Darmverschluss beim Baby: Schnelles Handeln ist lebenswichtig

17. September 2018

Bei einem Darmverschluss kann der Nahrungsbrei nicht mehr wie gewohnt zum After transportiert werden. Der Stuhl sammelt sich an einer Stelle und verstopft den Darm. Wird der Darmverschluss nicht rechtzeitig behandelt, besteht das Risiko, dass die Darmwand einreißt und Bakterien vom Darm in den Bauchraum eindringen. Sie können eine lebensgefährliche Bauchfellentzündung auslösen. Aus diesem Grund sollten Eltern Bauchschmerzen beim Baby oder Kleinkind immer ernst nehmen und genau beobachten.

Darmverschluss: Bei diesen Symptomen Ihres Babys sofort zum Arzt

Ein Darmverschluss kann für Kinder lebensbedrohlich sein

Bauchschmerzen sind beim Baby keine Seltenheit. Schließlich muss sich das Verdauungssystem nach der Geburt erst auf Nahrung einstellen. Und da kann es schnell zu Blähungen, Durchfall oder Verstopfung kommen. Bei leichten Verdauungsproblemen ist es nicht nötig, zum Arzt zu gehen. Mit Ruhe, Wärme und einer Bauchmassage verschwindet das Bauchweh meist bald wieder. Bei den folgenden Symptomen ist jedoch Achtsamkeit geboten, weil sie ein Hinweis auf einen Darmverschluss sein können:

  • Das Baby schreit, zieht aufgrund von heftigen Bauchschmerzen die Beine an und lässt sich durch nichts beruhigen.
  • Die Bauchschmerzen treten akut auf, sind von Anfang an sehr stark und verlaufen schubartig.
  • Der Bauch ist hart und schmerzt bei Druck.
  • Das Baby leidet Appetitlosigkeit.
  • Das Baby erbricht Nahrung.
  • Blasse Haut und kalter Schweiß treten als Zeichen für Angst oder einen Schockzustand auf.

Im Frühstadium kann zunächst wässriger, schleimiger Durchfall auftreten, wenn der flüssige Stuhl noch an der Blockade vorbeirutscht. Bei einem kompletten Darmverschluss kann es vorkommen, dass das Baby Kot erbricht, der über den normalen Weg nicht mehr entweichen kann.

Ursachen für den Darmverschluss beim Baby

Ein Darmverschluss kann mechanische oder funktionelle Ursachen haben. Bei einem funktionellen Darmverschluss versagt die natürliche Darmbewegung aufgrund einer Erkrankung der Muskulatur oder des Nervensystems. Diese Form des Darmverschlusses ist bei Kindern äußerst selten.

Mechanische Ursachen als Regelfall

In den allermeisten Fällen ist der Darmverschluss bei einem Baby oder Kleinkind auf mechanische Ursachen zurückzuführen. So kann der Darm beispielsweise durch zu harten Kot, Verwachsungen oder verschluckte Kleinteile blockiert sein.

Darmverschluss direkt nach der Geburt
Manche Neugeborenen haben Schwierigkeiten, das Mekonium (eine Masse aus Galle, Fruchtwasser und verschluckten Hautzellen), die sich vor der Geburt im Darm des Babys ansammelt, auszuscheiden, sodass es gleich in den ersten Tagen zu einem Darmverschluss kommt.

Eine häufige Ursache für einen mechanischen Darmverschluss bei Babys ist die sogenannte Invagination oder Einstülpung des Dünndarms. Dabei stülpt sich der Dünndarm so ein, dass er die Darmbewegung des Dickdarms beeinträchtigt. Aufgrund des Wachstumsschubs in den ersten Lebensjahren sind Babys und Kleinkinder davon am häufigsten betroffen.

Eine weitere, bei Kindern häufiger anzutreffende Ursache, ist eine Verdrehung des Darms (Volvulus). Windet sich die Darmschlinge um sich selbst, schnürt sie eine Passage des Darms ab und verhindert so den Weitertransport des Nahrungbreis.

Darmverschluss beim Baby vorbeugen?

Vorbeugend können Sie als Eltern nur begrenzt etwas gegen einen Darmverschluss beim Baby tun. Durch ausreichende Flüssigkeitsaufnahme und Bewegung lässt sich eine Verstopfung vermeiden, die in schweren Fällen den Darm blockieren kann. Das Baby sollte außerdem immer in einer sicheren Umgebung spielen, in der es nicht mit verschluckbaren Kleinteilen in Berührung kommt.

Einer Einstülpung des Dünndarms oder einer Darmverschlingung lässt sich jedoch nicht vorbeugen. Hier ist es wichtig, Anzeichen für einen Darmverschluss so früh wie möglich zu erkennen und das Baby unverzüglich zum Arzt zu bringen.

Diagnose und Behandlung

Je schneller ein Darmverschluss diagnostiziert wird, desto besser. Dafür tastet der Arzt zunächst den Bauch des Kindes ab. Mit einer Ultraschalluntersuchung oder einer Röntgenaufnahme lässt sich feststellen, was die Blockade im Darm verursacht. Ein Darmverschluss mit Mekonium bei einem neugeborenen Baby lässt sich meist mit einem Einlauf aus einer Kochsalzlösung beseitigen. Diese sanfte Behandlungsmethode ist auch bei einem Darmverschluss durch verhärteten Kot vielversprechend.

Bei einer Einstülpung des Dünndarms oder einer Darmverschlingung ist jedoch meistens eine Operation nötig, bei der der Darm wieder in seine richtige Position gebracht wird. Wird der Darmverschluss zu spät bemerkt und ist die Darmwand bereits verletzt, muss das beschädigte Stück des Darms entfernt werden. Hier besteht die Gefahr, dass durch die Vernarbung neue Hindernisse im Darm geschaffen werden, die das Risiko für einen wiederholten Darmverschluss in Zukunft erhöhen. Nach der Operation bleibt das Baby zunächst auf der Intensivstation, wo es intravenös versorgt wird, bis der Darm wieder voll funktionsfähig ist.

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Peggy Richter
Redakteur/in