Durchfall (Diarrhö): Alles Wichtige auf einen Blick

14. September 2018

Durchfall (medizinisch Diarrhö oder Diarrhoe) ist nicht gerade angenehm, jedoch leidet jeder hin und wieder einmal darunter. Bei Durchfall handelt es sich dabei allerdings nicht um eine Krankheit, sondern um ein Symptom, das eine Reihe von Ursachen haben kann. Da der Körper durch den Flüssigkeitsentzug stark geschwächt wird, ist es notwendig, den Durchfall durch geeignete Maßnahmen zu behandeln.

Info: Mediziner sprechen immer dann von Durchfall, wenn es am Tag zu mehr als drei Stuhlentleerungen kommt. Die Ausscheidungen sind sehr dünnflüssig (über 75 Prozent Wassergehalt) und die Menge ist erhöht (über 250 Gramm pro Tag).

Was sind die Ursachen von Durchfall?

Frau mit Durchfall steht mit einer Rolle Toilettenpapier vor dem Klo

Viren und Bakterien – das sind die Auslöser, die am häufigsten für Durchfall verantwortlich sind. Darminfektionen sind sehr ansteckend und ziehen nicht selten regelrechte Epidemien an Durchfallerkrankungen nach sich. Während der Hauptsaison bestimmter Viren – vor allem in den Wintermonaten – sind oft ganze Kindergartengruppen oder Pflegeheime betroffen.

Die Gefahr, an Diarrhoe zu erkranken, lauert außerdem im Essen: Salmonellen und andere Bakterien sind überwiegend im Sommer die Ursache von Durchfall. Nahrungsmittel sind aber auch aus einem anderen Grund häufig für wässrigen Stuhlgang verantwortlich: Einige Menschen vertragen bestimmte Lebensmittel nicht oder reagieren allergisch. Ebenso können funktionelle Störungen oder psychische Probleme der Auslöser sein.

Da unter Umständen aber auch ernsthafte Erkrankungen hinter den Beschwerden stecken könnten, empfiehlt es sich, sich gut über das Thema Durchfall zu informieren und im Zweifelsfall den Arzt aufzusuchen.

Sonne, Strand und … Durchfall!

Der Urlaub ist dafür gedacht, sich zu erholen. Aber genau dann rebelliert bei vielen Reisenden der Darm. Warum ausgerechnet im Urlaub? Reisediarrhö ist eine der häufigsten Reisekrankheiten. Umso ferner und exotischer das Urlaubsziel, umso höher ist in der Regel auch das Risiko einer Erkrankung. Schuld sind die häufig niedrigen Hygienestandards, ungewohnte Speisen und das warme Klima. Wie Sie sich am besten davor schützen, dass Ihnen Durchfall die Reise verdirbt, und was Sie im schlimmsten Fall machen können, lesen Sie in unserem Artikel über Durchfall auf Reisen.

Stress als Ursache von Durchfall

Die Psyche kann ebenfalls auf die Verdauung schlagen. In einer Situation, in der Personen stark unter Druck und Anspannung stehen, zum Beispiel vor einer Prüfung, reagiert der Körper häufig mit Durchfall – der Darm fühlt quasi die Emotionen. Diese stressbedingte Diarrhö ist zwar in der Regel nicht schlimm und vergeht nach der stressigen Situation von alleine wieder. Sie stellt jedoch gerade in ohnehin stressigen Momenten einen zusätzlichen belastenden Faktor für die Betroffenen dar. Deshalb stellen wir einige Tipps vor, die gegen Durchfall bei Stress angewendet werden können.

Durchfall behandeln

Generell ist es bei Durchfall extrem wichtig, viel zu trinken. Es gibt in der Apotheke spezielle Elektrolytlösungen, die das ideale Mischverhältnis an wichtigen Mineralien haben. Wenn der Durchfall schnell gestoppt werden muss, zum Beispiel während einer Reise, können Durchfall-Hemmer und andere Medikamente eingenommen werden. Auch die Bandbreite an geeigneten Hausmitteln zur Behandlung bei Diarrhö ist groß.

Das Märchen von Cola und Salzstangen

Cola und Salzstangen galten lange als Wundermittel gegen Durchfall. Und Kinder nehmen diese „Medizin“ gegen Durchfall auch allzu gerne ein. Tatsächlich ist es aber so, dass beide nicht nur nicht helfen, sondern bei Diarrhö sogar schaden können Durch den hohen Zuckergehalt und das Koffein der Cola verliert der Körper noch mehr Flüssigkeit und Kalium. Auch die Salzstangen bringen nur bedingt etwas, da sie lediglich Natrium und nicht das vom Körper dringend benötigte Kalium liefern.

Hausmittel-Tipps bei Durchfall

Besser geeignet als Cola sind bei Durchfall diverse Tee-Sorten wie Schwarztee oder Heidelbeertee. Auch eine salzige Brühe und Haferschleimsuppe sind schonend und versorgen den Körper mit Flüssigkeit. Des Weiteren sind bei akutem Durchfall zu empfehlen:

  • geriebener Apfel (am besten schon leicht braun)
  • zerdrückte Bananen
  • Zwieback
  • getrocknete Heidelbeeren
  • Magerquark
  • Kartoffelbrei

Nicht geeignet sind hingegen Süßigkeiten und fetthaltige oder gewürzte Speisen.

Wenn Durchfall chronisch ist

Menschen, die dauerhaft, also chronisch, unter Durchfall leiden, sind im Alltag besonders beeinträchtigt. In manchen Fällen dauert es einige Zeit, bis der Auslöser gefunden wird. Der Arzt grenzt mit einer gründlichen Befragung jedoch ein, was die Ursache sein könnte. Die Fragen konzentrieren sich auf folgende Schwerpunkte:

  • Ist ein Zusammenhang des Durchfalls mit der Aufnahme bestimmter Lebensmittel wie Milch oder Getreideprodukten wahrscheinlich?
  • Liegen andere, schwerwiegende Erkrankungen vor?
  • Bestehen die Beschwerden kontinuierlich oder treten sie schubweise auf?

Daneben kann auch eine körperliche Untersuchung Aufschluss über den Grund der chronischen Diarrhoe liefern.

Durchfall und Pille: Besteht der Schutz noch?

Diarrhoe während der Einnahme der Antibabypille – ein häufiges Problem, mit dem Frauen konfrontiert werden. Besteht die Wirkung noch bei Durchfall? Sollte zur Sicherheit noch eine Tablette genommen oder zusätzlich verhütet werden? Diese Fragen schießen Frauen bei Durchfall durch den Kopf. Entscheidend ist der Zeitpunkt des Durchfalls nach der Einnahme der Pille: Alle wichtigen Informationen finden Frauen im Artikel Durchfall und Pille.

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Miriam Och
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Medizinredakteurin und Kommunikationswissenschaftlerin