Blähungen, Sodbrennen und Magenschmerzen durch Kaffee?

18. September 2018

Kaffee schmeckt vielen und hat obendrein eine stimulierende Wirkung. Kein Wunder, dass die Deutschen jährlich um die 73 Millionen Tassen des sogenannten schwarzen Golds trinken. Leider hat das Lieblingsgetränk aber auch Nebenwirkungen für Magen und Darm: etwa Blähungen, Sodbrennen oder Magenschmerzen durch Kaffee. Was kann man gegen diese Beschwerden tun?

Kaffeetrinken wirkt nicht nur anregend

Kaffee ist ein beliebtes Getränk, aber er kann auch Blähungen, Sodbrennen und Magenschmerzen verursachen

Kaffee ist nicht nur wegen seines Geschmacks ein beliebtes Getränk: Er wirkt stimulierend, außerdem werden Konzentration und Merkfähigkeit des Gehirns durch Koffein verbessert. Allerdings entsteht bei manchen Personen Unruhe, wenn sie Kaffee trinken, andere verspüren Magen-Darm-Beschwerden wie Sodbrennen, Blähungen oder Magenschmerzen. Woher kommen die Beschwerden durch Kaffee?

Kaffee gehört neben Nikotin und Alkohol zu den Genussmitteln, welche die Säureproduktion des Magens ankurbeln. Er bewirkt außerdem, dass sich die Bewegung im Magen-Darm-Trakt (Peristaltik) erhöht und die Kontraktion der Gallenblase steigert.

Das im Kaffee enthaltene Koffein spielt zudem eine Rolle, ist aber nicht der einzige Auslöser von Beschwerden. Denn Kaffee enthält einige Inhaltstoffe, darunter Säure, die den Magen-Darm-Trakt übersäuern können. Es liegt also vermutlich am Zusammenspiel aus Inhaltstoffen, der Menge des Kaffees und der Anfälligkeit des eigenen Magens, wenn es zu Beschwerden kommt.

Wie viel Kaffee ist zu viel?

Beschwerden durch Kaffee treten oft erst dann auf, wenn wir zu viel davon getrunken haben. Was zu viel Kaffee ist, hängt dabei aber stark von der Person und dem sonst üblichen Kaffeekonsum ab. Bei Kaffee stellt sich nämlich ein Gewöhnungseffekt ein: Das heißt, wer ihn täglich trinkt, wird bei gleichbleibender Menge wahrscheinlich keine Beschwerden davon bekommen. Übrigens sprechen Mediziner ab einem Gramm Koffein von einer „Überdosis“; eine Tasse Kaffee enthält circa 100 Milligramm des Stoffs.

Woher kommen Blähungen, Sodbrennen und Magenschmerzen durch Kaffee?

Woher genau die Beschwerden im Magen-Darm-Trakt nach dem Kaffee kommen, ist nicht umfassend geklärt. Folgende Nebenwirkungen treten häufig auf:

  • Kaffee bewirkt, wie bereits erwähnt, eine gesteigerte Säureproduktion des Magens. Das kann den Appetit anregen, aber auch Sodbrennen auslösen. Sodbrennen ist ein brennender Schmerz hinter dem Brustbein, der entsteht, wenn saurer Mageninhalt in die Speiseröhre zurückfließt.
  • Gelegentlich kommen auch Blähungen durch Kaffeetrinken vor. Für Blähungen ist meist eine vermehrte Gasbildung in Magen oder Darm verantwortlich. Vermutlich verstärkt das Heißgetränk diese Gasproduktion, weil es die Magen-Darm-Bewegungen steigert und auf diese Weise noch unzureichend verdaute Bestandteile der Nahrung in den Dickdarm befördert – was die dortigen, gasbildenden Bakterien freut und so zu den unangenehmen Flatulenzen führen kann.
  • Gerade auf nüchternen Magen drohen Magenschmerzen durch Kaffee. Wenn Sie gerne schon morgens Kaffee trinken, sollten Sie vorher eine Kleinigkeit frühstücken, da der Kaffee so langsamer aufgenommen wird. Einer der Gründe für die Magenreizung durch Kaffee ist wohl die enthaltene Chlorogensäure sowie Gerb- und Bitterstoffe.

Auswirkungen von Kaffee auf Herz und Kreislauf

Koffein hat auch Einfluss auf unser Herz-Kreislauf-System: Durch den Konsum von Koffein schlägt das Herz häufiger und kräftiger und auch der Blutdruck steigt minimal an. Gesundheitsschädlich sind diese Einflüsse aber meist nicht. Bei einem niedrigen Blutdruck kann sich eine Tasse Kaffee positiv auswirken, da das Koffein den trägen Kreislauf in Schwung bringt. Eine Studie ergab sogar das circa drei Tassen Kaffee am Tag vor Herzkrankheiten schützen können. Die Arterien der regelmäßig kaffeetrinkenden Versuchspersonen wiesen weniger Gefäßverkalkungen auf.

Wie wird Kaffee bekömmlicher?

Um Blähungen, Sodbrennen oder Magenschmerzen durch Kaffee zu vermeiden, sollten Sie idealerweise nicht zu viel Kaffee trinken. Komplett auf Kaffee verzichten, müssen Sie aber zum Glück nicht. Wir haben einige Tipps, wie Kaffee besser vertragen wird.

Tipp 1: Die Röstung macht den Unterschied

Je länger die Kaffeebohnen geröstet werden, desto weniger Säure enthalten sie – das macht den Kaffee bekömmlicher. Achten Sie beim Kauf Ihres Kaffee also darauf, dass er möglichst lange geröstet wurde. Eventuell ist bereits im Vorfeld ein wenig Recherche nötig.

Tipp 2: Die Sorte mit Bedacht auswählen

Auch die Sorte kann Einfluss haben, ob Sie nach dem Genuss von Kaffee Blähungen und andere lästige Symptome bekommen. Herkömmlicher Kaffee wird aus Robusta-Bohnen hergestellt, er ist koffeinhaltiger und daher etwas schlechter verträglich für unseren Magen. Greifen Sie, um Beschwerden wie Blähungen, Sodbrennen oder Magenschmerzen durch Kaffee zu vermeiden, zu Kaffee aus Arabica-Bohnen.

Tipp 3: Espresso trinken

Wer bei Kaffee unter Sodrennen und Blähungen leidet, verträgt Espresso oft problemlos. Auch wenn Espresso bitterer schmeckt, ist er für den Magen bekömmlicher. Das liegt daran, dass er aus Arabica-Bohnen hergestellt wird, welche weniger Koffein enthalten. Außerdem werden die Bohnen beim Espresso länger geröstet, wodurch sie besser vertragen werden.

Hinzu kommt beim Espresso ein schnellerer Zubereitungsprozess: Wie der Name schon sagt, wird Espresso gepresst, dadurch entzieht das heiße Wasser dem Pulver nur wenig Inhaltstoffe – ein weiterer Grund, warum Espresso bekömmlicher ist als Kaffee. Nebenbei bemerkt: Ein Espresso enthält 50 Milligramm Koffein, das ist nur halb so viel wie eine Tasse Kaffee.

Tipp 4: Kaffee richtig kochen

Wie wir den Kaffee zubereiten, kann ebenfalls Einfluss darauf haben, wie gut wir ihn vertragen. Denn meistens sind die Inhaltstoffe im Kaffee für anschließende Magenschmerzen verantwortlich – und die gelangen je nach Zubereitung mehr oder weniger gut ins Heißgetränk.

Der normale Filterkaffee zum Beispiel zieht mehrere Minuten in kochendem Wasser, dadurch enthält er jede Menge Inhaltstoffe, die Blähungen oder Sodbrennen auslösen können. Bereiten Sie Ihren Kaffee daher lieber auf andere Weise zu, zum Beispiel in einer Kaffeepresse.

Tipp 5: Kaffee mit Milch?

Kaffee wird in der Regel mit etwas Milch oder Kaffeesahne besser vertragen. Koffein und andere Inhaltstoffe im Getränk werden durch das in der Milch enthaltene Fett langsamer aufgenommen, dadurch wird die Wirkung abgeschwächt.

Tipp 6: Kaffee ersetzen

Wenn weiterhin Beschwerden bestehen, sollten Sie sich überlegen, eventuell ganz auf Kaffee zu verzichten. Als Ersatz für Kaffee bieten sich zum Beispiel Schwarz- oder Grüntee an. Diese Teesorten enthalten genau wie Kaffee Koffein, sind aber bekömmlicher für den Magen.

Auch interessant:Probleme mit Magen und Darm >>

Bauchschmerzen behandeln >>

Rund um den Blähbauch >>
Redaktion
Redakteur/in