Zwerchfellbruch (Hiatushernie) – wenn sich der Magen in den Brustraum drückt

17. September 2018

Das Zwerchfell ist eine breite Muskelplatte, die zwischen Brust und Bauch angesiedelt ist und dessen Hauptaufgabe es ist, bei der Atmung mitzuwirken. Bei einem Zwerchfellbruch (Hiatushernie) wird der Magen teilweise in den Brustraum verlagert. Mehr Informationen zu Ursachen, Symptomen und Behandlungsmöglichkeiten erfahren Sie hier.

Verschiedene Typen einer Hiatushernie

Die Medizin unterscheidet mehrere Typen einer Hiatushernie:

  • Typ I: axiale Hiatushernie
  • Typ II: paraösophageale Hiatushernie
  • Typ III: Mischhernie aus der paraösophagealen und axialen Hiatushernie

Die verschiedenen Typen eines Zwerchfellbruchs ergeben sich dabei aus der Position der übergetretenen Magenanteile.

Bei der axialen Hiatushernie verlagert sich der Mageneingang entlang der Längsachse – also senkrecht nach oben. In der Folge befinden sich sowohl der Mageneingang als auch andere Teile des Magens oberhalb des Zwerchfells.

Bei der paraösophagealen Hiatushernie hingegen verbleibt der Mageneingang unterhalb des Zwerchfells. Jedoch werden Anteile des Magens neben der Speiseröhre nach oben in den Brustraum gedrückt. Im seltenen Extremfall kann die paraösophageale Hiatushernie so weit fortschreiten, dass sich der komplette Magen in der Brusthöhle befindet (Upside-down-Magen).

Typ III eines Zwerchfellbruchs wird als Mischhernie bezeichnet, die sich aus den ersten beiden Typen einer Hiatushernie zusammensetzt. Meistens fängt diese mit einer axialen Hiatushernie an, im weiteren Verlauf jedoch drücken Magenabschnitte auch seitlich der Speiseröhre nach oben.

Welche Ursachen hat ein Zwerchfellbruch?

Zu viel Gewicht kann einen Zwerchfellbruch begünstigen

Grundsätzlich lassen sich die Ursachen eines Zwerchfellbruchs in zwei Aspekten unterscheiden. Zum einen gibt es angeborene, zum anderen erworbene Ursachen einer Hiatushernie.

Ein angeborener Defekt des Zwerchfells ist besonders häufig verantwortlich für eine paraösophageale Hiatushernie.

Für den senkrecht verlaufenden Zwerchfellbruch, also die axiale Hiatushernie, gibt es hingegen Ursachen, auf die man selbst – zumindest zum Teil – Einfluss hat. So nimmt beispielsweise das Risiko einer axialen Hiatushernie zu, wenn man starkes Übergewicht hat. Außerdem steigt es in den letzten Schwangerschaftswochen. Der Druck auf die Organe im Bauchraum nimmt in beiden Fällen stark zu und die Organe werden nach oben gedrückt. Eine Gefahr, die sich im Liegen oder bei zu starkem Pressen während des Gangs zur Toilette nochmals erhöht.

Zwerchfellbruch vermeiden

Viele Faktoren, die einen Zwerchfellbruch auslösen, kann man nicht beeinflussen. Übergewicht dagegen schon: Viel Bewegung sowie eine Umstellung der Ernährung können die Pfunde purzeln lassen und beugen einem Bruch vor.

Welche Symptome für einen Zwerchfellbruch gibt es?

Um diese Frage zu beantworten, ist es wiederum essenziell, sich an der bestehenden Art des Zwerchfellbruchs zu orientieren.

So ist die axiale Hiatushernie – bedingt durch die senkrechte Verlagerung des Mageneingangs und anderer Magenanteile – oftmals mit einer begleitenden Refluxkrankheit beziehungsweise deren typischer Symptome verbunden. Dazu gehören im Wesentlichen ein Drücken im Brustbereich, saures Aufstoßen, schmerzhaftes Sodbrennen oder Magenschmerzen.

Meistens treten bei einer paraösophagealen Hiatushernie zunächst kaum Beschwerden auf. Im fortgeschrittenen Stadium berichten Betroffene von starken Problemen beim Schlucken, Schmerzen unmittelbar nach dem Essen und Übelkeit. Patienten nehmen darüber hinaus ein zunehmendes Druckgefühl in der Herzgegend wahr, oftmals verbunden mit Kreislaufproblemen.

Die Beschwerden einer Mischhernie ergeben sich – nicht zuletzt aufgrund ihrer Beschaffenheit – aus den beiden zuvor vorgestellten Symptomen eines Zwerchfellbruchs des Typs I und II.

Sollten Sie eines oder mehrere der beschriebenen Symptome eines Zwerchfellbruchs bei sich beobachten, zögern Sie nicht und suchen Sie einen Arzt auf. Dieser kann nach der Durchführung einer gründlichen Untersuchung, falls nötigt, eine geeignete Therapie einleiten.

Wie wird eine Hiatushernie behandelt?

Die meisten Fälle einer paraösophagealen Hiatushernie sind angeboren. Diese Fehlstellung kann operativ behandelt werden, was von vielen Ärzten entsprechend empfohlen wird. Ziel dabei ist es, die Magenanteile dort wieder anzusiedeln, wo sie eigentlich anatomisch hingehören.

Gegen eine axiale Hiatushernie hingegen kann man oftmals selbst etwas unternehmen, sodass ein chirurgischer Eingriff nicht notwendig ist beziehungsweise nur dann, wenn die begleitenden Beschwerden der Reflux-Krankheit zu groß werden. Wenn Sie Ihren Lebensstil anpassen – also sich zum Beispiel gesund und ausgewogen ernähren, dazu genug bewegen, Ihr Normalgewicht halten, kurz vor dem Schlafen gehen nichts essen und beim Toilettengang nicht zu stark pressen – dann kann sich der senkrechte Zwerchfellbruch wieder zurückbilden.

Wenn die Symptome einer axialen Hiatushernie allerdings längerfristig andauern, können Ihnen auch Medikamente, die gleichermaßen gegen Sodbrennen eingesetzt werden, helfen. Primär zu nennen sind unter anderem die sogenannten Protonenpumpenhemmer – welche die Herstellung von Magensäure drosseln – genauso, wie Antazida, welche die Magensäure neutralisieren.

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Jan Henkel
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