Darmkrämpfe: Alle Infos und Behandlungsmöglichkeiten

18. September 2018

Der Magen-Darm-Trakt kann durch viele unangenehme Beschwerden auffallen. Ein Symptom, das Betroffene im Alltag stark einschränkt, sind Darmkrämpfe. Dabei handelt es sich um Schmerzen, die hauptsächlich vom Bauchnabel abwärts auftreten und oft mit Darmrumoren einhergehen. Auch Darmkoliken können bei Betroffenen starke Schmerzen hervorrufen. Aber was sind die Ursachen für die Magen-Darm-Beschwerden? Und welche Hausmittel können bei Darmkrämpfen Linderung verschaffen?

Alle Ursachen von Darmkrämpfen auf einen Blick

Auslöser von krampfhaften Beschwerden im Unterleib können sein:

  • Luft im Bauch (zum Beispiel bei Blähungen)
  • Darmentzündung durch Infektionen
  • Verengung des Darms durch Erkrankungen
  • Reizdarmsyndrom
  • Unverträglichkeit von Nahrungsmitteln
  • Achtung: Auch Menstruationsbeschwerden können für Krämpfe und Schmerzen im Unterleib verantwortlich sein. Nicht immer muss also der Darm dahinter strecken.

Die Ursachen von Darmkrämpfen

Im Folgenden sind die häufigsten Gründe für Darmkrämpfe aufgeführt:

  • Viel Luft im Bauch: Eine der typischen Ursachen von Darmkrämpfen ist die Anstauung von Luft im Darm. Das geschieht vor allem dann, wenn die Luft bei Blähungen, sehr hartem Stuhlgang oder einer Verstopfung nicht richtig entweichen kann. Auch der Verzehr einer großen Menge blähender Hülsenfrüchte wie Bohnen kann schmerzhafte Krämpfe verursachen. Diese lassen jedoch meistens schnell nach, sobald sich die „gefangenen Winde“ befreit haben.
  • Entzündungen in Magen und Darm: Stehen die Darmkrämpfe im Zusammenhang mit akutem Durchfall, können sie infektiös bedingt sein. Das bedeutet, der Darm wird von Viren oder Bakterien angefallen. Ist nicht nur der Dünndarm, sondern auch Magen oder Dickdarm betroffen, spricht man von einer Magen-Darm-Entzündung (Gastroenteritis).
  • Verengung des Darms (Darmstenose): Eine Verengung des Darms kann entweder angeboren oder die Folge einer chronischen Darmerkrankung wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa sein. Auch Ausstülpungen, sogenannte Divertikel, ein Darmverschluss oder Darmkrebs sind weitere organische Ursachen, die zu einer Verengung des Darms und damit zu Darmkrämpfen führen können.
  • Reizdarmsyndrom: Darmkrämpfe, Völlegefühl und Blähungen sind typische Symptome des Reizdarmsyndroms. Psychische Belastungssituationen können die Symptome verstärken.
  • Ernährung: Treten kolikartige Beschwerden regelmäßig nach dem Essen auf, kann eine Lebensmittelunverträglichkeit (zum Beispiel Laktoseintoleranz oder Fructoseintoleranz) dahinterstecken.
  • Medikamente: Bestimmte Medikamente wie Abführmittel können bei empfindlichen Menschen ebenfalls Darmkrämpfe auslösen.

Darmkoliken: Die stärkste Form der Darmkrämpfe

Bei sehr heftigen Darmkrämpfen spricht der Arzt von einer Darmkolik (nicht zu verwechseln mit den Koliken bei Babys). In der Regel lassen sich Darmkoliken im Dickdarm lokalisieren.

Eine Darmkolik äußert sich generell durch Schmerzen der höchsten vorstellbaren Stufe, die sich bewegungsabhängig und in Form von Intervallen äußern. Dies bedeutet, die Schmerzen zeigen sich in einem Wellenverlauf: Phasen mit starken Beschwerden wechseln sich mit relativer Schmerzfreiheit ab.

Darmkoliken entstehen, wenn die Darmmuskulatur in ihren natürlichen Kontraktionsbewegungen gestört wird und sich krampfartig zusammenzieht. Gründe dafür sind unter anderem Reizungen oder Blockaden der Darmbewegung, die beispielsweise bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa auftreten können.

Die Diagnose bei Darmkrämpfen

Junge mit Darmkoliken liegt mit Wärmflasche im Bett

Darmkrämpfe sind Verkrampfungen der Muskulatur des Dünn- oder Dickdarms, die sich als drückende Bauchschmerzen auswirken.

Bei der Vielzahl an Ursachen, die Darmkrämpfe auslösen können, stellt sich die Frage, wie es dem Arzt möglich ist, den Grund dieses vielschichtigen Symptoms herauszufinden.

Dazu geht er wie folgt vor: Zuerst befragt der Arzt den Patienten ausgiebig über seine Beschwerden und andere Krankheiten (Anamnese). Daraus kann er nützliche Hinweise ableiten. Darmkrämpfe, die auf eine Infektion zurückzuführen sind, lassen sich zum Beispiel aufgrund der Symptome wie Durchfall oder Erbrechen schnell erkennen.

Nach der Anamnese stehen dem Arzt noch weitere Möglichkeiten zur körperlichen Untersuchung zur Verfügung:

  • Ultraschalluntersuchung (Sonographie): Eine Ultraschalluntersuchung wird bei Darmkrämpfen meist als erstes durchgeführt. Mit dem bildgebenden Verfahren untersucht der Arzt die Organe auf Störungen oder krankhafte Veränderungen. Bei einer Darmsonographie hat der Arzt die Möglichkeit, speziell die Darmwand zu betrachten und zu erkennen, ob beispielsweise Entzündungen oder eine Darmlähmung die Beschwerden verursachen.

  • Darmspiegelung (Koloskopie): Wird eine Darmspiegelung durchgeführt, schiebt der Arzt ein spezielles Instrument, das Endoskop, durch den After in den Darm. Mit einer kleinen Kamera, die an dem Gerät befestigt ist, sieht er sich das Innere des Darms an und untersucht die Darmschleimhaut nach Veränderungen. Außerdem kann er mit Hilfe des Endoskops an auffälligen Stellen Proben von dem Gewebe nehmen sowie Wucherungen der Darmschleimhaut (Darmpolypen) abtragen. Gut zu wissen: Die Darmspiegelung ist die beste Methode zur Früherkennung und Diagnose von Darmkrebs.

  • Tut die Darmspiegelung weh?

    Eine einfache Frage, keine ganz leichte Antwort: Manchmal kommen Schmerzen vor. Daher gibt es die Option, ein Beruhigungsmittel einzunehmen. Auch, wenn die Darmschleimhaut keine Nerven hat und deshalb eigentlich nicht wehtun kann, entstehen gelegentlich Beschwerden, weil bei der Untersuchung beispielsweise Luft in den Darm gepumpt wird. Außerdem können bei der Darmspiegelung die Bänder, die den Darm im Bauchraum halten, gezerrt werden. Das verursacht in einigen Fällen Unannehmlichkeiten. Meistens jedoch läuft diese Untersuchung schmerzfrei ab und Beschwerden sind die Ausnahme.

  • Computertomographie: Wurde durch Ultraschalluntersuchung oder Darmspiegelung kein eindeutiger Befund festgestellt, gibt eine Computertomographie (CT) eventuell mehr Aufklärung. Durch sie sind Tumoren oder eine Bauchspeicheldrüsenerkrankung nachweisbar. Nachteilig an dieser Methode ist hingegen die Strahlenbelastung, der Patienten ausgesetzt werden – deswegen wägen Ärzte vor der Untersuchung genau ab, ob im jeweiligen Fall ein CT notwendig ist.

Wenn durch die ärztlichen Untersuchungen eine organische Erkrankung ausgeschlossen werden konnte, ist höchstwahrscheinlich eine funktionelle Störung, wie das Reizdarmsyndrom, der Auslöser für wiederkehrende Bauchkrämpfe. Weitere Symptome, die den Arzt zu dieser Diagnose führen, sind häufig auftretende Blähungen, Verstopfungen und Durchfall. Die Erkrankung ist jedoch hinsichtlich ihrer Ausprägung sehr individuell. Ein eindeutiger Hinweis auf das Reizdarmsyndrom ist der Zusammenhang mit der Psyche: In stressigen Situationen verschlimmern sich meist die Symptome.

Was der Arzt bei Darmkrämpfen tun kann

Die Behandlungsmöglichkeiten des Arztes richten sich nach der Diagnose. Ist die Ursache der Darmkrämpfe eine bakterielle Infektion, kann der Arzt Antibiotika verschreiben. Bei einer Lebensmittelunverträglichkeit hilft dagegen ein Verzicht auf die auslösenden Produkte. Daneben kann der Arzt auch krampflösende Medikamente gegen Darmkrämpfe mit den Wirkstoffen Butylscopolamin und Paracetamol verschreiben. Sie wirken vor allem schmerzlindernd.

Nützliche Hausmittel gegen Darmkrämpfe

Einige Hausmittel haben in den meisten Fällen ebenfalls eine schmerzlindernde Wirkung bei Darmkrämpfen. Diese Tipps können Sie ausprobieren, wenn die Schmerzen nicht ganz so stark sind:

  • Wärmflasche: Sich mit einer Wärmflasche ins Bett zu kuscheln, ist aus zwei Gründen bei Bauchkrämpfen effektiv: Die Wärme entspannt den geplagten Darm und Ruhe ist sehr wohltuend – auch für das Verdauungssystem.
  • Warmer Tee: Auch innere Wärme hilft gegen Darmkrämpfe, deshalb ist heißer Tee ein gutes Hausmittel. Bestimmte Teesorten wie Kamille, Pfefferminze, Baldrian, Fenchel oder Ingwer können darüber hinaus entzündungshemmend und entspannend wirken.
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  • Kräuter: Neben Tees kann die Einnahme von Kräutern wie Kümmel oder Blutwurz schmerzlindernd sein. Denn auch sie haben einen entzündungshemmenden und beruhigenden Effekt.
  • Öle: Sanddornöl, Kümmelöl oder Kamillenöl, dreimal über den Tag verteilt ein halber Teelöffel, ist ein weiteres Hausmittel gegen Darmkrämpfe. Die Öle können in der Apotheke oder im Reformhaus gekauft werden.
  • Bitterstoffe: Bitterstoffe wie Wermut oder gelber Enzian regen die Produktion von Verdauungssäften an und wirken sich dadurch positiv auf Magen und Darm aus.
  • Schüßler Salze: Schmerzen im Unterleib können auch mit Schüßler Salzen behandelt werden.
Wichtig:
Wenn die Darmkrämpfe durch Hausmittel nicht besser werden oder sich gar verschlechtern, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Dies gilt auch, wenn Sie unter starken Schmerzen leiden oder die Krämpfe über mehrere Tage anhalten.

Auch Ablenkung, zum Beispiel durch einen schönen Film oder ein spannendes Buch, ist bei Bauchkrämpfen empfehlenswert. Lassen die Schmerzen nicht nach oder treten sie immer wieder über einen längeren Zeitraum auf, sollten Sie sich jedoch an einen Facharzt wenden.

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Kira Hetberg
Redakteur/in