Das Wichtigste auf einen Blick:

Wann wird eine Magenspiegelung durchgeführt?


Eine Spiegelung von Speiseröhre, Magen und Zwölffingerdarm erfolgt nicht routinemäßig. Der Arzt empfiehlt sie meist, um verschiedene Beschwerden abzuklären und im Anschluss eine entsprechende Behandlung zu verordnen. Die Untersuchung wird somit unabhängig von einem bestimmten Lebensalter und nur bei bestehenden Symptomen durchgeführt.

Übrigens:

Patienten können die Untersuchung auch auf eigenen Wunsch (zur Vorsorge) durchführen lassen. In einem solchen Fall ist jedoch zu beachten, dass die dabei entstehenden Kosten nicht von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen werden, sondern selbst zu tragen sind. Je nach Praxis belaufen sich diese auf mehrere hundert Euro.1

Beispielsweise können folgende Beschwerden eine Endoskopie erforderlich machen:

Mithilfe der Untersuchung ist es möglich, Erkrankungen zu erkennen, die zu Veränderungen der Speiseröhren-, Magen- oder Zwölffingerdarmschleimhaut führen. Im Rahmen der Gastroskopie werden häufig Entzündungen oder Geschwüre in den genannten Organen erkannt. Darüber hinaus lässt sich oft auch der Verdacht auf bösartige Tumore bestätigen oder verwerfen.

Die Spiegelung des oberen Verdauungstraktes wird häufig auch zur Kontrolle einer Magenschleimhautentzündung, eines Magengeschwürs oder Zwölffingerdarmgeschwürs angesetzt. Des Weiteren kommt die Gastroskopie zur Entfernung verschluckter Gegenstände, zur Abtragung kleiner Geschwülste (Polypen) sowie zur Blutungsstillung in den genannten Organen zum Einsatz.

Interessant: Wann erfolgt eine Darmspiegelung?

Bei der Darmspiegelung (Koloskopie) wird mithilfe eines speziellen Endoskops der gesamte Dickdarm (vom After bis zum Blinddarm) untersucht. Die Methode dient vor allem der Vorsorge im Rahmen der Krebsfrüherkennung, kann aber auch zur Diagnose bei unklaren Beschwerden sowie in der Nachsorge nach Eingriffen am Darm durchgeführt werden.

Beispielsweise ist es möglich, folgende Erkrankungen mithilfe der Untersuchung zu diagnostizieren: Darmkrebs und seine Vorstufen (Polypen), Ausstülpungen der Darmwand (Divertikel), chronisch entzündliche Darmerkrankungen (CED) wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa sowie akute Entzündungen der Darmwand.

Ist eine spezielle Vorbereitung notwendig?


Für eine gute Beurteilbarkeit des Magens muss dieser vollständig leer sein. Ist dies nicht gegeben, kann es sein, dass Speisereste während der Untersuchung hochgewürgt werden und in die Luftröhre gelangen – und die internistische Beurteilung der Speiseröhre beeinträchtigen. Daher sollten Sie nüchtern zum Termin erscheinen, das heißt: Die letzte Mahlzeit ist am Vorabend einzunehmen und mindestens vier Stunden vor der Gastroskopie sollten Sie nichts mehr trinken.2

Aha!

In der Regel ist es der Hausarzt, der den Betroffenen an den Gastroenterologen überweist. Dort findet – vor der eigentlichen Magenspiegelung – meist noch ein aufklärendes Gespräch mit dem Arzt statt. Außerdem wird dem Patienten ein Informations- und Aufklärungsbogen ausgehändigt. Dieser muss durchgelesen, die angefügten Fragen (beispielsweise zu vorangegangenen Magen- oder Darmoperationen oder bestehenden Herz-Kreislauf-Erkrankungen) beantwortet und zur Untersuchung mitgebracht werden. Sollte es kein Vorgespräch geben, Sie aber Fragen zur Gastroskopie haben, können Sie sich selbstverständlich an den behandelnden Arzt wenden.

Ablauf und Dauer der Gastroskopie


Die Spiegelung des oberen Verdauungstraktes kann sowohl in einer speziellen Praxis für Innere Medizin oder Gastroenterologie (Magen-Darm-Heilkunde), aber auch im Rahmen eines Krankenhausaufenthaltes durchgeführt werden.

Für die Untersuchung verwendet der Gastroenterologe oder Internist ein Gastroskop. Dabei handelt es sich um einen biegsamen Schlauch, der am Ende mit einer Lichtquelle sowie Kamera ausgestattet ist. Der Arzt führt das Untersuchungsinstrument durch den Mund des Patienten über die Speiseröhre bis zum Magen ein. Für eine bessere Beurteilung der Schleimhäute wird der Magen während der Gastroskopie mithilfe des Gastroskops mit Luft aufgebläht. Über den Magenausgang (Pförtner) wird das Endoskop schließlich in den Zwölffingerdarm, den ersten Abschnitt des Dünndarms, eingebracht. Währenddessen überträgt die Kamera die Bilder auf einen Monitor.

Gut zu wissen:
Die gesamte Untersuchung dauert in der Regel weniger als 10 Minuten.3

In den meisten Fällen entnimmt der Gastroenterologe noch mithilfe einer am Gastroskop angebrachten kleinen Zange Gewebeproben der Schleimhaut, um diese im Labor weiter zu untersuchen. Beispielsweise lässt sich damit das Helicobacter pylori Bakterium nachweisen, das eine Entzündung der Magenschleimhaut verursachen kann. Die Entnahme ist für den Patienten schmerzlos. Im Anschluss zieht der Arzt den Schlauch wieder heraus und saugt die zuvor eingeführte Luft ab.

Ist die Magenspiegelung schmerzhaft?

Eine Gastroskopie ist in der Regel nicht schmerzhaft. Lediglich das Einführen des Schlauchs in den Rachenraum empfinden viele Patienten – vor allem bei Vorliegen eines ausgeprägten Würgereizes – als unangenehm. Für Erleichterung kann eine örtliche Betäubung mit einem Rachenspray sorgen. Alternativ besteht auch die Möglichkeit, dass Patienten eine Sedierung (Gabe von Medikamenten zur Beruhigung) beziehungsweise Kurznarkose für den Zeitraum der Untersuchung erhalten.

Was ist nach der Untersuchung zu beachten?


Nach der Betäubung des Rachens dürfen Sie einige Zeit nichts essen und trinken, da Sie sich leichter verschlucken können. Erlaubt ist dies erst wieder mit Nachlassen der lokalen Betäubung – etwa nach 30 Minuten.2

Im Fall einer leichten Narkose ist außerdem zu beachten, dass Sie noch für einige Zeit in der Praxis verbleiben sollten, um sich auszuruhen. Zudem dürfen Sie für den restlichen Tag nicht mehr am Straßenverkehr teilnehmen und müssen von einer Begleitperson abgeholt werden. In der Regel erhalten Betroffene für den Tag der Untersuchung eine Krankmeldung.

Mögliche Risiken und Komplikationen der Gastroskopie


Bei der Spiegelung des oberen Verdauungstraktes handelt es sich im Allgemeinen um eine Routineuntersuchung, die als außergewöhnlich sicher gilt. Lediglich in sehr seltenen Fällen kann es zu Komplikationen kommen. Darunter fallen beispielsweise Verletzungen der Speiseröhren-, Magen- oder Zwölffingerdarmwand, die anschließend mit Blutungen einhergehen können – Gleiches kann auch bei der Entnahme einer Gewebeprobe passieren. Zudem sind Herz-Kreislaufbeschwerden als Reaktion auf das Sedativum nicht ganz auszuschließen, allerdings sind ernsthafte Probleme aufgrund einer konsequenten Überwachung äußerst selten. Auch Gebiss- oder Zahnschäden, vor allem bei locker sitzenden Zähnen oder Zahnersatz, sind beim Einführen oder Herausziehen des Gastrokops in wenigen Fällen möglich.

Gibt es Alternativen zur Gastroskopie?


Derzeit gibt es keinen gleichwertigen Ersatz für eine Magenspiegelung. Dennoch können einige krankhafte Veränderungen des oberen Verdauungstraktes auch mit anderen Untersuchungsmethoden festgestellt werden. Eine Möglichkeit stellt beispielsweise die Röntgenuntersuchung mit Kontrastmittel dar, mit der sich Gewebeveränderungen sichtbar machen lassen. Allerdings: Damit ist nicht erkennbar, ob diese gut- oder bösartig sind, da sich im Gegensatz zur Gastroskopie keine Gewebeprobe entnehmen lässt.

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Tanja Albert Von der Schülerzeitung übers Journalismus-Studium in die Online-Redaktion von kanyo® - Tanja Albert hat das Schreibfieber gepackt. Gemischt mit ihrem Interesse für Ernährungs- und Gesundheitsthemen stürzt sie sich Tag für Tag in die medizinische Recherche - und bringt das Ganze auch in die Sozialen Netzwerke, nämlich als Social Media Managerin. Tanja Albert Medizinredakteurin kanyo® mehr erfahren
Quellen anzeigen
  • 1Gastropraxis Berlin Mitte: Magenspiegelung. https://www.gastropraxis-berlin-mitte.de/leistungsspektrum/magenspiegelung - Stand 26.11.2019
  • 2Gastroenterologie Bad Krozingen: Gastroskopie / Magenspiegelung. https://www.gastroenterologie-badkrozingen.de/magenspiegelung - Stand 20.11.2019
  • 3Bittner, Thomas: Biomedizinische Ontologie: Wissen strukturieren für den Informatik-Einsatz. Zürich: vdf Hochschulverlag 2008. S. 147.