
  • Erbrechen
  • Schmerzen beim Wasserlassen oder beim Stuhlgang
  • starker Durchfall
  • seit drei Tagen kein Stuhlgang
  • Appetitlosigkeit oder Verweigerung der Nahrungsaufnahme über ein bis zwei Tage hinweg
  • plötzlich auftretende starke Bauchkrämpfe
  • hart gespannte Bauchdecke

Wenn ein Säugling anhaltend und schrill schreit oder das Kind nicht spielt, sondern schlapp und apathisch wirkt, sollten Eltern ebenfalls mit ihnen zum Kinderarzt gehen. Grundsätzlich gilt: Lieber einmal zu oft zum Arzt gegangen. Kein Kinderarzt wird es Ihnen verübeln, dass Sie sich Sorgen um Ihr Kind machen.

Bei sehr starken Bauchschmerzen sollten Eltern ihr Kind unverzüglich in die Notaufnahme bringen. Steckt beispielsweise eine Blinddarmreizung oder ein Darmverschluss hinter den Schmerzen, ist schnelles Handeln lebenswichtig.

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Peggy Richter
Redakteur/in