Welche Ursachen kommen für Übelkeit und Erbrechen infrage?


Bei Übelkeit und Erbrechen läuft im Körper Folgendes ab: Stößt der Magen auf verdächtige Stoffe, beispielsweise Viren, oder kommt es zu Störungen im Verdauungstrakt, wird das Brechzentrum im Gehirn aktiviert. Dieses leitet eine entsprechende Abwehrreaktion ein, deren Ziel es ist, die Schadstoffe so schnell wie möglich abzustoßen und den Körper auf diese Weise zu schützen. 

Zu den möglichen Ursachen von Übelkeit und Erbrechen gehören:

Übelkeit: Magen-Darm-Erkrankungen als Ursache

Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Bauchschmerzen… die Liste der Symptome, die im Rahmen von Magen-Darm-Erkrankungen auftreten können, ist lang. Oft ist ein flauer Magen nur eines von mehreren möglichen Anzeichen. 

Zu den häufigsten Auslösern von Übelkeit gehören:

  • Bauchfellentzündung (Bauchschmerzen, aufgeblähter Bauch, Appetitlosigkeit)  

Die Ursachen der einzelnen Erkrankungen können von Infektionen mit Bakterien oder Viren bis hin zu organischen Störungen reichen. Aber auch Stress, eine falsche Ernährung oder die Einnahme bestimmter Medikamente spielen unter Umständen eine Rolle. Zur genauen Abklärung empfiehlt sich der Besuch bei einem Gastroenterologen (Facharzt für den Magen-Darm-Trakt).

Übelkeit aufgrund einer Lebensmittunverträglichkeit

Eine Lebensmittelunverträglichkeit tritt auf, wenn der Körper bestimmte Nahrungsmittel nicht richtig verdauen oder verarbeiten kann, was zu unterschiedlichen Symptomen wie Blähungen, Bauchschmerzen, Übelkeit und Durchfall führt. Die Beschwerden treten oft nach dem Verzehr bestimmter Nahrungsmittel auf.

Häufige Formen sind:

Eine genaue Diagnose sollte von einem Arzt gestellt werden, um andere Erkrankungen auszuschließen und eine passende Diät zu entwickeln.

Medikamente als Ursache von Übelkeit und Erbrechen

Für manche Menschen gehört die Einnahme einer oder mehrerer Arzneien zum alltäglichen Leben. Allerdings können einige dieser Präparate unerwünschte Nebenwirkungen wie Übelkeit oder Erbrechen auslösen. Besonders häufig tritt dies bei folgenden Medikamenten auf: 

  • Antibiotika (bei bakteriellen Erkrankungen wie einer Blasen- oder Mandelentzündung) 
  • Betablocker (beispielsweise bei Bluthochdruck oder Migräne)  
  • Schmerzmittel (unter anderem bei Kopf- oder Regelschmerzen) 

Wichtig zu wissen: Nicht jeder reagiert gleich auf Medikamente, und bei manchen Menschen treten diese Nebenwirkungen nur bei bestimmten Präparaten oder Dosierungen auf. Um Beschwerden zu lindern, kann es helfen, Medikamente mit oder nach einer Mahlzeit einzunehmen oder in Absprache mit dem behandelnden Arzt die Dosierung anzupassen beziehungsweise ein alternatives Medikament auszuprobieren.

Übelkeit in der Schwangerschaft

Zu Beginn der Schwangerschaft und vor allem in den frühen Morgenstunden kämpfen Frauen oftmals mit Unwohlsein. Wodurch die Beschwerden hierbei genau hervorgerufen werden, ist noch nicht gänzlich geklärt.1 Vermutet wird jedoch, dass der schnelle Anstieg bestimmter Hormone zu Beginn der Schwangerschaft eine Rolle spielt: Eines davon ist das humane Choriongonadotropin (hCG), das von der Plazenta in der frühen Schwangerschaft verstärkt produziert wird. Weiterhin nehmen Östrogen und Progesteron Einfluss auf den Verdauungstrakt, was Übelkeit und Erbrechen zur Folge haben kann. 

In den meisten Fällen handelt es sich um eine vorübergehende Phase, die sich in der Regel im Laufe der Schwangerschaft bessert. Zur Linderung helfen oft kleine, regelmäßige Mahlzeiten, frische Luft und Ingwer (pur oder als Tee).

Alkoholkonsum und Co.: Wenn die Lebensweise auf den Magen schlägt

Nicht immer sind Erkrankungen für Übelkeit und Erbrechen verantwortlich. Oft begünstigt das eigene Verhalten ein Unwohlsein, so beispielsweise: 

  • Überlastung des Magens durch schwer verdauliche oder zu scharfe Speisen 
  • übermäßiger Alkoholkonsum, der den Magen reizt und zu Übelkeit führen kann 
  • Genussmittel wie Zigaretten oder Koffein, die den Magen zusätzlich belasten 
  • Stress, der die Verdauung beeinträchtigen kann 

Eine Veränderung des Lebensstils, wie beispielsweise eine ausgewogene Ernährung, weniger Alkohol und Stressmanagement, kann oft helfen, solche Beschwerden zu lindern oder zu vermeiden.

Weitere Auslöser für Übelkeit und Erbrechen

Neben den häufigeren Ursachen für Übelkeit und Erbrechen gibt es auch eine Reihe von weiteren möglichen Auslösern: 

  • Herz- und Kreislaufprobleme wie niedriger Blutdruck  
  • Kopfverletzungen, beispielsweise eine Gehirnerschütterung 
  • Migräne 
  • Sonnenstich  
  • Reiseübelkeit 

In allen Fällen sollte bei anhaltenden oder schwerwiegenden Symptomen ein Arzt konsultiert werden, um die genaue Ursache abzuklären und eine geeignete Behandlung zu beginnen.

Interessant: Reiseübelkeit – Ursachen und Tipps 

Reiseübelkeit, auch als Reisekrankheit bekannt, wird durch eine Störung des Gleichgewichtssinns im Innenohr ausgelöst. Wenn der Körper eine Bewegung spürt, die Augen jedoch eine ruhige Umgebung wahrnehmen, entstehen widersprüchliche Sinneseindrücke. Dies passiert häufig bei Fahrten mit dem Auto, Flugzeug oder Schiff. 

Tipps zur Linderung und Vorbeugung sind: 

  • Regelmäßige Pausen einlegen und frische Luft schnappen. 
  • Auf Lesen verzichten, lieber Musik oder Hörbücher hören. 
  • Leichte, magenschonende Snacks wie Zwieback oder Müsliriegel essen. 
  • Ausreichend trinken, am besten Wasser oder ungesüßte Tees. 

Zur Vorbeugung der Reiseübelkeit gibt es außerdem einige Medikamente und homöopathische Mittel in der Apotheke zu kaufen. Lassen Sie sich diesbezüglich am besten von Ihrem Arzt oder Apotheker beraten. 

Welche Symptome stehen in Verbindung mit Übelkeit und Erbrechen?


Typische Symptome, die in Zusammenhang mit Übelkeit und Erbrechen auftreten können, sind beispielsweise Bauchschmerzen, Durchfall oder ein Völlegefühl. Mitunter ist auch Fieber möglich.  

Zudem gibt es eine Reihe weiterer Symptome, die häufig mit Erbrechen einhergehen

  • Körperliche Erschöpfung, denn das Wiederausscheiden von Nahrung über die Speiseröhre und den Mund ist sehr kräftezehrend. 
  • Während Übelkeit und Erbrechen bricht bei vielen Betroffenen kalter Schweiß aus, ein Schwindelgefühl ist darüber hinaus auch möglich. 
  • In der unmittelbaren Folge von Übelkeit und Erbrechen kommt es zu Appetitlosigkeit, die oft für mehrere Stunden anhält. 
  • Zudem leiden viele Betroffene durch das Erbrechen unter einem Flüssigkeitsverlust, den es im Rahmen der Behandlung wieder auszugleichen gilt.

Übelkeit und Erbrechen: Wann zum Arzt?


Sollten Sie sich nicht sicher sein, was der Auslöser für Ihre Übelkeit ist, scheuen Sie nicht den Gang zum Arzt. Eine ärztliche Abklärung ist auch in folgenden Fällen ratsam:2,3 

  • anhaltende Beschwerden (länger als 24 bis 48 Stunden) 
  • keine oder nur sehr wenig Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme über 24 Stunden 
  • Erbrechen ohne erkennbare Ursache 
  • häufiges Erbrechen und zusätzliche Beschwerden wie Fieber 

In einigen Fällen handelt es sich um einen Notfall, der umgehend ärztliche Behandlung erfordert. Wenden Sie sich sofort an einen Arzt oder Notdienst, wenn Sie: 

  • infolge einer Kopfverletzung (zum Beispiel nach einem Sturz) erbrechen 
  • den Verdacht auf eine Vergiftung haben (im Zweifelsfall wählen Sie den Giftnotruf
  • Blut erbrechen 
  • einen Herzinfarkt (weitere Symptome wie Brustschmerzen oder Atemnot) vermuten 
  • stark und wiederkehrend erbrechen müssen 
  • eine plötzliche Verschlechterung Ihres Allgemeinzustandes bemerken 

Zögern Sie nicht, im Notfall sofort medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen. Die schnelle Reaktion kann in einigen Fällen entscheidend sein. 

Was hilft bei Übelkeit und Erbrechen? Tipps, Hausmittel und Medikamente


Bei der Behandlung des Unwohlseins ist oftmals einfach nur Geduld gefragt. Meist sind die Beschwerden nach wenigen Tagen überstanden. Auch Schonkost, Entspannung und diverse Hausmittel können gegen die Übelkeit helfen. Sollte dies nicht ausreichen, werden vom Arzt häufig sogenannte Antiemetika (Anti-Brech-Mittel) verschrieben, die sowohl die Übelkeit als auch den Brechreiz lindern. 

Allgemeine Tipps bei Übelkeit

Bei leichten Fällen von Übelkeit können die folgenden Ratschläge eine Linderung der Beschwerden herbeiführen: 

  • Frische Luft: Manchmal hilft es bereits, die Fenster der Wohnung zu öffnen oder im Freien spazieren zu gehen. Außerdem sorgt ein Spaziergang für eine bessere Durchblutung des Körpers und lenkt von den Beschwerden ab. 
  • Lockere Kleidung: Im bequemen Outfit fühlen sich Betroffene häufig besser. Eine zu enge Kleidung kann den Körper und insbesondere den Bauch sowie Magen einschnüren. 
  • Ruhe: Da Übelkeit mitunter stressbedingt ist, sorgt eine kurze Auszeit dafür, dass sich der Magen entspannt.  
  • Akupunktur: Laut Stiftung Warentest hilft auch eine Akupunktur-Therapie gegen Übelkeit.4 Durch das Setzen feiner Nadeln an bestimmten Punkten des Körpers (beispielsweise in der Nähe des Handgelenks) werden die dort verlaufenden Nerven stimuliert, was zur Entspannung beiträgt.

Tipp zur Selbsthilfe

Auch ohne Nadeln können Sie aktiv werden – versuchen Sie doch einmal Akupressur gegen Übelkeit. Hierfür drücken Sie den rechten Daumen mittig auf den linken Unterarm – etwa zwei Fingerbreit unterhalb der Handgelenksfalte. Nach einer Minute bewegen Sie den Daumen eine Fingerbreite Richtung Handgelenk und drücken erneut.5 Das Gleiche wiederholen Sie nun auf dem anderen Arm.

Welche Hausmittel helfen gegen Übelkeit und Erbrechen?

Tasse Tee mit Zitrone und Ingwer - das Hausmittel kann gegen Übelkeit helfen.

Es gibt verschiedene Hausmittel, die bei Unwohlsein Linderung verschaffen können: 

  • Ingwer: Am besten ist es, einfach ein Stück frischen, geschälten Ingwer im Mund zu kauen. Alternativ können Sie auf Tee oder Lutschtabletten zurückgreifen. Im Saft der Knolle stecken ätherische Öle und Bitterstoffe, die den Brechreiz unterdrücken und die Verdauung fördern. 
  • Kräutertee: Pfefferminztee wirkt krampflösend und fördert zusätzlich die Verdauung. Auch Kamille wirkt magenberuhigend und kann gut mit Pfefferminze kombiniert werden. Der Tee sollte lauwarm und in kleinen Schlucken getrunken werden. 
  • Zitrone: Sowohl der frische Duft als auch der Geschmack von Zitrone kann Übelkeit lindern. Für Zitronenwasser geben Sie etwa einen Teelöffel des Saftes in ein Glas stilles Wasser und rühren Sie um.6 Trinken Sie anschließend schlückchenweise. 

Bei Unwohlsein empfiehlt es sich zudem, den Magen einige Tage zu schonen und nur wenig beziehungsweise leichte Kost wie Zwieback zu sich zu nehmen.

Medikamente gegen Übelkeit und Erbrechen

Verschiedenfarbige Tabletten: Medikamente können bei Übelkeit ebenfalls helfen.

Sollten die oben genannten Maßnahmen keine Linderung bringen, können Sie auf pflanzliche Präparate mit beispielsweise Ingwer zurückgreifen. Zudem gibt es sogenannte Antiemetika, die teilweise nicht nur die Übelkeit lindern, sondern gleichzeitig den Brechreiz unterdrücken beziehungsweise dafür sorgen, dass dieser sich gar nicht erst bemerkbar macht. Andere Medikamente können zudem gezielt gegen die Reisekrankheit und Schwindelgefühle helfen. 

Es ist wichtig, dass die Wahl des Medikaments immer in Absprache mit einem Arzt erfolgt, da Antiemetika Nebenwirkungen haben können. Der Arzt wird das passende Präparat abhängig von der Ursache der Übelkeit und den individuellen Bedürfnissen des Patienten empfehlen.

Häufig gestellte Fragen zu Übelkeit


Was kann die Ursache für Übelkeit sein?

Übelkeit kann viele Ursachen haben, darunter Magen-Darm-Erkrankungen wie Infektionen, Gastritis oder Magengeschwüre. Auch die Einnahme bestimmter Medikamente, eine Schwangerschaft oder das eigene Verhalten (wie zu üppiges Essen oder übermäßiger Alkoholkonsum) können Auslöser sein. Psychische Faktoren wie Stress oder Angstzustände spielen ebenfalls eine Rolle. In manchen Fällen ist die Ursache auch unbekannt und bedarf weiterer Abklärung.

Was ist das beste Mittel gegen Übelkeit?

Die Therapie richtet sich in erster Linie an die Ursache. Dennoch gibt es allgemeine Maßnahmen, die Sie bei leichter Übelkeit ergreifen können: So helfen oft frische Luft, Ruhe und Schonkost. Hausmittel wie Akupressur, Ingwer kauen oder Kräutertee trinken können ebenfalls Linderung verschaffen. Zudem gibt es Medikamente gegen Übelkeit und Erbrechen (Antiemetika).

Wann sollte man mit Übelkeit zum Arzt?

Ein Arztbesuch ist ratsam, wenn die Übelkeit länger als 24 bis 48 Stunden anhält oder mit schwerwiegenden Symptomen wie starkem Erbrechen, Fieber oder starkem Flüssigkeitsverlust einhergeht.1,2 Auch wenn die Übelkeit ohne erkennbare Ursache auftritt oder häufig wiederkehrt, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Ein Notfall besteht beispielsweise bei Verdacht auf eine Vergiftung oder einen Herzinfarkt – hier ist umgehend medizinische Hilfe erforderlich. 

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Jan Henkel Jan Henkel wurde 1980 in Heidelberg geboren. Sein Studium schloss er als Diplom-Volkswirt und mit einem Magister erfolgreich ab. Heute ist er unter anderem als freiberuflicher Texter tätig und widmet sich vorrangig Themen aus dem Gesundheits- und Medizinbereich. Jan Henkel Autor kanyo® mehr erfahren
Tanja Albert Von der Schülerzeitung übers Journalismus-Studium in die Online-Redaktion von kanyo® - Tanja Albert hat das Schreibfieber gepackt. Gemischt mit ihrem Interesse für Ernährungs- und Gesundheitsthemen stürzt sie sich Tag für Tag in die medizinische Recherche - und bringt das Ganze auch in die Sozialen Netzwerke, nämlich als Social Media Managerin. Tanja Albert Medizinredakteurin kanyo® mehr erfahren
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